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Das Wunder der Sterne , Teil 10 (fm:Sonstige, 7762 Wörter) [10/10] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 07 2026 Gesehen / Gelesen: 218 / 177 [81%] Bewertung Teil: 9.93 (15 Stimmen)
Wie immer, Kein Sex, viel Aktion und Spinnerei, nicht immer ganz ernst gemeint und ganz viel Liebe. Viel Spaß beim Lesen

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© RalfB Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

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wussten nicht, was sie sagen sollten. Sie wechselten ratlose Blicke mit Andreas und den vielen anderen hier, weil sie nicht verstanden, was sie hier sahen.

Es hatte sich rein gar nichts an ihrem üblichen Rhythmus geändert. Da war es vollkommen egal, ob sie nun im Krieg waren, oder eben nicht. Sie hatten ihre allmorgendliche Trainingseinheit bestritten und doch mussten sie nun sehr schnell abbrechen und staunen. Gut war, dass der Trainingsraum eben weit mehr, als ein Raum war. Sie hatten aufgrund der Möglichkeiten und des Platzbedarfs eine Lagerhalle umgebaut, die nicht nur groß, sondern auch ziemlich hoch war. Bisher war die Höhe von sechs Meter ja noch albern gewesen, aber jetzt?

Torell hatte in all den Jahren noch nie mit trainiert, weil das wirklich albern gewesen wäre. Gegen wen hätte er denn auch antreten sollen? Um was zu tun? Was wollte man mit einem riesigen Drachenkrieger trainieren? Wie man dessen Feuer ausweicht, oder ob man seine Krallen überleben konnte?

Jetzt war es das erste Mal überhaupt etwas anders und jetzt vergaßen alle anderen ihr Training, denn das hier hatte noch keiner jemals gesehen. Nicht mal Luna hatte dazu Informationen aus den Dateien finden können und somit konnte auch sie nicht warnen. Nein. Alle mussten zusehen, wie die zwei Draconier nun ins Training gingen. Ein Training, dass die Kurzen aufgrund von Schulzeiten verpassten und somit echtes Glück hatten.

Belmaria und Torell hatten sich in der Mitte der Halle aufgestellt und standen sich hier nun gegenüber. Sie hatten sich voreinander verbeugt, hatten beide leicht gelächelt und waren dann jeweils bis an die Wand ihrer eigenen Seite zurückgetreten. Dort, an den Wänden hatten sie beide ihre Uniformen, Kleidung und alle Geräte abgelegt um anschließend beide vollkommen nackt wieder zur Mitte zu gehen. Hier verbeugten sie sich wieder, gingen beide in Angriffsposition und ab da waren alle anderen in weiten Abstand auf Beobachtungspositionen zurückgewichen. Ausreichender Sicherheitsabstand zu dem sich hier entwickelnden Spektakel, einem Inferno gleich, schien opportun.

Mit Beginn deren Kampfes wurde der Feueralarm ausgelöst, was Luna mit einem schnell errichteten Eindämmungsfeld direkt im Griff hatte. Beide Draconier hüllten sich und ihre Umgebung in ein unglaublich heißes Feuer, in welchem sie einen höchst eindrucksvollen Trainingskampf ablieferten. Selbst die Ninja hatten jetzt keine Worte mehr. Sie konnten mit ihren Fähigkeiten den Draconieren in keiner Weise konkurrieren, eine für die Ninjas erschütternde Erfahrung. Diese Drachen waren aktuell der Stoff, aus dem die Alpträume geschaffen waren.

So kämpften sie gegeneinander und keiner konnte erkennen, wer nun wen hätte besiegen können. Es war brutal und blitzschnell, aber trotzdem sah man keine Verletzungen. Wenn man die Gelegenheit bekam, ein Stück der Beiden lange genug zu sehen, um etwas erkennen zu können. Das änderte sich ganz plötzlich und schlagartig, als Torell die Kriegerin endlich an ihrem Hals erwischte, wobei nicht klar war, ob sie sich nicht sogar erwischen ließ, denn es sah schon so aus, als hätte sie ihm dieses Zeitfenster kurz aufgemacht.

Ein Zeitfenster, dass er sofort nutzte. Er packte sie und hob sie so in die Höhe, von ihren Füßen, als wenn sie nichts wiegen würde. Dabei schlug sie nicht nach ihm, wehrte sich nicht gegen ihn, sondern lächelte ihn einfach nur an. Was jetzt geschah, konnten alle nur umso besser erkennen und sorgte für absolute Stille in dieser Halle.

Torell hatte Belmaria am Wickel, hielt sie in die Luft. Er fuhr einen unglaublichen Degen aus seiner Körpermitte aus und rammte die Kriegerin auf diesen, die wiederum sein Teil in kompletter Länge in sich aufnahm. Als sie ihre Beine und Arme um ihren Gegner schlang und er es ihr gleichtat, sahen alle, wie sie sich küssten und gegenseitig ableckten. Das war es dann aber auch schon mit dieser Show, denn im Anschluss umschlangen sich die Beiden nur noch mit ihren Flügeln.

So entstand eine Skulptur, in Mitten dieser Halle. Qualmend vor Hitze in rötlicher Farbe aus Leder und Schuppen, die sich offensichtlich nicht mehr bewegte. Offensichtlich wohl nur deshalb, weil keiner erkennen konnte, was die Zwei eng Verbundenen dort innerhalb ihres Flügelsalats trieben. Was alle sicher sagen konnten war, dass sie es trieben und das richtig speziell. Die beiden Drachen bildeten eine Skulptur, die fast die komplette Raumhöhe ausnutzte. Mit fast vier Meter Körpergröße sorgten nun die umschlingenden Flügel für mehr als fünf Meter Höhe. Ein echt eindrucksvolles Monument.

Andreas und Tedeschi sahen sich ratlos an, wie alle anderen auch und nicht mal die Zwei hatten einen Spruch auf ihren Lippen. Min flüsterte zu Livia fassungslos:

„Oh mein Gott, was für eine unfassbare Nummer!“

Was viele wenigstens mit Kopfnicken bestätigten. Was sich nicht einstellte war Sorge, oder Angst. Nein, denn allen schien es, als wenn die Zwei dort eine ganz besondere Bindung eingegangen wären. Eine Bindung, die für fast zwei Stunden so unverändert blieb. Fast zwei Stunden dauerte es. Da waren viele schon wieder ihrer Wege gegangen und hatten das Warten aufgegeben. Nur Livia und Andreas saßen an einer Wand kuschelnd, mit Min und Tedeschi neben sich. Diese Vier hatten es nicht aufgegeben und beobachteten die ganze Zeit um diesen Wahnsinn zu verstehen.

Ganz still und gespannt beobachteten die Vier schließlich, wie sich diese Flügel dort schließlich ganz langsam wieder entfalteten und in ganz vorsichtigen und langsamen Hüben die Zwei Drachen wieder freigaben. Zwei Drachen, die sich darunter liebevoll streichelten und küssten und erst nach einigen Momenten ihre Beobachter wieder wahrnahmen.

