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Wut, die zu weit geht (fm:Sonstige, 37150 Wörter)

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Veröffentlicht: Jun 10 2026 Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen)
wenn Vermeidung nicht zum Ziel führt

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© Grisu Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Das Armaturenbrett vibrierte im Takt der viel zu lauten Musik, seines Honda. Ein Accord Aerodeck, den er sich mühsam zusammengespart hat und jetzt von Kathlen und Roxy wie selbstverständlich als Musikanlage benutzt wurde. Es war wieder viel zu warm diesen Sommer, alle Fenster und das Dach waren offen. Roxy hielt ihre Zigarette zwar aus dem Fenster, aber der Fahrtwind drückte den Qualm nur wieder zurück in den Innenraum, wo er sich mit dem süßlichen Geruch von Kathlens Haarspray vermischte. Martin hasst diese stinkende Angewohnheit.

Er hielt das Lenkrad mit beiden Händen fest. Seine Knöchel traten weiß hervor. Eigentlich hatte er nur Kathlen abholen wollen. Kathlen mit den dunklen Augen, die ihn im Freibad im August so seltsam von der Seite angesehen hatte. Aber am Hoftor hatte Roxy gestanden. Roxy, die eine Lederjacke trug, die an den Schultern spannte, und die roch wie ein nasser Hund, wenn es regnete. „Wir fahren zu dritt“, hatte sie nur gesagt und sich auf die Rückbank fallen lassen, als gehöre ihr der Wagen bereits.

„Fahr links drauf“, sagte Roxy plötzlich von hinten. Ihre Stimme war rauchig, tief und duldete keinen Widerspruch.

„Die Disco kommt erst in fünf Kilometern“, entgegnete er, ohne den Blick von der dunklen Landstraße abzuwenden. Die Scheinwerfer schnitten nur mühsam durch die Schwärze des Fichtenwaldes.

„Wir müssen mal. Fahr auf den Parkplatz am Forsthaus. Sofort.“

Er fluchte leise, blinkte grimmig und lenkte den Honda über die tiefe Schlaglochkante auf den unbeleuchteten Schotterplatz. Die Reifen knirschten im märkischen Sand. Als er den Motor abstellte, blieb nur das dumpfe Wummern der Bässe aus den Boxen, das stumpf in den dunklen Wald hinein vibrierte. Die stehende Sommerluft draußen war kaum kühler als im Innenraum; die Hitze hing wie eine nasse Decke zwischen den Bäumen.

Er wollte gerade den Griff der Fahrertür nehmen, um auszusteigen und den Mädels Platz zu machen, als Roxys Hand von hinten über die Kopfstütze packte. Ihre Finger waren schwer, der Griff grob. Sie erwischte ihn am Schlüsselbein und drückte ihn mit einer beiläufigen Wucht zurück in den Stoff des Sitzes.

„Du bleibst schön sitzen, Kleiner“, raunte sie von hinten. Er roch den kalten Rauch auf ihrem Atem, so nah an seinem Ohr, dass es ihn schauderte.

Mit der freien Hand langte Roxy blind an seiner Hüfte vorbei, tastete nach dem Hebel des Sitzes und riss ihn hoch. Der Mechanismus raste aus, und die Lehne des Fahrersitzes klappte mit einem harten Ruck nach hinten. Er lag fast flach auf dem Rücken, den Blick starr nach oben durch das geöffnete Schiebedach in die schwarzen Wipfel der Fichten gerichtet, während die Musik weiter dröhnte.

„Roxy, was soll der Scheiß?“, fuhr er auf. Er wollte sich hoch stemmen, doch sie lehnte sich mit ihrem vollen Oberkörper von hinten über die Kante, drückte ihre Unterarme auf seine Schultern und fixierte ihn.

„Halt die Klappe und schau zu. Und deine Hände bleiben an der Seite. Wenn du sie bewegst, fahren wir sofort heim.“

Ich konnte den typischen Geruch von Aschenbecher aus ihrem Mund riechen, aber gleichzeitig spürte ich ihre doch üppige Oberweite an meinem Kopf, wie ein Kissen, Ich hatte nur den Blick nach vorn.

Neben mir bewegte sich Kathlen. Sie griff nach dem Hebel ihres eigenen Sitzes und ließ die Lehne ebenfalls nach hinten krachen, bis sie parallel zu meiner lag. Dann rutschte sie mit dem Hintern ein Stück nach vorn auf die Kante, um den Stoff ihrer Jeans zu lockern, öffnete den Knopf und zog den Reißverschluss auf. Das Geräusch des Reißverschlusses war trotz der wummernden Musik im Auto seltsam laut. Sie fixierte mich die ganze Zeit mit diesen dunklen, unlesbaren Augen, während sie den schweren Denim-Stoff Zentimeter für Zentimeter nach unten schob. Mit einer fließenden Bewegung drehte sie sich um und kniete sich mitten auf das flachgelegte Polster, das Gesicht direkt zu mir gewandt.

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