Ein Doktor in Not (fm:Sonstige, 10881 Wörter) | ||
| Autor: dergraue | ||
| Veröffentlicht: Jul 25 2026 | Gesehen / Gelesen: 588 / 467 [79%] | Bewertung Geschichte: 9.74 (23 Stimmen) |
| Ein guter Arzt wird fast in den Knast gebracht. Er erhält unerwartet Hilfe und findet seine Berufung und sein Glück. Nicht alle Frauen sind Schlampen und das findet er raus und verliebt sich in eine Gute. | ||
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bin dem Beamten gefolgt und jetzt machte sich der Hunger bemerkbar. Ich hatte seit den Mittag des Vortages nichts mehr gegessen und der Rest des Mittags war auch noch wieder ausgespuckt worden. Zu viel schlechter Alkohol.
Als ich in den Besprechungsraum kam, saß dort ein kleiner Herr, den ich nicht kannte, der mir aber ein wenig bekannt vorkam. Er kam mir entgegen und sah mich prüfend an.
„Bringen Sie uns bitte einen großen Kaffee, aber nicht aus ihrer Kaffeemaschine. Kommen sie her, ich gebe ihnen einen Schein und sie besorgen uns vernünftigen Kaffee. Für mich einen Latte, aber groß und für meinen Klienten das, was er möchte. Und wie ich die Sache sehe, hat er auch noch nicht gefrühstückt. Also das, was er möchte.“
Also, dass habe ich noch nicht erlebt und dann auch noch die Reaktion des Beamten.
„Machen wir, Herr Dr. Was möchten sie zum Frühstück?“
Ich war so platt, dass ich mir einem großen schwarzen Kaffee und drei belegte Brötchen bestellt. Dabei machte ich mir überhaupt keine Gedanken, wie ich das bezahlen sollte, denn meine Taschen waren leer und ich besaß nichts mehr.
Der Beamte verließ den Raum und dann wandte sich der Herr an mich.
„So, mein Junge, wollen wir beginnen? Sie unterschreiben bitte die hier liegende Vollmachten und dann bin ich ab sofort ihr Verteidiger und wir können beginnen.“
Als ich den Stempel auf der Vollmacht sah, wusste ich, woher ich den Herrn kannte. Er ist ein bekannter, nein ein berühmter Strafverteidiger mit einer sehr bekannten Erfolgsgeschichte. Wie ich aus der Presse weiß, sucht er sich die Klienten aus und ist nicht nur sehr erfolgreich und gefürchtet sondern auch sehr teuer. Irgendwo habe ich Gerüchte über seinen Stundensatz gehört und eins wusste ich, dass ich mir ihn auch zu besten Zeiten nicht leisten konnte.
„Herr Dr...., das kann ich nicht unterschreiben, denn ich kann sie nicht bezahlen. Selbst wenn meine Frau mir nicht alles genommen hätte, könnte ich es mir nicht leisten. Also vielen Dank, aber ich muss es ablehnen. Außerdem glaube ich nicht, dass es Sinn hat, ihre Zeit zu verschwenden.“
„Zum ersten. Über die Verschwendung meiner Zeit entscheide ich alleine. Und ich glaube, dass sie auf keinen Fall verschwendet ist. Und zum Zweiten. Meine Kosten sind bereits beglichen. Sie haben sehr einflussreiche Gönner und einer hat mich dringend gebeten, mich um sie zu kümmern, da er nicht glaubt, dass sie das getan haben, was ihnen angelastet wird. Also unterschreiben sie verdammt noch mal, denn ich will den angezahlten Betrag nicht zurück zahlen.“
Dabei lachte er leise und warm. Eigentlich hatte ich noch viele Fragen, aber ich habe unterschrieben. Was machen solche Schulden schon aus, wenn man für lange Zeit in den Knast kommt.
Dann war das Frühstück da und er gab mir Zeit, die Brötchen zu verschlingen und dann saß ich da und trank meinen Kaffee.
„So, ich sehe, es geht ihnen besser. Jetzt erzählen sie mir ihre Geschichte und beginnen sie bitte beim Anfang, am besten bei ihrer Geburt. Und lassen sie nichts aus.“
Ich bin der Sohn von Eltern, wie man sie sich im Büchern vorstellt. Auf ihrer Silberhochzeit haben sie sich benommen wie zwei verliebte Schüler der oberen Klassen und wir, die Gäste, haben voller Freude in den Spruch eingestimmt, dass sie sich ein Zimmer suchen sollten. Ja, es war eine große Feier, die wir, die Kinder, erfolgreich organisiert und bezahlt haben. Drei Kinder, und ich behaupte, dass wir gut erzogen und auch erfolgreich sind. Sehr unterschiedlich, aber doch recht erfolgreich.
Da ist mein großer Bruder, der Älteste, der ein großes Pflegeheim leitet und von seinen Patienten und den Mitarbeitern gleich geliebt wird. Ich habe über das Heim nur gute Dinge erfahren und weiß, dass er sich sehr engagiert. Ob es an seinem Job liegt, weiß ich nicht, aber er ist noch immer nicht verheiratet, obwohl er seit vielen Jahren mit einer netten Frau zusammenlebt.
Da ist der nur knapp ein Jahr jüngere Bruder, der stolz auf seinen Job ist, der ihn schon oft ins Ausland geführt hat und zu unserer Freunde immer fast unverletzt zurück kommt. Kleine Blessuren zählen beim ihm nicht. Immerhin ist er Major bei der Bundeswehr und erzählt nur sehr wenig über seine Einsätze. Er ist leider geschieden, da seine Frau das Alleinsein und die ständige Angst nicht ertragen konnte und sich einem Buchhalter zugewandt hat. Leider hat sie versäumt, vor dem Zusammenkommen die Scheidung einzureichen und ihren damaligen Mann zu informieren. So nahm das Unglück seinen Lauf und er erwischte sie in den Ehebetten. Nur gut, dass seine Ausbildung zum Tragen kam und er sich zusammenriss und ihn nicht körperlich angriff.
War für uns alle ein wirklicher Schock.
Und da bin ich, der Jüngste, das Nesthäkchen und auch der Privilegierte. Gute Gene und eine gute Erziehung wirkten sich aus. Sehr gut in der Schule, mit eine Eins auf dem Abi-Zeugnis und der Zulassung an einer der besten Hochschulen der Republik und das im Fach Medizin.
Was mich noch mehr freute, war, dass mein Freund seit der fünften Klasse, mein Freund Harry, an der gleichen Uni mit dem gleichen Ziel angenommen wurde und wir uns eine Bude teilen konnten.
Ach, nur zur Abrundung, meine Name ist Klaus. Ich bin ein ganz durchschnittlicher Typ, nicht sehr groß und auch nicht supersportlich, ich würde sagen, ganz ansehnlich, aber nichts im Vergleich mit meinem Freund.
Harry war schon immer der Adonis. Glich einer griechischen Statue und kam aus einer richtig reichen Familie. Manch einer nannte ihn arrogant, aufgeblasen und selbstverliebt, aber er war für mich ein Kumpel. Wie er zu dem Studienplatz gekommen ist, ist mir im Nachhinein unverständlich, denn sein Abi war nicht so gut, dass er den Numerus Clausus für das Medizinstudium geschafft hätte. Nun ja, Beziehungen schaden anscheinend nichts. Und ich war froh, dass meine Freund dabei ist.
Es war trotzdem wie immer unterschiedlich. Ich musste etwas dazu verdienen, denn meine Eltern sind zwar Eltern, wie aus dem Lehrbuch, aber reich sind sie nicht und konnten mich nur im Rahmen unterstützen. Harry genoss dagegen das frohe Studentenleben und musste sich um Geld nicht so große Sorgen machen. Leider litt darunter auch sein Ergebnis. Nein, er versaute keine Prüfungen, aber ob es da immer so mit rechten Dingen zuging, wage ich zu bezweifeln.
Aber das ist eine Einschätzung, die mir erst jetzt kam, da ich leider feststellen musste, dass er eine Schlange ist, ein Sauhund, der mir nicht nur meine Frau stahl sondern auch wahrscheinlich den angestrebten Job. Aber dazu später mehr.
Im dritten Studienjahr lernte ich meine derzeitige Frau Angelika kennen, verliebte mich unsterblich in sie und wir wurden ein Paar. Sie ist eine wunderschöne südliche Grazie. Etwa dunkler in der Hautfarbe, so als ob sie immer in der Sonne ist. Dunkle lange Haare, einen Body einer Sexbombe und dazu noch klug. Also die Idealbesetzung für eine Ehefrau und Geliebte. Und ich genoss sie erst als Geliebte und dann nach unserem Abschluss als meine Ehefrau.
Sie studierte BWL mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen. Passen wir nicht ideal zusammen? Und ich verrate euch ein kleines Geheimnis. Sie war eine sehr aktive Intimpartnerin. Hier trifft zu, dass sie ein wirkliches Ideal ist. Nach außen die liebevolle Ehefrau und im Bett eine Schlampe. Sie liebte fast alle Spielarten der körperlichen Liebe, war beweglich wie eine Schlange und extrem schnell geil. Nur eins war bei ihr verboten, ihren süßen Arsch durfte man nicht berühren. Dann konnte sie böse werden. Nun gut, man kann nicht alles haben.
