Das Leben hat seine eigene Art Entscheidungen zu treffen (fm:Sonstige, 1344 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Silverstream | ||
| Veröffentlicht: Aug 30 2026 | Gesehen / Gelesen: 1282 / 1167 [91%] | Bewertung Teil: 9.34 (38 Stimmen) |
| München-das erste Jahr | ||
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die der Job an mich stellte, höher, insbesondere zeitlich gesehen. Nach und nach wurde mir klar, was Jonas mir auch körperlich gegeben hatte. Wir hatten oft, sehr oft Sex, ich nahm ihn mir, er nahm mich. Jetzt allein in München, wurde mir klar, dass diese Befriedigung mir mehr fehlte, als ich zugeben wollte. Und die wenigen Nächte, die ich jetzt mit ihm hatte, ob an den kurzen Wochenenden zu Hause oder wenn er denn mal zu mir nach München kam, konnten dieses Verlangen nicht wirklich stillen. Ich hatte mir einen „Hausfreund“ zugelegt. Aus Kunststoff, batteriebetrieben. Kein Ersatz, aber ich hatte auch meine Bedürfnisse. Aber es war ja nicht nur der Sex, der fehlte, es ging weit darüber hinaus.
An Angeboten mangelte es mir wirklich nicht. Ich wies sie jedoch alle freundlich, aber bestimmt zurück.
Dann geschah etwas. Schon in den ersten Wochen hatte ich in den Abläufen unserer Zweigstelle deutliches Verbesserungspotenzial erkannt. Für die Analyse und Optimierung der Prozesse wurde mir nach drei Monaten ein externer Berater zur Seite gestellt. Sein Name war Thomas. Er sah gut aus, naja, sehr gut, eine gepflegte Erscheinung, sicheres Auftreten, redegewandt, belesen und stets guter Laune. Für ihn war es keine Schwierigkeit, sich in sehr kurzer Zeit einzufinden und zu allen einen guten Kontakt herzustellen. Auch zu mir.
Thomas war gebunden, kam aus München, kannte Land und Leute. Er war mit seinen knapp 40 Jahren deutlich jünger als ich. Verheiratet mit Sabine, genau so alt wie er, zwei Kinder im Teenageralter. Wir kamen uns im Laufe der nächsten Wochen näher, wurden vertrauter. Und irgendwann begannen wir auch, über die kollegialen Inhalte unserer Gespräche hinaus, auch private Dinge auszutauschen. Ich wurde Teil ihres Freundeskreises.
Und damit wurde für mich die Zeit in München ohne meinen Mann einfacher. Ich hatte Menschen, mit denen ich über alles reden konnte, meine Freizeit verbrachte, mit denen ich auch essen, ausgehen, ja auch tanzen gehen konnte.
Und dann dieser eine Abend – der sich im Nachhinein als so verhängnisvoll erwies.
Es war ein Donnerstag. Wir hatten Überstunden gemacht, weil am nächsten Tag Ergebnisse eines angepassten Prozessablaufes präsentiert werden sollten und ich gegen Mittag endlich mal für ein verlängertes Wochenende nach Hause fahren wollte. Als wir gegen 18 Uhr immer noch nicht fertig waren, sagte ich zu Thomas: „Komm, lass uns etwas essen gehen. Oder du kommst mit zu mir, wir bestellen Pizza und stellen die Präsentation fertig. Ruf doch Sabine an, dann kann sie dazukommen.“
Gesagt, getan. Wir waren beide mit dem Rad und unterwegs fing es an, fürchterlich zu regnen. Als wir bei mir ankamen, waren wir völlig durchnässt. Sabine stand schon vor der Tür und als sie uns sah, lachte sie nur und schüttelte den Kopf. Wir gingen hoch zu mir, ich ging ins Badezimmer, reichte ihm ein großes Handtuch und einen Bademantel, damit er seine nassen Klamotten ausziehen konnte und schlüpfte selbst in eine bequeme Jogginghose und ein Sweatshirt. Alles völlig zwanglos und ohne Hintergedanken. Ich schmiss seine Klamotten in den Trockner, dann bestellten wir Pizza und arbeiteten weiter. Dabei merkten wir, dass noch einiges angepasst werden musste, auch Punkte, die wir mit anderen Mitarbeitern abstimmen mussten. Also verschob ich die Präsentation auf den Anfang der kommenden Woche. Damit war klar: Am Freitag lag noch viel Arbeit vor uns, und meine Heimfahrt musste ich auf Samstag verschieben. Dann klingelte es und Thomas ging zur Tür, um die Pizza anzunehmen. Sabine bereitete in der Küche derzeit den Tisch vor.
Genau in diesem Moment rief Jonas per Skype an. Ich nahm an.
Jonas
Ich freute mich auf Elvira. Es war Donnerstag, und am nächsten Tag sollte sie endlich mal für ein verlängertes Wochenende nach Hause kommen. Für Freitagabend hatte ich Konzertkarten besorgt, für Samstag einen Brunch mit der Familie geplant. Alles war vorbereitet. Als ich sie per Skype anrief, war sie sofort online.
„Hallo, Schatz“, begrüßte ich sie. „Wie war deine Woche? Ich freu mich so auf dich.“
An dem Gesicht meiner Frau konnte ich schon erkennen, dass etwas nicht stimmte.
„Jonas, es tut mir furchtbar leid, aber ich kann erst am Samstag nach Hause kommen und muss leider am Sonntag auch schon wieder zurück“, kam es leise von ihr. „Wir müssen noch eine Präsentation vorbereiten und dazu sind noch Abstimmungsgespräche mit anderen Mitarbeitern notwendig. Es tut mir ……“
Noch während sie sprach, sah ich im Hintergrund einen Mann ins Zimmer kommen. Ich war völlig fassungslos, denn der Typ hatte nur einen Bademantel an und ich hörte ihn sagen: „Ich habe die Pizza schon in die Küche gestellt. Eine Flasche Wein gab es dazu. Kommst du?“
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