Mittleres Management Teil 3 (fm:Ehebruch, 4337 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Cerar | ||
| Veröffentlicht: Aug 15 2026 | Gesehen / Gelesen: 1019 / 853 [84%] | Bewertung Teil: 9.11 (18 Stimmen) |
| Kaum ist die Katze aus dem Haus ... | ||
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Sitzen heraus wahrnehmen konnte: seine Augen registrierten zuerst den super kurzen, enganliegenden , schwarzen Minirock und, dem Blick.nach unten folgend, die nackten Beine, dann die in bemerkenswert hohen, gleichfalls schwarzen, offenen Sandaletten steckenden Füße. Am Schlusspunkt dieser Blickreise nach unten zogen ihre rot lackierten Fußnägel seine Aufmerksamkeit an.
Dann richtete sein Blick sich langsam nach oben und erfasste eine ziemlich durchsichtige, cremefarbene Bluse, unter der man ein schwarzes Bustier erkennen konnte. In den knapp sitzenden, fast nur in der unteren Hälfte ausgearbeiteten Körbchen, ruhten ihre Brüste wie in einer Schaufensterauslage. Dann erst erfasste er ihr Gesicht, das von hablangen, braunen, glatten Haaren eingerahmt war. Tiefrot angemalte Lippen und geschickt geschminkte, das Graugrün der Pupillen betonende Augen dominierten den Gesamteindruck: ein Vamp wie Man(n) sie sich vorstellt.
Er war aufgestanden, um sie, wie es sich gehört, höflich zu begrüßen, hielt ihr seine Hand hin, doch sie ergriff nicht nur einfach seine Hand, sondern zog ihn zu sich und küsste ihn abwechselnd auf beide Wangen. Sie sah ihn spitzbübisch an und sagte: „Ich darf mich doch kurz zu euch setzen?“ Ohne eine Antwort abzuwarten ging sie um den Tisch herum und setzte sich auf den freien Stuhl neben Mirko. Sie begrüßte diesen kurz mit „Hallo, ich bin die Doris“ und begann ein angeregtes Gespräch mit Manfred, ohne sich weiter um den Jungen zu kümmern.
Die folgende halbe Stunde gestaltete sich für Mirko extrem langweilig. Die beiden Erwachsenen redeten von vergangenen Zeiten, vor allem wohl darüber, was jeder so in den Jahren, seit sie sich zum letzten Mal gesehen hatten, gemacht und erlebt hat. Und weil das schon so lange her war, gab es eben auch fürchterlich viel zu erzählen.
Irgendwann war Manfred aufgestanden, um zur Toilette zu gehen und auch die fremde Frau war kurz darauf dorthin gegangen. Für Manfred war das ungewollt überraschend, denn kaum hatte er seine Hände gewaschen und wollte zurück zu seinem Tisch, stand Doris in der Tür zur Damentoilette und versperrte ihm den Weg. Sie packte ihn resolut am Arm und zog ihn in die erste Kabine dort. Deren Türe war bereits geöffnet und, als sie ihn mit Nachdruck dort hinein geschoben hatte, verriegelte sie sofort von innen.
Sein Protest, als sie ihm die Gürtelschnalle löste, war nur halbherzig. Sie hatte sich dann breitbeinig auf den Klokörper gesetzt und dem vor ihr stehenden Manfred die Hose samt Unterhose bis in die Kniekehlen herunter gezogen. Manfred wusste, was nun folgen würde und leistete keinen Widerstand mehr, denn er wusste auch, dass sie den Blow-Job beherrscht, wie keine andere. Er hatte diese Kunst einer sinnlich erotischen Praktik von ihr ausgeübt früher fast täglich genießen dürfen.
Für ihn war es in diesem Moment keine Schwäche, ihr nicht zu widerstehen, sondern pure Geilheit, Geilheit ohne jegliche emotionale Bindung an die agierende Person, die da vor ihm hockte.
