Mittleres Management Teil2 (fm:Ehebruch, 3589 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Cerar | ||
| Veröffentlicht: Aug 14 2026 | Gesehen / Gelesen: 587 / 519 [88%] | Bewertung Teil: 9.20 (5 Stimmen) |
| Semiaralltag mit Überraschungen. | ||
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neidisch auf die drei Freuen? Dann ging ihr Denken wieder in eine realistischere Sichtweise der Dinge über. Warum in aller Welt, sollte sie auf die Aufmerksamkeit eines anderen Mannes hoffen? Sie nahm ihr Essen an einem Tisch mit anderen Teilnehmern des Seminars ein, war bemüht, eine gute Gesprächspartnerin zu sein, ertappte sich aber immer wieder einmal dabei, dass sie zu dem Tisch mit Eric hinüber schaute, wo sich Eric als Hahn im Korb offensichtlich ausgesprochen wohl fühlte. Das ausgelassene Kichern und gackernde Lachen dort sprach für sich. Nagte es auch an ihrem Ego? Und wenn ja, warum? Sie versuchte mehrfach, derartige Gedanken und daraus resultierende Selbstzweifel zu verdrängen.
Wieder ein Abendessen
Sie war froh, als am Nachmittag dann das Seminarprogramm mit einem der anderen Teamleiter fortgesetzt wurde, und sie sich auf andere Dinge konzentrieren musste. Und doch war ihr der fremde Mann, dieser Eric, am Abend wieder in ihren Gedanken präsent. Sie wollte wahrgenommen werden und zog sich ein wenig gewagter an: einen etwas kürzeren, engen hellbeigen Rock mit einem tiefen Schlitz mittig vorne, eine fast schon transparente sandfarbene Bluse, unter der man den schwarzen, knapp sitzenden BH durchscheinen sah, und darüber der Blazer vom Vorabend. Beim prüfenden Blick in den Spiegel war sie mit sich zufrieden und machte sich auf den Weg zum Speisesaal.
In der Tür blieb sie kurz stehen, um sich einen Überblick über die Situation zu machen. Da sie bewusst etwas später gekommen war, war ihr die Aufmerksamkeit der meisten bereits Anwesenden beim Gang durch die Tischreihen sicher. Eric saß dieses Mal mit einem Kollegen und zwei Frauen an einem Rundtisch, der für 6 Personen eingedeckt war. So plump aber, einen der beiden noch freien Plätze anzusteuern, wollte sie natürlich nicht sein, und so ging sie zu einem noch freien Platz in der Nähe, wo man sie zwar gut sehen konnte, sie sich aber nicht die Blöße geplanter oder gar gewollter Nähe geben würde. Sie war noch nicht ganz angekommen, als Eric sie erblickte und ihr mit einem Wink zu verstehen gab, dass sie doch zu ihm an den Tisch kommen solle. Sie winkte, nur schwach angedeutet, zurück, steuerte aber weiter auf den von ihr ausgesuchten freien Platz zu.
Nein, so leicht würde sie es ihm nicht machen. Sie war doch nicht etwa auf der Suche nach ihm - sie wollte doch gar nichts von ihm!
Jetzt rief er sogar laut ihren Namen über alle Tische hinweg, wie peinlich! Als sie wieder zu ihm sah, winkte er unmissverständlich und gab ihr Zeichen, zu ihm zu kommen. Na gut, sie änderte ihre Richtung und ging zu ihm – aber er hat so gewollt, nicht sie!
„Hi Elke, schick siehst du aus. Komm, setz dich zu uns. Das hier, er deutete auf den Mann direkt vor ihr, ist Pascal, du kennst ihn schon von der Vorstellung des Mentoren-Teams heute Morgen, und das hier sind Angie und Sigi, stellte er die beiden Frauen links und rechts neben sich vor.
‚Mein Gott, was sind das denn für billige Weiber? Die könnten ja glatt auf den Strich gehen, so wie die sich zurecht gemacht haben‘, ging es ihr sofort durch den Kopf. Die beiden waren tatsächlich ziemlich provozierend gekleidet. Die Brüste quollen regelrecht aus den BHs und zogen die Blicke der Männer förmlich an. Bei einer konnte man sogar die Nippel durch den transparenten Stoff der Bluse sehen. Zudem waren beide für ihren Geschmack viel zu auffällig geschminkt. Allein das intensive Rot der Lippen war dafür überdeutlicher Beweis. Und Eric saß lässig und entspannt zwischen ihnen und fühlte sich sichtlich wohl in ihrer Begleitung. ‚Naja, sein Bier‘, dachte sie bei sich.
