Wenn ein Wunsch zur Obsession wird (fm:Sonstige, 4172 Wörter) | ||
| Autor: Ayse1985 | ||
| Veröffentlicht: Jun 24 2026 | Gesehen / Gelesen: 1010 / 709 [70%] | Bewertung Geschichte: 9.10 (20 Stimmen) |
| Manfred und Peter, Freunde beim Fussball | ||

Ersties, authentischer amateur Sex
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Mannschaft Monate später einen Herrenabend organisierte. Es wurde viel getrunken, und Peter, der normalerweise sehr kontrolliert war, trank an diesem Abend weit mehr, als ihm gutat. Der Alkohol lockerte seine Zunge und trübte seine Wachsamkeit. Manfred erkannte seine Chance und lenkte das Gespräch im Kreis der Spieler gezielt in eine bestimmte Richtung. Er stichelte Mario an – einen heißblütigen Italiener aus der Mannschaft, der gerne den unbezwingbaren Macho markierte.
Bald ging es am Tisch lautstark um Frauen und deren Treue. Mario klopfte sich auf die Brust: „Es gibt keine Frau auf dieser Welt, die mir widerstehen könnte, wenn ich es wirklich darauf anlege. Keine.“
Manfred lächelte perfide, sah flüchtig zu dem angetrunkenen Peter und brachte Marlies ins Spiel. „Ach komm, Mario, erzähl keinen Unsinn. Bei Marlies zum Beispiel hättest du nicht den Hauch einer Chance. Da würdest du dir die Zähne ausbeißen.“
Der ebenfalls unter Alkoholeinfluss stehende Italiener widersprach sofort lautstark, fühlte sich in seiner Ehre gekränkt und begann, sich in schmutzigen Fantasien darüber zu ergehen, wie er auch Marlies herumkriegen würde.
Plötzlich schlug Peter mit der flachen Hand auf den Tisch. Seine Stimme war laut, barsch und vom Alkohol schwer, aber absolut unmissverständlich: „Schluss jetzt! Ich untersage euch beiden, so respektlos über meine Frau zu reden! Hört auf mit diesem Mist!“
Mario, der im Grunde seines Herzens ein treuer Teamkollege war, erkannte sofort, dass er zu weit gegangen war. Er hob die Hände und entschuldigte sich ehrlich. „Tut mir leid, Peter. Das war der Alkohol, es war respektlos vor Marlies, tut mir wirklich leid.“
Doch Manfred dachte gar nicht daran, einzulenken. Er bohrte die Nadel tiefer in Peters Wunde. Mit einem provokanten Lächeln fragte er: „Sag mal, Peter… vertraust du deiner eigenen Frau etwa nicht? Warum wirst du so laut?“
Peter spürte, wie ihm diese Situation vor den Mannschaftskameraden unendlich unangenehm wurde. Er blickte Manfred finster an. „Natürlich vertraue ich ihr. Aber ich verbitte mir solche Spielchen.“
„Wenn du dir ihrer Treue so sicher bist, warum bist du dann so dünnhäutig?“, ließ Manfred das Thema einfach nicht los. Er beugte sich vor, fixierte Peters glasige Augen und machte ihm ein ungeheuerliches Angebot, noch bevor Peter antworten konnte: „Weißt du was? Ich wette mit dir, dass ich keine Chance bei ihr habe. Lass es mich versuchen. Ich werde alles daran setzen, sie zu verführen – einfach nur, um dir zu beweisen, dass du dir absolut keine Sorgen machen musst, weil sie dich liebt und abblitzen lässt. Was sagst du?“
Peter schüttelte angewidert den Kopf, die Trunkenheit kämpfte gegen seinen gesunden Menschenverstand. „Du hast sowieso keine Chance, Manfred. Lass das Thema einfach gut sein.“ Doch Manfred bohrte weiter, wollte die Wette unbedingt besiegeln und das Thema weiter erörtern, bis die anderen Kameraden am Tisch die Situation erkannten und Manfred barsch zurückpfiffen: „Jetzt ist gut, Mann! Lass Peter in Ruhe mit dem Scheiß!“
Die Männerfreundschaft litt nach diesem Abend massiv. Peter hielt sich im Training und in der Kabine spürbar zurück. Er ging Manfred aus dem Weg, suchte keine privaten Treffen mehr und blockte tiefere Gespräche ab. In Peters Unterbewusstsein schrillten die Alarmglocken; etwas Stimmte mit diesem Mann ganz und gar nicht. Dieses obsessive Interesse an seiner Ehefrau ging weit über einen schlechten Scherz hinaus.
