Konzert (fm:Ehebruch, 2423 Wörter) | ||
| Autor: Cerar | ||
| Veröffentlicht: Aug 18 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen) |
| Wenn man nach Jahren den Wunsch hat, seinen Ex-Freund wiederzusehen, ist das für den jetzigen Partner und Ehemann bedenklich? Muss er da nicht mistrauisch sein? | ||
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war es ganz bestimmt nicht. Liebe, Erotik, Hingabe und aktive Finesse, all diese so wunderbaren Dinge hatte sie erst ein Jahr später erfahren. Nicht durch die zwei Kurzbeziehungen und einige One-Night-Stands direkt nach dem Ende mit Ron, sondern durch ihren Mann, den Mann, der hier neben ihr stand.
Ihn hatte sie auf einer Geburtstagsparty einer Freundin kennengelernt. Wie eigentlich fast immer wurde sie ziemlich bald schon auf ihn aufmerksam, weil er in ihrem Erscheinungsraster beim Zufallsscannen aller anwesenden männlichen Personen aufgefallen war. Ca. 1,80 groß, schlank, verhältnismäßig lange, dunkelblonde Haare und ein markantes, ebenmäßiges Gesicht. Seine Kleidung war eher unspektakulär: ältere Jeans und ein lässig über den Hosenbund gezogenes, weißes T-Shirt. Aber unter dem eng anliegenden Shirt zeichnete sich eine ansehnlich definierte, muskulöse Brust ab, was ihr durchaus ein wenig imponierte. Den Ausschlag für ein sich steigerndes Interesse war aber ihre erste, durchaus von ihr provozierte Unterhaltung mit ihm. Seine blaugrauen Augen faszinierten sie genauso wie seine sonore Stimme, die ihr irgendwie Vertrauen, oder sollte man besser sagen Vertrautheit, signalisierten. Man könnte sagen, dass sie regelrecht geflasht war von ihm, von der Persönlichkeit die er ausstrahlte.
In der Folge war sie den ganzen Abend über bemüht, mit ihm in weiteren Kontakt zu treten, was aber gar nicht so einfach war, da er mit seiner offenen, freundlichen und charmanten Art auch einigen anderen Mädchen gefiel, die sich entsprechend ebenfalls um seine Aufmerksamkeit bemühten. Schließlich aber gelang es ihr, dass er mehrere Lieder hintereinander mit ihr tanzte, was ihre Neugierde auf diesen Mann noch einmal steigerte. Alles an ihm gefiel ihr: nicht nur sein Äußeres, sondern auch sein ganzer Habitus versetzten sie in Hochstimmung. Sie wollte, nein, sie musste ihn näher kennenlernen. Und auch er schien gefallen an ihr zu finden, denn nach einem langsamen Blues fragte er sie, ob sie Lust hätte, noch etwas gemeinsam zu trinken, er würde sie einladen.
Folgerichtig kam es, wie es kommen musste. Irgendwann küsste er sie, aber nicht etwa fordernd, sondern liebevoll verhalten. So ein rücksichtsvolles, den Augenblick verherrlichendes Verhalten, hatte sie mit anderen Männern vorher noch nie kennen gelernt. Ja, sie war wirklich schockverliebt.
Sie war fast schon ein wenig enttäuscht, als er sie an diesem Abend nach Hause brachte und sich, zwar zärtlich küssend, von ihr verabschiedete. Aber sie hatten sich ihre Handy-Nummern gegenseitig ausgetauscht, und für sie stand fest, dass sie ihn unbedingt wiedersehen wollte.
Tatsächlich rief er sie schon am nächsten Morgen an, und ihr Herz schien vor Glück Purzelbäume zu schlagen, als er ihr gestand, dass er die halbe Nacht wach gelegen habe und an sie gedacht habe.Er hatte sie zu einer Pizza und einem Glas Wein in ein kleines, aber sehr gemütliches Lokal – wie geschaffen für frisch Verliebte – eingeladen. Ein wenig keinlaut gestand er ihr, noch nicht über das „große Geld“ zu verfügen, aber er sei nach seinem Studium gerade erst in der Probezeit bei einem großen Unternehmen angelangt.
Das alles war ihr völlig egal. Sie wollte nur Eines: sie wollte diesen, nicht nur als Mann, sondern diesen Menschen. Sie war, wie sie feststellte, zum ersten Mal wirklich verliebt. Alles andere, selbst das doch sehr starke sexuelle Verlangen, waren zweitrangig.
