Nachhilfe-Duftorgien Teil 2 (fm:Verführung, 906 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Caligula1964 | ||
| Veröffentlicht: Aug 15 2026 | Gesehen / Gelesen: 391 / 353 [90%] | Bewertung Teil: 8.00 (2 Stimmen) |
| Thomas und Lena steigen tiefer in die Geschichte ein - und setzen sich mit der Frage auseinander, wie drastisch Düfte wirken können. | ||
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Thomas lehnte sich ein Stück zurück und faltete die Hände auf dem Tisch.
„Es gibt da etwas, das man Pheromone nennt“, begann er ruhig. „Das sind Duftstoffe, die der Körper selbst erzeugt. Bei Tieren steuern sie das Verhalten ziemlich direkt – Anziehung, Territorialverhalten, Paarung. Beim Menschen sind sie subtiler, aber keineswegs wirkungslos. Sie wirken unterhalb der bewussten Wahrnehmung und können Stimmungen, Sympathie und auch sexuelle Bereitschaft beeinflussen.“
Lena runzelte die Stirn. „Du meinst ernsthaft, dass Leute wegen so einem Geruch… einfach so Sex haben wollen? Das klingt irgendwie… übertrieben. Als ob man so leicht manipuliert werden könnte.“
Thomas lächelte. „Nicht ‚einfach so‘ und nicht bei jedem gleich stark. Aber die Wirkung ist real. Genau deshalb gibt es übrigens Parfüms und Deodorants, die mit synthetischen Pheromonen angereichert sind. Dein eigenes Parfüm spielt im Prinzip keine andere Rolle: Es verstärkt oder verändert den natürlichen Duft, den du ohnehin aussendest. Es signalisiert etwas – Frische, Attraktivität, Verfügbarkeit. Manche Deos machen das ganz bewusst mit zugesetzten Lockstoffen.“
Er hielt einen Moment inne und sah sie an, bevor er fortfuhr, diesmal etwas leiser und dezent.
„Und dann gibt es noch die natürlichen Düfte bestimmter Körperregionen. Bei Frauen wirken sie auf viele Männer besonders stark. Manchmal ist es sogar anziehender, wenn sie ein wenig schwitzen – der Geruch wird intensiver, wärmer, persönlicher. Das hat nichts mit Unsauberkeit zu tun. Es ist eher… ein Signal.“
Lena starrte ihn einen Moment an, dann lachte sie leise auf, amüsiert und ein bisschen ungläubig.
„Also soll das heißen, wenn ich nach dem Sport nach Hause komme und noch nicht geduscht habe, finde ich mich plötzlich attraktiver?“ Sie schüttelte den Kopf, aber ihr Lächeln blieb. „Das ist schon irgendwie verrückt. Aber okay… vielleicht erklärt das, warum Grenouille in dem Buch so besessen von diesen Düften ist. Wenn schon normale Menschen darauf reagieren, dann erst recht jemand wie er.“
Thomas nickte langsam. „Genau. Bei ihm ist es nur auf die absolute Spitze getrieben. Der Duft wird zur reinen Macht. Bei uns bleibt er im Hintergrund – aber er ist trotzdem da.“
Lena blätterte wieder in ihren Unterlagen, diesmal mit einem nachdenklichen, aber immer noch leicht amüsierten Ausdruck. „Dann sollten wir uns die Stellen, in denen er die Düfte sammelt und mischt, nochmal genauer ansehen. Vielleicht versteh ich jetzt besser, warum der Autor das so extrem dargestellt hat.“
„Gern“, sagte Thomas. „Fang einfach mit der Passage an, die dir bisher am unlogischsten vorkam.“
Sie beugten sich gemeinsam über die markierten Textstellen. Thomas las die Passage vor, in der Grenouille zum ersten Mal den Duft des rothaarigen Mädchens wahrnimmt – den Augenblick, in dem er wie hypnotisiert folgt, weil dieser Geruch für ihn die absolute Vollkommenheit bedeutet.
„Hier merkt man schon, dass es bei ihm nicht mehr um normale Anziehung geht“, erklärte Thomas. „Der Duft übernimmt die Kontrolle. Er denkt nicht mehr, er folgt nur noch.“
Lena nickte langsam. „Das kann ich mir bei ihm irgendwie vorstellen. Aber die Szene später in Grasse… die Orgie. Dass ein Parfüm Leute so komplett die Kontrolle verlieren lässt, dass sie sich mitten auf dem Platz…“ Sie stockte und schüttelte den Kopf. „Das geht mir zu weit. Das wirkt wie pure Fantasie.“
Thomas öffnete seinen Laptop, suchte die entsprechende Szene aus dem Film und drehte den Bildschirm zu ihr. „Dann schau dir das einmal an. Der Film setzt das ziemlich direkt um.“
Er startete die Sequenz. Auf dem Bildschirm entfaltete sich die berühmte
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