Natürlich war es Andreas, der der Erste war, der etwas sagte. Natürlich war es genauso, wie ein Andreas sowas sagte, als alle hörten:

„Gut. Ihr Beiden kriegt eindeutig den Preis für die abgefahrenste Nummer, die dieses Weltall je gesehen hat!“

Diesmal gab es nicht das Gegröle wie sonst immer. Diesmal gab es ruhige Zustimmung und das gespannte Warten auf eine Erklärung. Diese kam schließlich von Torell, als der sagte:

„Es tut uns leid, dass wir euch jetzt ohne Warnung so überrascht haben. Haben wir etwas kaputt gemacht? Wir wussten auch nicht, dass das hier passieren würde, aber Belmaria und ich haben unsere Kräfte gemessen. Dabei haben wir versehentlich unser Paarungsritual ausgelöst. Wenn wir uns binden wollen, prüfen wir, ob wir kompatibel sind. Wir messen unsere Kräfte und unsere Wesen. Wir suchen nach eben diesem Partner, der uns unsere Stärke ergänzt, uns stärker macht und zu uns passt. Das ist verdammt selten und konnten wir vorher nicht wissen. Naja. Wir haben uns nicht nur körperlich gebunden!“

Livia war die, die es als Erste kapierte und jauchzte entsprechend begeistert auf, als sie fragte:

„Was? In echt jetzt? Habt ihr also gerade geheiratet?“

Belmaria lächelte die vier glücklich an, als nun auch sie mal was sagte:

„Oh ja ihr Lieben und es wird noch schlimmer!“

Min warf ein:

„Das ist doch nicht schlimm? Das ist doch klasse und müssen wir unbedingt feiern! Das ist doch super!“

Als Belmaria nun aber noch ergänzte:

„Torell hat mir seinen Samen in meinen Bauch gegeben. Dort wird er jetzt notfalls für ein halbes Jahr warten, bis er eines meiner Eier befruchten kann. Es ist fast ausgeschlossen, dass wir keinen Schlüpfling bekommen werden und damit werden wir sicher auch unsere Heimat aufmerksam machen. Nachwuchs ist bei den Draconiern extrem selten, weil sich kaum Paare finden. Die meisten Versuche scheitern wegen Inkompatibilität. Würdet ihr diesen Ärger denn hier ertragen wollen?“

Darüber gab es keine Worte. Dafür gab es kein Verständnis. Man freute sich über diese unglaubliche Nachricht. Albern sah es aus, als Maggie die Beiden riesigen Drachen knuddelte und herzte… Naja, auch Belmaria musste sich an den Haufen hier noch gewöhnen.

Hier bauten sie Küken und Drachen, dort führten sie Krieg und ganz nebenbei kamen sie an der Heimatwelt der Vortak an, womit nun wieder auf Ernst umgeschaltet werden musste. Andreas war auf die Brücke gerannt, wo er sich wieder mit Luna traf. Diese fragte ihn:

„Laut meinen Daten haben die Zwei gerade geheiratet. Kann das sein?“

Der grinste seine Android Schwester an und antwortete:

„Das sieht wohl so aus. Sobald wir Zeit haben, müssen wir das feiern und ein Kurzes ist wohl auch grad in Produktion gegangen!“

„Unfassbar!“

War da die einfache Antwort.

Während die Anderen sich langsam wieder fertig machten und tröpfchenweise auf der Brücke auftauchten, verfolgten Luna und Andreas den eingangs erwähnten Funkspruch und die weiteren Entwicklungen. Unfassbar war auch, was da draußen in der Welt passierte und Andreas war hier wieder voll bei der Sache. Sie warteten auf die Antwort der Vortak und sahen nun alle, wie diese in den Projektionen erschienen. Andreas war zwar nur Beobachter, aber ihm fielen direkt merkwürdige Details auf und teilte diese sofort mental mit seiner Luna.

Von den Vortak kam:

„Ich bin Königin Kalytra, vom Vortak Schwarmkollektiv. Ihr habt meine Flotte vernichtend geschlagen, kümmert euch aber um mein Volk? Warum? Ich nehme aus unserem kollektiven Bewusstsein die verstörendsten Informationen wahr!“

Amber antwortete:

„Wir sind keine Monster und eure Soldaten haben nur Befehle befolgt. Ergebt euch jetzt und auch euch werden wir anständig behandeln. Andernfalls kämpfen wir weiter, bis ihr aufgebt!“

Natürlich schaltete sich Andreas jetzt ein. Logisch, wie auch nicht, aber er glaubte diesmal einen seriösen Grund zu haben, als er funkte:

„Eure Majestät, würdet ihr bitte mal einen Schritt nach rechts machen? Von euch aus rechts! Was ist das da hinter euch? Habe ich das eben richtig erkannt?“

Alle sahen, wie sich die Königin nun langsam umdrehte und irgendwie verzweifelt, mit hängendem Kopf einen Schritt zur Seite machte. Eine große Küchenschabe weint nicht und ob man hier Emotionen erkennen kann? Die Körpersprache sprach jedoch Bände und das Bild, dass sich nun aufbaute war purer Schrecken.

Hinter der Königin erstreckte sich eine riesige, endlos erscheinende Halle, mit Brutstöcken, soweit das Auge reichte. Eine unfassbare Anlage, in der offensichtlich die Brut schlüpfte und aufgezogen wurde, oder wie auch immer. Was aber Andreas gesehen hatte waren ganz kleine Schaben Körper, die dort überall in der Anlage verteilt lagen und offensichtlich tot waren. Diese Übertragung wurde aktuell in alle Schiffe, in mehrere Kommandozentralen übertragen und nirgendwo gab es jene, die auch nur ein Wort gefunden hätten.

Andreas sah verzweifelt zu seiner Luna rüber und die teilte offensichtlich seinen Verdacht. Somit sagte Andreas:

„Königin Kalytra. Ihr habt uns angegriffen, weil ihr erpresst wurdet? Jemand hat eine biologische Waffe gegen euer Volk entfesselt? Ist das so ungefähr richtig?“

Die Königin stand dort mit hängendem Kopf und schien sichtlich geschlagen, als sie sagte:

„Wir sterben. Wir haben verloren. Tut, was ihr tun müsst!“

Andreas war schon wieder sehr begeistert von der Galaxie. Er hatte es geahnt und war wieder an diesem Punkt angekommen. Nein, so nicht… Er übernahm das Kommando, ohne Amber groß zu berücksichtigen, in der festen Überzeugung, dass sie gleich verstehen würde:

„Alle Koalitionskräfte! Alle Medizinischen Einheiten und alle verfügbaren Spezialisten! Sofort mit Notfallversorgung beginnen. Richtet dort drüben Notfallmaßnahmen ein. Findet heraus, womit die Vortak angegriffen wurden und gebt alles was ihr habt um dieses Volk zu retten! Dies ist jetzt ein Notfalleinsatz!“

Luna übernahm jetzt in Sekundenschnelle die Leitung zusammen mit Mikel Richard, dem leitenden Schiffsarzt der Galaxy Hawk. Alle medizinischen Teams der anwesenden Schiffe sammelten ihre Ausrüstung zusammen und warfen sich in ihre Schutzanzüge. Keine halbe Stunde später waren Bodentruppen und Mediziner auf der Heimat der Vortak gelandet und richteten die ersten Schritte ein. In Ganzkörperanzügen gehüllte Mediziner rannten an verwirrten und ratlosen Feinden vorbei, direkt in die Brutkammer der Königin. Hier stellten sie Luftreinigungssysteme auf und nahmen diese umgehend in Betrieb.

