Die (ungewöhnliche) Leihmutter (fm:Schwanger, 8879 Wörter) | ||
| Autor: JoeMo619 | ||
| Veröffentlicht: Sep 11 2026 | Gesehen / Gelesen: 250 / 193 [77%] | Bewertung Geschichte: 9.50 (4 Stimmen) |
| Ein schwul-bisexuelles Paar sucht und findet eine (ungewöhnliche) Leihmutter. | ||
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Die (ungewöhnliche) Leihmutter
© JoeMo1619 – September 2026 ff.
Es war wirklich ein schöner Sommerabend, warm, aber nicht zu heiß und mit einer ganz leichten Brise, die über die Außenalster wehte. Dr. Harald Tamm, 37 Jahre alt und Oberarzt am Allgemeinen Krankenhaus (AK) Barmbek, und Dr. Rainer Falck, 36 Jahre alt, Fachanwalt für Steuerstrafrecht und Partner in einer renommierten Hamburger Kanzlei, saßen im kleinen Gartenbereich ihres Lieblingslokals ‚Karlotta’ und hatten Rainers iPad auf dem kleinen Zweiertisch liegen, als Natascha ihnen zwei Gläser mit herrlich kühlem Pinot Grigio und zwei Mineralwasserflaschen brachte. Harald und Rainer hatten sich drei Jahre zuvor im ‚Karlotta‘ kennengelernt, einem diskreten, aber stadtbekannten Treff für schwule Männer und lesbische Frauen und homo-hetero-sexuelle Wanderer zwischen den Welten. Es war sozusagen ‚Liebe auf den ersten Blick‘, die sich zwischen Harald und Rainer entwickelte und die achtzehn Monate später in einer formalen Eheschließung und einer Riesenfete im ‚Karlotta‘ endete.
Natascha Kilmashenkov gehörte quasi zum Inventar des ‚Karlotta‘. 2014 mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester aus der Ost-Ukraine nach Deutschland geflohen, hatte sie mit hartem Einsatz in Hamburg ihr Abitur gemacht und studierte an der Hamburger Universität Psychologie, zu ihrem Leidwesen langsamer als möglich, aber sie war gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt und ihr Studium selbst zu finanzieren. Und so arbeitete sie an sechs Tagen pro Woche im ‚Karlotta‘, obwohl sie persönlich nichts mit dieser Lebensweise zu tun hatte. Sie hatte für ein eigenes Sexualleben schlicht und ergreifend keine Zeit.
„Ich habe gestern und heute im Internet eingehend recherchiert“, schnappte Natascha eine Bemerkung von Rainer auf, der mit dem Zeigefinger auf den Bildschirm deutete und dann auf einen gespeicherten Link tippte. „In den USA ist es in bestimmten Staaten auch für schwule Paare kein Problem, eine Leihmutter zu finden. Es gibt professionelle Agenturen, die eine geeignete Leihmutter nach einem Wunschprofil vermitteln.“
Natascha lag eine flotte Bemerkung auf der Zunge, aber sie behielt sie für sich. Sie mochte Harald und Rainer, die regelmäßige Stammgäste waren und stets ein faires Trinkgeld gaben, und wollte sie nicht verärgern. Aber sie wunderte sich, dass die schwulen Ehepartner augenscheinlich ihre Familie mit einem eigenen Kind vergrößern und nicht beispielsweise ein Kind adoptieren wollten. In ihrem Heimatland hatten erschreckend viele Kinder im Krieg beide Eltern verloren und sehnten sich nach einem geordneten Zuhause. Als Natascha nach einer halben Stunde die leeren Gläser sah, trat sie wieder an den Tisch. Harald und Rainer waren immer noch tief im Gespräch vertieft.
„Noch einmal dasselbe?“ fragte Natascha professionell, nachdem sie unmittelbar zuvor eine weitere Bemerkung Rainers aufgeschnappt hatte.
„Eine amerikanische Leihmutterschaft ist auch nach deutschem Recht vollkommen legal. Aber das Ganze ist doch verdammt teuer. Man muss insgesamt mit mindestens 100.000 bis 150.000 US-Dollar rechnen.“
„Was, so teuer?“ rutschte Natascha spontan eine sicherlich nicht angemessene Bemerkung raus, die Harald und Rainer überrascht und verblüfft zu ihr aufblicken ließen.
Rainer reagierte zuerst. „Ja, liebe Natascha. In Indien oder Südostasien ist es billiger, aber dann hat man zwangsweise ein gemischtrassiges Kind.“
„Und in meiner Heimat?“
„Sicherlich deutlich billiger, aber rechtlich kaum abgesichert. Da hat man hinterher möglicherweise große Probleme, die Vaterschaft des Kindes bei den deutschen Behörden anerkannt zu bekommen, selbst wenn man genetisch nachweisen kann, dass man der Vater ist.“
„Ist ja irre“, schüttelte Natascha ihren Kopf. Dann nickte sie. „Entschuldigung, dass ich mich so einfach hier eingemischt habe. Es geht mich eigentlich nichts an, aber der Preis für ein Leihmutterkind war einfach ein Hammer.“ Sie schüttelte noch einmal ihren Kopf. „Da
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