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Im Cafe (fm:Romantisch, 6052 Wörter)

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Veröffentlicht: Aug 03 2026 Gesehen / Gelesen: 109 / 65 [60%] Bewertung Geschichte: 10.00 (2 Stimmen)
Erster Teil einer Geschichte die sich immer weiter verselbständigt. Jule und Tom treffen aufeinander und loten nicht nur literarische Gemeinsamkeiten aus. Der zweite Teil sollte zum Wiedersehen führen, hat aber eine überraschende Wendung genommen...

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Die schwere Messingtür zum Café fiel hinter mir hörbar ins Schloss zurück und der pulsierende Lärm der Hauptstraße verstummte. Es umfing mich der warme Duft von Kuchen, Kaffee, altem Holz und Leder. Seinem hervorragenden Ruf zum Trotz war das Café angenehm leer. Keine Heerscharen von Rollatoren-Lenkern oder lärmende Rudel von Kleinkindern. Eine Gruppe Mit-Fünfziger besetzte am hinteren Ende einen größeren Tisch, von dem herzliches Gelächter herüberdrang. An den übrigen, meist kleineren Tischen herrschte noch die aufgeräumte Ruhe des frühen Vormittages. Gestecke und Menagen waren ordentlich drapiert. Stühle standen akkurat im Kreis drumherum.

Das Café war L-förmig angelegt und ich wählte den kürzeren Bereich ohne die fröhliche Gesellschaft. Ich ließ meinen Blick kurz schweifen und wählte dann den Ecktisch nah am Fenster. Wobei ich nicht wirklich eine Auswahl traf, es wäre stets jener Tisch geworden; Sofern eben verfügbar. Den ganzen Raum im Blick, den Rücken zur Wand und am liebsten dicht am Fenster. Offen gestanden, ich mochte diese Marotte von mir. Sie war mir sehr vertraut und verlässlich. Es hatte für mich etwas Anheimelndes, in Sicherheit wiegendes, wenn ich in einem Café oder Restaurant „meinen“ Tisch leer vorfand. Nach absolviertem Slalom um die verwaisten Tische ließ ich mich auf die an den Wänden umlaufende dicke Lederbank sinken. Das noch kühle Leder knarzte unter meinem Gewicht, die opulente Polsterung nahm mich weich auf. Ich legte meine Tasche neben mir ab und stellte verwundert fest, dass direkt neben mir schon eine Tasche stand. Dunkles Wildleder, augenscheinlich ein jahrelanger Begleiter eines männlichen Besitzers. Von dem fehlte jede Spur. Hatte ich ihm den Platz weggenommen, kam es mir in den Sinn. Hatte er seine Tasche hier früher am Morgen vergessen? Ich verwarf den Gedanken und wollte den Kellner vielleicht später auf das Fundstück hinweisen. Eben jener kam auch umgehend an den Tisch geeilt, die Karte unter den Arm geklemmt. „Guten Morgen, die Dame! Der Herr erwartet Sie schon, lässt sich jedoch noch kurz entschuldigen!“ Mist, schoss es mir durch den Kopf. Werde ich „meinen“ Tisch wohl räumen müssen. „Darf ich Ihnen denn schon etwas bringen, oder möchten Sie erst in die Karte schauen? “, fuhr er dienstbeflissen fort. „Nein, ja …“, setzte ich an. „Den Apfelstrudel und einen Milchkaffee, bitte. Aber ich bin hier nicht verabredet.“

Der Kellner setzte gerade an, wohl den Umstand erklärend, dass der Tisch dann bereits besetzt sei, als hinter ihm ein Mann um die Ecke bog und auf uns zusteuerte. Mutmaßlich der Besitzer der Tasche und vorrangige Benutzer meines Sitzplatzes. Vielleicht Mitte 30, schwarzer Pullover, Jeans, mittlere Größe. Auch der Kellner bemerkte ihn. „Es tut mir leid, aber die Dame hatte nicht bemerkt, dass der Tisch bereits besetzt war, da Sie nicht anwesend waren, als sie reinkam.“ Er hatte ein offenes, fröhliches Gesicht mit dunklen Augen, als er mich anblickte: „Das ist gar kein Problem. Wenn dieser Tisch auch ihre erste Wahl in einem fast leeren Café ist, möchte ich Ihnen den gerne überlassen.“ Mir schoss die Röte ins Gesicht. Woher wusste er das und warum traf mich seine Stimme wie ein Donnerschlag? Sie trommelte an meine Ohren, rauschte durch meinen Kopf, geradewegs mit Vollgas auf meine Lenden zu. Ich wurde wahrscheinlich knallrot, konnte kein Wort hervorbringen und als er sich vorbeugte, um nach seiner Tasche zu greifen drohte ich zu kollabieren. Sein Duft spülte wie eine Woge an den Strand meines Verstandes. Kein Parfüm – kein Aftershave. Einfach nur Mann, warm und ehrlich.

Der Kellner wandte sich mit meiner Bestellung dem Tresen zu und jener Mann setzte sich zwei Tische weiter, entschwand aber keineswegs aus meiner Wahrnehmung. Ich lauschte dem Nachhall seiner höflichen, gewählten Worte, die noch in mir wallten. Sehnte mich augenblicklich nach dem sanften Singsang, der in seiner tiefen Bassstimme mitschwang und mir eine Gänsehaut verursachte. Nur Gänsehaut? Von wegen! Meine Brustwarzen stellten sich auf und rieben an dem sie umschließenden Stoff. Die farblich passende Spitze zwischen meinen Beinen verdunkelte sich um einige Nuancen. Völlig überrascht und aufgewühlt spürte ich meine Erregung. Spürte dem Kribbeln in meinen Leisten nach und versuchte gleichzeitig, die Schulmädchenröte aus meinem Gesicht zu atmen.

Das Klappern des Porzellans vor mir auf dem Tisch holte mich zurück und ich brachte immerhin ein gestammeltes Danke hervor, als die Tür aufflog und eine junge Frau in das Café rauschte, sich kurz umblickte, um dann zielsicher meinen Nebentisch anzusteuern. Unter einem dunklen Lockenschopf funkelten dunkle, hellwache Augen und noch drei, vier Schritte entfernt setzte sie bereits lautstark an: „Tom, gut, dass Du

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