Zu Hause sprach Peter mit Marlies ganz offen und deutlich sein Missfallen über Manfred aus. Er erzählte ihr zwar nicht die schmutzigen Details des Herrenabends, aber er machte klar, dass er Manfreds Charakter anzweifelte. Marlies gab ihrem Mann ohne Zögern recht. „Ich bin froh, dass du das auch so siehst, Peter“, sagte sie und strich ihm beruhigend über den Arm. „Ich habe diesem Typen von Anfang an nicht über den Weg getraut. Er hat so einen lauernden Blick. Halte dich bloß fern von ihm.“
Manfred merkte schnell, dass er mit dem Kopf durch die Wand nicht an sein Ziel kam. Er spürte, dass er die wertvolle Quelle zu Marlies – die Freundschaft zu Peter – komplett zu zerstören drohte. Also erzwang er eine radikale Kehrtwende in seinem Verhalten. Er gab sich beim nächsten Training demonstrativ geläutert, entschuldigte sich bei Peter für seinen „alkoholisierten Blödsinn“ und gab den perfekten, einsichtigen Kumpel. Er passte sein Verhalten so geschickt an, dass er bald wieder scheinbar normal mit Peter klarkam.
Doch hinter dieser Maske der Normalität fraß ihn die Realität innerlich auf. Jedes Mal, wenn sie sich nach dem Training trennten und Peter gut gelaunt sagte: „Ich fahre heim zu Marlies“, zerriss es Manfred die Eingeweide vor Neid und schierem Hass. Er stellte sich vor, wie Peter sie berührte, wie sie zusammen lachten – und der Gedanke, dass sie jede Nacht in Peters Armen lag, trieb ihn fast in den Wahnsinn. Doch er hielt diese mörderischen Emotionen so eisern im Hintergrund verborgen, dass sein komisches Verhalten für Peter und die Mannschaft bald kein Thema mehr war. Manfred spielte das lange Spiel. Er wartete auf den einen, perfekten Moment, in dem Marlies schutzlos sein würde – und sein Gedankenkarussell drehte sich unaufhörlich weiter, tiefer hinein in die Dunkelheit.
Es lief bereits die zweite Saison, die Manfred nun an der Seite von Peter in der Bezirksklasse bestritt. Für die Mannschaft waren sie nach wie vor das sportliche Erfolgsduo, doch abseits des Rasens hatte Manfred nur noch ein einziges Ziel vor Augen: Er lauerte auf jede noch so kleine Gelegenheit, um Marlies endlich allein abzufangen, sie anzusprechen und ihr näherzukommen. Doch Marlies hielt die unsichtbare Mauer aufrecht. Sie begleitete Peter kaum noch zu den Spielen, wenn sie wusste, dass Manfred da war, und gab ihm privat nicht den leisesten Raum für ein Gespräch. Manfreds Obsession war zu einem dumpfen, permanenten Hintergrundrauschen in seinem Leben geworden – bis zu jenem Samstag in der Hamburger Innenstadt.
Manfred war eigentlich nur für ein paar Erledigungen in der City, als ihm in der belebten Fußgängerzone plötzlich ein vertrauter Schopf auffiel. Es war Marlies. Doch sie war nicht allein. Neben ihr ging ein großer, attraktiver, blonder Mann, den Manfred noch nie zuvor gesehen hatte. Die beiden schlenderten Arm in Arm durch die Einkaufsstraße. Sie wirkten unglaublich vertraut, lachten viel, suchten immer wieder den Körperkontakt, und ihre gesamte Körpersprache strahlte eine tiefe, intime Vertrautheit aus.
