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Clara 2/3 Spuren von Gummi auf der Zunge (fm:Fetisch, 3147 Wörter) [2/3] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jul 21 2026 Gesehen / Gelesen: 215 / 179 [83%] Bewertung Teil: 10.00 (1 Stimme)
Ich sitze an der dunklen Bar, mein halbvolles Weinglas perlt vor mir, als ich die Barkeeperin mit den spitzen Latexstiefeln auf mich zukommen sehe. Sie hat mein Starren auf die silberhaarige Frau und die Kniende in der Nische bemerkt, und ihre stumme Auff


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Das Weinglas steht noch halbvoll vor mir, die Kondensation perlt am Stiel hinab, und ich wickle das feuchte Glas zwischen meinen Fingern, als wäre es ein Anker. Der Jazz hat gewechselt — ein langsames Cello stottert durch den Raum, jede Note schwer und zögerlich, als wüsste sie nicht, ob sie erklingen oder verstummen will. Ich beobachte die Frau mit dem silbernen Haar in der Nische, wie sie ihre Zigarette zwischen Zeigefinger und Daumen rollt, den Glutpunkt betrachtet, als läse sie darin etwas, und dann den Rauch in einem dünnen, gezielten Strahl über das Gesicht der Knienden gleiten lässt. Die Jüngere schließt die Augen, ihre Lippen öffnen sich einen Spalt, und etwas in meiner Brust zieht sich zusammen — nicht Angst, nicht Ekel, etwas anderes, etwas das nach unten zieht, in meinen Bauch, zwischen meine Beine, wo es warm und nass wird gegen den Stoff meines Slips.

Ich nehme einen Schluck Weißwein. Trocken, mit einem Hauch von Aprikose. Stelle das Glas ab. Die Mandeln auf der Schale rutsche ich mit dem Finger hin und her, ohne eine zu nehmen.

Das Klacken kommt näher. Nicht das diffuse, allgegenwärtige Klacken der Stiefel auf dem schwarz lackierten Holzboden, das den ganzen Abend über wie ein zweiter Herzschlag unter der Musik liegt. Nein, dieses Klacken ist gerichtet. Es kommt auf mich zu. Scharf, rhythmisch, jeder Auftritt ein Satz, jeder Satz eine Ankündigung. Ich wende den Kopf, und da ist sie — die Barkeeperin, die hinter mir steht, ihre Latexstiefel mit den spitzen Absätzen, die das Licht fangen wie nasser Stein. Ihr Korsett schnürt ihren Oberkörper in ein Korsett aus schwarzem Gummi, jede Atmung ein leises Knarzen des Materials, und ihr strenger Chignon glänzt im gedimmten Rot der Barbeleuchtung.

Sie steht jetzt direkt neben mir. Ich rieche sie — Gummi, Schweiß darunter, ein Hauch von etwas Bitterem, vielleicht Tabak, der in ihren Kleidern hängt. Sie legt ihre Hand auf die Bartheke, neben mein Weinglas. Ihre Finger sind lang, die Nägel kurz und ungepflegt, nicht die eines Models, sondern einer Frau, die mit ihren Händen arbeitet. Gläser poliert, Flaschen öffnet, Menschen führt.

„Du sitzt hier schon eine Weile“, sagt sie. Keine Frage. Eine Feststellung.

„Ja.“ Meine Stimme ist leiser, als ich möchte. Ich räusper mich. „Ja, ich — es gefällt mir hier. Die Atmosphäre.“

Sie nickt einmal, kaum merklich. Ihre dunklen Augen mustern mich, nicht unwohl, aber mit einer Genauigkeit, die mich das Gefühl gibt, durchblättert zu werden — wie ein Buch, dessen Seiten sie einzeln umblättert und jeden Absatz prüft. Ich spüre, wie meine Schultern sich leicht anspannen, wie mein Kiefer sich festzieht.

„Du hast zugesehen“, sagt sie. Wieder keine Frage.

Ich nicke. Meine Zunge ist trocken. Ich greife nach dem Wasserglas, trinke einen Schluck, und das Wasser rinnt kalt meine Kehle hinab, aber es löscht nicht, was dort brennt.

Die Barkeeperin beugt sich vor. Ihr Latexkorsett knarrt, als sich ihr Oberkörper senkt, und ihr Mund kommt nahe an mein Ohr, so nah, dass ich ihren Atem spüre — warm, nach Kaffee und etwas Süßem, vielleicht Lippenbalsam. Ihre Haarspitze am Chignon streift meine Wange, und meine Haut prickelt, als hätte jemand einen Streichholz an mir entlanggezogen.

„Ich habe eine Aufgabe für dich“, flüstert sie.

Die Worte sind leise, aber sie füllen meinen ganzen Schädel. Mein Puls beschleunigt sich, ich spüre ihn im Hals, in den Handgelenken, zwischen den Beinen. Die Aufgabe. Ich weiß, was das bedeutet. Ich habe es in der Nische gesehen, bei der Knienden und der Frau mit dem silbernen Haar. Ich habe es gespürt, als ich durch die Tür kam und das Klacken der Absätze mich traf wie ein Befehl. Diese Bar hat Regeln, die nicht an den Wänden hängen, sondern in der Luft liegen, im Rauch, im Gummi, im Rhythmus der Schritte.

„Du wirst aufstehen“, flüstert sie weiter, ihre Lippen fast an meinem Ohr, „und du wirst dich vor den Frauen aufstellen, da drüben, bei der Nische. Du wirst dich vorstellen. Nicht mit Namen. Mit dem, was du

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