Und doch war sie auf unerklärliche Art und Weise enttäuscht. Sie setzte sich auf den freien Platz neben Pascal, lächelte und begann mit diesem ein belangloses Gespräch. Schon bald kam noch eine weitere Frau hinzu, die allerdings relativ dezent gekleidet war. Man aß das aufgetragene Essen, lobte die Küche und das angenehme Ambiente und trank den gereichten Wein.
Elke schien phasenweise ein wenig abwesend und unkonzentriert. Immer wieder ging ihr ihre Situation hier in der Gruppe durch den Kopf, und sie ertappte sich dabei, wie sie der Frage nachging, wieso sie an diesem Tisch saß. Die Anderen wussten offensichtlich alle, dass dies ihre Plätze sind. Hatte Eric möglicherweise im Voraus dafür gesorgt, dass sie hier platziert werden würde? Dann wieder erschrak sie über derartige Gedanken, besann sich auf ihre Person als die einer verheirateten Frau und verhielt sich entsprechend dieser von ihr selbst erwarteten Rolle.
Als nach dem Essen alle aufstanden und voneinander verabschiedeten, fragte Eric völlig unerwartet: „Sehen wir uns nachher nach deinem telefonischen Rechenschaftsbericht an deinen Mann noch auf einen Absacker in der Bar?“
Wieder fühlte Elke sich unerwartet kalt erwischt. Allein der ironische Unterton war unerträglich. Was bildete der Kerl sich denn ein? Er hatte doch alles für sein persönliches Wohlergehen schon dabei, diese rothaarige Schlampe an seiner Seite. Andererseits wollte sie es nicht auf sich sitzen lassen, alles was sie tat von ihrem Mann absegnen lassen zu müssen. Außerdem waren seit heute die Karten neu gemischt: Eric konnte entscheidend für ihre Zukunft sein, was aber nicht bedeutete, dass sie willfährig sein würde.
Sie antwortete daher knapp und beherrscht freundlich: „Kann gut sein“, was er mit einem freundlichen „Prima, freut mich, bis nachher also“ quittierte und schon zog er mit seiner „Freundin“ davon.
Weshalb echauffierte sie sich eigentlich? Diese Frau, Schlampe hin oder her, war ganz neu im Unternehmen und noch dazu direkt aufgrund eines entsprechenden Studiums in diese Position eingestellt. Sie dagegen hatte sich die Teilnahme hier durch harte tagtägliche Arbeit ermöglicht.
Es musste ihr egal sein und war ihr egal. Immer deutlicher stellte sich eine Vorfreude auf das Gespräch mit Manfred ein, der ist schließlich ihr Mann, und nur ihn liebt sie, und das über alles. Ja, es ist schön, begehrt zu werden und das auch einmal von Fremden bestätigt zu bekommen, aber Liebe empfangen und zu geben ist etwas anderes. Er war derjenige, der mit ihr fieberte und litt und der sogar an ihr gemeinsames Liebesleben selbst in der Ferne dachte. Obwohl, heute Abend hätte sie nichts dagegen, wenn sie auf den telefonischen Fernsex verzichten würden. Irgendwie fühlte sie sich ausgelaugt und matt von den Ereignissen und Anforderungen des Tages, aber sie wollte ihren Mann auch nicht vor den Kopf stoßen und ihm den Spaß verderben, auf den er sich sicherlich schon lange gefreut hat. Sie wusste, dass es für ihn das Highlight des Tages sein würde.
Das eigentliche Gespräch um 10 Uhr war wieder wunderbar. Sie erzählte Manfred alles von den Sitzungen und den Pausen mit den Essen dazwischen. Lediglich, dass sie später vielleicht noch einmal kurz in Bar gehen würde, ließ sie weg. Natürlich erkundigte sie sich auch nach seinem Tag, doch er wusste nicht allzu viel zu berichten, außer dass es alles in allem sehr anstrengend war, all das, was sie sonst zu zweit stemmten, er allein erledigen musste.
Die letzten Minuten des Gesprächs ließ sie ihn durch manchmal schleppendes Sprechen und Gähnen wissen, dass sie doch schon recht müde sei. Er reagierte wie sie es erhofft hatte: „Ich glaube mein Hase ist heute schon ein bisschen müde und sollte lieber schlafen anstatt mit seinem Rammler zu spielen und zu hoppeln. Was meinst du, kann ich Recht haben?“
„Der Kuschelhase ist heute wirklich schon etwas sehr müde. Wäre denn sein Hasenbock sehr traurig, wenn er heute Abend nicht rammeln kann?“, fragte sie ihn mit gespielt, hoffentlich überzeugend müder Stimme.