An diesem Abend hatte er sie mit zu sich nach Hause genommen, und sie hatten Sex miteinander. Aber es war ein anderer Sex als alles das, was sie vorher in dieser Hinsicht erlebt hatte. Kein bloßes Verlangen, keine Gier auf das unbekannte, fremde Fleisch, sondern ein gefühlvolles aufeinander Eingehen ließ sie zusammen kommen. Zum ersten Mal hatte ein Mann sich die Mühe gegeben, sie auf etwas Wunderschönes einzustimmen, hatte sie sanft und zärtlich mit seiner Zunge verwöhnt, hatte ihren ganzen Körper liebevoll mit ihr gemeinsam entdeckt und keine noch so intime Stelle ausgelassen. Sie hatte schon vor dem eigentlichen Penetrieren durch seinen Penis bereits einen Orgasmus erfahren, der alles, was sie vorher als solchen geglaubt hatte erlebt zu haben, als Selbsttäuschung und Lüge entlarvte.
Das Beste aber sollte noch kommen. Als er sie schließlich ungemein gefühlvoll langsam penetrierte, war es ihr egal, ob sein Glied klein, groß oder durchschnittlich ist. Es hätte alles sein können, denn er glitt völlig problemlos in ihren voller Vorfreude und Begierde von Lustsekreten bestens vorbereiteten Lustkanal, und ihre Vaginalmuskeln schmiegten sich wie selbstverständlich um sein Glied und sorgten für sie beide für eine unglaubliche Nähe und Reizung. Sie fickten immer wilder und fordernder, wechselten von der anfänglichen Missionarsstellung in die verschiedensten anderen Positionen, wobei es immer er war, der ihre Aktivitäten bestimmte. Schließlich gelangten sie, eng ineinander verschlungen, gleichzeitig zu einem Höhepunkt, der alles bisher von ihr Erfahrene in den Schatten stellte.
Sie hatten den besten vorstellbaren Sex in dieser Nacht. Und sie wusste, diesen Mann würde sie nie mehr loslassen. Verrückterweise, so erinnerte sie sich, kam ihr zu dieser Zeit das Wort „ficken“ als unangebracht für ihre sexuellen Handlungen und Bedürfnisse vor. Es erschien ihr kalt und entseelt, weil es die liebevolle emotionale Bindung , die sie mit ‚ihrem Jan’ erfahren hatte, nicht erfasste, ja, sogar kalt und falsch erscheinen ließ.
Sie hatte mit Jan ihr Glück gefunden und genoss das Zusammensein mit ihm, egal ob beim täglichen Arbeitstrott, oder an den oft durch feiern im Freundeskreis gestalteten Wochenenden, und ganz besonders die ausgelassenen Urlaube. Vor allem auch gestalteten sie ihr Sexualleben erfüllend und abwechslungsreich. Sie konnten ja beide auf so einige Erfahrungen vor ihrer gemeinsamen Zeit zurückgreifen, und praktizierten ihr Liebesleben frei und zunehmend experimentierfreudig.
Ihr Leben empfindet sie als glücklich, ja, nahezu perfekt, und kleine Meinungsverschiedenheiten gibt es schließlich überall einmal. Wer behauptet, in seinem Eheleben sei alles immer nur eitel Sonnenschein, der ist unglaubwürdig.
Das rhythmische Klatschen und Rufen nach Zugabe endet ziemlich abrupt und geht in laute, unkoordinierte, begeisterte Beifallsbekundungen, begleitet von noch heftigerem Klatschen und Zurufen, über, als Ron B. auf die Bühne zurückkehrt. Das Publikum ist dankbar, als er, obwohl ziemlich erschöpft von seiner Show, den Schweiß mit dem um seinen Hals hängenden Handtuch abwischt und das Mikrophon aus dem Ständer nimmt, Er wird, theatralisch generös wie es sich gehört, ein weiteres Lied zum Besten geben.
Wieder sieht Kati seitlich an ihrem Mann hoch und erkennt, dass sich seine Einstellung wohl nicht verändert hat. Er steht, umgeben von all den begeisterten Anderen, die Hände vor der Brust verschränkt, neben ihr, mit versteinertem Blick auf die Bühne. Sie weiß, dass er nicht will, dass sie den Star des Abends wie eines der sicherlich vielen Groupies kurz aufsuchen möchte, um ihm, der alten Zeiten wegen, kurz Hallo zu sagen. Sie hat dabei, und davon ist sie selbst fest überzeugt und hat es ihrem Mann mehr als einmal beteuert, keinerlei Hintergedanken. Es ist also ein kleiner Wusch, den Jan ihr erfüllen muss, auch wenn es deshalb zu einem kleinen Streit kommen sollte. Soviel Vertrauen und Respekt hat sie verdient!
