Tagebuch 02 (fm:Ehebruch, 1688 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Joystick | ||
| Veröffentlicht: Feb 27 2026 | Gesehen / Gelesen: 1875 / 1480 [79%] | Bewertung Teil: 9.48 (60 Stimmen) |
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Ersties, authentischer amateur Sex
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Sie schloss die Augen. Jetzt war nicht die Zeit, um Schwäche zu zeigen. Sie musste diese Nacht noch überstehen.
Sie weckte Brian sanft. „Komm schon, mein Kleiner. Wir sind da.“
Er rührte sich und blinzelte sie verschlafen und verwirrt an. „Übernachten wir hier bei Oma und Opa?“
„Ja“, sagte sie und strich ihm über die Haare, „aber nur du. Mama muss noch mal kurz nach Hause, okay?“
Er runzelte die Stirn, widersprach aber nicht. Er vertraute ihr immer.
Ihre Mutter öffnete die Tür, noch bevor sie klopfen konnte. Ihr scharfer Blick glitt über Glorias Gesicht, bevor sie sich Brian zuwandte.
„Na, das ist ja eine Überraschung“, sagte sie, ohne näheres zu erfragen.
Gloria zwang sich zu einem Lächeln. „Kann er hier übernachten?“
Der Blick ihrer Mutter verweilte noch einen Moment auf ihren Augen, dann nickte sie. „Natürlich.“
Brian schlurfte ins Haus und zog seinen Dinosaurier an sich. Gloria beugte sich zu ihm hinunter und gab ihm einen Kuss aufs Haar. „Sei brav, ja?“
Er nickte verschlafen. „Ich hab dich lieb, Mama.“
„Ich liebe dich auch.“
Sie blieb einen Moment an der Tür stehen und sah ihm nach, wie er im Flur verschwand. Als sie sich umdrehte, stand ihre Mutter mit verschränkten Armen da.
„Willst du mir erzählen, was los ist?“
Gloria zögerte. Wenn sie jetzt den Mund aufmachte, würde sie vielleicht anfangen zu weinen und das wollte sie auf keinen Fall.
„Noch nicht“, sagte sie stattdessen.
Ihre Mutter presste die Lippen zusammen, hakte aber nicht weiter nach. „Ruf an, wenn du etwas brauchst.“
Gloria nickte, schluckte und ging zurück zum Auto.
Als sie nach Hause kam, war es still.
Phils Auto stand in der Auffahrt. Das Licht brannte. Er war also da.
Sie schloss die Haustür hinter sich und streifte ihre Schuhe ab. Wenige Sekunden später hörte sie das leise Geräusch des Fernsehers aus dem Wohnzimmer.
Sie fand ihn auf dem Sofa, einen Arm über die Lehne gelegt, eine halb leere Bierflasche auf dem Beistelltisch. Er blickte auf, als sie hereinkam, und lächelte warm.
„Du bist spät dran.“, sagte er.
„Ich habe Brian über Nacht zu meinen Eltern gebracht.“
Für einen Moment war Stille. Dann fragte er: „Warum?“
Gloria antwortete nicht. Stattdessen griff sie in ihre Handtasche und zog den gefalteten Stapel Papier heraus – ausgedruckte Tagebucheinträge. Sie zögerte nicht, gab ihm keine Zeit zum Nachdenken. Sie ging einfach rüber und legte sie auf den Couchtisch.
Phil runzelte verwirrt die Stirn. Er beugte sich vor, nahm die Blätter und faltete sie auseinander.
Sein Gesicht wurde kreidebleich, als seine Augen die Seiten überflogen, sein Griff um die Blätter verstärkte sich.
Gloria beobachtete ihn, ihr Herz klopfte, doch ihre Stimme war ruhig, als sie schließlich sprach.
„Willst du mir etwas erzählen?“, fragte Gloria in einem leichtem, gesprächigem Ton.
Stille.
„Ich …“, begann er. Er sah zu ihr auf, sein Blick wirkte, als sei er plötzlich verloren. „Ich kann es erklären.“
Gloria lachte auf, und ihr kamen endlich die Tränen. Es war einfach zu viel.
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Phil‘s Sicht der Dinge
Es war ein Jahr her, seit Gloria ihm diese Ausdrucke unter die Nase gehalten hatte. Seit sechs Monaten war die Scheidung rechtskräftig. Doch Phil litt noch immer unter seinen Reuegefühlen. Er sehnte sich noch immer nach dem, was er verloren hatte.
Er war bei Scotty's, seiner Lieblingsbar. Er und sein bester Freund Mike unterhielten sich gerade über Belanglosigkeiten, als eine Bewegung an der Eingangstür seine Aufmerksamkeit erregte. Er sah hinüber, und ihm stockte der Atem, als er sie erblickte.
Katie.
Er hatte sie seit dem Zusammenbruch seiner Ehe nur ein paarmal gesehen. Er hatte geglaubt, dass er alles haben könnte. Er hatte Gloria und Brian geliebt, aber auch Katie. Und jetzt?