Doris hatte in den Jahren seit ihrer Trennung nichts verlernt, eher sogar noch dazugelernt. Sie war das gleiche, unersättlich nymphomane Vollblutweib geblieben. Letztlich war es damals ihre ungezügelte Sexsucht, an der ihre Beziehung gescheitert war. Hatte er anfangs noch geglaubt, er würde seine Eifersucht, wenn sie sich mit anderen Männern traf, überwinden können, so musste er doch nach einem Vierteljahr sich eingestehen, dass ihm das nie würde gelingen können und er hatte die Beziehung beendet.
Aber hier und jetzt? Er war geil, geil gemacht von diesem Sexteufel und wollte nur noch Erlösung.Sein Penis wuchs innerhalb von Sekunden zu einem beachtlichen Glied und schnellte schon beim Herunterziehen der Hosen hervor. Sie war davon regelrecht begeistert: „Na, das freut mich aber. Guck mal, der hat mich sofort wieder erkannt!“, frohlockte sie scherzhaft. Und dann begann sie mit ihrem unglaublich geschickten Spiel. Als erstes sog sie den Geruch des eben noch zum Urinieren genutzten Schwanzes geräuschvoll tief ein und kommentierte: „Du weißt doch, dass ich frisch entleerte Schwänze mag.“ Auch die Sichtprüfung fiel ganz zu ihrer Zufriedenheit aus, weshalb sie gleich mit ihren Bemühungen fortfuhr, und den Stamm ziemlich tief umfasste und das Fleisch nach unten zog, was ihn entsprechend noch steifer und größer erscheinen ließ. Anschließend leckte sie sanft mit ihrer Zunge einige Male von unten nach oben, endete aber immer am Eichelrand. Um die kümmerte sie sich als nächstes. Sie legte vorsichtig die Unterseite ihrer Zunge auf die Spitze mit der Harnaustrittsöffnung und blickte freudig erregt und ein wenig lasziv devot zu ihm hoch. Als sie sah, wie sehr ihre Bemühungen auf Manfreds Wohlgefallen stießen, entschloss sie sich, einen Schritt weiter zu gehen. Sie ließ ihre Zunge tastend mehrfach an den Peniskopf anstoßen und öffnete schließlich ihren Mund, um ihn ganz allmählich, ohne jeden Druck in ihrer Mundhöhle nach und nach aufzunehmen. Ihr Kopf fuhr dabei immer wieder langsam hoch und runter. Nach einiger Zeit presste sie ihre Lippen immer etwas fester um den Gliedstamm und erhöhte so die Reibung. Sein sich steigerndes leises Stöhnen signalisierte ihr, dass sie Erfolg hat.
Als sie aber ihre Bemühungen unterbrach, um die Reizung nicht zu schnell übergroß werden zu lassen und so sein finales Vergnügen hinauszuzögern, sprach er sie unerwartet an: „Bitte mach weiter, ich halte das nicht mehr aus. Ich muss gleich kommen!“ Doris war erstaunt. Sie spürte, dass er irgendwie nicht ganz bei der Sache ist. Manfred war doch früher ein echter Genießer. Okay, dann musste es eben ein Oralverkehr der härteren Gangart werden, ein rauer, rücksichtsloser Blowjob.
„Wie du willst. Dann arbeite du eben. Na los, fick mich in den Mund, stoß ihn rein!“, forderte sie mit tiefer Stimme. Das ließ sich Manfred nicht zweimal sagen. Er umfasste mit beiden Händen ihren Hinterkopf, führte seine Eichel wieder ein drückte dann mit seinen Hüften nach vorne. Er tat es emphatie- und rücksichtslos. Sie, der Mensch Doris, war ihm in diesem Augenblick egal. Seine Hände hielten ihren Kopf wie in einem Schraubstock fixiert fest und seine Schübe wurden schon bald heftiger und drückten den Schwanz immer tiefer in ihre Mundhöhle. Dann stieß er an die Gaumenmandel. Ungeübte Frauen hätten wohl spätestens jetzt Panik oder zumindest Würgereiz bekommen. Nicht so Doris. Sie kannte jede nun folgende Aktion und beherrschte sie geschickt.
