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Liebe füllt keine Leere – sie erschafft ein neues Universum (fm:Sonstige, 813 Wörter) [5/5] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 03 2026 Gesehen / Gelesen: 47 / 0 [0%] Bewertung Teil: 7.67 (3 Stimmen)
Teil 5

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Amors Pfeile haben anscheinend die Richtigen getroffen. Melanie und Jens wurden stetig mehr zu einer Einheit. Klar es gab Spannungen und Führungsgerangel, die beiden positionierten sich, finden ihre Stellung in ihrer Beziehung. Beide Elternpaare und Jens Freundeskreis waren problemlos, allerdings bei Melanies Clique musste sich Jens erst durchsetzen.

Die Männer aus Melanies Umfeld gaben noch nicht auf. Das änderte sich nach einem fast animalischen Vorfall. Sie waren mal wieder mit der Studierten-Gruppe zusammen. Die Männer bemühten sich um Melanie und Jens wurde attackiert. Der nahm das wie immer sehr gelassen. Dann gesellte sich ein weitläufiges Mitglied zur Gruppe. Dieser Mann überzog dieses Spiel, er schleimte hemmungslos um Melanie herum. Obwohl Melanie ihm deutlich sagte, dass Jens ihr Partner ist, wurde DAS nicht beachtet. Als er dann nach Melanie griff, war es so weit. Jens drosch ihm mit einem wuchtigen Schlag die Faust in den Magen. War es Zufall oder Können, er traf den Solarplexus. Der Getroffene wurde blass, schnappte nach Luft und begann zu würgen. Dabei ging er langsam in die Knie, fiel schließlich um und rührte sich nicht mehr. Jens stand kühl daneben und beobachtete das Ganze mitleidlos. Dann nahm er sein Wasserglas und schüttete es dem am Boden Liegenden, sich nicht mehr Rührenden, mit den Worten ins Gesicht: „Wenn du gleich wieder gehen kannst, wäre es besser für dich aus meinem Gesichtsfeld zu verschwinden.“ Nach diesem Vorfall war Ruhe, die Männer wurden sehr vorsichtig und hielten ich vorwiegend in der „sozialen Zone“(120-360cm) rund um Jens auf. Allerdings getreu dem geflügelten Wort: „Frau muss Männer nehmen, wie sie sind, aber Frau darf sie nicht so lassen!“ wurde Jens, als sie alleine waren, „rund gemacht“. „DAS war keine Notwehr, DAS war eine „archaisches Aktion“! Ich als angehende Juristin kann so eine Selbstjustiz nicht gutheißen“, versuchte sie ihm ihre Sicht klar zu machen. Jens nickte ergeben und dachte sich seinen Teil.

Wie schon angedeutet raufen sie sich zusammen. Nach der Maxime „Liebe füllt keine Leere – sie erschafft ein neues Universum“ war ihr Zusammensein für beide ein Dazulernen. Wobei Melanie den einfacheren Part hatte, sie musste sich nur anpassen und auswählen. Jens dagegen musste reales Wissen vermehren. Dieses Eintauchen in die Welt des andern und der Versuch die Welten zu vereinen war die Herausforderung der sie sich stellen mussten.

Melanie hatte kaum Schwierigkeiten, sie musste keine neues Wissen erarbeiten, sie musste nur zwischen „gut=mag ich“ oder „nicht gut=mag ich nicht“ wählen. Z.B. fuhr sie sehr gerne als Sozia mit, sie liebte die Touren mit den Clubmitgliedern, den Zusammenhalt, die Souveränität der Biker, die Gespräche, etc., etc., das war für sie eine total neue, faszinierende Welt, in der sie sich wohl fühlte. Mit Jens Sportakivitäten (Taekwondo und Muckibude) konnte sie sich nicht anfreunden, tolerierte sie allerdings. Auch Jens kleine Wohnung, in einem Hochhauskomplex, in dem Problemviertel, mochte sie nicht, dort war sie sehr ungerne. Somit waren sie fast immer in Melanies großer Einliegerwohnung im Haus ihrer Eltern.

Jens für ihn war die Beziehung etwas komplexer. Besonders sein Umgang mit den Studierenden der „erzählenden Wissenschaften“ war problematisch. Diese Theoretiker konnten hervorragend Annahmen formulieren, aber bei ausführbaren Lösungen passten sie. Jens war Praktiker, bei dieser Personengruppe, zu der leider auch Melanie gehörte, musste man mit Allem rechnen – somit Vorsicht! Seine Beziehung zu Melanie war aus seiner Sicht sehr angenehm und akzeptabel. Es gab zwar gelegentlich Gerangel um die Führungsrolle, das fast immer mit einem Konsens endete: Bei praktischen Fragen hatte er die Führung, bei theoretischen Angelegenheiten war Melanie vorne. Da sie meistens bei Melanie waren, konnte sich Jens in Haus und Hof nützlich machen. Er lernte viel dazu und konnte so bei Melanies Eltern viele Pluspunkte sammeln.

Grosso modo waren sie auf einem guten Weg. Sie waren jung, sie waren schön und sie versuchten „ars vivendi“. Auch sexuell waren sie auf einer Wellenlänge. „Jung und unerfahren“ war eine fast perfekte Konstellation, sie hatten den Freiraum des Erforschens. Alles war möglich, es musste nur beiden gefallen. So begannen sie nach der einfühlsamen Entjungferung Melanies in die Welt der Lust, der Leidenschaft, der Sinnlichkeit, der Wollust, der Gier einzutauchen. Dazu nutzten sie das Netz. Sie schauten Pornos und kopierten das Gesehene, teilweise im Livestream. Dabei war oberstes Gebot, das beide beim absoluten Auskosten der sexuellen Momente nur positive Empfindungen hatten. Das gelang ihnen mit der Zeit immer besser, sie konnten ihren Sex immer mehr rauschhaft genießen.

Ars vivendi, rauschhafter Sex, ist das, das was ich vom Leben erwarte? Ist das der Sinn meines Lebens? Diese Fragen stellte sich Melanie in „stillen Stunden“ immer öfter. Sie hatte erkannt, dass „der Sinn des Lebens“ keine vorgegebene Tatsache ist, sondern eine individuelle Aufgabe. Diese Aufgabe hat mehrere Säulen: Selbstverwirklichung, Verbundenheit und Liebe, ein Beitrag für die Welt und persönliche Werte. Wie im japanischen Ikigai vereint es: Das, was man liebt, worin man gut ist, was die Welt braucht und wofür man bezahlt wird. Somit beginnt sie das jetzige Leben mit Jens zu hinterfragen.



Teil 5 von 5 Teilen.
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