Die Bibliothekarin und eine myst, Eleonora, 3/6 Der Funke unter der Asche (fm:Exhibitionismus, 3971 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Misttueck | ||
| Veröffentlicht: Jul 21 2026 | Gesehen / Gelesen: 109 / 94 [86%] | Bewertung Teil: 10.00 (4 Stimmen) |
| Als das Handy endlich vibriert, liegt Lena bereits auf dem Holzboden, ihr dunkelrotes Kleid ein nasser Schatten unter ihrem Körper. Ihre Partnerin, die Kontrolle gewohnt, hat sie mit sanfter Bestimmtheit entwaffnet, während Lena zwischen Lust und dem Wart | ||
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Das Handy liegt auf dem Holzboden zwischen uns, Bildschirm dunkel, kein Ton, kein Vibrieren. Die Uhr im Flur tickt, jeder Sekundenzeiger ein kleiner Schlag gegen die Stille, und ich zähle mit, ohne es zu wollen – drei, vier, fünf Sekunden, seit ich gesendet habe, und Miststück noch nicht geantwortet hat. Meine Partnerin sitzt hinter mir, ihre Arme um meinen Bauch, ihr Kinn auf meiner Schulter, und ich spüre ihren Atem an meinem Hals, warm, gleichmäßig, als hätte sie alle Zeit der Welt. Der Holzboden kühlt meine nackten Oberschenkel. Das dunkelrote Kleid hängt noch locker an meinen Schultern, die Knöpfe offen, der Stoff ein Schatten, der nicht mehr bedeckt, nur noch erinnert. Das Höschen habe ich wieder hochgezogen, als ich zum Handy ging – ein automatischer Reflex, ein Rest von etwas, das in diesem Raum keinen Sinn mehr ergibt.
Ihre Finger zeichnen Kreise auf meinem Bauch, langsam, ohne Eile, und jeder Kreis wandert ein wenig tiefer, ein wenig näher an den feuchten Stoff. Ich spüre, wie sich meine Haut unter ihren Fingerspitzen anspannt, nicht vor Zurückweisung, sondern vor etwas, das ich nicht benennen will, weil das Benennen es zu groß machen würde. Ihre Fingerspitzen hinterlassen Spuren auf meiner Haut, als würde sie etwas schreiben, eine unsichtbare Schrift, die ich nicht lesen kann, aber fühle.
„Sie antwortet nicht", sage ich, und meine Stimme ist noch immer nicht ganz meine, noch immer dieser dünne Faden aus der Tiefe, aus dem Ort, an dem sie mich vorhin abgeholt hat.
„Nein." Ihre Stimme ist ruhig an meinem Ohr. „Und?"
Ich warte. Sie wartet. Die Uhr tickt. Das Handy bleibt dunkel. Und dann bewegen sich ihre Hände, nicht die Kreise, nicht das langsame Zeichnen, sondern etwas anderes, etwas, das einen Anfang markiert, den ich erst erkenne, wenn er schon passiert ist. Ihre linke Hand legt sich auf meine Schulter, fest, nicht schmerzhaft, aber mit einem Gewicht, das keine Frage stellt. Ihre rechte Hand schiebt sich zwischen meine Schulterblätter, und dann drückt sie, sanft, aber unmissverständlich, nach unten.
Ich ließe mich nicht von jedem nach unten drücken. Ich bin nicht die, die sich drücken lässt. Ich bin die, die auf dem Motorrad sitzt und entscheidet, wann sie absteigt. Ich bin die, die im Ring steht und zuschlägt, wenn sie will, nicht wenn man es von ihr verlangt. Ich bin die, die führt, die kontrolliert, die das letzte Wort hat. Aber jetzt liege ich auf dem Holzboden, mein Rücken auf den Dielen, die kühle Oberfläche an meiner Wirbelsäule, und ihre Hand liegt noch auf meiner Schulter, hält mich dort, nicht fest, aber präsent, und ich gehe nicht auf. Ich bleibe liegen.
Sie beugt sich über mich. Ihr Gesicht ist nah, ihre Augen – die ich aus hunderten Nächten kenne, aus hunderten Momenten, in denen sie zu mir aufgeschaut hat, in denen sie unten war und ich oben – jetzt von oben. Es ist ein anderer Winkel, und in diesem Winkel sehe ich etwas in ihnen, das ich nicht erwartet habe. Nicht Schüchternheit. Nicht Zögern. Sondern etwas, das aussieht wie jemand, die etwas zum ersten Mal berührt und feststellt, dass es in ihrer Hand liegt, als wäre es immer schon dort gewesen. Ihr Mundwinkel zuckt, nicht ein Lächeln, sondern etwas, das noch nicht fertig ist, das erst noch Form annimmt.
Das dunkelrote Kleid gleitet von meinen Schultern. Der Stoff fällt wie Wasser, sammelt sich unter meinem Rücken, ein roter Pool auf dunklem Holz, und ich liege darauf wie auf etwas, das ich abgelegt habe – nicht nur ein Kleid, nicht nur Stoff und Knöpfe, sondern etwas, das mich gehalten hat, das mir Haltung gegeben hat, das mir gesagt hat, wer ich bin. Die kühle Luft streift meine Brüste, meine Rippen, meinen Bauch, und ich spüre, wie sich meine Brustwarzen verhärten, nicht vor Kälte, sondern vor dem Blick, der auf ihnen liegt, der sie sieht, der sie nimmt, ohne zu fragen.
Sie sieht es. Ihre Augen wandern von meinem Gesicht zu meinem Hals, zu meinem Schlüsselbein, und bleiben an meiner Brust hängen. Ihre rechte Hand hebt sich, und ihre Fingerkuppen berühren die Außenseite meiner linken Brust, so leicht, als wäre sie aus etwas Zerbrechlichem, und ich atme ein, scharf, unwillkürlich, und mein Brustkorb hebt sich gegen ihre Hand, und sie lässt ihn zu, lässt mich gegen sie drücken, aber ihre Hand bewegt sich nicht, sie wartet, und das Warten ist schlimmer
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