Ihr Verhältnis zu ihren Eltern war, gelinde gesagt, mehr als schlecht. Ich glaube, ich habe sie vor der Eheschließung nur drei mal gesehen und da war es ziemlich kühl. Nicht nur mir gegenüber sondern auch gegenüber meiner Freundin und das änderte sich nach der Heirat nicht im geringsten. Dafür war sie der Liebling meiner Eltern, die endlich eine Tochter bekamen, da die andere, die Ehefrau meinem Bruders, ja abhanden gekommen ist und die Freundin meines großen Bruders nicht so in ihr Weltbild passte. Diese Stellung genoss sie in vollen Zügen und war mit meiner Mutter ein Herz und eine Seele. Sogar meine eigentlich immer ruhige Vater schwärmte von ihr.
Die Grundlagen für die „Verstimmungen“ mit meiner Familie in der Folge meines angeblichen Fehlverhaltens waren gelegt.
Nach sieben Jahren Studium war ich mit nunmehr 26 Jahren Doktor der Medizin und konnte eine Stelle als Assistenzarzt in der größten Klinik unserer Großstadt und zwar im Bereich der inneren Medizin bekommen. Es war genau das, was ich wollte, denn ich hatte darüber auch promoviert.
Noch besser war allerdings, dass Angelika in der Verwaltung der Stadt eine Stelle bekommen konnte. Also besser hätte es nicht laufen können.
Harry hatte sich in der letzten Zeit etwas zurückgezogen und daher war ich froh, dass er in der gleichen Klinik anfing. Was mich aber nicht verwunderte, war, dass er in der Frauenabteilung anfing. Das war aber nur eine kurzzeitige Sache, bis dann eine weitere Stelle in meiner Abteilung frei wurde und er wechselte. Ich glaube, da begann der Wettbewerb, die Konkurrenz zwischen uns.
Angelika und ich waren jetzt verheiratet und Harry war mein Trauzeuge und natürlich war er mit meiner Frau befreundet. Bei ihm selber wechselten sich die Frauen ständig ab und er lebte auch weiter das Leben eines sehr gut aussehenden Arztes mit ständig wechselnden Partnerinnen.
Nach drei Jahren auf der Station wurde ich befördert und Stationsarzt, ein für mich wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich wusste, dass die Klinikleitung meine Leistung für gut befand und der Job machte mir viel Freude. Der Glückwunsch von Harry war nach meiner Meinung ehrlich.
Wir trafen uns oft in kleiner Runde, d.h. drei bis vier Paare aus den Bekannten- und Freundeskreis. Leider war es uns Ärzten nicht immer möglich, da die Dienstzeiten nur ein eingeschränktes Privatleben erlaubten und ich die Freizeit lieber mit meiner Frau alleine verbrachte.
Den ersten größeren Streit in der Ehe hatten wir, als um die Familienplanung ging. Ja, ich dachte, dass es jetzt langsam Zeit für Kinder wäre, aber meine Frau wollte noch nicht. Irgendwie hörten sich ihre Argumente hohl und falsch an, aber ich liebte sie abgöttisch und nahm es hin, da ich sie nicht umstimmen konnte. Wahrscheinlich der größte Fehler nach dem, aus heutiger Sicht allergrößten Fehler aller Zeiten, sie zu heiraten. Aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht.
Drei Monate später und fast drei Jahre nach meinen ersten Beförderung sprach alles dafür, dass ich kurz vor der Beförderung zum Oberarzt stand. Erste Andeutungen der Klinikleitung sprachen sehr deutlich dafür. Natürlich habe ich meiner Frau davon erzählt und ich dachte ja auch, dass sie sich darüber freuen würde. Ich war schon etwas enttäuscht, als sie meinte, man soll sich nicht zu früh freuen und dann übergangslos zu Allgemeinem überging.
Und dann kam der Tag des Schreckens. Zuerst wurde ich zu einem Patienten gerufen, der entgegen aller Wahrscheinlichkeit in ein Koma gefallen ist und jetzt um sein Leben kämpft. Völlig unverständlich war, dass er ein Medikament erhalten hat, dass ihm nie verabreicht werden durfte und das sehr wahrscheinlich seine Verschlechterung ausgelöst hat und noch schlimmer war, dass plötzlich der ärztliche Direktor neben mir stand und dann nach der Feststellung der Verabreichung des Medikaments meine Suspendierung verfügte und mir den Zutritt zur Klinik verwehrte. All meine Versuche zu erklären, dass ich das Medikament nie angewiesen habe, wurden mit einem Streich vom Tisch gewischt. Ich musste meine Sachen packen und die Klinik verlassen. Zwar wurde gesagt, dass es eine gründliche Untersuchung geben würde, aber ich schon mal meine Berufshaftpflichtversicherung informieren soll.
Der nächste Schock kam mit riesigen Schritten auf mich zu. Als ich die Klinik verließ erhielt ich einen Anruf meiner Frau, in der sie mir mitteilte, dass sie die Scheidung eingereicht hat und zwar eine Härtefallscheidung, da ich ihr gegenüber gewalttätig gewesen bin und dass sie eine einstweilige Verfügung erlassen hat, dass ich mich ihr, ihrem Arbeitsplatz und unserer Wohnung nicht nähern darf. Die Unterlagen liegen bei meinen Eltern und auch ein Großteil meiner Sachen. Ich glaube, für einige Momente bin ich total zusammengebrochen und habe an Allem gezweifelt.
Noch schlimmer wurde es, als ich bei meinen Eltern ankam und die Familie, ja meine Brüder waren auch da, so fies angegangen wurde, dass ich völlig verzweifelte. Alles, was ich sagte, wurde einfach zur Seite geschoben und mir erklärt, dass Angelika mit Harry da gewesen ist und auch einen Anwalt dabei hatte und ihnen die Spuren meiner Gewalttaten gezeigt hat und meine Sachen und die einstweilige Verfügung hinterlegt hat. Meine Vater hat mich, einen erwachsenen Mann fast geschlagen und mich dann aus dem Haus geworfen.
Bei meiner Erzählung habe ich nichts verschwiegen, so dass ich dann abgerutscht bin und mehr als einmal völlig besoffen war. Eigentlich völlig untypisch für mich. Ich übernachtete in einem Zimmer eines der wenigen mir noch verbleibenden Freunde.
Übrigens habe ich am nächsten Tag festgestellt, dass meine so liebevolle Frau unser gemeinsames Konto völlig geplündert hat und mir nur noch ein kleines Guthaben auf einem nur auf mich laufendes Konto zur Verfügung stand, das ich für kleine Überraschungen für Angelika angelegt hatte.
Aber da war ich noch auf freiem Fuß, aber ich fühlte mich verraten, verraten von meiner Klinik und der Leitung der Klinik, verraten von meiner Frau, verraten von der Familie, die doch eigentlich für ihren Sohn und Bruder da sein sollte. Also stürzte ich ab und dann kam dieser fürchterliche Abend.
Ich hatte noch etwas Geld und ging etwas trinken und diesmal war es eine der neuen Bars, die mich anzogen hat und mein Freund meinte, dass wir einen kurzen Abstecher machen können. Wir waren gerade bei unserem zweiten oder dritten Bier und wohl bei drei Kurzen, als mein Freund blass wurde und er fast sprachlos auf die Tür starrte. Was ich dann sah, ließ meinen Blutdruck gefährlich hoch steigen. Da stand meine Frau eng an meinen „besten“ Freund geschmiegt und grinste mich frech an. Und um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen, küsste sie ihn heiß und langanhaltend.
Noch schlimmer wurde es, als sie auf uns zu kamen und er mich aufforderte, sofort die Bar zu verlassen, da ich gegen die Verfügung verstoße und er außerdem nicht mit dem größten Verlierer und Chuck in einem Raum zusammen sein wollte, dabei ließ er seine Hand provokativ über den schönen Hintern meiner Nochfrau gleiten und sie drückte sich an ihn und küsste seinen Hals.
Ich stand in Flammen und wollte mich auf die Beiden stürzen. Mein Freund hielt mich davon ab und ich wollte gerade gehen bzw er wollte mich aus der Bar ziehen, als Harry seine körperliche Größe und Überlegenheit ausspielen wollte und mir einen Schlag auf die linke Seite meines Kopfes verpasste. Ich bin ehrlich, dieser Schlag hat mir zwar wehgetan, aber er hat mich nur noch wütender gemacht und ich bin ausgerastet und habe meinen „lieben“ Freund fast tot geschlagen. Erst als mich zwei Polizeibeamte ziemlich grob wegzerrten, kam ich ein wenig zu mir und sah, was ich in meiner blinden Wut angerichtet hatte und die Handschellen waren sehr fest gezogen.