Die Einen machten sich sofort an die Untersuchung der Opfer, Andere nahmen Proben, die an die Forscher geschickt wurden. Ein junger Arzt, der von der Sentinal dazu gekommen war, bewegte sich gerade auf die Königin zu, um diese zu untersuchen, als er diese auch schon auffangen musste. Sie verlor genau in diesem Moment die Kraft und so bekamen alle Medikamente und Hilfe, ohne dass überhaupt darüber gesprochen wurde.

Inzwischen hatte Andreas nun im Kommandoraum die Kommunikation mit Amber und dem Kommando auf einen verschlüsselten Kanal gelegt und informierte die anderen Beteiligten:

„An alle hier angeschlossenen Personen. Stellen sie sicher, dass sie auf ihren Seiten die maximal mögliche Verschlüsselung sicherstellen. Dies ist eine streng geheime Übertragung. Die nun folgenden Informationen dürfen nicht nach außen gelangen! Bitte melden, wenn bereit!“

Während auf feindlichen Schiffen und der feindlichen Heimatwelt die Notfallarbeiten angefangen hatten, in den Laboratorien der Galaxy Hawk die Geräte heiß liefen, hatten sich nun bei Amber auf der New Horizons alle Kapitäne eingefunden und der Generalstab hatte überflüssiges Personal aus den Konferenzräumen entfernt und alle Türen versiegelt. Für solche Fälle gab es Protokolle und die waren nun umgesetzt, als Andreas die anderen Personen informierte:

„An Alle. Wir haben Informationen erhalten, dass die Vortak nicht alleine gehandelt haben. Die Beweise hatten sich verdichtet, dass zwei Partner, aus unserer eigenen Koalition diesen Überfall zumindest mit initiiert hatten. Mit dem jetzt aktuellen Kenntnisstand kommen Luna und ich zu der Überzeugung, dass zwei unserer eigenen Partner, alte Ratsspezies, die Vortak mit einer Biowaffe angegriffen haben und diese so erpresst haben, einen Krieg gegen uns zu starten.

Wir sind inzwischen nahezu sicher, dass die Vortak hier Opfer und nicht Täter sind. Darum habe ich die Notfallversorgung und Suche nach Gegenmitteln aktuell befohlen und alle neuen Hinweise festigen immer mehr meinen Verdacht. Leider kann ich noch gar nichts zu den beiden Verrätern sagen und das sollte uns alle Sorgen machen!“

Ein Geheimdienst Oberst, der neben Admiral Peter Hardwell saß, sagte nun:

„Ich will dazu noch nicht viel weiteres sagen, bestätige aber den Verdacht von Admiral Müller. Wir sind auf gleichem Stand, wenn auch bei uns schon einige Namen gefallen sind. Unsere Informationen legen nahe, dass diese Vermutung richtig ist. Bezüglich der nächsten geplanten Manöver der Gegenseite haben wir derzeit noch keine Erkenntnisse!“

Als nächstes meldete sich ein General zu Wort, der als oberster Mediziner in der Koalition seinen Dienst leistete:

„Aktuell haben wir keine Kriegsgefangenenlager mehr, sondern Lazarett Anlagen. Wir haben tausende feindliche Kräfte geborgen und versorgt, aber kein einziger Soldat ist gesund. Wer auch immer dieses Virus freigesetzt hat, hat das ganze Volk der Vortak infiziert. Das Virus scheint eine Modifikation eines bekannten Kampfstoffs zu sein. Dieser wurde in früheren Kampagnen des alten Rates mehrfach eingesetzt. Ein übles Zeug, aber wir können aktuell zuverlässig sagen, dass dieser ausschließlich insektoide Spezies angreift. Alle anderen sind sicher.

In den Laboratorien der Galaxy Hawk sind die Forscher diverser Spezies wohl dank Lunas Datensuche schon am weitesten. Sie haben das Virus isoliert, sequenziert und identifiziert. Es gibt bereits eine Impfung, da der Kampfstoff bekannt ist. Die Impfung wird aktuell an die hier eingesetzte Virusvariante angepasst und sollte zeitnah verfügbar sein!“

Admiral Peter Hardwell warf nun sichtlich besorgt ein:

„Gut… Ich sehe, dass auf dieser Seite des Schlachtfelds schon alles läuft und klappt. Was wissen wir über die Verräter? Was können wir hier tun?“

Darauf gab es aktuell noch nicht viel neue Informationen und so entschied man nun gemeinsam, eine unglaubliche humanitäre Hilfsaktion zu starten. Aus allen Ecken der Galaxie starteten Hilfs- und Lazarettschiffe, um den ehemaligen Feind zu retten. Andreas lehnte sich zufrieden in seinem Sessel zurück und suchte die Augen seiner Luna. Beide sahen sich einen Moment schweigend an, bis aber Luna sagte:

„Andreas, dass hast du gut gemacht und jetzt geht alles seinen Weg. Sollten wir Zwei eventuell mal auf Spurensuche gehen?“

Mit einem Shuttle machten sie nun genau das. Die beiden Hobby Detektive zwängten sich in einen Schutzanzug, wenn auch Luna das nur machte, um nicht aufzufallen. Sie landeten vor diesem riesigen Gebäude, dass bei anderen Völkern wohl ein Palast gewesen wäre. Hier war es ein absolut beängstigender Bienenstock. Was aber nun beängstigender war? Die vielen toten Larven, die von Helfern aussortiert wurden, oder diese unzähligen, die man versuchte zu retten? Hier war es aber wieder, dieses Motto, dass Andreas absolut heilig geschrieben hatte:

„Jeder hat ein Recht zu leben! Auch riesige und hässliche Käfer!“

Luna übernahm die Führung, da sie aus den Daten bereits gute Ortskenntnisse laden konnte. Die Zwei mussten eine ganze Strecke laufen und kamen an unglaublich vielen Opfern und Helfern vorbei. Was man erkennen konnte war, dass zumindest die ersten Notfallmaßnahmen nicht umsonst waren. Zwar waren sie noch keine Lösungen, aber die Patienten waren aktuell stabiler. Aufgrund der Masse von Wesen hatte man auf die Luftbereiter zugegriffen und verstäubte aktuell Medikamente in der Luft. Ein mühsames Geschäft, aber es half.