„Nein, natürlich nicht. Einzige Bedingung ist, dass die Häsin auch wirklich schläft und nicht alleine rumrammelt.“ Er hatte es scherzhaft gesagt, aber wohl durchaus ernst gemeint. Sie kannte ihren Mann und wusste um seine Eifersucht, die sie ja ohnehin für den eigentlichen Grund ihrer Spannungen in der letzten Zeit verantwortlich machte. Sie wollte dieses Misstrauen und damit weitere Spannungen nicht befeuern und log deshalb: „Da kannst du unbesorgt sein. Ich werde schlafen wie ein Stein.“
Das Gespräch endete schon bald in vollständiger Harmonie mit den immer obligatorischen Fernküssen. Elke aber saß noch eine ganze Weile regungslos auf ihrem Bett und sann über sich, ihre Situation hier im Seminar, vor allem aber über ihre Beziehung zu ihrem Mann nach. Was geschah hier mit ihr? Warum hatte sie ihn angelogen? Sie hatte dies noch nie getan, auch nicht als Notlüge. Und – sie hatte es noch nie für nötig erachtet.
Während des Gesprächs war sie fest davon überzeugt, es für ihn getan zu haben. Er sollte sich einfach keine unnötigen Gedanken machen, sollte wissen, dass es ihr gut geht. Aber jetzt, aus der Distanz betrachtet, fühlte sie sich schlecht. Noch nie hatte es eine solche gemeine Verlogenheit zwischen ihnen gegeben. Was geschah hier mit ihr? Es wurde ihr immer klarer: Es war ihr im Grunde genommen egoistisches Verhalten, so wie sie handelte. Sie wollte sich Manfred gegenüber nicht erklären müssen, wollte sich nicht rechtfertigen. Empfand sie ihre Bindung an und mit Manfred als einengend? War es der Versuch, aus ihrem, mit einem Mal als Behinderung bei ihrer Selbstverwirklichung wahrgenommenen, Eheleben auszubrechen?
Was immer es auch war, es war einseitig und vor allem unfair. Es änderte aber nichts an ihrem Entschluss, noch kurz in die Hotelbar zu gehen. Die diesbezügliche Lüge war die eine Sache, ihr Vorhaben eine andere. Sie wollte einfach nicht als quasi unselbstständige, von ihrem Ehemann fremdbestimmte Hinterwäldlerin von diesem Eric wahrgenommen werden, mehr nicht!
Sie kombinierte ein paar ihrer Kleidungsstücke neu, so viel hatte sie ja gar nicht in ihren Koffer packen können, als dass sie sich mehrmals an jedem Tag neu hätte anziehen können, und mit ein wenig Hilfe aus ihrem “Malkasten” war sie in kurzer Zeit ein anderer Typ Mensch, eine Fähigkeit, die sie wirklich gut beherrschte. Den Rocksaum mit ein paar eigens mitgenommenen Nadeln etwas höher gesteckt, zwei Knöpfe der Bluse mehr geöffnet, und schon war ihre Ausstrahlung eine andere.
Als sie in der Bar erschien, drehten sich viele Köpfe zu ihr und musterten den neuen Gast. Sie wusst um ihre Wirkung und genoss die anerkennenden Und begehrlichen Blicke der Männer und das teilweise abschätzige Taxieren der wenigen Frauen im Raum. Dass sie jetzt offensichtlich die Wirkung erzielte wie die Frauen in Erics Begleitung gestern im Restaurant, wurde ihr plötzlich schlagartig bewusst und verunsicherte sie für einen Moment. Doch sie würde sich ja, das hatte sie sich fest vorgenommen, auf keinerlei Annäherungsversuche einlassen, schon gar nicht auf amouröse. Auch wenn ihr Verhalten ihrem Mann gegenüber nicht richtig war: sie liebte ihn und war ihm treu!