Wie ich von meinem Pflichtverteidiger wusste, gab es sehr gegensätzlich Schilderungen der Vorkommnisse in der Bar und nur die Aussage meines Freundes war gut für mich. Nun, ich hatte schon alle Hoffnung aufgeben und da war plötzlich einer der wohl besten und auch gerissenen Strafverteidiger und der hatte viele Fragen.
Die erste zu dem Verhältnis zwischen meiner Frau und meinem angeblich besten Freund konnte ich nicht beantworten. Mir ist nie etwas aufgefallen, dass den Ehemanntest nicht bestanden hätte. Natürlich wurde leicht geflirtet, aber nie kam es zu körperliche Aktionen, zu mindestens ist mir nie etwas aufgefallen. Der Kommentar meines neuen Anwalts war bezeichnend.
„Wir werden sehen. Auf jeden Fall wohnt er jetzt bei ihrer Frau.“
Na, viel geholfen hat das mir nicht.
Auf die Frage, ob ich bei dem Verfahren zum Erlass einer einstweiligen Verfügung in irgendeiner Weise gehört worden bin, muss ich ihn wohl so fragend angesehen haben, dass er leicht lachte.
„Keine Antwort nötig. Das wird aber eine Freude. Mal sehen, was der Richter dazu sagen wird. Ich freue mich schon auf die blöden Gesichter.“
Dann kam er auf den Fall im Krankenhaus zu sprechen. Ich habe noch mal die ganze Sache haarklein erzählt und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
„Herr Dr.. mir fällt gerade ein. Dieses Medikament hätte ich nie verschrieben, nie angewendet. Schon in meiner Doktorarbeit habe ich mich in einem Kapitel mit der Gefahr, die von diesem Medikament ausgeht, in bestimmten Fällen ausgeht, befasst. Und der darin aufgeführte Fall stimmt mit dem Fall des Patienten überein, dem ich angeblich dieses verabreicht habe.“
„Nun, junger Mann, wir werden uns die gesamten Unterlagen holen und dann lasse ich die Hunde los. Wenn es nicht so fürchterlich traurig wäre, hätte ich große Freude an dem Verfahren. Wissen sie, ob es noch weitere Anwärter für den Posten des Oberarztes gibt? Könnte es sein, dass ihr Freund auf den Posten scharf ist?“
„Nach meinem Wissen gab es gar keine Bewerbungen im eigentlichen Sinne, zu mindestens habe ich mich nicht aktiv beworben. Aber mehr kann ich dazu nicht sagen. Mir wurde in einem Gespräch mit dem ärztlichen Direktor nur angedeutet, dass man vorhat, mich zu befördern und das habe ich meiner Frau erzählt und das ist auch schon einige Wochen her.“
Nach einigen ruhigen Minuten flackerte eine Frage bei mir auf und ich war so frei, sie auszusprechen.
„Es ist noch etwas verwunderlich. Ich verstehe nicht, warum der ärztliche Direktor so schnell neben mir beim Patienten stand und wie schnell er mit den Maßnahmen war. Wer hat ihn gerufen? Wer hat ihn informiert?“
„Ja, das sind interessante Fragen. Wir werden viel zu tun haben. Aber erst einmal wollen wir zusehen, dass sie hier raus kommen. Mal sehen, ob wir neben der Aussage ihres wirklichen Freunds noch andere Dinge als Entlastung für die finden. Heutzutage habe doch fast Alle Handys und bei einer solchen Auseinandersetzung wird doch meist sofort gefilmt. Meine Ermittler werden sich damit beschäftigen und ich werde schon mal einen Antrag auf Haftprüfung stellen. Wir sehen uns in Kürze und dann kommt auch eine Kollegin für Familienrecht dazu, die sie in der Scheidungssache vertritt.“
Auf meine Frage, wer denn die ganze Sache bezahlt, lächelte er leise.
„Zu ihrer Beruhigung. Ihnen entstehen keine Kosten, dafür hat ihr Gönner gesorgt und außerdem werde ich da noch einige Andere bluten lassen. Ich sage ganz ehrlich, dass ich glaube, dass ihre Frau und ihr Freund Harry ein ganz böses Spiel mit ihnen spielen und da will ich mitspielen und habe vor zu gewinnen. Eine letzte Frage habe ich noch. Was wollen sie in der Sache mit ihrer Frau unter der Voraussetzung, dass sie sie mit ihrem Harry betrügt? Normale Scheidung oder Vernichtung?“
„Auch wenn ich immer noch die Hoffnung habe und meine Frau eigentlich noch liebe, glaube ich, dass sie vernichtet werden muss und der Sauhund noch schlimmer.“
„Gut, da haben wir uns ja gut verstanden. Machen sie es gut und haben sie Hoffnung. Ich verliere sehr ungerne und für mich sind sie völlig unschuldig, sind einfach reingelegt worden und das werde wir beweisen und dann freue ich mich auf die Gesichter.“
Er verabschiedete sich und man muss sagen, dass die Beamten mehrere Stufen netter waren.
Es dauerte noch eine ganze Woche und dann stand mein Anwalt, mein neuer Anwalt wieder vor mir und lächelte.
„So mein Junge, eins haben wir geklärt. Du kannst hier unterschreiben und dann bist du wieder ein freier Mann und die Anklage wegen Körperverletzung wird runter gestuft. Nicht ganz vom Tisch, aber da du ja noch ohne Vorstrafen bist, sollte daraus, wenn überhaupt, eine Bewährungsstrafe erwachsen. Ein bisschen heftig waren die Prügel schon, die du deinem Freund verpasst hast. Er sieht nicht mehr so gut aus.“
Wir verließen die Untersuchungshaftanstalt und er lud mich zu einem Essen in ein recht nettes Lokal ein und an dem von ihm gewählten Tisch saßen schon zwei Personen. Die schon ältere Dame wurde als meine Scheidungsanwältin vorgestellt und sie lächelte leise. Die junge Dame war die Leiterin des Ermittlungsteams der Kanzlei. Eine völlig unscheinbare junge Frau, bei der mir nur die sehr großen Augen auffielen, die einen zu durchdringen schienen.
„Also erst ein kurzer Bericht über unsere Ermittlungen. Ihre Frau und ihr ehemaliger Freund haben mindestens seit dem letzten Studienjahr eine sehr intensive Beziehung und das über die gesamte Zeit ihrer Ehe mit dieser Frau. Wir haben mindestens drei eidesstattliche Versicherungen verschiedener Personen, dass sie sich zu intimen Treffen bei ihnen in der ehelichen Wohnung oder in der Wohnung von Harry getroffen haben. Zwar haben wir keine Aufnahmen der Aktivitäten in den Wohnungen, aber die werden wir bald haben. Da sie Mieter der Ehewohnung sind, haben wir ihr Einverständnis vorausgesetzt, die Wohnung verkabelt und werden hoffentlich bald sehr gute Beweise für den Ehebruch haben. Zur Zeit arbeiten wir an der Krankenhaussache. Nicht so einfach, denn erstens ist Harry jetzt der verantwortliche Stationsarzt und zweitens scheint er bzw seine Eltern Einfluss auf die Leitung des Krankenhauses zu haben. Übrigens hoffen wir, dass ihr Patient bald aus dem Koma erwacht und uns weiterhelfen kann.“
„Um noch mal auf ihren Einwand zurückzukommen, dass sie schon in ihrer Doktorarbeit den Einsatz des Medikaments verneint haben, haben wir uns ihre Doktorarbeit kommen lassen und die Patientenakte bei der Klinik angefordert. Das hat sich als sehr schwierig erwiesen, da wir die vollständige elektronische Akte zusätzlich haben wollen. Bis jetzt wurde sie uns noch nicht übergeben. Da werden wir wohl mit schweren Geschützen auffahren müssen. Aber das sind wir gewohnt. Außerdem haben wir die Arbeitszeitnachweise für sie und ihren Freund angefordert. Es gibt erheblichen Widerstand, aber wir werden sie so oder so bekommen.“
Mein Anwalt lächelte und dann begann die Anwältin, wurde aber von ihm unterbrochen.
„Kinder, lasst uns erst einmal essen und danach bis du dran. Übrigens werden wir heute noch zu deiner Wohnung gehen und in Gegenwart ihres Anwaltes deine Sachen holen oder willst du wieder dort wohnen?“
„Auf keine Fall. In diese Wohnung werde ich nie wieder einziehen. Schon alleine, weil Harry dort wohnt und wie ich jetzt von ihnen weiß, auch Ehebruch begangen wurde. Nein, auf keinen Fall.“
Das Essen war gut und nun ja, nach dem Essen in der Vollzugsanstalt aß ich wohl mehr als sonst. Ich trank keinen Alkohol zum Essen und der Kaffee danach war super.
Was mir die Scheidungsanwältin dann erklärte, brachte mich zum Zweifeln, ob es immer mit rechten Dingen bei Gericht zuging.
