Eine Ehe, wie es auch laufen kann 2 (fm:Ehebruch, 1027 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Ayse1985 | ||
| Veröffentlicht: Jul 23 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen) |
| Der Schluss gefiel mir nicht wirklich gut, daher habe ich das Ende geändert. | ||
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Der schleichende Abschied
Es begann nicht mit einem großen Knall, sondern mit einer schleichenden Kälte. Renate kam in letzter Zeit immer öfter spät aus dem Büro nach Hause. Erst waren es nur ein, zwei Abende, an denen sie angeblich Überstunden machen musste, doch bald wurden die Nächte immer länger. Wenn ich – Franz – sie vorsichtig darauf ansprach, kippte die Stimmung sofort. Sie reagierte laut, aggressiv und warf mir vor, ich würde sie kontrollieren wollen. Ich, der ich eigentlich immer harmoniebedürftig war, zog mich zurück.
Bis zu jenem Abend. Sie saß mit einem Glas Weinbrand im Wohnzimmer, obwohl sie sonst nur ab und zu einen leichten Spritzer trank. Ohne Umschweife und mit einer eiskalten Direktheit gestand sie mir, dass sie einen jungen Liebhaber habe. Sie erzählte mir unverblümt, dass er es ihr so gut besorge, dass sie sich jedes Mal wie im siebten Himmel fühle. Und dann sagte sie etwas, das wie ein glühendes Messer saß – ein Satz, der ihr zwar direkt danach sichtlich leid tat, der aber nicht mehr zurückzunehmen war: Ihr Neuer sei auch viel besser ausgestattet als ich.
In diesem Moment zerbrach nicht nur mein Stolz als Mann; etwas Tiefes, Grundlegendes in mir erlosch für immer. Es war, als hätte sie mir bei lebendigem Leibe das Herz herausgerissen und mit Füßen getreten. Die Demütigung brannte sich so tief in meine Seele ein, dass der Schmerz jede Trauer augenblicklich in eine taube, eisige Stille verwandelte. Kein Schreien, kein Flehen. Die Scheidung war unvermeidlich. Um den Rosenkrieg abzukürzen, vor allem aber, um meine Freiheit und das alleinige Sorgerecht für unseren Sohn Stefan zu sichern, zahlte ich ihr ein kleines Vermögen aus. Es tat weh im Geldbörserl, aber es war mir jeden Schilling wert. Stefan blieb bei mir. Ich wechselte komplett in die Nachtschicht, um tagsüber für ihn da zu sein, wenn er aus der Schule kam. Die Jahre vergingen, geprägt von Arbeit und dem Alltag als Alleinerziehender.
Begegnung in Gabicce Mare
Als Stefan älter war, gönnten wir uns einen Urlaub an der italienischen Adria, im beschaulichen Gabicce Mare. Am Strand lernten wir eine andere Familie kennen. Der Mann stellte sich als Hans-Peter vor. Begleitet wurde er von einer unglaublich sympathischen Frau namens Monika und deren Tochter.
In den zwei Wochen verbrachten wir viel Zeit miteinander. Hans-Peter und ich tranken nachmittags unser Bier, während die Kinder spielten. Dabei fiel mir auf, dass Monika immer wieder sehr freundlich und intensiv mit mir flirtete. Ich genoss es, hielt mich aber zurück, da ich fest davon ausging, sie sei Hans-Peters Ehefrau. Erst am allerletzten Tag, kurz vor der Abreise, klärte Hans-Peter das Missverständnis leider zu spät auf: „Schade, dass ihr schon fahrt. Es hat mich so gefreut zu sehen, wie meine Schwester Monika in deiner Gegenwart wieder aufgeblüht ist.“
Schwester! Ich fiel aus allen Wolken. Doch es war zu spät. Im Trubel der Abreise versäumten wir es, Adressen oder Telefonnummern auszutauschen. Obwohl Stefan und ich noch dreimal dorthin fuhren, haben wir sie nie wiedergesehen.
Das Geburtstagsessen
Die Jahre zogen ins Land. Dank eines unverhofften Lottogewinns war Stefans Studium finanziell abgesichert und ich konnte ihm sogar eine kleine Wohnung in Wien finanzieren. Zu seinem 18. Geburtstag lud mich mein Sohn schließlich zu einem Essen in ein nettes Lokal ein. Er kündigte an, noch jemanden mitzubringen. Ich tippte auf seine erste feste Freundin.
Als ich das Lokal betrat und Stefan an einem Tisch sitzen sah, saß ihm eine Frau gegenüber. Als sie sich umdrehte, stockte mir der Atem. Es war nicht seine Freundin. Es war Renate. Meine Ex-Frau.
Ich war wie vor den Kopf gestoßen und wollte instinktiv auf dem Absatz umdrehen. Doch Stefan stand auf, sah mich bittend an und sagte: „Bitte bleib, Papa. Ich habe ihr verziehen.“ Um meinem Sohn an seinem großen Tag nicht die Feier zu verderben, schluckte ich meinen Stolz hinunter, hielt mich den ganzen Abend über extrem zurück und blieb höflich, aber
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