Sie ließ die Eichel mit einem unterstützenden Schlucken passieren. Manfred stand der Sinn aber nach noch härterem Sex. Schwer zu sagen, ob es so etwas wie späte Rache für die Demütigung und Enttäuschung, die ihm bei der Trennung vor neun Jahren widerfahren ist, war. Er entließ sein bestes Stück aus der Enge der Kehle, zog sich in die Mundhöhle zurück, um kurz darauf wieder bis tief in ihren Hals einzudringen. Dieses Spiel wiederholte er wieder und wieder und steigerte dabei das Tempo als auch die Frequenz jedes Mal ein bisschen mehr.
Diese Art der Penetration war selbst für Doris nur schwer zu ertragen, wobei es vor allem die Position war, die das Eindringen in den Schlund so höchst unangenehm machte. Normal hätte sie eine möglichst gerade Linie vom Mund in den Hals, also von oben mit nach hinten überstrecktem Hals, bevorzugt, aber das war in der Enge der Kabine, auf der Toilette sitzend, nicht möglich. Für Manfred hingegen war es außerordentlich reizvoll, ständig aufs Neue die Enge zu überwinden. Er war schon bald am “point of no return”, was auch sie erfreut an der nochmaligen Verdickung der Eichel wahrnahm. Ein letztes Mal noch, Manfred verharrte länger als vorher in Ihrem Mund, dann stieß sein Schwanz tief in ihre Kehle und er begann sich zuckend zu entladen. Sie musste das komplette Ejakulat schlucken, um nicht daran zu ersticken. Und, so sehr er sich auch bemühte, alles leise vonstatten gehen zu lassen, um keine unangenehme Aufmerksamkeit zu erregen: er musste verhalten aufstöhnen.
Kaum war der letzte Spritzer heraus, zog er seinen Penis komplett zurück, trat, soweit es die Enge der Toilettenkabine zuließ, ein paar Zentimeter zurück und zog seine Unterhose und Hose hastig wieder an. Sollte Doris auf irgend ein dankendes Wort gehofft haben, so wartete sie vergeblich. Manfred drehte sich wortlos um, entriegelte die Tür und verschwand. Er konnte froh sein, dass ihn niemand bemerkte beim Verlassen der Damentoilette.
Ein schlechtes Gewissen
Schon auf dem Weg zurück zum Tisch, holte ihn das schlechte Gewissen ein. Was hatte er da eben nur getan? Wie konnte er sich nur so gehen lassen? Warum? Elke durfte es nie erfahren, es würde ihr das Herz brechen und wäre das Ende ihrer Beziehung.
Kaum war er am Tisch angekommen, wartete schon das nächste Ungemach auf ihn. Sein Sohn nämlich hielt ihm sein Handy mit den Worten: „Hier, Mama will mit dir sprechen“hin. Das war nun wirklich der ‚worst case‘. Als hätte sie über die 1000 km Entfernung gespürt, dass er etwas Schlimmes getan hat.
In seinen Gedanken überschlugen sich die möglichen Szenarien und formten eine düstere Vorahnung. Er war zu keiner adäquaten Gesprächsführung in der Lage, noch nicht einmal zu irgendeiner Notlüge.
