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Eine Ehe und das Ende (fm:Ehebruch, 3171 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 10 2026 Gesehen / Gelesen: 1 / 0 [0%] Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen)
Der letzte Teil, viel Spass beim Lesen.

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© Ayse1985 Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

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Der Arzt blieb stehen und sah Peter mit einem ernsten, fast mitleidigen Blick an. „Ihrem Kreislauf geht es deutlich besser, Herr S. Die Vitalwerte stabilisieren sich. Das Hauptproblem ist im Moment, dass ihr Körper die Partydroge erst einmal vollständig abbauen muss.“

Peter guckte völlig bedröppelt. In seinem Kopf zog sich alles zusammen. „Was für eine… was für eine Partydroge?“, stammelte er, während ihm kalt wurde.

Der Arzt seufzte leise. „Wir haben im Blut Ihrer Frau Rückstände einer synthetischen Substanz gefunden. Sie hatte zwar nur noch eine geringe Dosis im Blut, als sie eingeliefert wurde, aber diese Droge ist extrem tückisch.

Sie wird leider immer wieder bei speziellen Sexpartys eingesetzt, weil sie stark enthemmend wirkt und die Lust künstlich ins Unermessliche steigert. Das Gefährliche ist: Bei einer zu hohen Konzentration ist sie, wie fast alle illegalen Substanzen, absolut lebensbedrohlich.

Zudem führt eine regelmäßige, oft unwissentliche Nutzung zu schweren psychischen Problemen, Angstzuständen und kann im schlimmsten Fall verheerende Psychosen oder gar den Selbstmord auslösen.“

Peters Neugier war geweckt, doch weit mehr als das: In seinem Kopf fügten sich die Puzzleteile mit einer grausamen Logik zusammen. Er wollte jedes Detail wissen, und der Arzt gab ihm ausführlich Bericht über die Wirkungsweise der Droge. Während Peter zuhörte, spürte er, wie die Wut in ihm wich – und durch etwas viel Gefährlicheres ersetzt wurde: eine eiskalte, berechnende Klarheit.

Er dachte an Joachim und Sabine. Joachim traute er diese Skrupellosigkeit tatsächlich zu – dieser Mann hatte schon immer alles genommen, was er wollte. Aber Sabine? Dass seine eigene beste Freundin Claudia so etwas antun würde, machte ihn fassungslos und tief verwundert.

Doch jetzt wusste er endlich, wie Claudia in diese ganze Sache reingerutscht war. Jetzt konnte er auch verstehen, warum sie in der Küche dauernd unter Tränen beteuert hatte, dass sie es eigentlich gar nicht wollte und sich selbst nicht erklären konnte, warum sie immer wieder mit Sabine und Joachim geschlafen hatte. Sie war manipuliert, betäubt und gefügig gemacht worden.

Ein normaler Mann wäre vielleicht schreiend vor Wut zu Joachims Haus gerannt. Doch Peter wurde eiskalt. In diesem Moment schwor er sich, dass er es Joachim und Sabine heimzahlen würde – und zwar so, dass sie sich nie wieder davon erholen würden. Doch zuerst war es wichtig, dass Claudia wieder gesund wurde.

Peter ging zum Schwesternzimmer und fragte mit ruhiger Stimme: „Entschuldigen Sie, Schwester, kann ich für etwa zwei Stunden weggehen? Oder erwarten Sie, dass meine Frau in nächster Zeit zu sich kommt?“

Die Schwester sah auf die Uhr und lächelte sanft. „Gehen Sie ruhig, Herr S. Nach den Medikamenten erwarten wir nicht, dass Ihre Frau in den nächsten drei Stunden wach wird. Nutzen Sie die Zeit für sich.“

Peter fuhr weg. Seine Fahrt führte ihn nicht zu Freunden, sondern in ein Elektronikfachgeschäft, wo er gezielt mehrere hochmoderne, winzige Artikel besorgte – Miniaturkameras mit Audiofunktion, kaum größer als ein Hemdknopf. Anschließend fuhr er nach Hause. Mit mechanischer Präzision baute er einige dieser Artikel in der gemeinsamen Wohnung an unauffälligen Stellen ein: im Schlafzimmer, im Flur, in der Küche.