Unsere zwei Detektive kamen an einem Computerzentrum an, dass einem wirklich Angst hätte machen können. Datenkristalle, in unvorstellbarer Größe. Terminals, sichtlich für andere Körper optimiert und kein einziges Wesen, dass hier etwas beschützte. Luna jedenfalls verband sich vollkommen ungestört mit den hier montierten Computern und stand nun wieder komplett weggetreten einfach nur da. Andreas passte auf, war sicherheitshalber bewaffnet, musste aber wie schon bekannt nun einfach geduldig sein.

Eine Geduld, die nicht ganz so lange geprüft wurde, denn schon bald kam eine sichtlich besser aussehende Königin, in Begleitung von vier weiteren Vortak Käfern in den Computer Raum. Sie zeigte keinen Ansatz von Aggression und Feindseligkeit. Sie betrachtete die Beiden Eindringlinge und sagte leise:

„Du bist dieser Admiral Müller?“

„Ja eure Hoheit. Wie ich sehen geht es euch etwas besser. Wir sind hier in euer Computernetzwerk eingebrochen und versuchen herauszufinden, was passiert ist. Warum habt ihr uns angegriffen? Wer hat geholfen, oder was auch immer? Wir haben einen ganz schrecklichen Verdacht und hoffen ehrlichgesagt, dafür keine Beweise zu finden!“

Die nebenbei bemerkt riesige Königin, die mindestens doppelt so groß war, wie der Rest ihrer Spezies hörte zu, um dann zu fragen:

„Warum helft ihr uns? Warum vernichtet ihr nicht einfach eure Feinde?“

Andreas lächelte, als er sagte:

„Ihr habt uns angegriffen. Gut… Aber müssen wir denn Feinde bleiben? Was, wenn ihr genauso Opfer seid, wie wir?“

Stehen bleiben konnte die sichtlich noch schwache Königin nicht, weshalb sie sich ein eine Art Sitzhaltung brachte. Sie betrachtete diesen Admiral intensiv, als sie sagte:

„Ich habe von dir und deiner besonderen Art zu denken schon gehört. Wir waren in unserer Geschichte nie viel wert. Die meisten Spezies meiden uns und wir werden wie Ungeziefer behandelt. Das uns jemand hilft ist neu. Also danke ich dir, egal, wie auch immer das hier ausgeht. Denkst du, deine Partnerin dort kann etwas finden?“

„Das ist Luna. Meine Schwester und mein erster Offizier. Sie ist eine Androidin und hat sich mit eurer Datenbank verbunden. Aktuell sucht sie alle Speicher durch und bewegt damit unglaubliche Datenmengen. Wir werden euch nicht schaden, oder ausspionieren. Wir suchen lediglich nach Beweisen für unseren Verdacht!“

„Es ist mit egal, was deine Schwester mit den Daten macht. Bis vor ein paar Stunden dachte ich noch, mein Volk würde aussterben. Wir müssen nun akzeptieren, was ihr für uns entscheidet. Zumindest ausrotten wollt ihr uns anscheinend nicht. Sonst hättet ihr wohl nicht so umfangreich geholfen!“

Andreas setzte sich im Schneidersitz der Königin gegenüber und so begannen sie ein nun lockeres Gespräch. Sie unterhielten sich ganz ruhig und auch die vier anderen Käfer schienen vollkommen entspannt. So erfuhr Andreas, wie die Vortak lebten, wovon sie lebten und wer sie waren. Es blieb locker und entspannt, wobei Andreas schon den Eindruck gewann, dass dieses Volk zwar übel aussah, aber eben auch seine angenehmen Seiten hatte.

Die Königin äußerte sich nicht genau zu den Verschwörern, wollte dazu lieber vorsichtig bleiben, gab Luna aber Tipps, wo sie suchen sollte. Ansonsten gab sie Andreas aber einen Crashkurs in Vortak Geschichte.

Diese Käfer konnten individuell denken und handeln, waren aber durch ein kollektives Schwarmbewusstsein verbunden. Starb einer, mussten Alle darunter leiden. Was Einer lernte, lernte das Kollektiv. Sie ernährten sich von einer Art Pilz. Sie züchteten Pilzkulturen auf Silizium Basis, die in speziellen Plantagen unterirdisch angebaut wurden. Ihr Volk lebte auf drei Planeten, in drei Sternensystemen und diese wurden wiederum von mehreren Monden umkreist, die als Plantagen dienten. Als Volk war man stark gewachsen und so hatte man eben eine recht starke Kultur und Infrastruktur aufgebaut. Um diese zu schützen und zu verteidigen habe man diese Flotte aufgebaut und wäre bis jetzt eigentlich sehr stolz und zufrieden auf die eigene Unabhängigkeit gewesen.

Freunde hätten sie keine, da alle sie als Ungeziefer sehen würden und so habe man über die Jahrtausende eben an seiner eigenen Entwicklung gearbeitet. Ein Abfallprodukt ihrer Pilzzucht seien sehr hochwertige Kristalle, die sie selbst, aber auch sehr viele andere Spezies als Datenkristalle nutzten. Diese würden exportiert und getauscht, aber ständig würden andere versuchen, diese zu stehlen, weshalb man sich hier um eine bestmögliche Verteidigung bemüht hätte.

In der Hierarchie dieses Volkes gäbe es Königin Kalytra, als die Anführerin und darunter fünf Prinzessinnen, von denen später eine die Königin ablösen würde. Diese Prinzessinnen würden die Eier legen und diese müssten dann von ausgesuchten männlichen Käfern befruchtet werden. Nun wären schon zwei Prinzessinnen tot und ob man sich später wieder fortpflanzen könnte wäre noch nicht klar. Das Aussterben lag also immer noch wie ein Schatten über diesem Volk.

Andreas hatte mit diesen Informationen einen dicken Klos im Hals und machte sich gewaltige Gedanken. Ein Feind war eben nicht nur ein Feind und manchmal war er gar kein Feind, sondern nur ein weiteres Opfer.

Gut war, dass er sich wieder ablenken konnte, als Luna endlich wieder bei der Sache war. Luna sah sich um und sah länger nachdenkend diese Königin an. Sie sahen sich gegenseitig in die Augen und offensichtlich warteten Beide auf ein erstes Wort. Logisch war, dass Andreas mal wieder als Erster reagierte und schließlich sagte:

„Leute, was ist denn nun? Gibt es irgendwelche Informationen, die uns weiterbringen?“

Von diesen Beiden kam nichts. Einfach gar nichts. Sie sahen sich nur still an. Resigniert schnaufte Andreas gerade tief durch, als er die Information bekam:

„An alle medizinischen und forschenden Teams! Wir haben eine Impfung entwickelt. Diese steht nun in unseren Datenbanken bereit. Wir fordern alle Kräfte auf, die Daten zu nutzen und das Vakzin lokal zu produzieren. Verabreichen sie die Impfung umgehend und überwachen sie die Wirksamkeit berichten diese durch Rückmeldungen an das Kommando!“