Für einen kurzen Moment dachte er, sie würde vielleicht herüberkommen.
Er hoffte, dass er vielleicht einen Moment Zeit oder einen Blick bekommen würde, irgendetwas. Auch wenn es nur eine halbherzige Geste wäre.
Doch als ihr Blick auf ihm ruhte, war er leer und unpersönlich. Es war, als sähe sie durch ihn hindurch, als existiere er für sie nicht mehr.
Und dann drehte sie sich um und ging einfach wieder zur Tür hinaus.
Kein Wort. Kein Nicken. Nichts.
Es überraschte ihn nicht, aber es traf ihn trotzdem wie ein Schlag in die Magengrube.
Phil atmete scharf aus. Er fühlte sich verloren und allein.
Ihm gegenüber stieß Mike einen leisen Pfiff aus. „Verdammt. Das war brutal.“
Phil lachte bitter auf. „Du sagst es.“
Mike nahm einen Schluck Bier und blickte zur nun leeren Tür. „Also, das ist sie, was? Die berüchtigte Katie?“
„Ja.“
Mike schüttelte den Kopf. „Na ja, sie hasst dich ganz bestimmt.“
Phil funkelte ihn an. „Danke, Captain Superschlau.“
„Ich meine, mal ehrlich, was hast du denn erwartet?“ Mike lehnte sich in der Sitzecke zurück. „Sie hat ihr Leben für dich aufgegeben, und was hat es ihr gebracht? Nichts. Genau wie dir.“
Phils Kiefermuskeln spannten sich an. Er schloss die Augen und nahm einen tiefen Schluck, spürte das Brennen des Whiskeys.
„Niemand hätte es je erfahren dürfen“, murmelte er. „Es war Katies Schuld, dass sie in ihr verdammtes Tagebuch geschrieben hat. Alles wäre gut gewesen, wenn …“
„Das ist Bullshit, und das weißt du, Phil“, unterbrach ihn Mike. „Du hast deine Frau mit ihr betrogen. Sie hat ihren Mann mit dir betrogen. Es ist den Bach runtergegangen, das hätte jeder schon von Weitem ahnen können. Du weißt verdammt gut, dass du dir das selbst eingebrockt hast.“
Phil schluckte schwer. Er kannte die Wahrheit bereits. Verdammt, er und Mike hatten darüber bis zum Erbrechen geredet, und er hatte Recht, auch wenn Phil es nicht wahrhaben wollte. Er wollte es nicht laut aussprechen, aber er wusste, dass es die Wahrheit war, trotz all der Lügen, die er sich selbst erzählte.
Er fuhr sich seufzend mit der Hand übers Gesicht. „Ich war so glücklich, bevor ich alles vermasselt habe“, sagte er schließlich. Seine Stimme war leiser und rauer geworden. „Gloria liebte mich, Brian vergötterte mich, ich liebte meine Familie. Und ich habe alles weggeworfen.“ Phil starrte in sein Bier und versank in Selbstmitleid. „Was zum Teufel habe ich mir dabei nur gedacht?“, sagte er mehr zu sich selbst.
Er dachte an sein früheres Leben zurück, bevor er es ruiniert hatte.
Jeden Morgen mit Gloria zu verbringen, war der perfekte Start in den Tag. Brians Erzählungen und sein leises Lachen erfüllte sein Herz mit Freude. Ihre gemeinsamen Filmabende, an denen Brian noch vor dem Abspann an seiner Schulter einschlief. Glorias Blick, der ihm das Gefühl gab, etwas Besonderes zu sein.
Jetzt war alles vorbei. Gloria hatte sich von Phil scheiden lassen und Sam von Katie.
Kurz nach den Scheidungen erfuhr Phil von Freunden, dass Gloria und Sam in ihrem Liebeskummer zueinandergefunden hatten und beide mit Phils Sohn Brian zusammengezogen waren. Tief in seinem Inneren sah Phil darin eine Art ausgleichende Gerechtigkeit. Und doch hasste er es.
Sam war für Brian inzwischen mehr Vater als Phil. Phil hatte zwar Besuchsrechte, aber sein Sohn sprach nur noch von Sam.
Wenn Phil fragte, wie es in der Schule lief, zuckte Brian nur mit den Achseln und murmelte etwas Unbestimmtes, bevor er das Thema wechselte. Sobald Phil Brian wieder bei dessen Mutter absetzte, rannte Brian in Sams Arme, seine ganze Aufmerksamkeit galt Sam, sein leiblicher Vater war ihm völlig egal.
Das traf ihn tiefer als alles andere.
Phil saß nur da, starrte in sein Getränk und spürte die Last jeder Entscheidung, die er getroffen hatte, jedes Moments, den er nicht ungeschehen machen konnte.
Jetzt war er allein. Keine Frau, kein Sohn … und nicht einmal Katie. Sein perfektes Leben war nur noch Asche.
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