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Es ist einfach passiert III (fm:Romantisch, 1545 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 01 2026 Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen)
Der letzte Teil dieser Trilogie, das Ende wird nicht allen gefallen, aber bitte lebt damit. Ich möchte mich auch bei allen Bedanken, die ein Feedback gegeben haben.

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Michael starrte auf den Umschlag. „Ich… ich muss mir das überlegen…“

„Wenn du jetzt noch überlegen musst, hast du die Scheidung verdient“, sagte Manfred eiskalt.

Da verstand Michael endlich. Der Faden war fast gerissen. Er trat vor, packte Manfred und drückte ihn in einer heftigen, dankbaren Umarmung an sich. „Ich bin so ein dummer Handwerker…“, murmelte er mit erstickter Stimme.

Die Wellen der Ostsee

Die ersten Tage im Hotel an der rauen Ostseeküste waren von einer fast schmerzhaften Intensität geprägt. Das Tönen der Wellen bildete die Kulisse für Gespräche, die bis tief in die Nacht dauerten. Befreit vom Druck des Alltags und der Enge des Hauses fielen die Masken.

Michael offenbarte zum ersten Mal seine tiefste Wunde: seine Versagensängste als Mann, die Scham über seine körperliche Anatomie im Vergleich zu den hysterischen Details, die sie damals geschrien hatte. Tülay weinte bittere Tränen, als sie begriff, was sie in ihrer eigenen Panik angerichtet hatte. Sie nahm seine Hände, legte sie an ihre Wangen und schwor ihm, dass jener Moment ein animalischer, vom Verstand entkoppelter Rausch der Angst gewesen war, der ihr heute nur noch körperliche Übelkeit bereitete. „Es gibt nur einen Mann, dessen Berührung ich will, Michael. Nur dich. Dein Körper ist meine Heimat.“

Nach fünf Tagen des Redens transformierte sich die emotionale Nähe in eine unaufhaltsame körperliche Spannung. Es geschah an einem späten Nachmittag, als der Regen gegen die Fensterscheiben des Hotelzimmers peitschte.

Tülay stand am Fenster, fröstelnd. Michael trat von hinten an sie heran. Sechs Monate lang hatte er ihre Nähe gemieden wie das Feuer – nun suchte er sie. Er legte seine großen, rauen Handwerkerhände sanft um ihre Taille. Tülay zuckte kurz zusammen, nicht vor Angst, sondern vor der plötzlichen Wucht des Gefühls. Sie lehnte ihren Kopf zurück an seine Brust und schloss die Augen.

„Ich habe dich so vermisst“, flüsterte er in ihr Haar.

Er drehte sie langsam zu sich um. Ihr Blick war voller Verletzlichkeit, ihre Lippen leicht geöffnet. Als Michael sie küsste, war es kein vorsichtiges Herantasten mehr. Es war ein tiefes, forderndes Verlangen, das die Entbehrung der letzten Monate in sich trug. Seine Zunge suchte ihre, und Tülay schlang die Arme um seinen Hals, zog ihn so eng an sich, als wolle sie zwischen ihnen keinen Millimeter Raum für die Vergangenheit lassen.

Er hob sie hoch, und sie schlang ihre Beine um seine Hüfte, während er sie zum Bett trug. Jedes Kleidungsstück, das sie einander hastig entkleideten, fühlte sich an wie das Abstreifen einer alten, schweren Last.

Als sie nackt voneinander lagen, sah Michael sie an. Da war kein Ekel mehr in seinen Augen, nur eine tiefe, brennende Liebe und das Verlangen, sich seine Frau zurückzuholen – und ihr zu zeigen, wer sie wirklich besaß. Er küsste ihren Hals, wanderte hinab zu ihren Brüsten. Tülay keuchte auf, hielt seinen Kopf fest. Die sensible Reaktion ihres Körpers war nun ganz für ihn bestimmt. Seine Lippen und seine Zunge ließen sie erzittern, und sie spürte, wie die alten Blockaden in ihr wegzuschmelzen begannen.

„Michael… bitte… ich brauche dich“, flehte sie.

Er ging über sie, und als er langsam und tief in sie eindrang, stieß sie einen lauten Seufzer aus. Es war kein Fremdkörper, kein Rausch der Angst – es war das vertraute, perfekte Passen zweier Menschen, die sechzehn Jahre lang eine Seele gewesen waren. Michael bewegte sich mit einer hingebungsvollen, fast ehrfürchtigen Intensität in ihr. Er schaute ihr dabei tief in die Augen, suchte ihre Seele.

Tülay hielt seinem Blick stand, während die Lust in Wellen über sie zusammenschlug. Sie krallte ihre Finger in seinen Rücken, bewegte ihre Hüften im Rhythmus seiner Stöße und spürte, wie die Wärme seines Körpers die verbliebene Kälte aus ihren Knochen vertrieb. Ihre Orgasmen waren dieses Mal rein, getragen von tiefer Liebe und Erlösung. Als er kurz darauf mit einem tiefen Stöhnen in ihr kam, hielten sie sich so fest umschlungen, als ginge es um ihr Leben.

In der zweiten Woche redeten sie kaum noch. Sie verbrachten die Tage mit langen Spaziergängen am Strand, Hand in Hand, und die Nächte mit einer leidenschaftlichen Intimität, die ihre Ehe neu zementierte. Tülay zeigte Michael mit jeder Bewegung, jedem Seufzer und jeder zärtlichen Geste, dass er der einzige König in ihrem Reich war. Und Michael verlor seine Angst. Er spürte, dass seine Liebe und seine Fähigkeit, sie glücklich zu machen, durch nichts auf der Welt ersetzt werden konnten.

Das neue Fundament

Als sie nach Hause zurückkehrten, war das Eis endgültig geschmolzen. Die Familie empfing sie mit einer stillen Erleichterung; niemand stellte Fragen, niemand rührte an den Wunden. Manfred und Michael wurden durch dieses Erlebnis zu echten, unzertrennlichen Kumpels. Sie gingen regelmäßig gemeinsam zum Sport, tranken ein Bier und wussten, ohne viele Worte darüber zu verlieren, dass sie für die Frauen, die sie liebten, durchs Feuer gehen würden.

Das Fundament der Ehe von Tülay und Michael hatte gelitten, ja. Die Risse waren da, aber sie wurden mit Vergebung, tieferem Verständnis und unerschütterlicher Treue ausgegossen. Es war nun ein Fundament, das auf schwerem, wettererprobtem Boden stand – bereit, alles zu tragen.

Einige Jahre später ging der größte Wunsch der beiden auf einem anderen Weg in Erfüllung. Sie adoptierten zwei Geschwisterkinder. Als Michael das erste Mal seine kleine Tochter im Arm hielt und Tülay ihren Sohn an sich drückte, blickten sich die Eheleute über die Köpfe der Kinder hinweg an. In ihren Augen lag kein Schatten der Vergangenheit mehr. Da war nur noch das tiefe, unerschütterliche Glück einer wunderschönen kleinen Familie, die aus den Trümmern einer Krise neu erwachsen war.



Teil 3 von 3 Teilen.
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