Sie stupst ihn leicht von der Seite her an: „Ich gehe dann jetzt mal runter zum Bühneneingang und versuche mein Glück“, sagt sie laut zu ihm, damit er sie überhaupt bei dem Lärm verstehen kann. Sie wartet nicht auf eine Reaktion von ihm, setzt sich direkt in Bewegung, doch sein Arm hält sie fest und dreht sie noch einmal zu ihm. Sie muss, was sie unbedingt vermeiden wollte, ihn noch einmal ansehen. Seine Augen funkeln wütend und, so laut wie vorher sie auch, schreit er: „In einer halben Stunde am Auto, hörst du?“ „Das ist nicht zu schaffen Jan, das weißt du!“, antwortet sie gleichfalls rufend empört zurück. „Ich brauche mindestens eine Stunde, wenn ich es überhaupt schaffen sollte, zu ihm zu kommen. Das Konzert ist ja noch nicht einmal ganz zu Ende.“
„Okay, in einer Dreiviertel Stunde. Wenn du dann nicht da bist, bin ich weg!“, ist seine barsche Antwort und er dreht sie von sich weg und stößt sie leicht in Richtung Bühnenausgang.
Kati ist empört über diese Art Behandlung durch ihren Mann. Sie fühlt sich nicht nur missverstanden, sondern auch respektlos und grob behandelt. Doch sie weiß auch, dass es jetzt, in diesem Moment, zwecklos wäre, mit ihm zu diskutieren. Also bahnt sie sich mit allen Tricks und Kniffs ihren Weg in Richtung Bühnenausgang. Sie ist fest davon überzeugt, im Recht zu sein. Jan unterstellt ihr völlig unsinnig, aus für sie irrationaler Eifersucht, andere Beweggründe für ihren Wunsch nach einem kurzen Hallo mit Ron zu haben.
Es gestaltet sich enorm schwer, auch nur in die Nähe der Tür zu gelangen. Die ist längst mit einer Traube junger Mädchen und Frauen belagert, die den gleichen Wunsch wie sie haben, sich wohl aber sogar noch ganz andere Dinge von einem Treffen mit ihrem Star versprechen. Schließlich kennt sie das Spiel noch zur Genüge von damals.
Ihre anfängliche Euphorie, befeuert mit einer gehörigen Portion Wut über die durch Jan erfahrene Behandlung, scheint zu erlöschen. So wird sie ihr Ziel nie erreichen, schon gar nicht in der von Jan gesetzten Zeitspanne.
Ron hat inzwischen die letzte Zugabe beendet und wird weiterhin von der Menge frenetisch gefeiert. Sie schreit wie all die anderen, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Doch sie weiß, dass das vergeblich ist. Dann aber fällt ihr Blick auf die kleine Treppe, die zur Bühne hinauf führt. Über sie könnte man auch in den Back-Stage-Bereich gelangen und von dort zu den Künstler-Umkleiden. Allerdings wird dieser Bühnenzugang von einem Security-Mann und einem Tour- Roadie bewacht.
Kati bahnt sich energisch einen Weg dorthin, und als sie schon fast dort ist, erkennt sie den Roadie. Er war schon früher ein fester Bestandteil des Teams und war immer bei gemeinsamen After-Show Team-Partys dabei. Ein immer korrekter, unaufdringlicher, junger Mann. „Bernie, hier, Bernie!“schreit sie lauthals und hat schließlich Erfolg. Er wird auf sie aufmerksam, erkennt sie und winkt ihr zu, zum Bühnenrand zu kommen. Von einem total euphorisiertenTeenie, vermutlich noch nicht einmal volljährig, erhält sie einen Ellbogencheck, weil diese das Winken mitbekommen hatte, und nun ihrerseits versuchte, dorthin zu gelangen. Doch am Bühnenrand angekommen, kann sie Bernies gereichte Hand erfassen und wird von ihm hochgezogen.
Sie umarmen sich kurz freudig und dann zieht Bernie sie sofort hinter die Bühne. Die Zeit reicht nur für kurze, freudige Floskeln über das Wiedersehen. Sie bittet ihn, sie möglichst schnell zu Ron zu bringen, da sie nur wenig Zeit habe, und Bearnie tut ihr den Gefallen. „Der wird Augen machen!“, verspricht er ihr.
An der Garderobe angekommen, klopft er kurz an und ruft hinein: „Ron, du glaubst nicht, wen ich dir hier bringe!“ Von drinnen kommt nur die kurze Aufforderung von der ihr noch immer vertrauten, sonoren Stimme: „Kommt rein!“
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