Schon die ersten Worte von Elke machten ihm klar, dass er unmöglich würde so lügen können, dass sie seine Aussagen nicht sofort als frei erfunden, als unglaubhaft erkennen würde. Was und worüber er mit seiner Frau sprach, war völlig unüberlegt, aber für den Moment erst einmal erfolgreich. Er ging einfach auf Elkes Nachfrage nach der fremden Frau an seinem Tisch, von der Mirko ihr erzählt haben musste, nicht ein. Stattdessen fragte er sie nach ihrer Fahrt, den Annehmlichkeiten des Hotels, usw., Fragen, die Elke nur sehr einsilbig beantwortete. Er ahnte, nein, er spürte bereits, dass sie irgendeinen Verdacht geschöpft hatte. Dass sie dann aber, anstatt ihn auszufragen, einfach das Gespräch abgebrochen hatte, ließ ihn Schlimmes ahnen. Kurz danach hatte sie ihm noch drei weinende Emoji geschickt, was ihm endgültig signalisierte, dass sie tief enttäuscht ist.In seinem Kopf versuchte er sich zurechtzulegen, wie er sie beruhigen könnte, doch zu mehr als einer kurzen Nachricht, dass sie sich keine Gedanken machen müsse, reichte es nicht. Wieder zurück im Haus hatte er Mirko schon bald ins Bett geschickt und ging noch einmal auf ein Bier in ihre Stammkneipe nebenan. Vielleicht würde ihm ja hier das Richtige einfallen. Um Punkt 22:00 Uhr rief er Elke dann zum täglich vereinbarten Zeitpunkt an. Ihm fiel ein Stein vom Herzen, als er bemerkte, dass auch sie sich freute und seinen Anruf bereits sehnsüchtig erwartet hatte. Der Beginn ihrer Unterhaltung war ganz ähnlich der von vor ein paar Stunden. Sie erzählte ihm ausführlich von ihrer Anfahrt mit der Bahn und dem Taxi, von dem Hotel und auch von dem Abendessen. Vielleicht irrte er sich, aber, zögerte sie einen Moment, bevor sie ihm von ihrer Tischgesellschaft erzählte, so, als überlege sie, überhaupt davon zu sprechen? Vor allem davon, dass dieser fremde Mann sie versucht hatte anzubaggern?
Dann eröffnete Elke seinen Part mit der Frage nach der fremden Frau in der Pizzeria: „Und jetzt raus mit der Sprache. Wer war das in der Pizzeria? Was du und Mirko so über den Tag gemacht habt, weiß ich ja schon. Aber von der ominösen Unbekannten weiß ich noch nichts. Kenne ich sie?“
Obwohl er seit Stunden wusste, dass diese Situation, diese Frage, auf ihn zukommen würde, war er nun dennoch wie gelähmt vor Schock! Er räusperte sich, als müsse er abhusten und versuchte dann mit fester Stimme zu antworten: „Ja klar, du kennst sie. Es war Doris. Sie war zufällig auch in der Pizzeria und hat uns da sitzen gesehen.“ Elkes Reaktion fiel vergleichsweise harmlos aus. Mit spielerisch neckendem Tonfall antwortete sie eher humorvoll: „ Aha, der Herr! Kaum ist die Katze aus dem Haus, schon tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Für's Erste hatte er wohl keine weiteren Vorwürfe und vor allem Nachfragen zu dem Zusammentreffen mit Doris zu befürchten, denn die hätten ihn, bei Elkes Gespür für lügende Menschen, vermutlich schnell entlarvt. Allerdings vermochte er nicht einzuschätzen, wieviel ernstgemeiner Vorwurf in ihrer Reaktion lag. Aber es gelang ihm, sie auf den eigens für ihre öden Seminarabende auf dem Hotelzimmer heimlich in den Koffer geschmuggelten Vibrator aufmerksam zu machen, den er für sie kurz vor der Reise gekauft hatte.
Selbst jetzt, beim Fahren, wurde ihm bei der Erinnerung die Hose eng. Es war eine für beide unglaubliche Erfahrung, erfüllenden , befriedigenden Sex über das Telefon zu haben. Alles war wieder in Ordnung zwischen ihnen, sie hatte seine verheimlichende Lüge nicht bemerkt.
Langsam kam Bewegung in den aufgestauten Verkehr, und die lange Fahrzeugschlange löste sich nach und nach auf.
Die Erinnerungen in seinem Kopf setzten sich fort. Der nächste Tag, Montag, verlief völlig normal. Mirko war nach der Schule zu einem Freund mit nach Hause gegangen und hatte dort auch zu Mittag gegessen. Später dann, als er er gegen 15:00 Uhr zu Hause aufschlug, folgte das übliche Szenario: Hausaufgaben, Abendbrot essen, gemeinsam ein Spiel spielen und dann ab ins Bett. Um 10:00 Uhr hatte er wie vereinbart bei Elke angerufen.