Eric hatte sie natürlich auch sofort bemerkt und hatte sich sofort zu ihr an die Bar begeben. „Eijeijei, was hast du denn vor?“, waren seine ersten Worte. „Dass du verdammt gut aussiehst, wussten ja schon alle hier. Aber dass du es verstehst, dich dabei auch noch sexy zu kleiden – alle Achtung!“, und nach einer kurzen Pause fragte er:“Was trinkst du, schöne Frau? Einen Caipirinha vielleicht?“, und schon gab er dem Barkeeper ein Zeichen zu kommen. „Ich nehme einen Ipanema alkoholfrei. Und, bitte keine Versuche, mich umzustimmen“, fügte sie noch entschlossen klingend hinzu.
Fast schon wider Erwarten bestellte er denn auch prompt das Gewünschte. Eine frotzlige Bemerkung konnte er sich natürlich dennoch nicht verkneifen: „Hat die Dame etwa Angst vor sich selbst?“ „Wenn überhaupt sollte der Herr neben mir sie haben“, gab sie denn auch direkt zurück.
Ansonsten aber blieb er korrekt und verkniff sich zunächst weitere Anzüglichkeiten. Erst ganz allmählich glitt er wieder in seine ihm eigene machohafte, arrogant provokante Art ab und verfiel in seine alten Verhaltensmuster. Es begann damit, dass er immer mehr Komplimente machte, zunächst über ihre Mitarbeit im Seminar, über ihre schnelle Auffassungsgabe, ihre sprachliche Gewandtheit, und, und, und.Dann wechselte seine Aufmerksamkeit immer mehr zu ihrem großartigen Aussehen, das schon bald auf ihr erotisches Erscheinungsbild überführt wurde und schließlich in Bemerkungen zu ihrem Dekolleté und Vermutungen zu dem, was sie wohl für herrliche Brüste hätte, führte. War es zu Beginn noch durchaus amüsant und schmeichelhaft, so reagierte sie nun doch zunehmend verärgert. Der Gipfel war für Elke seine unverschämte Frage, ob sie sich denn vorstellen könnte, es mit einer Frau zu treiben. Und im Nachsatz fügte er noch hinzu: „Das würde dir dein Göttergatte vielleicht eher nachsehen, als Sex mit einem anderen Mann.“ „Eric jetzt reicht es. Du hast zu viel getrunken. geh zurück zu deinen Groupies und lall‘ denen etwas vor. Ich gehe jetzt ins Bett, und zwar alleine.“
Sie stand auf und ging einfach. Dass er ihr Getränk auf seine Zimmernummer hatte schreiben lassen, wusste sie ja. Aus den Augenwinkeln heraus konnte sie noch sehen, wie er tatsächlich grinsend zu seiner Truppe zurück ging und dort direkt der „Neuen „ unvermittelt an die Brust griff, was die mit einem gespielt empörten Aufschrei quittierte. Dieses Mal war sie schon vor Mitternacht auf ihrem Zimmer.Im Bett liegend konnte sie noch lange Zeit nicht einschlafen. Ihr Verhalten Manfred gegenüber ließ in ihr keine Ruhe aufkommen. War es das Wert gewesen, für ein paar fragwürdige Komplimente einen solchen Vertrauensbruch zu begehen? War es die Aussicht auf eine Karriere, ähnlich den Frauen auf einer berühmten Besetzungscouch? War es nur zur Stärkung ihres Egos? Egal, sie würde sich nie wieder in so eine Lage bringen, und irgendwann würde sie es Manfred bei passender Gelegenheit beichten.
So mit sich selbst im Reinen kam ihr auch ihr Geburtstag übermorgen, nein, inzwischen schon hmorgen, in den Sinn. Zum ersten Mal wird sie ohne ihre kleine Familie sein, und das tat schon etwas weh. Irgendwann fiel sie dann doch in einen oberflächlichen Schlaf.
Ein Besuch der Hotelbar ist doch nichts Verwerfliches
Der nächste Tag verlief ziemlich unspektakulär. Am Morgen stand BWL auf dem Programm und am Nachmittag Verkaufspsychologie. Eric hatte sie beim Mittagessen nicht gesehen und als es zum Abendessen ging, hatte sie sein Freund Pascal an seinen Tisch geholt, wobei Eric in einiger Entfernung mit seinem Harem saß.