Die Erleichterung ging interessanter Weise nicht nur durch die Vortak, sondern auch durch die Allianz. Innerhalb von Stunden waren die ersten Dosen verabreicht und diese zeigten direkt verbesserte Messwerte. Die Hoffnung war groß und der Königin rannen Tränen aus den Augen. Königin Kalytra raffte sich sichtlich auf, als auch sie ihre Dosis bekommen hatte und sah nun mit einer ganz anderen Haltung zu ihren Bezwingern hinüber. Luna war es schließlich, die fragte:

„Warum habt ihr es uns nicht gesagt, wer euch verseucht und erpresst hat? Nach den Daten, die ich jetzt durchsuchen konnte, habt ihr doch alle Informationen sogar mit Beweisen zur Verfügung gehabt?“

„Was hätten wir tun oder sagen sollen? Wer hätte uns geglaubt? Wen hätten wir informieren sollen? Der alte Rat besteht nicht mehr. Zwei seiner alten Gründungsmitglieder waren die Auslöser dieser Probleme. Wie lange hätte es gedauert, bis wir eine andere Lösung erreicht hätten? Hätten wir danach noch gelebt?“

Mit diesen Fragen hatte die Königin einige Denkprozesse gestartet. Diese Fragen waren sicher nicht so schwer nachzuvollziehen. Andreas verstand plötzlich und sah nun einige Ungereimtheiten als logisch an. So schoss es richtig aus ihm heraus, als er erwiderte:

„Soll das heißen, dass ihr den Krieg geführt habt, um absichtlich zu verlieren und somit unsere Hilfe schneller zu bekommen?“

Kann ein Käfer lächeln? Wenn auch traurig? Die Königin jedenfalls sagte:

„Meine Streitkräfte haben sich geschlossen freiwillig gemeldet. Um unser Volk zu retten haben sich alle zu diesem Plan bereit erklärt. Für jeden gab es eine kleine Chance. Die einzige Chance für unsere Spezies. Wir mussten an die Menschen herankommen. Als ganz junge Spezies, ohne historische Beteiligung am alten Rat wart ihr die Einzigen, die wir als sicher nicht beteiligt gesehen haben. Ihr wart die einzige neutrale Chance mit genügend Macht. Eure Art Probleme zu lösen ist legendär und bis zu uns durchgedrungen. Deine Tochter Eva hat unglaubliche Kräfte, die euch wirklich stolz machen sollte. Nur kann sie sich noch nicht so gut schützen, wie sie dachte. Ich habe sie mit Informationen gefüttert und euch langsam genug gesteuert, aber schnell genug, damit wir eine Chance haben konnten. Sie ist eine tolle Tochter, die noch sehr viel erreichen wird!“

Nun standen einige Wesen mit offenem Mund im Raum, um sichtlich zu staunen. Das war ja mal ein echt abgefahrener Plan. Entsprechend begeistert sagte Andreas zu seiner Schwester:

„Habe ich es dir nicht gesagt? Deren Waffen und Möglichkeiten hätten nie so leicht verlieren dürfen!“

Luna schüttelte nur den Kopf und verkniff sich eine Antwort, fragte dann aber die Königin:

„Majestät, würdet ihr bitte bestätigen, wer uns alle ausgespielt hat?“

Es blieb einen Moment still, bis dann die schlimmsten Worte kamen, die Andreas sich vorstellen konnte. Die Königin nickte Luna zu und sagte leise:

„Wir haben von Texal, dem ehemaligen hohen Ratsvorsitzenden des galaktischen Rates die Befehle und Ultimaten bekommen. Die Valdarie und die Andromedaner haben uns vergiftet und erpresst um ihre alte Macht wieder herstellen zu können. Sie versuchen mit allen Möglichkeiten die alten Ratsstrukturen und Hierarchien wieder aufzubauen!“

Fassungslos sah Andreas zu seiner Luna hinüber und hoffte auf eine andere Aussage, jedoch nickte ihm Luna nur zu und sagte dann:

„Ich habe die Beweise bereits gesichert. Noch habe ich nichts weitergegeben, denn wir haben insgesamt sieben potentiell beteiligte Verschwörer in unserem eigenen Kommando. Wir müssen uns etwas einfallen lassen!“

Hurra… Was könnte schöner sein, als mal wieder feste in der Sch… zu sitzen? Ein entsprechender Gesichtsausdruck fand sich zumindest aktuell auf Andreas Gesicht. Alles an ihm sprach von Begeisterung, die nur aktuell mal nicht da war. Entsprechend nachdenklich ging er mit den Anderen wieder in Richtung Ausgang und an unzähligen Freunden und ehemaligen Feinden vorbei. Überall sah er Wesen, die sich gegenseitig halfen. Wesen, die die Vortak versorgten und solche, die halfen, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Er hatte sich schon an die Bilder gewöhnt, wenn seine Marines mit ihren Waffen auf den Rücken geschnallt, denen halfen, die sie ausgezogen waren zu bekämpfen.

Sie kamen an den Räumen an, wo diese ewig großen Stock-, oder besser Brutkammern untergebracht waren. Königin zeigte durchaus Emotionen, als sie sah, wie unzählige potentiell feindliche Spezies durch die Reihen von Eiern gingen und diese sogar liebevoll, zumindest gewissenhaft mit Medikamenten bestäubten und behandelten. Sie konnte genau sehen, welche Trauer jedes Mal herrschte, wenn eines der Eier tot beseitigt werden musste. Sogar das Leben von Käfern schien hier etwas wert zu sein.

Wieder zurück, unter freiem Himmel, sah man sich noch einmal an, als Andreas sagte:

„Majestät, wir müssen zurück auf unser Schiff. Bitte gebt die besprochenen Informationen noch nicht weiter. Kümmert euch um euer Volk und sagt uns, wenn ihr unsere Hilfe braucht. Wir kümmern uns jetzt um unsere gemeinsamen Probleme!“

Im Umfeld der drei Wesen hatten all die, die Sichtkontakt hatten sichtlich zu staunen, als eine Königin sich ohne ein weiteres Wort einfach nur mit einer Hand auf ihrem Herzen vor den beiden Menschen verbeugte. Eine Königin verbeugte sich vor niemandem. Weder künstlich, noch natürlich. In absoluter Stille flogen die beiden Müllers anschließend wieder auf ihr Schiff zurück, um sich direkt in ihrem Strategieraum zurück zu ziehen.