Er war nicht wenig erstaunt, dass sie an diesem Abend so gar kein Verlangen nach Nähe und Zärtlichkeit mit ihm hatte, wo doch der Abend vorher so erfüllend und aufregend für beide gewesen ist. Sie war, wie sie es nannte, geschlaucht von dem anstrengenden Tag. Tja, es blieb ihm nichts anderes übrig als Verständnis zu zeigen und ihr eine erholsame Nacht zu wünschen.
Aber, konnte er ihr das alles so glauben? Eifersucht ergriff immer mehr Besitz von ihm. Daran änderten auch die kurzen Schlafphasen nichts, in die er immer wieder verfiel. Gegen 6:00 Uhr wachte er wieder einmal schweißgebadet auf, nachdem ihn wildeste Fantasien von Sexorgien plagten, an denen seine Frau, seine Elke, im Mittelpunkt teilnimmt. Und dieses Mal fasste er den Entschluss, zu ihr zu fahren, sie an ihrem Geburtstag zu überraschen.
Er würde etwa bis Mittag brauchen, um die erforderlichen Arbeitsprozesse, die er gewissermaßen im Homeoffice für die Firma betreute, für diesen und den nächsten Tag vorzubereiten. Diese Zusage, einige wichtigen Dinge für die Fa. trotz Urlaub zu erledigen, hatte er machen müssen, sonst hätte er keinen Urlaub für Elkes Seminardauer bekommen. Er telefonierte auch mit der Mutter des Schulfreundes, bei dem Mirko ohnehin den Nachmittag verbrachte. Auch sie war mit seiner Bitte einverstanden, den Jungen zu betreuen und er konnte auch dort schlafen. Ein Zimmer in dem Hotel zu buchen, in dem Elke wohnte, erwies sich als unkompliziert. Gegen 10:30 Uhr waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und er konnte aufbrechen. Bei Abfahrt gab ihm das Navi die Ankunftszeit 19:47 Uhr an, und bis kurz vor Ingolstadt schien das auch ein realistisches Ziel zu sein. Doch dann kam der Stau, und mit ihm die bange Frage, ob er es überhaupt wenigstens bis Mitternacht schaffen würde. Mit dem Hotel vereinbarte er, dass er, egal wann, auch am späten Abend, oder sogar nachts einchecken kann.
Jetzt lief der Verkehr zwar wieder, und als neue Ankunftszeit wurde 23:11 Uhr signalisiert, aber die Überraschung, seine Frau Punkt 00:00 Uhr aus dem Bett zu klingeln, lief Gefahr, zu misslingen, denn er musste ja um 22:00 Uhr mit ihr telefonieren, wobei sie auf keinen Fall mitbekommen durfte, dass er nicht zuhause ist. Erschwert würde es auch sein, den zu erwartenden Telefonsex glaubhaft in der Enge des Wagens so zu praktizieren, dass sie die Umstände nicht bemerkte und auch keine anderen Autofahrer auf ihn aufmerksam würden und Fahrgeräusche zu hören sind oder gar neugierige Leute, die ihn bespannen wollen. Vor allem aber: die Dauer dieses Gesprächs verzögerte die Ankunftszeit weiter.
Ca. eine Viertelstunde vor zehn begann er, gezielt nach einem passenden Parkplatz zu suchen, und er wurde fündig. Er wartete ein paar Minuten und rief dann an. Er war sich sicher, dass Elke heute anders drauf sein würde als gestern, dass sie heute Abend zwar ein wenig wehmütig wegen ihres Geburtstages, den sie alleine verbringen muss, ist, andererseits aber gerade deshalb besonders anhänglich, liebebedürftig, ja kuschelig sein würde.