Pascal war ihr ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Mit ihm ließ es sich richtig entspannt plaudern. Auch das Thema Eric wurde angesprochen, und Pascal versuchte seinen Freund in Schutz zu nehmen. Er sei eigentlich nicht so ein Macho, wie er ihn ihr gegenüber raushängen läßt. Aber sein Beruf sei ihm eben ständig gegenwärtig. Er würde eben Menschen, die ihn interessieren, in diesem Fall also sie, zu gerne aus der Reserve locken, indem er provoziert. In ihrem besonderen Fall kommt eben auch noch hinzu, dass er sie ausgesprochen attraktiv findet. Aber sie habe sich ihm gegenüber vollkommen richtig verhalten. Als sie sich anschickten, das Lokal zu verlassen fragte er sie noch, ob man denn später wieder mit ihr rechnen könne in der Bar, doch sie erteilte ihm eine Absage. Aber er ließ nicht locker, versprach ihr, sich selbst um eine angenehme Atmosphäre zu kümmern und er hatte Erfolg. Sie versprach auf eine Stunde zu kommen. Was sie ihm nicht sagte war, dass sie Angst vor dem Alleinsein um Mitternacht hat, wenn ihr Geburtstag anbricht.
An diesem Abend zog sie sich etwas zurückhaltender an, weil sie nicht Gefahr laufen wollte, auf ihre Weiblichkeit reduziert zu werden wie am Abend vorher. Dennoch: ihr Outfit war zwar dezent aber von echter Klasse.
Sie war schon geschminkt und gestylt, als Manfred pünktlich um 22:00 Uhr anrief. Heute fiel es ihr besonders schwer, sich mit ihm über die 1000 trennenden Kilometer hinweg zu unterhalten. Und auch er hatte echte Probleme, die Stimmung nicht gänzlich kippen zu lassen. Zu sehr lastete die Trennung am Vorabend ihres Geburtstags auf beider Gemüt. Keinem von beiden war nach sexuellen Spielchen. Die Trennung ausgerechnet an diesem Tag war für beide nur schwer zu ertragen. Und es gab ja auch noch ihren Sohn, dem seine Mutter an diesem Tag, den sie immer gemeinsam gefeiert hatten, besonders fehlte. Sie versprach, morgen am Nachmittag um Punkt 14:30 Uhr, wenn Mirko aus der Schule zurück war, für ihn zum Gratulieren erreichbar zu sein – Seminar hin oder her. Dann würde auch Manfred sich sicher für einen Moment mit ein paar Worten anschließen können. Das Seminar wurde in diesem Moment zur Nebensache. Früher als sonst beendeten sie das traurige Gespräch.
Sie hatte wieder nicht den Mut, ihm zu sagen, dass sie noch einmal auf ein Stündchen in die Bar gehen würde, um sich, speziell heute, abzulenken. Zwar kam es ihr kurz in den Sinn, dass es gerade Heute für ihn verständlich und akzeptabel hätte sein können, wenn sie ihm die Wahrheit gesagt hätte. Aber andererseits empfand sie es auch als Zumutung, sich selber zu vergnügen, während er zu Hause Trübsal blies.
Letztlich siegte bei ihr die Ansicht, dass sie nicht aus Vergnügen in die Bar ging, sondern, um der depressiven Stimmung zu entgehen, also fast schon so etwas wie Selbsterhaltungstrieb.
Zu ihrem Erstaunen saßen heute alle Teammitglieder zusammen mit Eric und Pascal in lockerer Runde um ein paar zusammengeschobenen kleinen Tischchen und waren schon kräftig am feiern. „Was gibt es denn heute Schönes zu feiern? Hab ich da irgendwas verpasst?“, fragte sie. „Nein,“ war die Antwort. „Wir finden nur, dass man die Halbzeit unseres Seminars ruhig auch schon mal begießen darf. Komm, setz dich zu uns!“
Sie gesellte sich zu den anderen, schnell war ein Gin-Tonic gebracht und ihre Trübsal war schon bald verflogen. Man unterhielt sich gut gelaunt und die Zeit verging wie im Flug, bis, ja bis Eric kurz vor Mitternacht meinte, man solle jetzt langsam ans Aufhören denken. Allerdings müssten alle noch einmal kurz mit zu seinem Zimmer kommen, da er ihnen noch einige Papiere aushändigen muss, die sie bis zum Seminarbeginn durcharbeiten müssen, dafür müssten sie aber auch erst eine halbe Stunde später morgen früh erscheinen . Die Überraschung auf seinem Zimmer war perfekt: auf dem Schreibtisch waren 12 Sektgläser aufgestellt und zwei Flaschen einer edlen Marke standen auch bereit. Als alle im Raum waren, wurde das Lied Happy Birthday angestimmt und alle umarmten und gratulierten Elke. Sie war ergriffen und musste sogar ein paar Tränchen unterdrücken.
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