Hinsichtlich der einstweiligen Verfügung wird in der nächsten Woche eine Verhandlung stattfinden, auf die sie sich bereits sehr gut vorbereitet hat. Die beiden werden ihr blaues Wunder erleben und ob der Richter danach noch amtiert, wagt sie zu bezweifeln. Sie wird mich noch genau einweisen und geht davon aus, dass danach die Verfügung vom Tisch ist. In der Ehescheidung hat sie meine Frau aufgefordert, umgehend die Hälfte der Bankeinlagen auf das Konto der Kanzlei zu zahlen. Außerdem hat sie um einen zeitnahen Termin in der Ehesache gebeten. Auch wenn in der heutigen Zeit Ehebruch keine Rolle bei einer Scheidung macht, sollte der Richter oder die Richterin nicht erfreut sein. Schwerwiegend sind die Anschuldigungen der häuslichen Gewalt. Sie hat bis heute noch keine wirklichen Beweise dazu gesehen. Also werden wir spontan reagieren müssen.
Es wurde hektisch, als die Verhandlung über die einstweilige Verfügung aufgerufen wurde. Da die Begründung wesentlich auf angebliche häusliche Gewalt und seelische Grausamkeit beruhte, saß jeder Schlag meiner Anwältin. Auf die immer aggressiver werdenden Anschuldigungen meiner Frau fragte meine Anwältin nur, wo denn die Beweise für diese wären. Gebe es Anzeigen bei der Polizei, ärztliche Atteste über erlittenen Verletzungen. Als diese vorgelegt wurden, bat sie meine Frau, ihre Arme zu entblößen. Als dies nicht erfolgte, fragte sie, ob die Narben von den angeblichen Verletzungen schon nicht mehr zu sehen sind. Der Richter sah meine Frau nur an und machte eine Bewegung, als ob er die Ärmel hoch schieben würde.
„Aber ich kann doch Zeugen nennen, die gesehen haben, dass Klaus mich geschlagen hat.“
„Aber nicht doch ihr Geliebter und seine Freunde. Oder? Und schauen wir uns die angeblichen Atteste einmal genauer an. Wer ist denn der Arzt, der diese ausgestellt hat und wo hat er denn studiert? Jeder nur einigermaßen normale Arzt weiß, dass dazu Fotos gehören, die die Verletzungen dokumentieren. Und dann schauen wir uns einmal die Daten an. Ohne groß weiter zu suchen, kann ich ihnen sagen, dass Dr. Klaus... an den beiden Tagen, an denen die Übergriffe stattfanden, Dienst auf seiner Station hatte, was mehrere Zeugen bestätigen können.“
Der Richter sah sie ziemlich nervös an und dann kam von meiner Anwältin, warum ich bei Erlass der Verfügung nicht mal die Gelegenheit hatte, mich zu äußern. Natürlich wurde behauptet, dass ich mich trotz Zustellung nicht geäußert habe. Eine genaue Prüfung der Zustellung wurde verweigert und dort begann das Dilemma. Es hat keine Zustellung stattgefunden und plötzlich wurde der Antrag zurückgezogen. Ich spare mir das juristische Hickhack, das dazu führte, dass die Sache dem übergeordneten Gericht zur Prüfung übergeben wurde.
Plötzlich war ich wieder solvent, konnte über eine gutes Sümmchen verfugen, da meine Frau die Hälfte unserer Ersparnisse auf das Konto der Kanzlei zahlte und diese mir das Geld auszahlte bzw auf meine Konto überwies.
Auch der Termin zur Ehescheidung lief ganz anders, als es meine Frau und ihr Liebhaber sich gewünscht, erträumt hatten. Meine Anwältin war wirklich ein Hai und die Richterin war gewarnt. Es dauerte nur rund zwei Stunden und meine Ehe war Geschichte und ich muss sagen, ich war nur über eins erstaunt und das war der wütende Hass, der mir von Harry entgegen schlug. Meine jetzige Ex war schon viel ruhiger und versuchte keine Scherze mehr. Kein Unterhalt, kein Versorgungsausgleich und da die Wohnung mit Inhalt von dem Betrügerpaar bewohnt wurde und ich keinerlei Interesse an den Einrichtungsgegenständen hatte, musste mir meine Ex zehntausend EURO zahlen. Ich sah zwar die Wut in ihren Augen, aber sie hatte wohl begriffen, was sonst noch auf sie zukam, denn Harry hatte ihr wahrscheinlich erzählt, was in der Klinik los war.
Ich habe das nur am Rande mitbekommen, denn ich hatte strikte Anweisung, mich zurückzuhalten. Daran habe ich mich gehalten. Ein anwaltlicher Spezialist für Medizinstreitigkeiten wühlte sich durch die Unterlagen und nicht nur das, er hinterfragte jede Entscheidung der Klinik zur Beförderung und dann kam der Durchbruch. Meine angebliche Verordnung des falschen Medikaments war zu einer Zeit erfolgt, zu der ich nachweislich nicht in der Klinik war. Der Eintrag in die elektronische Patientenakte war gefälscht und da schaltete meine Kanzlei die Staatsanwaltschaft scharf und der Scheiß traf auf den Lüfter und wurde zu einer großen Sauerei.
Es gab oder gibt einen kleine Gruppe von medizinischen Personal der Klinik, zu der auch der medizinische Direktor und zwei andere Ärzte sowie natürlich Harry gehörte, die gemeinsam mit meiner Ex und zwei oder drei Freundinnen sehr freizügig ihre sexuellen Fantasien auslebten. Als meine Beförderung anstand und durch die obere Führung befürwortet wurde, begannen sie gegen mich zu kämpfen und sahen keine anderen Ausweg mehr, als mir einen Kunstfehler anzuhängen. Dass das bei dem Patienten solch schlimme Folgen hatte, war nach meiner Meinung nicht gewollt, aber einfach in Kauf genommen worden.
Natürlich sollte meine Reputation auch durch die Anschuldigungen der häuslichen Gewalt und der seelischen Grausamkeit weiter geschädigt werden. Im Nachhinein frage ich mich, wie es ausgegangen wäre, wenn sich meine Ex und Harry einige Zeit zurück gehalten hätten und mich nicht so provoziert hätten. Einfach ein wenig warten und sehen, wohin das alles führt und einige Zeit mit ihrem Verhältnis pausieren und ich wäre wahrscheinlich schwer geschädigt worden und untergegangen.
So waren die Ermittler der Staatsanwaltschaft in der Klinik und auch im Gesundheitsamt zugange und das Ergebnis wird nicht gut sein. Aber wie immer musste man zwar meine Unschuld feststellen, aber wer die falschen Medikamente dem Geschädigten untergeschoben hat, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Trotzdem kamen noch andere Dinge zu Tage und meine Frau musste gehen und Harry zog selber die Notbremse und verschwand fast spurlos. Später haben wir erfahren, dass er sich nach England abgesetzt hat und mit Hilfe der Familie dort Fuß gefasst hat. Nein, mit Angelika ist er nicht zusammen. Die hat es gut getroffen und ist mit einem sehr reichen, aber moralisch sehr schlechten Mann verheiratet und genießt das Leben einer reichen Frau ohne Moral in vollen Zügen. Hoffentlich bedenkt sie, dass auch sie älter oder sagt man bei Frauen reifer wird und nicht mehr alles so fest und stramm steht. Nun, nicht mehr meine Sache.
Mit der Klinik habe ich mich unter Anleitung der Kanzlei auf einen Aufhebungsvertrag und eine guten Abfindung geeinigt. Natürlich mit einer exzellenten Empfehlung. Ich hatte nicht die geringste Lust in dieser Klinik zu arbeiten.
Zwei Monate nachdem ich einen spezialisierten Headhunter mit der Suche nach einer guten Stelle beauftragt hatte, rief er mich an und bat um mein Kommen.
Nach der Begrüßung sah er mich lange an und dann fragte er, ob ich besondere Verbindungen habe, denn er habe eine Anfrage, in der nur nach mir gefragt wurde. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich besondere Beziehungen zu irgendwelchen medizinischen Größen habe.
„Nun gut, hier ist das spezielle Angebot für sie, nur für sie. Es die Oberarztstelle an der Klinik für innere Medizin an der Uni-Klinik in der Landeshauptstadt und außerordentlich gut ausgestattet. Man bittet nur um eine schnelle Entscheidung. Hier sind die Unterlagen. Ich würde mich freuen, wenn es für sie passen würde. Eigentlich muss ich ganz ehrlich sagen und entschuldigen sie meine etwas lockere Ausdrucksweise, sie wären schön doof, wenn sie nicht zugreifen würden. Und für mich wäre es auch ein großer Verlust.“
Seine Provision schien erheblich zu sein.
Nun ich habe mir das Angebot nicht nur angesehen, nein, ich habe meinen neuen Anwalt auch eingeschaltet und ihn gebeten, es zu prüfen. Eigentlich hätte ich mich wundern müssen, dass er so schnell zu einem Ergebnis gekommen ist, aber da es so positiv war, haben ich mich entschieden und Verbindung zur Klinikleitung aufgenommen. Nur um es kurz zu machen, ich habe am nächsten Ersten den Job angetreten. Die Restzeit bis zu diesem Termin gab mir die Möglichkeit, die zur Verfügung gestellte Wohnung einzurichten und schon zu beziehen. Ich muss sagen, klein aber fein.