Aber er hatte sich gewaltig getäuscht.Traurig klang sie tatsächlich, aber von besonderer Anhänglichkeit oder gar Verlangen nach Zärtlichkeit war keine Spur. Sie kam ihm vielmehr vor, als sei sie untröstlich traurig und enttäuscht über ihre Situation. So sehr er sich auch bemühte, ihre Stimmung aufzuhellen, sie blieb verschlossen und wies seine Versuche ab. Wieder und wieder gab er ihr zu verstehen, dass er ihre Lage gut nachvollziehen könne und es ihm doch genauso gehe. Irgendwann dann beendeten sie das Gespräch – beide waren sie niedergeschlagen. Er hatte zumindest die Gewissheit, dass er sie schon sehr bald sehen würde und ihr über dieses Tief hinweghelfen würde können. Aber sie? Einen Moment lang fragte er sich sogar, ob es nicht besser sei, sie nochmals anzurufen und ihr zu verraten, dass er schon in einer guten Stunde bei ihr sein wird, aber er verwarf den Gedanken wieder. Zu sehr freute er sich auf ihr überraschtes, glückliches Gesicht, wenn sie sich nachher gegenüberstehen würden.
Sogar etwas früher als erwartet traf er um 23:10 Uhr im Hotel ein. Das Einchecken verlief schnell und reibungslos, sein Zimmer war aber in einem anderen Hoteltrakt untergebracht, als die der Seminarteilnehmer. Aber das war ja kein echtes Hindernis. Immerhin hatte er noch ein paar Minuten Zeit, um sich frisch zu machen, dann schnappte er sich das mitgebrachte Geschenk, zwei Eintrittskarten in ein Musical inklusive Hotelübernachtung, und eine Flasche Sekt und machte sich auf den Weg zum Zimmer seiner Frau. Er würde, so war sein Plan, um Punkt 00:00 Uhr an ihrer Hotelzimmertür klopfen, sie wahrscheinlich dadurch aufwecken und sie, wenn sie die Tür öffnet, in den Arm nehmen. Sie würde… Voller Vorfreude kam er vor ihrem Zimmer an, sammelte sich kurz und klopfte vorsichtig an. Da sich nichts tat – sicher schlief sie tief und fest – versuchte er es erneut, jetzt schon etwas vernehmlicher. Wieder wartete er einige Zeit, doch immer noch ohne Erfolg. Beim dritten Mal war es schon ein heftiges, unüberhörbares Pochen und Schlagen, zuerst mit der flachen Hand, dann mit der Faust. Doch aus dem Zimmer kam keinerlei Reaktion. War sie überhaupt da?
Anrufen! Ja natürlich, er musste versuchen, sie anzurufen! Wenn sie so fest schläft, dass sie sein Poltern an der Tür nicht hört, auf den Klingelton ihres Handys war sie geeicht, ihn würde sie sicherlich hören. Und vielleicht könnte auch er von hier außen das Anläuten hören, schließlich war es ja Nacht und entsprechend ruhig auf dem Gang. Er lauschte angestrengt, mit einem Ohr an der Tür, doch er konnte keinen Ton aus dem Zimmer wahrnehmen. Er wiederholte das Anrufen noch zweimal – ohne Erfolg.
Langsam beschlich ihn ein mulmiges Gefühl und eine dunkle Ahnung bemächtigte sich seiner Gedanken. Wenn sie nicht auf ihrem Zimmer ist, wo ist sie dann? Und mit wem? Was tat sie, jetzt, genau in diesem Moment? War er 1000 km gefahren, um zu erfahren, dass seine Frau ihn betrügt? Verzweiflung machte sich in ihm breit, und er glaubte, dass selbst sein Herz sich verkrampft.
Der Gedanke, sie sei vielleicht mit anderen Seminarteilnemern in der Hotelbar, und sie feierten dort gemeinsam, kam ihm wie die rettende Erklärung in den Sinn. Vielleicht hatte die Geschäftsleitung ihren Geburtstag öffentlich gemacht und eine kleine Überraschung vorbereitet?