In Manfreds Brust explodierte in diesem Moment ein wildes, widersprüchliches Gefühlschaos. Einerseits spürte er eine mörderische, brennende Eifersucht, die ihn fast dazu getrieben hätte, blindwütig dazwischenzugehen und diesen Kerl von Marlies wegzureißen. Andererseits aber wich die Wut rasch einem ungeheuren, berauschenden Hochgefühl. Das ist es, hämmerte es in seinem Kopf. Das ist die Lücke in der Festung. Das ist meine Gelegenheit.
Manfred schaltete sofort in den Jagdmodus. Er hängte sich unauffällig an die Fersen der beiden und folgte ihnen wie ein Schatten. Er zog sein Smartphone aus der Tasche, tat so, als würde er telefonieren oder Nachrichten schreiben, und nahm stattdessen hochauflösende Fotos und Videos auf. Auf einem der Videos war zu sehen, wie der blonde Mann Marlies im Gehen einen zärtlichen, langen Kuss auf die Wange gab. Manfred zitterte vor Erregung, während er die Kamera ruhig hielt. Er amüsierte sich im Stillen köstlich über die vermeintliche Dummheit von Peter. Der gehörnte Ehemann, der Mittelfeldstratege, der dachte, er hätte zu Hause alles im Griff, während seine Marlies mit ihrem Liebhaber durch die Stadt zog! Manfred bemerkte genau, dass Marlies im Trubel der Öffentlichkeit penibel darauf achtete, sich nicht leidenschaftlich auf den Mund zu küssen – das war ihr in der Hamburger City wohl doch zu gefährlich. Sie wollten kein Risiko eingehen.
Nach dem Spaziergang setzten sich die beiden in ein gemütliches Café. Manfred lauerte in Sichtweite hinter einer Zeitung. Als sie das Café schließlich verließen, folgte die Verabschiedung: ein kurzes, aber eindeutiges Küsschen auf die Lippen. Danach drehte sich Marlies um und ging schnellen Schrittes in Richtung der nächsten U-Bahn-Station, während der blonde Mann Kurs auf ein nahegelegenes Parkhaus nahm.
Manfred steckte sein Handy weg und grinste breit. Er konnte es kaum erwarten, das schockierte Gesicht von Marlies zu sehen, wenn er ihr diese Beweise präsentieren würde. Er wusste aus Peters früheren Erzählungen, dass Marlies in der Innenstadt in einer renommierten Rechtsanwaltskanzlei arbeitete. Den Namen des Anwalts hatte er irgendwann mal aufgeschnappt. Zu Hause setzte er sich sofort an den Laptop, besorgte sich die genaue Adresse aus dem Internet und schmiedete den Plan, sie direkt nach der Arbeit oder in der Mittagspause abzupassen.
Es dauerte ein paar Tage, bis Manfred den perfekten Moment abpassen konnte. An einem sonnigen Donnerstagmittag stand er schließlich unauffällig auf der gegenüberliegenden Straßenseite des eleganten Bürogebäudes, in dem die Kanzlei ansässig war. Pünktlich um ein Uhr mittags öffnete sich die schwere Glastür. Marlies kam heraus, umgeben von drei Kolleginnen. Sie lachte, war sichtlich gut gelaunt und hielt Ausschau nach einem Restaurant für die Mittagspause.
Manfred zögerte nicht. Er überquerte die Straße, steuerte direkt auf die Gruppe zu und baute sich mit einem betont ernsten, düsteren Gesichtsauschnitt vor Marlies auf.