Hier kamen noch Elena, Amber und andere vertrauenswürdige Wesen dazu. Man verfolgte die Fortschritte bei der Notfallversorgung, zu denen Andreas nur nebenbei noch mal fragte:

„Wie viele Opfer gab es auf beiden Seiten?“

Luna durchsuchte erst die Daten, bevor sie antwortete:

„Bei uns gab es 23 Tote. Jäger, Unfälle und eigenes Feuer. Zwei Jäger verloren. Bei den Vortak sieht es wirklich schlimm aus, aber es hätte schlimmer kommen können. Sie haben nur viertausend Schiffe retten können, aber die meisten Verluste wurden nur Kampfunfähig gemacht. Sie haben insgesamt rund einhundert tausend Tote zu beklagen!“

Die Antwort kam in ähnlicher Form wohl aus mehreren Mündern:

„Bei allen Sternen!“ oder „Oh mein Gott!“

So standen, oder saßen sie nun da und waren sichtlich frustriert. Sollte es doch ein richtig eindrucksvoller Sieg werden, war die Realität nun wirklich deprimierend. Darüber durfte man nun schon mal einen Moment nachdenken. Schließlich brach wieder Andreas das Schweigen und so sagte er:

„Luna, bring uns mit einer Priorität Alpha Übertragung den Chef mit dazu und sag ihm, dass wir ihn abhörsicher und alleine erwarten!“

Luna gab die Nachricht weiter und meldete dann, dass der Admiral noch einen Moment brauchen würde, bis er einen sicheren Raum erreicht habe. Er würde sich dann zuschalten. Das ließ nun Zeit einen Moment zu verschnaufen und etwas zu trinken zu besorgen. Es war so still in diesem Raum, wie auf einem Friedhof, bis dann endlich das Signal ertönte und das Hologramm von Admiral Peter Hardwell erschien. Der sah in die anwesenden Gesichter und stutzte. Dann sagte er:

„Leute, ich will es nicht wissen, oder?“

Nein, er wollte es nicht wissen und mit Abschluss der Informationen und Berichte war es wieder still im Kommando. Alle dachten nach und doch wollte keiner der Erste sein, der mit einer Idee kommen würde. Sie hatten sich einfach auch auf vieles eingestellt. Aber auf zwei mächtige Verräter in den eigenen Reihen? Aus dem eigenen Kommando? Sie mussten darüber alle mal einen Moment länger nachdenken. Der Chef hakte dann auch erst mal die einfachsten Fragen ab:

„Sind wir mit den Vortak jetzt in Frieden? Wie ist dort der Status? Wie geht es mit denen jetzt weiter?“

Antworten kamen jetzt meistens von Luna, die antwortete:

„Die Gegenmittel wirken und zeigen Erfolg. Die Vortak sind auf dem Weg der Besserung. Rund achtzig Prozent der aktuellen Brut sind gerettet. Die Kriegsgefangenen werden aktuell zu ihrer Heimatwelt zurückgebracht. Deren Königin hat sich bedingungslos ergeben, was unter den aktuellen Gesichtspunkten aber eher albern ist. Stattdessen gehen wir momentan von deren Beitrittsgesuch aus. Sie haben erhebliche Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein, da sie wohl bisher nicht respektiert wurden. Das muss dann eben die Versammlung entscheiden! Ansonsten haben wir alles wieder im Griff!“

„Hat jemand eine Idee, wie wir jetzt unsere internen Probleme lösen sollen? Unsere beiden Verräter haben unsere eigenen Verteidigungsanlagen installiert. Sie haben Kräfte in all unseren Strukturen. Was sollen wir jetzt machen?“

Diese gute Frage vom Chef hatte eine wenig begeisterte Diskussion zur Folge und so entwickelten sie schließlich einen Plan, der für sich betrachtet eigentlich wieder ein echter Andreas war.

Als die Galaxy Hawk aufbrach, hatte sie bereits den formellen Antrag der Vortak, auf Mitgliedschaft im Gepäck. Ein Antrag, der aus Sicherheitsgründen vorerst nicht weitergegeben wurde und erst später von Andreas eingereicht werden sollte. Dieses eindrucksvolle Kriegsschiff war vom Planeten aus, mit bloßem Auge gut zu sehen und praktisch alle beobachteten, wie die Menschen zu ihrem nächsten Abenteuer aufbrachen.

Andreas führte sein Schiff zusammen mit seiner Luna zurück in eigene Gefilde. Sie hatten einen Flug von mehreren Tagen, bis sie schließlich wieder an der Mondstation andockten. Eine Ankunft mit durchaus gemischten Gefühlen, was man auch gut an intern komischem Verhalten erkennen konnte. Immerhin sorgten die Marines für Wachen im Schichtwechsel, alle Sensoren und Überwachungssysteme waren aktiv und die Schätze dieser Truppe blieben ausschließlich auf ihrem Schiff in sicheren Bereichen. Eva, Livia und all die Anderen hielten sich ausschließlich in ihren Bereichen auf und selbst Maggie fühlte kein Verlangen, die Station, oder gar die Erde zu besuchen.

Mit Luna und Andreas gingen nun grundsätzlich auch immer die beiden Ninjas mit und so hätte doch eigentlich jeder vernünftige Beobachter merken müssen, dass irgendwas nicht stimmte. Diese Vier kamen dann auch schließlich am Planungszentrum der Erde an, wo sie ganz alleine, unter Ausschluss der Alliierten ihre Strategie angingen. Eine Strategie, die sich noch weiterentwickelte, als schließlich doch Prinzessin Lyralie und General Gorzack noch dazu kamen. Gorzack brachte noch einen Kommandeur der Hewe mit, deren General Kraxel und so hatte man ein doch gutes Gefühl, hier ohne Verräter beraten zu können, denn diese Leute hier waren nun mal mit absoluter Sicherheit keine Verräter.

Dieser General Kraxel war dabei sogar noch ein echter Gewinn, denn er kannte die Vortak nur zu gut. Er hatte nicht nur beste Informationen, sondern zudem ganz ausgezeichnete Kontakte in deren Reihen. So entstand der typische Andreas (Plan), wenn auch die eigentliche Arbeit nun andere machen mussten. Diese Scherze waren nun wirklich zu gefährlich für die Liebsten auf der Galaxy Hawk.

Organisiert war es am Ende wieder mit der sagenhaften Leistung von Luna. So startete der Geheimdienst gleich mehrerer Völker eine koordinierte Aktion in den Heimatwelten der Andorianer und der Valdarie. Man hatte dort schon wenig überraschend einige Leute positioniert und konnte mit deren Hilfe gleich mehrere weitere Spezialeinheiten und Agenten in die feindlichen Regierungsgebäude einschleusen. Eine Arbeit, die lange dauerte und unglaublich sensibel war, am Ende aber doch recht gut funktionierte.

Es galt nun, die jeweiligen Regierungsmitglieder und Entscheider zu ermitteln und deren Aufenthaltsorte zu ermitteln. Datenströme und Kommunikationen wurden verfolgt und an die Zentrale weitergeleitet. Auch die Tiefe des Verrats war zu ermitteln. Wer war beteiligt und involviert? Waren diese Spiele von den Bevölkerungen bedeckt? Diese ganze Aktion war auf Wochen, wenn nicht sogar Monate ausgelegt und war nichts für schwache Nerven. Trotzdem merkten die Ziele nichts, da wohl auch keiner mit dieser Multispezies Verschwörung gerechnet hätte.