Auch die Bedingungen in der Klinik entsprachen den Absprachen und ich hatte wieder Spaß bei der Arbeit. Da mein Job auch die Ausbildung der Assistenzärzte umfasste, hatte ich auch mit vielen jungen Ärzten zu tun und war mir nicht zu schade, auch mal die Einladung zu Abenden in einer Bar oder einem Tanzlokal anzunehmen. Aber eins war für mich immer klar, kein Alkohol. In den meisten Lokalen gab es recht gute nicht alkoholische Mixgetränke. Ich habe nie verlauten lassen, warum ich keinen Alkohol trank.
Es vergingen zwei Jahre und ich hatte mich recht gut eingelebt und wenn die Gespräche mit der Klinikleitung die wahre Meinung abbildeten, wurde meine Arbeit geschätzt.
Nun bin ich sicher keine Kostverächter, aber ich habe meine Bettgefährten nie aus dem sicher interessierten Pool der Schwestern oder Ärztinnen gewählt. Ein sicher weiser Spruch lautet: Wildere nie in deinem Revier, nie in der Firma. Es finden sich immer wieder nette Betthäschen, die mit einem Arzt, der sich fit hält und nicht unbedingt hässlich ist, eine Affäre anfangen und vielleicht auch mehr wollen. Leider muss ich sagen, das ich immer noch nicht so weit bin und ich muss auch sagen, wenn ein guter Kollege, der übrigens auch geschieden ist, mich nicht ein wenig energischer an die Hand genommen hätte, wäre ich wohl noch lange drinnen und alleine geblieben.
Mit meinen Eltern und auch mit meinen Brüdern spreche ich zwar wieder, aber ich habe es nicht überwunden, dass sie mich damals so in Stich gelassen haben. Meine Besuche waren auf die Geburtstage und großen Feiertage beschränkt und wenn es sich einrichten ließ, auch nur kurz.
Und dann kam die große Weihnachtsparty der Klinik und natürlich wurde erwartet, dass alle Ärzte nach Möglichkeit teilnahmen. Da die Dienste es sehr schwer machten, alle an einen Termin zu vereinen, wurde zwei Feiern ausgerichtet. Ich bin diesmal zur zeitlich spätesten gegangen.
Das Wetter war schon etwas kühl und was es besonders schlimm machte, es nieselte seit Stunden. Richtiges schlechtes Wetter und es war keine wirkliche Verbesserung angesagt. Manch einer der Gäste hatte schon Pech gehabt und war etwas nass geworden und so waren alle froh, dass es schön warm in dem großen Saal war.
Die Begrüßung war vorbei und ich stand mit einer Cola in der Hand in einem Plausch mit dem Leiter der Klinik und seiner Frau sowie zwei Ehepaaren von Ärzten bzw Mitarbeitern der Klinik und musste das Verhör der Gattin des Leiters über mich ergehen lassen. Nicht schlimm und auch nicht aufdringlich. Sie wollte in ihre mütterlichen Art nur wissen, wie es mir gefiel, ob ich mich gut eingelebt habe und ob ich schon aus der kleinen Wohnung in eine größere umgezogen bin.
„Frau Dr, ich bin begeistert, dass ich hier eine Chance erhalten habe, fühle mich wohl und wenn ihr Ehemann nicht flunkert, werde ich anerkannt bzw meine Arbeit wird geschätzt. Was will man eigentlich mehr und das man nicht alles haben kann, weiß jeder Arzt. Die Stadt selber ist mir als Großstadtkind fast zu klein und außerdem fehlt mir manchmal ein wenig Auslauf. Finde ich bestimmt noch. Und warum sollte ich in eine größere Wohnung ziehen, die kleine Wohnung, die ich vor nunmehr fast drei Jahren bezogen habe, ist für einen einzelnen groß genug und sie wissen doch, wie oft ein Klinikarzt Zeit hat. Warum sollte ich eine schöne Wohnung in einem guten Viertel gegen eine größere tauschen.“
Sie scherzte weiter und fragte, ob die Wohnung denn meiner Partnerin auch reicht.
„Sie kennen doch bestimmt meine Geschichte und können sich sicher denken, dass ich noch so einige Probleme mit dem Vertrauen habe. Also keine Partnerin.“
„Junger Mann, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten. Aber sie sind ja in einem Alter, in dem man dem anderen Geschlecht noch nicht abgeschworen hat und ein nettes Stück Mann sind sie auch. Die Richtige wird schon kommen.“
Nach dem Büfett wurde zum Tanz gebeten und die Band fand schnell die richtigen Melodien, so dass der Tanzboden schnell recht voll war. Natürlich habe ich auch mit den Damen der Führungsebene getanzt und ich schwebte gerade mit der Gattin des Chefs über das Parkett, als sie einer jungen Frau zuwinkte und mir zu verstehen gab, in die Richtung zu tanzen.
Der Tanz war zu Ende und sie zog mich an die Bar, wo ihre Bekannte anscheinend auf sie wartete. Sie stellte uns vor und ich bin ganz ehrlich, das war der Höhepunkt des Abends. Es mag ja eine Legende sein, dass es Liebe auf den ersten Blick gibt, aber ich hatte den Eindruck, dass zwischen mir und der jungen Dame die Funken sprühten.
„Klaus, ich darf dir die Tochter einen guten Freundin von uns vorstellen, Franziska ist vor etwas mehr als einen halben Jahr aus Berlin zu uns gestoßen und arbeitet als OP-Schwester in der Chirurgie. Hoffentlich bleibt sie uns erhalten und wird nicht weiter ziehen.“
„Tante Clara, warum sollte ich. Ich komme doch gerade zur Ruhe und fühle mich hier auch recht wohl. Habe aber noch nicht so viel von der Stadt gesehen. Wird sich aber noch ergeben.“
Ich musste mich fast zwingen, ihre Hand los zu lassen und mein Gehirn setzte gerade wieder ein, als die Band einen neuen Titel anstimmte.
„Frau Dr., sie sind mir doch nicht böse, wenn ich ihre Nichte zum Tanz auffordere? Natürlich nur, wenn sie will.“
Franziska lächelte und nickte. Frau Doktor lächelte ebenfalls.
„Natürlich, Klaus, gönne einer alten Frau eine Pause. Ich werde mich meinem Mann an der Bar anschließen. Habt Beide Spaß.“
Es war, als ob wir schon immer zusammen getanzt hätten. Es war, als ob ich eine schöne schlanke Elfe im Arm hätte, die nur so über den Boden schwebte und sich jeder nur so kleinen Anweisung meinerseits hingab. Dabei lächelte sie mir zu und sah mir in die Augen. Ja, ja, ich bin in dieser Sekunde eine verrückter Romantiker, der träumte, sehr träumte.
Wir haben, glaube ich, an diesem Abend nicht einen Tanz ausgelassen und dazwischen haben wir geredet, nicht viel Vernünftiges, aber ich sagte ja schon, ich war ein Romantiker und ihre Stimme bezauberte mich.
Es war nur zu schade, dass ich die nächsten drei Tage Dienst hatte und leider bin ich viel zu spät ins Bett gekommen. Ich habe doch wirklich die von mir gesetzte Zeit des Abganges von der Feier um mehr als drei Stunden überschritten und konnte mich da immer noch nicht wirklich aufraffen, zu gehen. Wenn Franziska mich nicht in das Taxi geschoben hätte, wäre ich wahrscheinlich noch nicht gegangen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass sich die Gesellschaft da schon auflöste. Das wissende Lächeln der Ehefrau meines Chefs war tief in ihr Gesicht eingegraben.
Die nächsten Tage schwebte ich nur so und dann kam die Erkenntnis, dass ich versäumt hatte, mich mit Franziska zu verabreden. Auch wenn wir den Abend miteinander verbracht hatten, ist mir dieser elementare Fehler unterlaufen.
Nun, ich wusste ja, dass sie in unserem Krankenhaus arbeitet und ich wusste auch in welcher Abteilung und dann traf es mich wie ein Keulenschlag, als ich nach ihr fragte. Eine andere Schwester sagte mir, dass sie Urlaub hat und zu ihren Mann nach Berlin gefahren ist. Es war wie ein schwerer Schlag in den Magen. Sie ist verheiratet. Und damit für mich unerreichbar. Nie würde ich mich in eine Beziehung einmischen. Meine eigenen Erfahrungen sprachen mit großer Intensität dagegen und ich würde nie gegen meine Prinzipien verstoßen.
Das folgende freie Wochenende endeten fast wieder in einer Katastrophe. Der Alkohol lachte mich hämisch an und der kleine Teufel in meinem Gehirn lachte und schmeichelte mir. Es kostete schon viel Kraft, nicht in einen Bar oder Kneipe zu gehen und meine Frust zu ertränken. Ich habe es geschafft.