„Marlies, hallo“, sagte er mit tiefer Stimme. „Ich muss dir kurz etwas zeigen. Es ist extrem wichtig.“
Marlies blieb abrupt stehen. Ihr Lachen fror augenblicklich ein. Sie blickte ihn voller Verwunderung und deutlicher Skepsis an. Doch Manfreds Miene blieb steinhart, und der drängende Tonfall in seiner Stimme ließ sie zögern. Sie spürte, dass es besser war, das hier nicht vor den Augen des gesamten Büros auszutragen. Sie wandte sich kurz an ihre Kolleginnen: „Geht schon mal vor, Mädels, ich folge euch gleich nach.“
Die Kolleginnen nickten neugierig, gingen aber ein paar Schritte weiter. Sobald sie außer Hörweite waren, zog Manfred wortlos sein Handy heraus, entsperrte es und hielt es Marlies direkt vor das Gesicht. Er wischte durch die Galerie – ein Foto nach dem anderen. Marlies im Arm des blonden Mannes. Marlies beim vertrauten Lachen. Das Video mit dem Wangenkuss.
Marlies sagte keinen einzigen Ton. Ihr Gesicht wurde schlagartig blass, doch sie schrie nicht und brach auch nicht in Tränen aus. Sie starrte nur auf das Display und blickte Manfred dann mit einem Blick an, der eine Mischung aus tiefer Überraschung und eiskalter Schätzung war.
Manfred genoss diesen Moment der vermeintlichen totalen Macht in vollen Zügen. Ein siegesgewisses, fast schon gehässiges Lächeln stieg in seinen Mundwinkeln auf. Er steckte das Handy wieder in die Tasche, verschränkte die Arme vor der Brust und sah auf sie herab. „Tja, Marlies… was bist du denn bereit zu tun, damit Peter diese schönen Bilder und Videos nicht zu Gesicht bekommt?“
Es war eine glasklare, unmissverständliche Erpressung.
Marlies blieb bemerkenswert ruhig. Sie ließ sich ihren Schrecken nicht weiter anmerken. Sie griff in ihre Handtasche, holte ihr eigenes Telefon heraus und sah ihn direkt an. „Gib mir deine Mobilnummer“, sagte sie mit fester Stimme. „Und ruf mich jetzt sofort an, damit ich deine Nummer ebenfalls auf dem Display habe.“
Manfred war innerlich so voller triumphierender Freude, dass er am liebsten laut aufgeschrien und in die Luft gesprungen wäre. Er hatte sie! Er diktierte ihr seine Nummer, und Sekunden später summte sein Handy in der Tasche.
„Gut“, sagte Marlies, während sie sein Profil abspeicherte. „Ich werde mich bei dir melden. Aber du musst mir schon vorab sagen, wie viel Geld du für das Löschen des Materials haben möchtest. Nenn mir deine Summe.“
Manfred schüttelte langsam den Kopf, und sein Lächeln wurde merklich schmutziger. Er trat einen Schritt dichter an sie heran, sodass sie seinen Atem spüren konnte. „Ich will dein Geld nicht, Marlies. Ich will kein einziges Stück Blech von dir… Ich will dich. In meinem Bett. Und zwar nackt.“
Jetzt zuckte Marlies doch sichtlich zusammen. Ein schockierter, zutiefst überraschter Ausdruck trat in ihre Augen. Sie starrte ihn für einen langen Herzschlag an, als könnte sie die schiere Skrupellosigkeit dieses Mannes nicht fassen. Doch sie hielt sich zurück. „Ich melde mich“, sagte sie kurz und knapp. Sie drehte sich auf dem Absatz um und ging mit schnellen, fast schon fluchtartigen Schritten hinter ihren Kolleginnen her, ohne sich noch ein einziges Mal umzusehen.
Manfred stand auf dem Gehweg und spürte das Adrenalin durch seine Adern schießen. Er war so berauscht von seinem vermeintlichen Erfolg und der sicheren Aussicht, Marlies endlich zu besitzen, dass er den Rest des Tages nicht mehr gebrauchen konnte. Er pfiff auf alles, drehte um und ging direkt nach Hause, um in seinen Fantasien bereits den Moment auszumalen, in dem sie sich ihm fügen müsste.