Währenddessen arbeitete man im Kommando mit den Daten und Informationen und entwickelte den eigentlichen Zuschlag immer weiter. Amber leitete und überwachte mit dem Großteil der alliierten Flotte weiter die Maßnahmen bei den Vortak, wobei man behauptete Schutz- und Sicherungsmaßnahmen auszuführen. Kaum einer wusste, dass die Kriegsgefangenen inzwischen schon wieder ganz gut erholt waren und ihr Bestes gaben, gute Verbündete zu sein. Sie arbeiteten sogar sehr ambitioniert und gewissenhaft mit, die erwarteten und gewünschten neuen Standards umzusetzen, die eine Koalition der freien Welten haben wollte.

Eine Piratenstation auszuheben, diese aufzulösen und die dortigen Sklaven und Gefangenen zu retten war eine dieser Aktionen, die mit Koalitionsschiffen und Schiffen der Vortak gemeinsam durchgeführt wurde. Solche Polizeimaßnahmen wurden mehr und schließlich bekam man auch wieder Kontakt zu weiteren bisher fremden Völkern. Amber hatte viel Spaß und reichlich zu tun.

Andreas hatte den Job, den er am meisten hasste, aber auch den, in dem seine Luna und er nun mal echt gut waren. Mit Gorzack mal sowieso, denn gerade die Zwei lockerten die Runde schon ziemlich auf. Als Andreas zu ihm mal wieder „Eidechse“ sagte, verspürte keiner der Ninjas den Drang, dem anschließenden Geraufe Einhalt zu gebieten. Die Prinzessin war es, die eine Kanne Wasser über die Zwei kippte und meckerte:

„Jungs, hört auf zu toben. Ihr könnt euch später vor der Arbeit drücken. Jetzt wird gearbeitet!“

Andreas meckerte darauf nur:

„Miese Monarchie!“

General Gorzack wischte sich gerade dieses Wasser von seiner Rüstung, als er knurrend fluchte:

„Auf dem Feuer… Schön kross… Da wäre die richtig!“

Trotzdem bekamen sie schließlich die Taktik rund und machten sich schließlich zum finalen Schlag bereit. Die Galaxy Hawk und einige andere Schiffe machten sich nun auf den Weg zur Keplar Station, wo sie den Rahmen einer regulären Vollversammlung nutzen wollten. Selbst dieser Aufbruch war somit ganz normal und erregte nicht die geringste Aufmerksamkeit. Eine ganze Gruppe von Schiffen, die aus verschiedenen Spezies bestand und deren Teilnehmer der Versammlung transportierte war eben nur logisch.

Alles lief ganz normal und immer noch üblich, bis schließlich der Start der Versammlung erfolgen würde. Mit Begrüßung aller Botschafter und Delegierten kam der Startschuss in die beiden infiltrierten Welten, wo nun zeitgleich und ganz leise die jeweiligen Führer und Verantwortlichen gefangen genommen wurden. Überall wurden diese Betäubt und gefesselt, wobei man hier noch auf äußerste Heimlichkeit achtete. Kein Alarm durfte ausgelöst werden. Alle Kommunikationen und Verbindungen wurden unterbrochen, womit auch die jeweiligen Delegationen im gleichen Boot saßen. Bis hierher wusste noch keiner, was kommen würde, bis schließlich Elena Cruz das Wort ergriff und in der neuen Halle zu den Anwesenden sprach:

„Verehrte Delegierte, Botschafter und Anwesende. Ich spreche heute zu Ihnen, da wir leider weniger gute Nachrichten haben. Wir können bekannt geben, dass wir die Invasion durch das Vortak Schwarmkollektiv beenden konnten, jedoch haben wir dadurch eine neue und enttäuschende Bedrohung entdeckt!“

Mit diesen Worten erkannten nun endlich die Valdarie und Andorianer die Gefahr, aber für die war es nun schon zu spät. Sie erkannten erst jetzt, dass Spezialeinheiten der verschiedenen Nationen ihre Sicherheit überwunden hatten und nun die jeweils noch anwesenden Personen im Griff hatten. Bis dahin war alles in absoluter Stille abgelaufen und wirklich eindrucksvoll durchgeführt worden.

Als Elena fortfuhr, zeigte sie allen Anwesenden auf deren Übertragungsgeräten, aber auch auf den zentralen Geräten die Beweise und Dokumente. Sie erklärte, was passiert war, was man entdeckt hatte und was man sah. Sie informierte alle, wie die Vortak verseucht wurden und so erpresst wurden, um die Koalition auszuschalten.

Diese Beweissicherung eskalierte fast, als Königin Kalytra, vom Vortak Schwarmkollektiv mit zehn ihrer Generäle und Admiräle auf der Sprecherplattform erschien. Sie hatte auch noch weitere Beweise dabei und so war das ein Moment, in dem die anfangs noch lauten und tobenden Beschuldigten plötzlich ganz leise wurden. Der Botschafter der Valdarie fauchte voller Hass:

„Wir haben alles dafür getan, euch so einfach und human wie möglich zu bezwingen. Gut, dann werden wir eben selbst Krieg gegen euch führen!“

Als dieses Geständnis und die Drohung damit ausgesprochen wurden, wusste der Botschafter noch nicht, dass Andreas eben wieder den Andreas machte und in der Zwischenzeit eine Übertragung auf alle privaten, öffentlichen und militärischen Kanäle der beiden Völker sendete. Diese Übertragung wurde schließlich sogar in den Ratssaal eingespielt und so lauschte jetzt die ganze Welt. Er sprach zu allen Wesen dort, während Luna die Informationen und Beweise einspielte, natürlich so, dass sie auch jeder verstehen konnte. Er sagte so in seiner typischen Art:

„Hallo zusammen und meine Entschuldigung für diese Störung. Leider geht es aber um die Zukunft und das Leben aller Valdarie, Andorianer und allen alliierten Völker. Daher bitte ich einen Moment um Ihre Aufmerksamkeit und Geduld. Die Führungen der Valdarie und Andorianer haben in einer geheimen Operation das Volk der Vortak mit einer biologischen Waffe verseucht und diese so erpresst, uns anzugreifen und zu vernichten. Ziel war es, unsere neue Koalition zu vernichten und zu dem alten Ratssystem und deren alter Macht zurück zu kommen.

Die Führung der beiden Völker konnte und wollte sich nicht mir der jetzt gefundenen Gleichheit abfinden und versuchte auf diese Art zu ihrer alten Dominanz zurück zu kommen. Ob noch weitere Nationen beteiligt sind, oder waren, können wir aktuell noch nicht sagen. Jedoch ist es uns wichtig, dass nun alle wissen, was hier gespielt wird.

Ich informiere sie, dass wir aktuell alle verdächtigen Personen festgenommen haben und diese unter Gewahrsam gestellt haben. Alle, die an diesem Verrat beteiligt waren, werden auf Centuris Prime vor Gericht gestellt und werden sich dort einem ordentlichen Gerichtsverfahren stellen müssen. Für die Völker der Valdarie und Andorianer gilt es nun, zu entscheiden. Was wollt ihr? Wie wünscht ihr euch eure Zukunft? War der Wechsel in unsere Allianz für euch gut und richtig? Oder möchtet ihr lieber wieder austreten und eure eigenen Wege gehen?

