Und wieder...Hakan (fm:Ehebruch, 1714 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: DarkVelvet | ||
| Veröffentlicht: Aug 18 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen) |
| Ich weiß, ich sollte nicht und doch komme ich nicht von ihm los. | ||
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Ich liege da, die Wärme von Jens' Körper an meiner Haut, sein Atem geht tief und gleichmäßig. Er ist eingeschlafen, zufrieden, glücklich. Sein Herzschlag unter meiner Hand, die auf seiner Brust ruht. Unser Sex war schön gewesen – wie immer. Zärtlich, aufmerksam, voller Liebe. Er hatte mich berührt, als wäre ich aus Porzellan, mich geküsst, mich geliebt. Genau so, wie man es in romantischen Romanen beschreibt.
Und doch.
Ich starre an die Decke, spüre wie mein Herz noch immer schneller schlägt als normal. Nicht von Jens. Von dem, was in meinem Kopf herumgeistert. Von ihm.
Diese fremdartige, unbekannte Energie und Scham durchfahren mich, wenn ich nur an seinen Namen denke. An seine Hände, die gar nicht sanft waren. An seine Stimme, die Befehle erteilte statt Fragen zu stellen. An die Art, wie er mich genommen hatte, als wäre ich eine Sache, ein Objekt für seinen Spaß.
Ich spüre, wie sich mein Unterleib lustvoll zusammenzieht bei der Erinnerung. Wie schmutzig ich mich gefühlt hatte. Wie benutzt. Wie lebendig.
Jens murmelt etwas im Schlaf, rollt sich auf die Seite. Ich bleibe reglos liegen, die Gedanken kreisen. Das letzte Mal mit Hakan war vor drei Monaten. Drei Monate Entzug. Drei Monate, in denen ich mich bemüht hatte, die gute Ehefrau zu sein für Jens. Ich hatte alle Chats gelöscht, die meisten Kontakte blockiert, mich selbst gezüchtigt mit Normalität.
Aber jetzt, in der Dunkelheit, neben meinem schlafenden, liebenden Mann, spüre ich es wieder. Dieses Kribbeln. Dieses Verlangen nach etwas anderem. Nach etwas, das mich zerstört und gleichzeitig auferstehen lässt.
Ich warte. Zehn Minuten. Zwanzig. Bis Jens' Atem so tief und regelmäßig ist, dass ich sicher bin, er wacht nicht auf.
Dann schleiche ich aus dem Schlafzimmer. Meine Füße berühren den kalten Boden. Ich schnappe mir mein Smartphone, schleiche auf Zehenspitzen ins Bad, schließe die Tür hinter mir ab. Das Klicken des Schlosses klingt in der Stille wie ein Verrat.
Meine Hände zittern, als ich den alten Chatroom öffne. Mein Herz hämmert gegen meine Rippen. Was mache ich nur? Aber ich weiß es. Ich weiß es genau.
Und da sind sie. Seine Nachrichten.
Wo bist du?
Antwohrte entlich!!!
???
Ich wil dich wider ficken!
Deine fodze gehört mir!
Die Worte sind voller Rechtschreibfehler, grob, primitiv. Nichts von dem, was ich von gebildeten Menschen gewohnt bin. Nichts von dem, was Jens jemals sagen würde. Er ist das absolute Gegenteil von allem, was mein Leben ausmacht.
Meine Finger fliegen über die Tastatur, bevor ich es verhindern kann.
Ich vermisse dich, schreibe ich und spüre wie ich erröte.
Die Antwort kommt sofort. Und sie ist eindeutig.
Ich schlucke. Mein Mund ist trocken, meine Knie weich. Hitze und Kälte. Ich sollte ablehnen. Abschalten. Zurück zu Jens gehen, mich in seine Arme kuscheln und vergessen. Vergessen!
Stattdessen schreibe ich: Ja.
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