Für Marlies hingegen war der Tag gelaufen. Als sie das Restaurant erreichte, in dem ihre Kolleginnen warteten, war ihr der Appetit vollständig vergangen. Sie saß wie versteinert am Tisch, starrte ins Leere und brachte keinen Bissen von ihrem Essen herunter. Sie bestellte lediglich ein Glas stilles Wasser, das sie mit zitternden Händen trank. Den neugierigen Fragen ihrer Kolleginnen, wer denn der unheimliche Typ von eben gewesen sei und was er gewollt habe, ging sie weitgehend aus dem Weg oder blockte sie mit einer Ausrede über „ein dringendes familiäres Problem“ ab.
Schon nach wenigen Minuten hielt sie es nicht mehr aus. Sie entschuldigte sich, verließ das Restaurant vorzeitig und ging schnellen Schrittes zurück an ihren Arbeitsplatz. In der Stille ihres Büros setzte sie sich an den Schreibtisch, starrte auf das Telefon mit Manfreds Nummer und spürte, wie eine Lawine ins Rollen kam – doch Manfred ahnte in seiner grenzenlosen Arroganz nicht, in was für ein Wespennest er da gerade gestochen hatte.
Die zwei Tage nach dem Aufeinandertreffen in der Mittagspause waren für Manfred eine einzige, quälende Ewigkeit. Sein Verstand lief im roten Bereich. In seinem Kopf sponn er die wildesten, erotischsten Szenarien zusammen; er sah Marlies bereits vor sich, wie sie sich ihm wehrlos und zitternd hingeben musste. Am zweiten Tag, am späten Nachmittag, vibrierte endlich sein Handy.
Als er den Anruf entgegennahm, schlug ihm eine eiskalte, absolut abweisende Stimme entgegen. Marlies klang wie eine Maschine, völlig frei von Emotionen. Sie hielt sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf. „Wir treffen uns in einem kleinen Hotel in Stapelfeld nahe Rahlstedt“, sagte sie kurz und knapp. „Es heißt Hotel Zur Windmühle. Ich werde dir eine Nacht gehören. Das ist die Bedingung. Danach löschst du auf der Stelle alle Bilder und Videos vor meinen Augen. Das ist unsere Abmachung.“
Manfreds Herz hämmerte gegen die Rippen. In seiner grenzenlosen Arroganz und Selbstüberschätzung blendete er die Kälte in ihrer Stimme vollkommen aus. Er war felsenfest davon überzeugt, dass sie die Distanz nur schauspielerte, um ihr Gesicht zu wahren. Wenn sie erst einmal eine Nacht mit mir im Bett verbracht hat, dachte er voller Triumph, wird sie gar nicht mehr zu Peter zurückwollen. Sie wird mich immer wieder haben wollen.
„Ich bin einverstanden“, sagte er hastig, ein dreckiges Grinsen im Gesicht.
Marlies fuhr im selben, monotonen Ton fort. Sie erklärte, dass sie erst genau planen müsse, wann sie eine ganze Nacht freibekommen könne, da sie Peter schließlich eine plausible Lüge auftischen musste. Manfred lachte leise. Er hatte vollstes Verständnis dafür; für ihn war das alles Teil des prickelnden Nervenkittels. „Ich schicke dir das Datum und die Zimmernummer per WhatsApp“, schloss sie das Gespräch ab. Manfred forderte sie noch auf, sich bloß nicht zu lange Zeit zu lassen, dann legte sie auf.
Drei Tage später kam die ersehnte Nachricht. Ein Samstag, zwei Wochen später. Hotel Zur Windmühle in Stapelfeld. Zimmer 216. Ab 20:00 Uhr.
Manfred war außer sich vor Freude. Er war so berauscht von seinem vermeintlichen Erfolg, dass er in diesem Moment völlig vergaß – oder es ihm schlichtweg egal war –, dass seine Mannschaft am nächsten Morgen um 11:00 Uhr ein wichtiges Punktspiel bestreiten musste. Der Fußball, die Mannschaft, sein bester Freund Peter – all das war für ihn in diesem Augenblick absolut wertlos geworden.