Und doch träumte ich nicht nur Nachts sondern auch in fast jeder freien Minute von der kleinen griechischen Göttin. Ja, man sollte vielleicht ein paar Worte zum Aussehen von Franziska verlieren. Ich beginne da, wo es sicher am einfachsten ist.
Sie ist etwa 163 bis 165 cm groß, schlank mit Beinen, die für ihre Größe zu lang und sehr gut geformt sind und in einen kleinen Po münden. Fest und durch den Sport, den sie sicher treibt, straff und wenn sie geht, kann man die Muskeln leicht erahnen. Die weiblichen Aushängeschilder ihrer Figur passen zu ihr, ich würde sagen, eine gute Handvoll und sie brauchen einen BH zur Unterstützung nicht, nur zur stilvollen Verhüllung und zur Verlockung des zu erwartenden Hochgenusses. Volle dunkle Haare bis zu dem Schultern wallend runden das Bild ab. Natürlich sind ihre Arme keine Muskelgebilde, die von Kraft zeugen, zeigen aber, dass sie Sport treibt. Lange Finger, schlanke Finger mit gepflegten Nägeln, die nicht auffällig rot getönt sind sondern nur leicht vom farblosen Lack glänzen. Bis dahin kann mir sicher jeder rotblütiger Mann folgen.
Aber dann komme ich zu dem, was mich am meisten fasziniert hat, zu ihrem Gesicht und hier werden die Meinungen zumindest in einem Punkt auseinandergehen. Zustimmen werden mir alle, die sie gesehen und in ihr Gesicht gesehen haben, was ein netter, wohl erzogener Mann ja machen sollte, ist, dass sie wunderschöne dunkle Augen hat, die sie auch durch ein leichtes Makeup hervorhebt. Das Makeup ist wirklich nur leicht, nichts übertriebenes.
Ihre Lippen laden sehr zum Küssen ein und machen das Gesicht ein wenig süßer. Kinn und die Nase sind Abbilder griechische Statuen, das Kinn ein wenig kantig und die Nase ein wenig zu groß und leicht gebogen, ein nicht so leicht zu beeinflussender Betrachter würde vielleicht sagen, eine Hakennase. Nein für mich war sie nur ein wenig zu groß und leicht gebogen. Und für mich war sie gesamt ein wunderschönes Kunstwerk, dass durch ihr Lächeln, durch ihr herzliche Lachen noch mehr Ausstrahlung erhielt, Nun ja, ich bin nicht der objektive Betrachter, aber ihre ganze Ausstrahlung hat mich zu einem Bewunderer gemacht. Man kann auch sagen. Liebe macht blind. Aber glaubt mir, sie ist wirklich schön und das sehe nicht nur ich sondern auch andere Männer und sie haben es auf der Feier bewiesen.
Nun, für mich nicht mehr zu erreichen. So vergingen zwei weitere Wochen und langsam klang mein Schmerz ab. Sie hatte keine Schuld, ich hatte viel zu viel in diese Begegnung und die Stunden bei der Feier gelegt, hatte zu viel geträumt. Sie hatte mit keinem Wort, mit keiner Geste dieses Feuer angefacht, war nur einen gute Gesprächspartnerin und eine noch bessere Tänzerin.
Leise legte sich eine kleine Hand mit langen Fingern auf meinen Arm und mich sah eine lächelnde Franziska an.
„Hallo Klaus, ich habe gehört, du warst bei uns und hast nach mir gefragt. Ich bin wieder aus Berlin zurück. Was hast du denn auf dem Herzen?“
Irgendwie war ich nicht auf der Höhe der Zeit und mein Mund sagte Sachen, die ich bei genauem Nachdenken nie gesagt hätte. Aber es hatte mich wohl richtig überrascht.
„Eigentlich wollte ich fragen, ob wir uns irgendwie treffen können, aber da du ja zu deinem Mann gefahren bist, hat sich das wohl erledigt. War es wenigstens schön in Berlin?“
„Ja, man soll nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Erstens habe ich keinen Mann mehr, einfach nicht mehr. Aber das ist ein Thema, was ich bitte nicht hier in der Kantine besprechen will und wenn man zur Familie fährt, muss keine Mann dabei sein, zumindest kein eigener. Aber ich verstehe dich. Ich kenne deine Geschichte ein wenig und finde deine Reaktion süß. Wollen wir uns auf eine Tasse Kaffee hinsetzen. Ich habe ein wenig Zeit bis zur nächsten OP.“
Nun war ich neugierig. Wir holten uns eine Tasse Kaffee und ich für mich ein belegtes Brötchen. Ein kleiner Tisch ziemlich am Rande war frei und wir setzten uns. Sie erzählte mir, dass sie noch mal nach Berlin und zu ihrer Familie musste, da noch Fragen des Hauses zu klären waren und dann ist ihre Ehe ganz zu Ende. Es sind die letzten Sachen, die zu klären waren und dabei musste sie nicht mal mehr ihren Ex sehen. Und dann war da natürlich der kurze Besuch bei ihrer Familie, auf den sie sich sehr gefreut hat.
„So, mein Lieber, jetzt weißt du Bescheid. Ich bin wieder Single und warte eigentlich auf deine Einladung, aber wenn du noch Bedenken hast, zeige ich dir gerne mein Scheidungsurteil. Jeder macht mal Fehler, wobei meiner viel kleiner war, als deiner. Ich weiß. Jeder hier in der Klinik kennt deine Geschichte zumindest in groben Zügen. Also wann hast du frei und wo gehen wir essen?“
Das war der Beginn unserer Beziehung. Wir gingen essen, zu Veranstaltungen, auch mal ins Theater und bei gutem Wetter auch mal in die Natur, aber bis auf ein Küsschen bei der Verabschiedung war noch nichts geschehen, obwohl man sich sicher sein konnte, dass wir es wollten, beide wollten.
Nach einem netten Abend mit einigen Bekannten in einer Tanzbar standen wir vor ihre Tür und sahen uns an und dann zog sie mich einfach mit in ihre Wohnung.
„Komm schon. Du brauchst immer so lange, ich will dich und ich glaube, du willst mich auch und ich habe es satt, zu warten. Ich mag dich sehr gerne und will es jetzt sofort. Komm ins Bett.“
Es war eine Wucht. Wir waren extrem schnell ohne ein Kleidungsstück und ich habe es genossen, sie oral zu verwöhnen, habe sie mehr als einmal zum Schreien gebracht und dann war es viel zu kurz. Nur gut, dass ihre Zündschur genau so kurz war wie meine, sonst hätte ich mich wohl blamiert, aber so sind wir fast gleichzeitig gekommen. Eine halbe Stunde Ausruhen, Schmusen und dann ritt sie mich mit einer solchen Energie, dass ich glaubte, sie bringt mich um.
Ein kurzer Schlaf danach und dann wachte ich auf, weil ein feuchter Mund meinen Schwanz verwöhnte, ihn wieder einsatzbereit lutschte und dann wollte sie unbedingt so tief wie möglich genommen werden und ich erfüllt ihr den Wunsch und ihr süßer Po reizte mich zu einer frechen Einlage. Während ich sie von hinten tief und mit langen Zügen penetrierte, schob ich langsam einen Finger in ihr Hintertürchen. Franziska ging ab wie eine Rakete und brüllte ihr Lust in den Raum.
Wir lagen fest umschlungen und immer noch schwer atmend auf den zerwühlten Laken und sie flüsterte mir leise ins Ohr.
„Da bin ich noch Jungfrau und will es auch bleiben. Da ich dich liebe, darfst du, aber nur du, da ein bisschen spielen, aber bitte nicht mehr.“
„Natürlich, Liebling, da ich dich auch liebe, ist dein Wunsch mein Befehl, nur dein süßer Po hat mich verleitet und sei ehrlich, es war nicht unangenehm.“
„Mal sehen, ob ich mich bei dir revanchieren kann. So ein bisschen versaut kann es ja gerne sein.“
Der Kuss war langanhaltend und tief. Und dann schlief eine kleine Göttin neben mir, dicht an mich gepresst, ein und ein süßes kleines Schnarchen ertönte neben mir. Genau so wachten wir auf, weil uns die Sonne kitzelte. Ohne weiter zu überlegen, küssten wir uns und sie lag lang ausgestreckt auf mir und ihr Körper verursachte genau das, was sie wollte. Er wachte auf und salutierte. Franziska lächelte, rieb sich ein wenig und dann glitt sie auf mich und schob sich so tief es geht, meinen Penis in ihr schon wieder heißes Gegenstück. Es wurde ein mit vielen Küssen und anderen Zärtlichkeiten versüßtest Liebesspiel und ich zeichnete beide Brüste als meine.
Nach eine Ausruhphase duschten wir und Franzi stand vor dem großen Spiegel und lachte.
„Du Schlingel, du musst mich nicht markieren. Ich gehöre dir auch so und das mit allem, was ich habe.“
Ich umarmte die vor dem Spiegel stehende nackte Frau und küsste ihren Nacken, Sie drehte ihren Kopf und bot mir ihre Lippen, die ich zärtlich küsste.