Er wollte für die Zukunft alles dokumentieren, falls es je hart auf hart kommen sollte. Danach fuhr er zurück ins Krankenhaus. Da das Zimmer im Moment leer war, nutzte er die Gelegenheit und baute auch im Krankenzimmer von Claudia zwei der kleinen Kameras versteckt ein, mit Blick auf das Bett und die Besucherecke.

Als alles bereit war, setzte er sich auf den Flur und wählte Sabines Nummer. Sein Stimme klang am Telefon künstlich zittrig und besorgt. Er erzählte ihr, dass Claudia wegen einer Überdosis Drogen auf der Intensivstation im Krankenhaus liegen würde.

Am anderen Ende der Leitung stockte Sabine der Atem. „Drogen?“, fragte sie mit gespieltem Entsetzen. „Seit wann konsumiert Claudia denn Drogen, Peter?“ Peter gab darauf keine Antwort. Er hielt die Stimme flach. „Ich weiß es nicht, Sabine. Ich weiß es einfach nicht… aber die Polizei ist bereits verständigt und kümmert sich schon darum.“ Damit legte er auf.

Es dauerte keine dreißig Minuten, bis Sabine und Joachim im Krankenhaus erschienen. Ihre Gesichter waren Masken der perfekten Besorgnis. Sie stürmten auf den Flur, heuchelten tiefste Teilnahme und überschütteten Peter mit Fragen und künstlichen Sorgen, um herauszufinden, was die Ärzte bereits wussten. Peter spielte das Spiel mit, hielt sich zurück und beobachtete sie durch einen Schleier aus purem Hass.

Um keine Aufmerksamkeit zu erregen, gingen Sabine und Joachim schließlich einzeln nacheinander in das Zimmer, um angeblich an Claudias Bett zu beten und nach ihr zu sehen – ahnungslos, dass jede ihrer Bewegungen und jedes ihrer geflüsterten Worte von Peters versteckten Kameras aufgezeichnet wurden.

Als Joachim wieder herauskam, setzte er sich neben Peter und versuchte, ihn subtil auszuhorchen. „Mensch, Peter, das ist ja schrecklich. Sag mal… hast du denn gar nichts bemerkt? Keine Verhaltensänderungen bei Claudia in letzter Zeit?“ Peter sah ihn an, ballte die Fäuste tief in seinen Taschen und zwang sich zu einer ruhigen Stimme. „Doch, tatsächlich… da gäbe es etwas. Diese Änderungen sind mir vor einigen Monaten aufgefallen. Sie war oft so abwesend, so durch den Wind. Aber ich dachte einfach, das wäre alles nur stressbedingt durch die Arbeit.“

Joachim nickte bedeutungsschwer, ein widerliches, kaum merkliches Triumphieren in den Augen. „Ja, jetzt wo du es sagst… mir ist auch etwas aufgefallen. Weißt du, früher hat sie sich mir gegenüber ja immer sehr reserviert verhalten. Aber das hat sich in letzter Zeit total geändert. Letztens… letztens hat sie mich zum Abschied sogar richtig fest umarmt.“

In Peters Kopf explodierte eine Wand aus rotem Zorn. Er musste sich mit jeder Faser seines Körpers zurückhalten, um Joachim nicht anzuspringen und ihm seine Fäuste mitten ins Gesicht zu drücken. Er spürte das Blut in seinen Schläfen hämmern, während er den Atem blockierte, um nicht die Beherrschung zu verlieren. Er wusste, dass die Kameras im Zimmer und seine Worte das Fundament für Joachims Untergang legten.

In diesem Moment öffnete sich die Zimmertür, und Sabine kam heraus. Gerade als sie Joachim fragte, ob er nun auch noch einmal kurz zu Claudia durfte, öffnete sich die Tür zum Stationsflur. Mehrere Kriminalbeamte der Polizei in Zivil, begleitet von zwei uniformierten Polizisten, traten schnellen Schrittes an die Gruppe heran.