Die Vorbereitungen auf diese eine Nacht betrieb Manfred mit einer fast schon manischen Akribie. Er nahm sich die zwei Tage vor dem besagten Samstag extra frei, um nichts dem Zufall zu überlassen. Er ging zum Friseur, pflegte sich ausgiebig und rasierte seinen Intimbereich im Badezimmer mit größter Gründlichkeit. Um sicherzugehen, dass er Marlies die Nacht ihres Lebens bieten und sie vollkommen sexuell an sich binden würde, besorgte er sich in der Apotheke sogar eine Schachtel Sildenafil. Er wollte eine unbarmherzige, perfekte Performance abliefern.
Am Samstagabend war es endlich so weit. Die Dämmerung hatte sich bereits über Stapelfeld gelegt, als Manfred seinen Wagen auf dem diskreten Parkplatz des Hotels Zur Windmühle abstellte. Seine Hände zitterten leicht vor Erregung, als er den Motor ausschaltete. Er ging durch die ruhige Lobby, nahm den Fahrstuhl in den zweiten Stock und steuerte zielstrebig auf die Tür mit der Nummer 216 zu. Seine Lippen waren trocken, das Sildenafil entfaltete bereits eine subtile Hitze in seinem Körper.
Er drückte die Klinke. Die Tür war unverschlossen. Manfred tritt ein – und stutzte sofort.
Das Zimmer war vollkommen dunkel. Kein gedimmtes Licht, keine Marlies, die in Reizwäsche auf dem Bett auf ihn wartete. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn, als er die Hand nach dem Lichtschalter an der Wand ausstreckte und ihn heruntdrückte.
Das grelle Deckenlicht flammte auf und riss Manfred augenblicklich aus seinen schmutzigen Fantasien. Im Raum stand nicht Marlies. Stattdessen blickte ihn die ernsten, unnachgiebigen Gesichter von mehreren Polizeibeamten in Zivil und Uniform an. Einer der Beamten trat sofort mit festem Schritt auf ihn zu, zeigte seinen Dienstausweis und packte Manfred grob am Arm.
„Manfred B.? Sie sind vorläufig festgenommen. Wegen versuchter schwerer Erpressung und Nötigung. Machen Sie keine falschen Bewegungen.“
Manfred stand da, als hätte man ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. Seine Knie wurden weich, das Gesicht aschfahl. Er starrte die Polizisten an, unfähig, auch nur ein einziges Wort herauszubringen. Seine mühsam aufgebaute Welt aus Macht und sexueller Gier stürzte in einer Milisekunde wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
In diesem Moment öffnete sich die Tür zum angrenzenden Badezimmer des Hotelzimmers. Peter trat heraus. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah Manfred an. Doch in Peters Augen lag keine Wut mehr, kein Schmerz – nur noch ein tiefes, eiskaltes Grinsen der absoluten Verachtung.
„Was ist los, Manfred?“, fragte Peter mit einer Stimme, die vor Hohn nur so triefte. „Hast du wirklich geglaubt, du könntest Marlies erpressen? Hast du ernsthaft gedacht, sie würde sich von so einem jämmerlichen Wurm wie dir einschüchtern lassen?“
Manfred stammelte, suchte nach Worten, doch Peter schnitt ihm das Wort sofort ab. „Marlies hat mich vor zwei Tagen sofort nach eurem Treffen angerufen. Sie hat mir alles erzählt. Jedes einzelne verdammte Wort von dir. Wir haben sofort die Polizei eingeschaltet. Die Beamten hier haben uns vorgeschlagen, scheinbar auf deine dreckige Erpressung einzugehen, um dich direkt beim Versuch der Tat dingfest zu machen. Das hier im Hotel Zur Windmühle war von Anfang an eine Falle, du Idiot.“
Manfred blickte panisch im Zimmer umher. „Wo… wo ist Marlies?“, krächzte er mit rauer Kehle.