„Das hoffe ich sehr, denn hinter dir steht dein ergebener Diener, dein Knecht, der seine Göttin liebt.“
Nun glaubt ja nicht, dass sich dieses Fest der Lust jeden Tag wiederholte, nein, geht gar nicht, da mein Dienstplan als Oberarzt nicht frei von Bereitschaftsdiensten ist und außerdem Franziska auch bestimmte Dienste schieben musste. Aber eins steht fest, wir nutzen jede freie Minute für das Zusammensein und um zu zeigen, dass wir zusammengehören. In der Klinik war es ein offenes Geheimnis, dass wir ein Paar sind und ich erinnere mich daran, dass an einem Tag eine weibliche Hand auf meiner Schulter landete und mich die Ehefrau unseres obersten Chefs anlächelte.
„Versprechen sie mir, dass sie die Kleine nicht enttäuschen. Wehe, sonst erleben sie mich als Furie.“
Wir unterhielten uns noch ein paar Sekunden und mit einem Lächeln meinte sie, dass wir nicht vergessen sollten, sie und ihren Mann zur Hochzeit einzuladen.
Ich bin ganz ehrlich, daran hatte ich noch nicht gedacht, aber diese bestimmt nett gemeinte Erinnerung brachte mich zum Nachdenken. Nun bin ich mir ziemlich sicher, dass Franzi mich wirklich liebt, aber da ist erstens meine Vergangenheit, das Erlebte, besser gesagt, das Erlittene und dann der ja auch nicht unerhebliche Altersunterschied. Vor mir stand der vierzigste Geburtstag und Franzi hatte gerade ihren 29zigsten gefeiert. Und eins wusste ich fast genau, sie wollte Kinder. So richtig hatten wir darüber noch nicht gesprochen, aber ihre Ehe war an zwei Dingen gescheitert, erstens am Fremdgehen ihres Mannes und zweitens an der Weigerung des Kerls Kinder zu haben. Will ich mit Vierzig Kinder in die Welt setzen, die mit ihrer Ausbildung fertig sind, wenn ich Sechzig oder älter bin?
Nun bin ich kein Mensch, der den Stier nicht an den Hörnern packt und so nahm ich meinen Schatz nach dem Abendessen in den Arm und fragte sie, wie sie sich unser weiteres Leben so vorstellt.
„Ich glaube, ich habe es dir schon mal gesagt, du bist immer ein wenig langsam, was ich bei deiner Vergangenheit ja verstehen kann, aber mein Schatz, ich liebe dich und will mit dir die nächsten 50 Jahre zusammen sein. Aber dazu musst du mir eine bestimmte Frage stellen. Bist du dazu bereit?“
Der Wink mit den riesen Zaunpfahl war unübersehbar.
„Liebling, du zwingst einen alten Mann auf die Knie, muss das sein? Aber nun ja.“
Ich kniete mich vor sie und stellte die Frage aller Fragen und sie beantwortete sie mir ja.
„Ja und immer wieder ja. Ich will dich als meinen Mann und einst sage ich dir auch gleich, ich will mindestens 2 Kinder mit dir. So und wo ist jetzt mein Ring?“
Den hatte ich nicht, aber an dem nächsten gemeinsamen Alltag gingen wir zu einem der guten Juweliere der Stadt und sie durfte sich ihren Ring aussuchen und ich muss sagen, sie war sehr vernünftig. Was sie aber in der Klinik mehr als einmal machte, sie gab mit ihrer ringgeschmückten Hand sehr an.
Das Jahr neigte sich langsam dem Ende zu. Wir hatten gemeinsam die Weihnachtsfeier der Klinik überstanden und lagen nach einem sehr schönen Liebesakt in dem Bett und sie flüsterte mir ins Ohr.
„Wir verbringen die Weihnachtstage bei meinen Eltern. Sie freuen sich schon darauf, dich zu sehen. Und keine Widerrede. Ich habe schon alles mit dem Chef abgesprochen.“
Ich wusste zwar, dass sie noch beide Eltern hat und auch einen Bruder, aber ich hatte noch nicht das Vergnügen, sie persönlich zu sehen. Wir hatten zwar schon miteinander gesprochen und auch mittels Videoanruf ein wenig von ihnen gesehen, aber noch nie haben wir uns gegenüber gestanden und ich hatte wie gesagt, Bedenken wegen des Altersunterschieds. Nun egal, meine Göttin hatte entschieden, dass wir uns in die Höhle der Löwen gegeben und wer wagt es schon, einer Göttin zu widersprechen.
Und sie hatte wirklich alles organisiert. Wir flogen von Berlin nach München und dort wurden wir von einem Mann in einer Livree erwartet und zu einer großen deutschen Limousine geführt.
„Fräulein Franziska, sie und ihr Verlobter werden im Vier Jahreszeiten erwartet. Ich erlaube mir, sie dort abzusetzen und dann ihr Gepäck zur Residenz zu bringen. Natürlich werde ich sie wieder von dort abholen.“
Ich sah Franziska an und sie sah, dass ich Fragen habe.
„Schatz, vertraue mir. Es ist alles ok. Ja, meine Eltern sind stinkreich, aber doch ganz normale Eltern und du wirst sie mögen. Sei nicht erstaunt, denn sie haben eine Überraschung für dich. Ich freue mich schon auf deine Reaktion.“
Obwohl ich versuchte, mehr zu erfahren, lächelte sie nur und schüttelte mit dem hübschen Kopf. Vor dem Vier Jahreszeiten nahm sie meine Hand, küsste mich auf den Mund, nur ein kleiner Kuss und betrat mit mir an der Hand die Rezeption des Hotels und sofort war eine junge Frau da, die uns fragte, wohin wir wollen.
„Meine Eltern erwarten uns.“ Und dann sagte sie etwas auf Französisch und die junge Frau führte uns in den Speisesaal und weiter zu einem kleinen Raum, der etwas von dem großen Saal abgetrennt ist. Dort erhoben sich drei Personen von dem bereits eingedeckten Tisch.
Ich konnte auf Grund der Videoanrufe ihren Vater und ihre Mutter sofort erkennen, aber den junge Mann, der neben ihnen stand und mich angrinste, konnte ich nicht einordnen. Irgendwie kam er mir bekannt vor, aber ich habe in meinem Leben viele Menschen gesehen.
Die Begrüßung der Eltern durch meine Zukünftige war sehr herzlich und auch ich wurde herzlich begrüßt. Dann kam die Erkenntnis. Den jungen Mann kannte ich, er war sehr wahrscheinlich einer meiner Patienten, die ich in der alten Klinik behandelt habe und ich erinnerte mich wage, dass es eine nicht einfache Sache war. So etwas vergisst man nicht. Er hatte eine selten vorkommende Autoimmunerkrankung, die wir erst ziemlich spät erkannten und die ihm sehr geschadet hat.
Nachdem ich seine Mutter und seinen Vater begrüßt hatte, wandte ich mich an ihn und er sah, dass ich ihn erkannt hatte.
„Doktor, es freut mich sehr, sie wieder zu sehen. Ich darf ihnen noch mal danken, dass sie mich gerettet haben. Es geht mir auf Grund ihrer Behandlung sehr gut und das verdanke ich ihnen, nur ihnen.“
„Frank, ich darf sie doch Frank nennen. Erstens freut es mich ungemein, dass wir helfen konnten und zweitens, es ist nicht nur meine Verdienst. Immerhin stand die ganze Klinik hinter ihnen. Aber sagen sie mir bitte, wie soll ich sie einordnen? Wie gehören sie zu meiner Zukünftigen?“
„Die Frage kann ich ganz einfach beantworten. Ich bin der zwei Jahre ältere Bruder. Und wenn sie nicht erkannt hätten, was mich plagte, wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr hier. Deshalb gebührt ihnen der Dank. Aber können wir das unpersönliche Sie nicht lassen, immerhin wirst du ja mein Schwager und da besteht überhaupt kein Zweifel.“
Dabei umarmte er mich und ich sah die drei Anderen lächeln. Was mir dann geschah, hat wohl auch meine zukünftige Frau überrascht. Ihre Mutter umarmte mich so fest, dass ich bald erstickte. Und der Kuss auf die Wange war auch nicht von schlechten Eltern.
„Mama, der Kerl gehört mir, ganz alleine mir, den teile ich nicht.“
Es wurde gelacht und ihre Mutter meinte nur, dass sie nur ihren Dank zum Ausdruck bringen wollte.
Der Abend war mehr als nett und jetzt erfuhr ich auch die letzten Geheimnisse meiner Süßen. Ihre Eltern sind, wie sagte sie so nett, stinkreich, besitzen eine große Firma auf dem Gebiet der Elektronik und der Telefonie.
Ihr Vater lies dann die Katze aus dem Sack. Übrigens waren wir alle aufs du gewechselt und Franzi saß beim Kaffee eng bei mir, hielt meine Hand und ihre langen Finger strichen über meine Hand.