Sie bauten sich direkt vor Sabine und Joachim auf. „Herr Joachim B. und Frau Sabine B.?“, fragte der leitende Beamte mit eiskalter Stimme. Joachim sah irritiert auf. „Ja, die sind wir. Was gibt es denn? Wir besuchen gerade eine kranke Freundin…“

„Sie werden gebeten, uns bitte sofort auf das Revier zu begleiten“, unterbrach ihn der Polizist unbarmherzig. „Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, die Frau Claudia S. gemeinschaftlich unter Drogen gesetzt, sexuell ausgenutzt und schwer vergewaltigt zu haben. Der Film, der uns vorliegt, sowie die soeben gesicherten Daten sind aussagekräftig genug. Zudem haben wir begründeten Verdacht auf akute Flucht- und Verdunkelungsgefahr.“

Sabine stieß einen spitzen Schrei aus und wurde totenbleich. Joachim schaltete sofort auf Aggression. „Was für eine Scheiße soll das sein?! Das ist eine Verleumdung! Das war alles einvernehmlich! Lassen Sie mich an…“, brüllte er und wollte den Polizisten wegstoßen, um zu flüchten. Doch er hatte keine Chance. Mit einem schnellen, routinierten Griff wurde er von einem der Polizisten zu Boden gerissen, schmerzhaft auf den Bauch gedreht und blitzschnell bewegungsunfähig gemacht.

Das metallische Klicken der Handschellen hallte laut auf dem Krankenhausflur wider, als sie Joachim und der zitternden, laut weinenden Sabine die Fesseln anlegten. Peter stand einfach nur da und sah stumm zu. Kein Muskel in seinem Gesicht bewegte sich. Er sah, wie seine ehemaligen besten Freunde wie Schwerverbrecher abgeführt wurden. Er wusste, dass dies erst der Anfang war. Sie würden sich vor Gericht ihren grausamen Taten stellen müssen – und er würde dafür sorgen, dass sie keine Gnade erfuhren.

Claudia brauchte fast fünf Tage, bis sie körperlich so weit stabilisiert war, dass sie aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Es waren Tage voller Qualen für sie. Als sie am ersten Tag aufgewacht war, hatte Peter ihr die ganze Wahrheit über die Droge und die Verhaftung erzählt. Die Nachricht hatte sie in ein tiefes Loch aus Scham und Entsetzen gestürzt.

Peter war die ganze Zeit über an ihrer Seite geblieben. Er half ihr beim Aufstehen, reichte ihr das Wasser, unterstützte sie bei jedem Gang zu den Ärzten und regelte die Formalitäten. Er tat seine Pflicht als Ehemann – doch es war eine Pflicht, die von einer unüberwindbaren, gläsernen Wand umgeben war. Keine Zärtlichkeit, kein liebes Wort drang mehr zu ihr durch.

Als sie am Entlassungstag schließlich in der gemeinsamen Wohnung ankamen, ertrug Claudia die Distanz nicht mehr. Sie sah Peter an, der ihre Tasche im Flur abstellte, und trat mit Tränen in den Augen auf ihn zu. Sie breitete die Arme aus und wollte ihn fest umarmen, sich an seine Brust klammern und die Geborgenheit spüren, nach der sie sich so sehnlich verzehrte.

Doch Peter spannte sich sofort an. Er hob die Hände, blockierte ihre Bewegung sanft, aber absolut bestimmt, und trat einen Schritt zurück. Er zeigte ihr unmissverständlich, dass er zu keinerlei körperlicher Nähe bereit war.