Peter trat einen Schritt näher, und sein Grinsen wich einer eisigen Ernsthaftigkeit. „Marlies ist zu Hause. Sie ist sicher. Und falls du dich fragst, warum sie nicht hier ist: Sie hatte schlichtweg keine Lust, dich auch nur noch ein einziges Mal im Leben sehen zu müssen. Einen charakterlich so dreckigen, bemitleidenswerten Menschen wie dich will sie nicht mal mehr ignorieren.“
Die Polizisten drehten Manfred grob um, drückten seine Hände auf den Rücken, und das metallische, kalte Klicken der Handschellen besiegelte das endgültige Ende all seiner Träume. Er wurde wie ein gewöhnlicher Verbrecher durch den Flur des Hotels abgeführt, während Peter ihm schweigend nachsah.
Der anschließende Strafprozess verlief für Manfred kurz und schmerzlos, da die Beweislage durch den polizeilich überwachten WhatsApp-Verlauf und den fingierten Zugriff im Hotel Zur Windmühle absolut lückenlos war. Das Gericht verurteilte Manfred wegen schwerer Erpressung zu einer empfindlichen, hohen Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die jedoch gerade noch zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Doch die rechtliche Strafe war nur der Anfang seines gesellschaftlichen Ruins. Aufgrund des Eintrags im Führungszeugnis und des skandalösen Vorfalls verlor Manfred mit sofortiger Wirkung seinen Job. Viel schwerer wog jedoch der soziale Krebsschaden: Peter hatte die gesamte Mannschaft der Bezirksklasse und den engsten Freundeskreis detailliert über Manfreds hinterhältigen Erpressungsversuch eingeweiht. Die Reaktionen waren vernichtend.
Seine einstigen Kumpels, die mit ihm auf dem Platz gestanden hatten, wandten sich voller Abscheu von ihm ab. Niemand wollte mehr ein Wort mit einem Mann wechseln, der die Ehefrau seines eigenen besten Freundes mit solchen Mitteln ins Bett zwingen wollte. Manfred war in seiner Heimatstadt ein Paria geworden. Er verlor all seine sozialen Kontakte, packte schließlich seine Koffer und verschwand für immer aus Hamburg, um irgendwo im Nirgendwo ganz von vorne anzufangen – anonym, einsam und für den Rest seines Lebens gezeichnet von seiner eigenen Obsession.
Marlies hingegen atmete auf, als der Albtraum vorbei war. Wochen nach dem Vorfall saß sie gemütlich beim Telefonieren und erzählte ihrem Cousin, der seit Jahren in Norwegen lebte, die ganze skurrile Geschichte. Sie erklärte ihm lachend, dass tatsächlich ein Mann geglaubt hatte, sie erpressen zu können, nur weil sie in der Hamburger Innenstadt so herrlich unbeschwert mit ihm – ihrem eigenen norwegischen Cousin, der zu Besuch gewesen war – spazieren gegangen war! Der vermeintliche „Liebhaber“, der ihr zum Abschied ein familiäres Küsschen auf die Lippen gegeben hatte, war nichts weiter als liebevolle Verwandtschaft gewesen. Manfreds krankhafter Wahn hatte ihn vollkommen blind für die Realität gemacht.
Die Ehe von Peter und Marlies ging aus dieser harten Prüfung paradoxerweise stärker hervor als je zuvor. Der Vorfall, der sie eigentlich hätte auseinanderreißen sollen, hatte das Gegenteil bewirkt. Marlies’ sofortiges Vertrauen zu ihrem Ehemann und Peters besonnenes, beschützendes Handeln schweißten die beiden noch enger zusammen. Das Fundament ihrer Liebe bekam einen noch sichereren, unerschütterlichen Stand. Sie wussten nun, dass sie jeden Sturm gemeinsam durchstehen konnten.
Manfred war für sie nur noch eine ferne, unbedeutende Fußnote der Vergangenheit. Er war aus ihrem Leben verschwunden – und tauchte nie wieder auf.
*** Ende ***
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