„Klaus, sei mir nicht böse, aber ich muss mich noch mal bei dir bedanken, dass du meinen Sohn gerettet hast. Ja, sag Nichts. Du hast den gerettet, der einmal die Firma leiten wird, das Ruder übernehmen wird und auch den Teil deiner zukünftigen Frau mit führen wird, da sie ja nicht wollte und einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. Franziska wollte nie ins Geschäft einsteigen und wir waren daher froh, dass Frank Interesse hatte. Und dann kam diese verfluchte Krankheit, die keiner erkannte, bis du auftauchtest und es erkannte. Jetzt ist er wieder auf dem Damm und wird dank deiner Behandlung ein fast normales Leben führen können. Dafür gebührt dir Dank und wir werden es nie vergessen.“
Ihre Mutter führte die Worte ihres Mannes fort.
„Wir kennen deine Geschichte und sind daher über alle deine Schritte informiert. Es freut uns, dass du wieder der Alte bist und was uns noch mehr freut, ist, dass ihr Beide zusammengekommen seid und ich sehe die Liebe in euren Augen. Pass bitte auf meine Kleine auf, denn wenn sie dich verliert, bricht sie mir zusammen. Wir alle und damit meine ich nicht nur die hier Anwesenden freuen uns, dich in der Familie zu begrüßen. Du wirst Gelegenheit haben, am Weihnachtsfest noch andere Mitglieder der Familie kennen zu lernen.“
In dieser Nacht lagen wir in dem großen Gästezimmer in den Armen des Anderen und ich sah sie an.
„Wusstest du von deinem Bruder und mir?“
„Nein, zumindest nicht in der ersten Zeit. Erst als ich meine Sachen in Berlin zu Ende klären war, hat mir mein Bruder das erzählt und da wollte ich dich noch mehr. Aber eigentlich spielte es da schon keine Rolle mehr. Als du mir auf der Feier die Hand gabst, war es schon um mich geschehen. Es war, als ob mich der Blitz getroffen hat und ich wusste, den Kerl muss ich haben und dieses Verlangen hat sich jeden Tag gesteigert.“
Sie küsste mich stürmisch und schob ihren Körper auf mich.
„Schatz, wir wollen doch nie wieder Geheimnisse voreinander haben und daher muss ich dir noch eine Sache gestehen. Und das, obwohl ich meinen Eltern versprechen musste, es dir nicht zu sagen. Aber es zerreißt mich. Meine Eltern haben damals die Anwälte bezahlt, die dich aus den Klauen deiner verräterischen Frau gerettet haben. Bitte sage es ihnen nicht, denn sie würden es dir nie sagen, aber ich fand, dass du es wissen musst, denn wie würde es aussehen, wenn es durch irgendeine Indiskretion mal herauskommt.“
„Wusstest du, dass ich in der Uni-Klinik arbeite, als du dort angefangen hast?“
„Nein, meine kleiner Liebling, ich wusste es nicht. Hab ich doch schon gesagt. Ich glaube, dass meine Eltern deinen Weg zwar verfolgt haben, aber erzählt haben sie nichts darüber.“
Wir habe noch ein bisschen gekuschelt und dann war auch schon der Tag der Weihnachtsfeier und ich habe noch einige Verwandte kennen gelernt. Eigentlich alles recht nette Leute. Nun ja, ein junger Mann etwa im Alter meiner Süßen konnte mich wohl nicht besonders leiden, Ich kann ihn ja verstehen. Da kommt ein alter Mann, so sieht er mich wohl und schnappt sich die reiche Schöne und er bekommt nicht mal Brotkrumen, denn Franzi hat ihn ganz schön abfahren lassen. Noch schlimmer wurde es, als er ein wenig über den Durst getrunken hatte und mir gegenüber ein wenig ausfallend wurde. Ich hätte Frank gar nicht so viel Mumm zugetraut, aber er schnappte sich den Jungen und warf ihn raus.
„Pass mal auf, Klaus ist bald auch offiziell mein Schwager. Er gehört schon jetzt zur Familie und wer ihn beleidigt oder angreift, greift die Familie an. Verstehst du mich gut? Oder muss ich es noch mal übersetzen.“
Sonst gab es nur viel Gerede über die bevorstehende Hochzeit und am nächsten Tag saßen wir nach dem Essen zusammen und die Frauen unterhielten sich über die Hochzeit. Und dann plötzlich wurde es etwas laut. Franziska war nicht amüsiert.
„Mutter, es ist meine Hochzeit, mein Mann und wir werden es so machen, wie wir es wollen. Ich will nicht, dass in der Klinik über die riesige Hochzeit eine Krankenschwester, die eine verdeckte Reiche ist, mit einem Arzt geklatscht wird. Wir bestimmen den Rahmen und er wird nur die Familie und ein paar Freunde umfassen. Verstanden? Nicht die halbe Nation und schon gar nicht diese Reichen.“
Ihr Vater neigte sich zu mir, legte die Hand auf meinen Arm und meinte, dass ich ihm folgen soll. Wir saßen in seinem Arbeitszimmer. Er hatte sich einen bestimmt sehr guten Whisky eingeschenkt und reichte mit zuerst eine Flasche mit dem Saft, den ich am liebsten trinke, und dann ein Kuvert, in dem eine Kontokarte auf meinen Namen und ein Kontoauszug über eine wirklich enorme Summe steckten.
„Sag Nichts. Du kennst meinen kleinen Querkopf noch nicht so genau wie ich. Eins weiß ich genau, sie liebt dich sehr und wird dich nie so betrügen, wie es deine Ex gemacht hat. Sie wird ihren dicken Kopf durchsetzen und dich mit Kindern beschenken und ich glaube nicht, dass es bei zwei bleiben wird. Ich möchte, dass du das Geld nutzt, kauf euch ein schönes Haus, in dem sie deine Kinder groß ziehen kann und eins sage ich dir schon jetzt, sie wird eine sehr gute Mutter sein und sehr schnell nur noch Geliebte, Mutter und Hausfrau sein. Wir haben mehr Geld, als wir je ausgeben können, aber sie wird es immer versuchen, unabhängig zu sein und dir deine Rolle als Vorstand und Ernährer der Familie sichern und nie in Frage stellen lassen. Manchmal ist sie etwas verdreht in dieser Hinsicht, aber sie ist mein Liebling und ich will, dass du nicht dem Geld hinterher jagen musst. Nimm es einfach und sag ihr nur das Notwendige. Ich gehe davon aus, dass sie dir unsere Rolle in deinem Drama erzählt hat. Lass es einfach stecken. Ich konnte nicht den Mann untergehen lassen, der meinen Sohn gerettet hat. Liebe meine Tochter, schenke uns Enkelkinder und mach deinen Job, denn du bist ein guter Arzt. Schau ab und zu nach Frank, wenn es uns nicht mehr gibt. Meinst du, dass er uns auch Kinder schenken kann und sollte er es überhaupt mit seiner Erkrankung?“
Wir sprachen noch einige Zeit über Alles und dann suchten wir unsere Frauen und fanden sie immer noch bei der Planung unserer Hochzeit. Mein Schatz hatte sich aber hinsichtlich des Ortes und der Größe durchgesetzt.
Drei Tage später sind wir wieder Heim geflogen und ich habe Franziska am nächsten Abend über das Gespräch mit ihrem Vater informiert. Zwischen uns gibt es keine Geheimnisse. Am gleichen Abend hat sie mir gebeichtet, dass sie die Verhütung abgesetzt hat und hofft, nach vor unserer Hochzeit schwanger zu sein. So kam es.
7 Monate nach unser Hochzeit, übrigens doch etwas größer als meine Frau es wollte, aber das war meine Schuld und die ihrer Eltern, kam unser erstes Kind, ein Mädchen zur Welt.
Übrigens kam Frank mit einer kleiner Asiatin zur Hochzeit, die fast ein Jahr später seine Ehefrau wurde und ihm zwei Jungen schenkte, die nicht mit der Krankheit belastet sind, unter der er litt. Ich habe die Untersuchung selber geleitet. Und habe ihnen die erfreuliche Mitteilung selbst überbracht.
Zwischenzeitlich haben wir uns ein sehr schönes Anwesen mit einem großen Haus gekauft und als Franzi mit unserem zweiten Kind schwanger war, ist sie aus dem Dienst ausgeschieden und hat die Rolle eingenommen, die ihr ihr Vater vorhergesagt hat.
Es ist jetzt fast vierzig Jahre her und in Kürze werden wir mit der ganzen Familie meine 80zisten Geburtstag feiern. Dank der guten Pflege meiner immer noch sehr schönen Frau habe ich mich so einigermaßen gut gehalten. Na gut, ich bin keine junger Hüpfer mehr, aber meine Frau meint immer, ich habe mich gut gehalten und kann noch so manchen Jüngeren nieder machen und für bestimmte Sachen gibt es ja Medikamente. Übrigens hatte ihr Vater auch in der anderen Sache Recht. Wir haben vier Kinder und ich hoffe, dass sie wohl gelungen und gut erzogen sind. Da sie alle schon verheiratet sind, ist die Familie noch mal gewachsen und zwar um jetzt 9 Enkelkinder. Wer weiß, ob es noch mehr werden.
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