Claudia senkte enttäuscht den Kopf, die Tränen liefen ihr übers Gesicht. „Peter… bitte. Ich brauche dich doch so sehr.“

Peter sah sie mit einem Blick an, der so voller Trauer und Erschöpfung war, dass es ihr das Herz zerriss. „Claudia… mir ist inzwischen völlig klar, dass du das alles durch die Drogen tatsächlich nicht so gewollt hast. Ich weiß jetzt, was sie mit dir gemacht haben. Aber das ändert nichts daran, was passiert ist. Ich kann mit diesen Bildern in meinem Kopf nicht einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Jedes Mal, wenn ich dich ansehe, sehe ich das Video. Ich sehe dich mit ihnen. Ich kann es nicht löschen.“

Claudia schluckte schwer. Sie konnte ihn verstehen. Sie verurteilte ihn nicht für seine Kälte, denn der Schmerz, den sie ihm zugefügt hatte, war unermesslich. Doch sein härtester, leisester Vorwurf traf sie tiefer als alles andere: „Das Schlimmste für mich ist, Claudia… du bist trotz allem immer wieder hingegangen. Selbst wenn sie dich unter Drogen gesetzt haben – du wusstest irgendwann, was dort passiert. Und du bist trotzdem wieder durch diese Tür gegangen, obwohl du genau wusstest, dass du ihnen nicht widerstehen kannst.“

Diese Worte hallten in Claudias Kopf wider, als Peter das Zimmer verließ. Es war genau der Gedanke, den sie in den letzten Tagen im Krankenhaus immer wieder heimlich gewälzt hatte – die dunkelste, schrecklichste Wahrheit, die sie sich selbst kaum einzugestehen wagte. Ihr wurde in der Einsamkeit ihres eigenen Verstandes schmerzhaft klar: Sie hatte diesen heftigen, absolut unterwürfigen Sex, diese totale Kontrolle, die Joachim über sie ausübte, am Ende doch auf eine perverse Art und Weise genossen.

Die Droge hatte eine dunkle Facette in ihr geweckt, die sie im normalen Leben verabscheute, die sie aber dort immer wieder erleben wollte. Sie schämte sich so unendlich tief für diese Erkenntnis. Sie empfand sich selbst als schmutzig und unwürdig, und genau deshalb fand sie in den folgenden Wochen auch keine Argumente, keine Kraft mehr, um überhaupt noch darum zu kämpfen, ihren Peter zurückzugewinnen. Sie schwieg, weil sie wusste, dass sie seine Welt zerstört hatte.

Die darauffolgenden Monate waren ein langes, qualvolles Sterben auf Raten für ihre Ehe. Das gemeinsame Haus, das einst voller Lachen gewesen war, war nun ein Ort des eisigen Schweigens. Nach weiteren vier Monaten des Nebeneinanderherlebens hielten es beide nicht mehr aus. Sie setzten sich an den Küchentisch – den Ort, an dem alles zusammengebrochen war – und einigten sich darauf, sich erst einmal auf Zeit zu trennen. Sie wollten sich zwei Monate lang absolute Funkstille geben, um herauszufinden, ob da noch irgendetwas zu retten war.

Doch diese zwei Monate brachten keine Heilung, sondern nur die endgültige Gewissheit. Der Graben zwischen ihnen war zu tief, das Vertrauen unwiederbringlich in tausend Scherben zerbrochen. Sie merkten beide, dass es keinen Weg zurück in ein gemeinsames Leben gab. Die Scheidung wurde kurz darauf eingereicht und ohne großen Rosenkrieg, aber mit einer unendlichen Traurigkeit vollzogen. Ihr gemeinsames Leben war Geschichte.

In der Zwischenzeit fand der Prozess gegen Joachim und Sabine statt. Die Beweislast, gestützt durch das Video, die medizinischen Gutachten und Peters heimliche Aufzeichnungen aus dem Krankenhaus, war erdrückend. Das Gericht kannte keine Gnade mit den beiden Manipulatoren.

Sabine, die vor Gericht bittere Tränen der Reue weinte und versuchte, die gesamte Schuld auf ihren Mann zu schieben, wurde wegen Beihilfe und gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung durch Verabreichung gefährlicher Substanzen zu einer hohen Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, die jedoch gerade noch zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Joachim traf die volle Härte des Gesetzes. Er wurde als Haupttäter wegen schwerer gemeinschaftlicher Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung zu einer doppelt so hohen Geldstrafe verurteilt und musste für drei Jahre ohne Bewährung direkt ins Gefängnis einrücken.