Er klammerte sich an diese Vorstellung. Wenn dem so wäre, gäbe es wohl nur einen Ort im Hotel, wo eine solche kleine Feierlichkeit zu dieser Tageszeit stattfinden könnte: die Bar! Sofort machte er sich auf die Suche nach dorthin. Der Nachtportier war ihm dabei behilflich und beschrieb ihm den Weg.
Die Ernüchterung war brutal für ihn. Elke war auch hier nicht. Seine letzte Hoffnung war dahin. Ihm schwindelte. Was gab es jetzt noch für eine Erklärung? Er setzte sich auf einen der freien Barhocker und bestellte sich einen Gin-Tonic. Am liebsten hätte er gleich 10 dieses alkoholischen Getränks bestellt und abgestürzt. Er wollte sich zur Ruhe zwingen, wollte seine überbordende Emotionalität in strukturierte, rationale Bahnen bringen, vergebens. Von Minute zu Minute wuchs seine Vermutung zu einer für ihn unumstößlichen Gewissheit: Elke betrog ihn – jetzt, in diesem Moment. Er fühlte sich in diesem Augenblick in seiner Ablehnung des ganzen 'Projekts Seminar' von Anfang an bestätigt. Und es dauerte denn auch nicht lange, bis sich ihm ein noch ungeheuerer Verdacht regelrecht aufdrängte: Hatte seine Frau dies alles von langer Hand geplant, hatte sie vielleicht schon längst für sich einen Schlussstrich unter ihre Ehe gezogen? Er war wütend!
Letzteres kam selbst ihm in diesem Zustand als doch ziemlich unglaubwürdig vor, und seine Gedanken wurden ein wenig klarer und auch realistischer. Nach dem vierten Glas stand er auf, um noch einmal zu ihrem Zimmer zu gehen. Als er an der Rezeption vorbeikam, bat er den Rezeptionisten, aus Sicherherheitsgründen auf deren Zimmer anzurufen, doch der lehnte das strikt ab, genauso wie die Bitte, das Zimmer öffnen zu lassen, um sicherzustellen, dass seine Frau möglicherweise Hilfe benötigt und sich nicht bemerkbar machen kann.
Wieder vor ihrer verschlossenen Hotelzimmertüre angekommen, versuchte er erneut, sie durch heftiges, lautes Klopfen zum Öffnen zu bewegen, wenn sie denn überhaupt da ist . Nein, sie ist nicht da!
Manfred bricht nicht nur mental zusammen. Er sackt schluchzend zu Boden.
Um etwa vier Uhr, er musste irgendwann vor Erschöpfung eingeschlafen sein, wurde er wachgerüttelt. Es waren zwei Security-Mitarbeiter, die ihn unsanft vom Boden hochzogen und auf die Beine stellten. Er musste sich ausweisen und sie brachten ihn anschließend zu seinem Zimmer in dem anderen Hoteltrakt.
An Schlaf war in diesem Zustand nicht zu denken. Das Widerfahrene dieser Nacht lastete tonnenschwer auf seinem Gemüt. Sein Leben, der gemeinsame Lebensweg mit seiner Frau und Mirko, alles war an einem Endpunkt angekommen. Er legte sich, angezogen mit seiner Straßenkleidung, auf das Bett und dachte angestrengt über seine Situation nach. Wie sollte er damit umgehen? Was sollte, nein, was musste er nun tun?
Irgendwann fiel er dann doch in einen wenig erholsamen Schlaf, der, wie schon die Nacht zuvor, von widerlichen Traumvorstellungen, in denen seine Frau es mit einem anderen Mann trieb, geprägt war.
Um ca. 6:30 Uhr wachte er wieder auf, duschte und zog sich frische Kleidung an. Zu packen hatte er ja nicht viel, und so ging er zur Rezeption, bezahlte und verstaute seinen Trolley im Wagen. Zum Frühstücken war ihm, obwohl bereits bezahlt, nicht zu Mute. Er trank zwei Espressi und machte sich auf den Rückweg: niedergeschlagen, wütend, müde – alles zugleich.
| Teil 3 von 3 Teilen. | ||
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