Freundschaft (fm:Sonstige, 1524 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Ayse1985 | ||
| Veröffentlicht: Jun 18 2026 | Gesehen / Gelesen: 584 / 533 [91%] | Bewertung Teil: 9.64 (42 Stimmen) |
| Manfred sieht sich kurz vor seiner ersten Etappe er denkt sich schon verschiedene sexuelle Dinge aus, die er unbedingt mit seiner Traumfrau Marlies machen möchte ... | ||
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zielstrebig auf die Tür mit der Nummer 216 zu. Seine Lippen waren trocken, das Sildenafil entfaltete bereits eine subtile Hitze in seinem Körper.
Er drückte die Klinke. Die Tür war unverschlossen. Manfred tritt ein – und stutzte sofort.
Das Zimmer war vollkommen dunkel. Kein gedimmtes Licht, keine Marlies, die in Reizwäsche auf dem Bett auf ihn wartete. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn, als er die Hand nach dem Lichtschalter an der Wand ausstreckte und ihn herunter drückte.
Das grelle Deckenlicht flammte auf und riss Manfred augenblicklich aus seinen schmutzigen Fantasien. Im Raum stand nicht Marlies. Stattdessen blickte ihn die ernsten, unnachgiebigen Gesichter von mehreren Polizeibeamten in Zivil und Uniform an. Einer der Beamten trat sofort mit festem Schritt auf ihn zu, zeigte seinen Dienstausweis und packte Manfred grob am Arm.
„Manfred B.? Sie sind vorläufig festgenommen. Wegen versuchter schwerer Erpressung und Nötigung. Machen Sie keine falschen Bewegungen.“
Manfred stand da, als hätte man ihm den Boden unter den Füßen weggezogen. Seine Knie wurden weich, das Gesicht aschfahl. Er starrte die Polizisten an, unfähig, auch nur ein einziges Wort herauszubringen. Seine mühsam aufgebaute Welt aus Macht und sexueller Gier stürzte in einer Milisekunde wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
In diesem Moment öffnete sich die Tür zum angrenzenden Badezimmer des Hotelzimmers. Peter trat heraus. Er hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah Manfred an. Doch in Peters Augen lag keine Wut mehr, kein Schmerz – nur noch ein tiefes, eiskaltes Grinsen der absoluten Verachtung.
„Was ist los, Manfred?“, fragte Peter mit einer Stimme, die vor Hohn nur so triefte. „Hast du wirklich geglaubt, du könntest Marlies erpressen? Hast du ernsthaft gedacht, sie würde sich von so einem jämmerlichen Wurm wie dir einschüchtern lassen?“
Manfred stammelte, suchte nach Worten, doch Peter schnitt ihm das Wort sofort ab. „Marlies hat mich vor zwei Tagen sofort nach eurem Treffen angerufen. Sie hat mir alles erzählt. Jedes einzelne verdammte Wort von dir. Wir haben sofort die Polizei eingeschaltet. Die Beamten hier haben uns vorgeschlagen, scheinbar auf deine dreckige Erpressung einzugehen, um dich direkt beim Versuch der Tat dingfest zu machen. Das hier im Hotel Zur Windmühle war von Anfang an eine Falle, du Idiot.“
Manfred blickte panisch im Zimmer umher. „Wo… wo ist Marlies?“, krächzte er mit rauer Kehle.
Peter trat einen Schritt näher, und sein Grinsen wich einer eisigen Ernsthaftigkeit. „Marlies ist zu Hause. Sie ist sicher. Und falls du dich fragst, warum sie nicht hier ist: Sie hatte schlichtweg keine Lust, dich auch nur noch ein einziges Mal im Leben sehen zu müssen. Einen charakterlich so dreckigen, bemitleidenswerten Menschen wie dich will sie nicht mal mehr ignorieren.“
Die Polizisten drehten Manfred grob um, drückten seine Hände auf den Rücken, und das metallische, kalte Klicken der Handschellen besiegelte das endgültige Ende all seiner Träume. Er wurde wie ein gewöhnlicher Verbrecher durch den Flur des Hotels abgeführt, während Peter ihm schweigend nachsah.
Epilog
Der anschließende Strafprozess verlief für Manfred kurz und schmerzlos, da die Beweislage durch den polizeilich überwachten WhatsApp-Verlauf und den fingierten Zugriff im Hotel Zur Windmühle absolut lückenlos war. Das Gericht verurteilte Manfred wegen schwerer Erpressung zu einer empfindlichen, hohen Geldstrafe und einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, die jedoch gerade noch zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Doch die rechtliche Strafe war nur der Anfang seines gesellschaftlichen Ruins. Aufgrund des Eintrags im Führungszeugnis und des skandalösen Vorfalls verlor Manfred mit sofortiger Wirkung seinen Job. Viel schwerer wog jedoch der soziale Krebsschaden: Peter hatte die gesamte Mannschaft der Bezirksklasse und den engsten Freundeskreis detailliert über Manfreds hinterhältigen Erpressungsversuch eingeweiht. Die Reaktionen waren vernichtend.
Seine einstigen Kumpels, die mit ihm auf dem Platz gestanden hatten, wandten sich voller Abscheu von ihm ab. Niemand wollte mehr ein Wort mit einem Mann wechseln, der die Ehefrau seines eigenen besten Freundes mit solchen Mitteln ins Bett zwingen wollte. Manfred war in seiner Heimatstadt ein Paria geworden. Er verlor all seine sozialen Kontakte, packte schließlich seine Koffer und verschwand für immer aus Hamburg, um irgendwo im Nirgendwo ganz von vorne anzufangen – anonym, einsam und für den Rest seines Lebens gezeichnet von seiner eigenen Obsession.
Marlies hingegen atmete auf, als der Albtraum vorbei war. Wochen nach dem Vorfall saß sie gemütlich beim Telefonieren und erzählte ihrem Cousin, der seit Jahren in Norwegen lebte, die ganze skurrile Geschichte. Sie erklärte ihm lachend, dass tatsächlich ein Mann geglaubt hatte, sie erpressen zu können, nur weil sie in der Hamburger Innenstadt so herrlich unbeschwert mit ihm – ihrem eigenen norwegischen Cousin, der zu Besuch gewesen war – spazieren gegangen war! Der vermeintliche „Liebhaber“, der ihr zum Abschied ein familiäres Küsschen auf die Lippen gegeben hatte, war nichts weiter als liebevolle Verwandtschaft gewesen. Manfreds krankhafter Wahn hatte ihn vollkommen blind für die Realität gemacht.
Die Ehe von Peter und Marlies ging aus dieser harten Prüfung paradoxerweise stärker hervor als je zuvor. Der Vorfall, der sie eigentlich hätte auseinanderreißen sollen, hatte das Gegenteil bewirkt. Marlies’ sofortiges Vertrauen zu ihrem Ehemann und Peters besonnenes, beschützendes Handeln schweißten die beiden noch enger zusammen. Das Fundament ihrer Liebe bekam einen noch sichereren, unerschütterlichen Stand. Sie wussten nun, dass sie jeden Sturm gemeinsam durchstehen konnten.
Manfred war für sie nur noch eine ferne, unbedeutende Fußnote der Vergangenheit. Er war aus ihrem Leben verschwunden – und tauchte nie wieder auf.
*** Ende ***
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