In diesem Moment stehen sich unser aller Schiffe beieinander, oder sogar gegenüber. Unsere Leute sehen nun euren Leuten in die Augen und halten mit ihren Gedanken inne. Wir haben sehr lange überlegt, was wir tun sollen und haben entschieden, dass nicht wir euch loswerden wollten. Wir hatten nicht das Gefühl, dass ihr uns loswerden wolltet. Wir haben uns an euch, als unsere Freunde gewöhnt und freuen uns über unsere Gemeinschaft, weshalb wir eben keinen Krieg gegen euch führen, sondern nur die verantwortlichen Verräter verhaftet haben.

Hiermit bitte ich euch, entscheidet jetzt. Eure Anführer, deren Schuld wir beweisen konnten, haben wir verhaftet. Sie müssen nun vor Gericht kommen und ihren fairen Prozess erwarten. Helft ihr uns, diese ihrer Gerechten Strafe zuzuführen, oder werdet ihr sie schützen und verteidigen? Werden eure Wachen und Streitkräfte eingreifen, oder stehen sie zu uns und unserer Gemeinschaft?

In genau einer halben Stunde, ab jetzt, werden unsere Leute die Gefangenen zu den Schiffen bringen und sie abtransportieren. Solltet ihr mit unserem Weg einverstanden sein, bitten wir um eure Unterstützung. Solltet ihr eure Unabhängigkeit haben wollen, stellt euch in deren Weg und verteidigt eure Anführer. In diesem Fall erwarte ich, dass ihr unsere Leute gehen lasst.

Solltet ihr auch nur einen unserer Leute verletzen oder töten, werden wir eingreifen und verstehen. Solltet ihr uns unterstützen, werdet ihr neue Führer wählen und mit uns gemeinsam an unser aller Zukunft arbeiten. Bitte entscheidet, wie das für euch richtig ist!“

Alle eingesetzten Kräfte hatten sich freiwillig gemeldet und waren ganz genau über die Risiken informiert. Die ganze Maßnahme hatte nur das eine Ziel. Der Schlange den Kopf abschlagen, ohne Freunde und Verbündete zu verlieren. Genau so war der Plan und genau so wurde es nun umgesetzt, als sich überall Türen öffneten und Spezial Kräfte, zusammen mit ihren Gefangenen nun Wachen, Angestellten, Familienmitgliedern, Personal, Soldaten und Mitmenschen gegenübertraten.

Überall schimpften, fluchten und zickten Gefangene und versuchten ihre Leute auf ihre Seite zu bekommen. Natürlich hofften sie auf deren Unterstützung. Erst recht von den eigenen Familien konnten sie ja sicher erwarten, dass diese ihnen Hilfe leisteten. Loyale Wachen würden doch sicher eingreifen. Aber nein…

Lange hatten sehr schlaue und wichtige Köpfe darüber gegrübelt. Wie konnte man verräterische Nationen behandeln? Wie sollte man damit umgehen? Sollte man wieder einen Krieg führen, ohne zu wissen, ob diesen überhaupt einer wollte? Und das alles in einer Gemeinschaft, die fast täglich immer besser wurde? Wo hunderte ganz verschiedenen Kinder zusammen in die Schulen gingen? Wo sich Mediziner und Forscher zu so unglaublich vielen Erfolgen trieben und alle damit stärker machten?

Am Ende waren es die betroffenen Familien, die weinten und die Welt nicht mehr verstehen konnten. Eine Ehefrau wurde gefilmt, wie sie weinend ihrem Mann eine Ohrfeige verpasst hatte. Eine Tochter stand mit weinenden Augen und fassungslosem Gesicht vor ihrem Vater, ihre Schularbeiten in der Hand und fragte ihren eigenen Vater:

„Papa, wolltest du wirklich, dass wir Krieg gegen meine Freunde aus der Schule führen? Hast du wirklich versucht, unsere ganzen Freunde umzubringen?“

Andreas weinte und fiel auf seinen Stuhl zurück, wo er sich mit Luna umarmte, als er sah, wie aus allen beiden Welten ausschließlich erfolgreiche Bilder übertragen wurden. Im Gegenteil. Hier sah die Galaxie, wie ganze Völker fassungslos und schweigend innehielten. Sie erkannten, dass das hier tatsächlich hätte ein Krieg werden sollen und ihre eigenen Anführer sie aus Machtgier in den Tod hätten treiben können.

Übles Kino, dass noch schlimmer wurde, als Elena nun sagte:

„Sehr geehrte Versammlung, hiermit reiche ich den formellen Antrag auf Mitgliedschaft des Vortak Kollektivs ein und lege diesen zur regulären Abstimmung vor. Nach Klärung aller Angelegenheiten, Sichtung der Beweise. Nach Bewältigung der biologischen Angriffe wollen die Vortak nun unserer Gemeinschaft beitreten und sich uns anschließen!“

Ja… Bis hier her war es doch ganz klar wieder mal Typisch, oder?

Im Ratssaal auf der Keplar Station ging es rund. Die Politiker machten was sie am besten konnten. Sie debattierten. Auf den beiden Heimatwelten und einigen Kolonie-Welten wurden Gefangene abgeführt, ohne dass dies verhindert wurde. In diversen Welten standen Schüler, Studenten, Forscher, Wissenschaftler. Ärzte und sogar Streitkräfte voreinander und mussten klären, wie es nun weiter gehen sollte. Überall nahmen sich Wesen in die Arme und entschieden, dass es genau so weiter gehen würde, wie sie alle das geplant hatten. Sie arbeiteten nun schon seit Jahren an ihren gemeinsamen Zielen und nur wegen ein paar unglaublich dummen und ehemaligen Mächtigen war keiner bereit, sein Leben aufzugeben.

Auf der Galaxy Hawk schwebte man inzwischen schon wieder durch die weiten Leeren des Weltalls. Wenn man genau hinhörte, konnte man auch in einiger Entfernung noch die Feier hören. Hier feierten und tanzten die Erwachsenen mit den vielen Kurzen. Andreas bekam platte Füße, denn der hatte mit so sehr vielen zu tanzen, was ihm auch Tedeschi nicht abnahm. Andreas schmuste und kuschelte so nicht nur Maggie, Luna und erst recht Livia. Auch Min, Beatra und Elena wollten ihr Recht haben. Als er dann sogar mit Belmaria tanzen musste, hatten sichtlich einige Mitleid, wenn es sich auch in starken Grenzen hielt.

Weiter unten tanzte Eva mit so vielen wunderbaren Wesen. Galat, Clyde waren ja wenigstens mal Jungs. Aber auch die Mädels mussten versorgt werden. Es wurde wieder mal eine unglaubliche Party und jedem war klar:

Schon wieder hatten sie Krieg, Tod und bösen Seelen ein Schnäppchen geschlagen. Das nächste Abenteuer konnte kommen!



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