Häutung- Time to Shine (Teil 3) (fm:Romantisch, 11416 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: elonagrey | ||
| Veröffentlicht: Jun 27 2026 | Gesehen / Gelesen: 32 / 23 [72%] | Bewertung Teil: 9.00 (1 Stimme) |
| Clara und Manuel entdecken weitere spannende Seiten ihrer Beziehung, als sie an einer mehrtägigen Weiterbildung teilnimmt. | ||
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Häutung (Teil 3)
Clara und Manuel entdecken weitere Seiten ihrer Beziehung, als sie an einer mehrtägigen Weiterbildung teilnimmt.
Damit man in die Geschichte besser reinkommt, empfiehlt es sich, die ersten Teile gelesen zu haben.
Der erste Seminartag
Die bisherige Pflegedienstleiterin bei Claras Arbeitsstelle musste in absehbarer Zeit, krankheitsbedingt, diese Position aufgeben, daher wurde sie von der Institutsleitung angesprochen, ob sie sich vorstellen könnte, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie war lange genug im Geschäft, kannte den Betrieb von der Pike auf, nur fehlte ihr die erforderliche Weiterbildung dazu. Sie fand das reizvoll, begann die Zusatzqualifikation, es machte ihr Spaß und sie kniete sich gehörig rein, auch wenn es einerseits gut, andererseits viel Disziplin erforderte, da die meisten Seminare online stattfanden. Der ganze Lehrgang sollte nun zur Vorbereitung der Abschlussprüfung zu einem dreitägigen Kompaktseminar analog, so richtig old school, zusammenkommen. Als Clara dort eintraf, freute sie sich, dass sie in einem wunderschön gelegenen, ehemaligen Kloster untergebracht waren.
Der erste Tag lief erst einmal ganz geregelt, konzentriert und mit viel Stoff, denn der Unterricht startete ohne Großes BlaBla von Null auf Hundert. Erst am Abend kehrte etwas Ruhe rein, denn dann hatten alle gemeinsam im Speisesaal gegessen und der kleine Kurs fand sich mit den Dozenten und Dozentinnen gemütlich am Kaminfeuer zu einer fröhlichen Runde zusammen. Clara merkte, dass schon den ganzen Tag Georges, einer der Teilnehmer, immer wieder ihre Nähe suchte. Bei der Weiterbildung war er engagiert immer ganz vorne mit dabei, hatte einen wunderbaren Humor, war zudem sehr charmant und zuvorkommend zu ihr. Seine mittelbraune Haut, seine schwarzen Locken und Augen und sein entwaffnendes Lächeln, welches makellos weiße Zähne frei legte, betörten Clara auf eine ganz besondere Art. Die Beiden verstanden sich zudem hervorragend, weil sie so unbeschwert über dieselben Dinge lästern, aber auch ernsthaft diskutieren konnten.
Dass Georges, beim Kaminabend saßen sie - was für ein Zufall-nebeneinander, im Gespräch immer wieder mal seine Hand bestätigend auf ihren Arm legte, registrierte sie durchaus und sie musste für sich feststellen, dass sie das weder als touchy empfand noch störte- ganz im Gegenteil, dass diese an sich harmlosen Berührungen sie an Stellen elektrisierte, wie sie es normalerweise nur bei Manuel empfand. Inzwischen war es spät geworden. Das Kaminfeuer war zu einer rötlichen Glut heruntergebrannt und die meisten hatten sich nach und nach verabschiedet, um auf ihre Zimmer zu gehen.
Auch Clara und Georges waren aufgebrochen, im Seminarhaus war es nun ruhig geworden, und sie schlenderten bei ohrenbetäubendem Schweigen gemächlich auf den historischen, ziegelroten, rautenförmig verlegten, Platten gemeinsam den altehrwürdigen Flur entlang. Clara ließ ihren Blick geistesabwesend von den Zick-Zack-Fugen der Bodenplatten über die dicken, weiß gekalkten Wände, die die schöne Konstruktion der regelmäßig wiederkehrenden spätgotischen Kreuzrippengewölbe trugen wandern. Ein schummeriges elektrisches Licht war das einzige dezente Zugeständnis an die Neuzeit. Es hätte eine ganz harmlose Situation sein können, bei der sie sich einfach nur eine Gute Nacht gewünscht hätten und dann jeder seinen Weg gegangen wäre, doch dann waren sie bei Georges Zimmertüre angekommen und standen sich nun unbeholfen gegenüber und sie spürten deutlich, dass ein undefinierbares Knistern in der Luft lag.
„Es war ein langer, aber schöner Tag!“ Ihre Distanz zueinander war, für zwei Seminarteilnehmer, die sich gerade mal ein paar Stunden persönlich kannten, eigentlich schon ein wenig zu nahe, sahen sich in die Augen und es rumorte in jedem.
„Ja, war schön!“ mehr bekam Clara mit trockenem Hals und einem hilflosen Räuspern, nicht raus.
„Schön, dass wir uns heute näher kennengelernt haben!“ Georges Bemerkung war auch nicht unbedingt gehobene Literatur, aber was wollte man in solchen Momenten auch zustande bringen. Er griff dafür sehr beredt ganz
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