Doch die wahre Strafe für Joachim begann erst hinter den dicken Mauern der Justizvollzugsanstalt. Im Gefängnis sprach sich unter den Häftlingen rasch herum, weswegen Joachim verurteilt worden war – Sexualstraftäter, insbesondere solche, die Frauen mit Drogen wehrlos machten und vergewaltigten, standen in der Hierarchie der Gefangenen ganz unten.

Joachim, der sich immer für den größten, dominantesten Mann gehalten hatte, wurde im Knast selbst zum absolut wehrlosen Opfer. Er erlebte am eigenen Leib die brutale Gewalt, die er anderen angetan hatte. Er wurde im Laufe der drei Jahre von Mithäftlingen mehrmals brutal vergewaltigt und misshandelt. Als er nach Ablauf seiner Strafe schließlich entlassen wurde, war er kein stolzer Mann mehr.

Er kam als ein völlig gebrochener, geistig und körperlich zerstörter Schatten seiner selbst heraus. Unfähig, jemals wieder in ein normales Arbeitsleben zurückzufinden, lebte er den kläglichen Rest seines Lebens als einsamer, sozial isolierter Bürgergeldempfänger am Rande der Gesellschaft.

Sabine hatte in ihrem Unglück etwas mehr Glück. Sie hielt den Druck und die Verachtung in ihrer Heimatstadt nicht mehr aus und zog weit weg in eine andere Stadt, wo niemand ihre Vergangenheit kannte. Dort fand sie eine einfache Anstellung im Büro und lernte nach zwei Jahren einen ruhigen, bodenständigen Mann namens Wolfgang kennen.

Wolfgang ahnte nichts von den dunklen Abgründen ihrer Vergangenheit, und Sabine hütete sich, je wieder ein Wort darüber zu verlieren. Mit ihm führte sie fortan ein unauffälliges, fast schon spießiges und ruhiges Leben, immer in der Angst, die Vergangenheit könnte sie doch noch einholen.

Für Claudia gab es kein Happy End. Der psychische Schaden, den die Droge und der Verlust ihrer großen Liebe hinterlassen hatten, war zu tief. Sie fiel nach der Scheidung immer wieder in schwere, lähmende Depressionen. Es gab Tage, an denen sie das Bett nicht verlassen konnte, gequält von den Bildern der Vergangenheit und der unendlichen Sehnsucht nach Peter.

Sie musste fortan starke Psychopharmaka und Medikamente nehmen, um ihren Alltag überhaupt irgendwie zu bewältigen. Ihre Familie, die fassungslos über das Geschehene war, fing sie auf, so gut es eben ging, doch die lebensfrohe, rothaarige Claudia von einst existierte nicht mehr.

Und Peter? Peter trug eine unsichtbare Rüstung aus purem Eis um sein Herz. Der Verrat seiner Frau und seiner besten Freunde hatte seine Seele nachhaltig vergiftet. Er fand in den Jahren danach nie wieder das Vertrauen zu einer Frau. Die Vorstellung, sich emotional noch einmal jemandem zu öffnen und verletzlich zu machen, löste in ihm blanke Panik aus.

Um seine Einsamkeit und seine aufgestaute, dunkle Leidenschaft dennoch irgendwie zu kanalisieren, wählte er einen radikalen Weg: Er begann, regelmäßig exklusive Swingerclubs zu besuchen. Dort, in der Anonymität der dunklen Räume, wo es keine Liebe, keine Versprechungen und keine tiefen Gefühle gab, tobte er sich sexuell schmutzig und ausgiebig an fremden Frauen aus.

Er nahm sich, was er brauchte, kühl und distanziert, um danach wieder allein in sein leeres Haus zurückzukehren – ein Mann, der alles verloren hatte, was ihm jemals heilig war.

*** Ende ***



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