Clair & Mareike 1/3 Schatten der Begierde (fm:Exhibitionismus, 3613 Wörter) [1/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Misttueck | ||
| Veröffentlicht: Jul 20 2026 | Gesehen / Gelesen: 793 / 618 [78%] | Bewertung Teil: 9.44 (9 Stimmen) |
| Eine Frau beobachtet heimlich, wie Claire und Mareike sich in Claires Haus intim näherkommen. Als Claire die Anwesenheit der Beobachterin bemerkt, zieht sie Mareike zum Fenster und fordert sie auf, sich zu zeigen. Die Situation eskaliert, als die Beobacht | ||
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Die Abendluft schmeckt nach Salz und trockenem Gras, als ich den schmalen Pfad zwischen den Dünen entlanggehe. Mein linker Schuh knickt leicht auf dem unebenen Sandboden, der Absatz meiner beige Pumps nicht gemacht für dieses Gelände, aber ich trage ihn trotzdem, weil ich mich nicht umziehen wollte, nicht für diesen Abend, nicht für das, was ich schon seit Tagen tue. Die Sonnenbrille auf meinem Kopf hält meine Haare aus dem Gesicht, die kurzen, dunklen Strähnen meines Bobs hinter den Gläsern zurückgestrichen, und ich brauche sie nicht mehr, die Sonne ist längst untergegangen, aber sie sitzt dort wie ein Accessoire, das ich vergessen habe abzulegen. Das Blumenprintkleid flattert leicht um meine Waden, der Stoff zu dünn für die kühle Brise, die vom Meer herüberweht, aber die Kälte auf meiner Haut ist nicht das, worauf ich mich konzentriere.
Ich kenne den Pfad. Ich bin ihn schon oft gegangen, die letzten drei Abende hintereinander, immer zur gleichen Zeit, immer mit dem Vorwand, den Hund auszuführen, den wir nicht haben, oder die Abendluft zu genießen, was niemand hinterfragt, weil die Nachbarn mich als die Frau kennen, die sowieso immer spaziert, immer beobachtet, immer ihre Umgebung mustert mit diesem Blick, den sie als Wachsamkeit interpretieren. Herr Weber sitzt vor dem Fernseher, das Haus dunkel bis auf das flackernde Blau des Bildschirms, und er fragt nicht, wo ich hingehe, weil er es nicht wissen will, weil es ihm egal ist, weil wir vor Jahren aufgehört haben, uns gegenseitig nach unseren Abendgewohnheiten zu fragen.
Claires Haus liegt am Ende des Pfads, zurückversetzt hinter einer Hecke aus Strandhafer, die im Wind wiegt und das Grundstück halb verdeckt. Aber das Fenster auf der Terrassenseite ist hell, warmes Licht hinter den dünnen Vorhängen, die Claire nie ganz zuzieht, weil sie die Meeresluft hereinspüren will, oder weil sie es nicht für nötig hält, sich vor jemandem zu verbergen, hier, wo die nächsten Nachbarn weit genug entfernt wohnen, um nicht zufällig vorbeizuschauen.
Ich bin nicht zufällig hier.
Ich trete hinter die Hecke, meine Pumps sinken in den weichen Sand, und ich stütze mich mit einer Hand an dem rauen Holz des Zauns ab, der Claires Grundstück von dem Pfad trennt. Mein Atem geht langsam, kontrolliert, der gleiche Rhythmus, den ich mir über Jahre angewöhnt habe, in Situationen, in denen ich unsichtbar bleiben muss, in denen mein Körper ruhig wirken muss, auch wenn mein Puls das Gegenteil verrät. Das Holz unter meinen Fingerspitzen ist noch warm vom vergangenen Tag, die raue Oberfläche kratzt an meiner Handfläche, und ich beuge mich leicht vor, nur den Kopf, nur genug, um durch den schmalen Spalt zwischen Vorhang und Fensterrahmen in den Raum zu blicken.
Claire steht am Küchentresen, den Rücken zum Fenster, ihr loses Zopf fällt über die Schulter, die dunklen Haare im warmen Licht fast schwarz. Sie trägt den dunkelgrünen Frottee-Bademantel, aber er ist offen, und darunter sehe ich den dunkelblauen Badeanzug, der sich über ihre schlanke Figur spannt, die weichen Hüften und die muskulösen Waden, die sich abzeichnen, wenn sie auf die Zehenspitzen reicht, um etwas aus dem oberen Regal zu holen. Eine Zigarette zwischen den Lippen, der Rauch steigt auf, kräuselt sich unter der Deckenlampe, und ich beobachte, wie sie den Filter mit zwei Fingern greift, tief zieht, die Backen leicht einfallen, und den Rauch durch die Nase ausatmet, ein dünner Strom, der sich im Licht fächert.
Mareike sitzt auf dem Sofa, die Beine angezogen, die Füße auf den kühlen Dielen, die weißen Baumwollröcke über die Knie geschlagen, das hellblaue Top spannt über ihrer schmalen Brust, und ihre pixie-artigen blonden Haare leuchten im Lampenlicht wie poliertes Holz. Sie sagt etwas, das ich nicht hören kann, und Claire dreht sich um, antwortet mit dieser Stimme, die ich durch die geschlossene Scheibe nur als gedämpften Klang wahrnehme, der niederländische Akzent in der Art, wie sie die Vokale streckt, die Worte formt wie jemand, der daran gewöhnt ist, langsam und bewusst zu sprechen.
Ich rutsche einen halben Schritt weiter vor, mein Knie drückt gegen den Zaun, und das Holz knarrt, ein leises, trockenes Geräusch, das in der Stille der Dünen wie ein Schuss klingt. Ich ersticke den Impuls, zurückzutreten, bleibe stehen, das Herz schlägt einen Schlag schneller, aber mein Körper bleibt reglos, die Hände um den Pfosten gelegt, das
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