Tischler x 2 (fm:Sex bei der Arbeit, 18993 Wörter) [5/5] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Corda54 | ||
| Veröffentlicht: Sep 26 2026 | Gesehen / Gelesen: 65 / 47 [72%] | Bewertung Teil: 8.00 (1 Stimme) |
| Was wird mit Karin, kommt Helena wieder in die Spur, Preisverhandlungen mit einer schon leichtsinnigen Offenheit, | ||
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zu flüchten, drehte und wand sich, aber sie entkam mir nicht. Im Gegenteil, als sie sich runterbeugte, mit dem Oberkörper fast auf mir lag, fasste ich sie um die Schultern und drehte uns beide um. Jetzt lag ich auf ihr und legte los, nun mit der Absicht selbst zu kommen. So angeheizt wie ich war dauerte es nicht lange bis ich das Gummi voll machte. Mein Glied erschlaffte etwas – nur wenig, ich staunte über mich –, ich fasste nach unten und wollte das Gummi beim Herausziehen festhalten.
„Nicht, lass, bleib noch drin. Das ist einfach schön wenn Dein Schwanz in mir bleibt. Der darf erst dann raus wenn er ganz klein geworden ist. Bis dahin möchte ich, dass Du auf mir liegen bleibst.“
„Und wenn ich Dir zu schwer werde?“ Ich lag mit dem ganzen Körper auf ihr, hatte mich aber etwas so abgestützt, dass ich ihre Brüste spürte, sie aber vom Gewicht meines Oberkörpers weitgehend entlastete.
„Dann sage ich das schon.“
„Brauchst Du nicht. Ich möchte mich bald ein wenig neben Dich legen, entspannt liegen bleiben.“
Kurz danach lag ich neben ihr auf der Seite, streichelte sie an Bauch, Brüsten und dann auch wieder zwischen den Beinen. Die Neugier trieb den Finger auch wieder zur Muschi. Sie war tatsächlich noch feucht, zuckte aber zusammen als ich dem Kitzler zu nahe kam.
„Noch zu empfindlich? Soll ich aufhören?“
„Ja, aber nachher möchte ich nochmal.“
„Du kriegst den Hals wohl nicht voll. Da fällt mir ein: Dein Mund hatte ja noch gar keine Aufgabe. Dann wissen wir doch gleich was wir nachher machen. Aber nun raus mit der Sprache: was meintest Du vorhin, wozu hast Du Dich verplappert?“
„Weißt Du, das war bislang so schön mit Dir, dass ich überlegt habe ob mir nicht auch in anderer Hinsicht etwas entgangen ist. Aber ich habe mich nicht getraut das zu sagen.“
Ich sah ihr in die Augen, sah auch die darin schimmernde Hoffnung, aber auch eine kleine Träne. „Na, was wäre das denn? Du kannst mich alles fragen und ich werde versuchen Dir auf alles eine Antwort zu geben. Wenn mir eine Frage nicht gefallen sollte sage ich das schon, schimpfe deshalb aber garantiert nicht mit Dir.“
„Ich traue mich nicht. Oder…. Ach, egal, küss mich endlich, aber richtig! Ich will endlich wissen wie das ist wenn man mal einen lieben Kerl im Arm hat und lieb bist Du. Das hast Du heute oft genug bewiesen! Du kannst mit mir machen was Dir gerade einfällt. Dass ich Dir vertrauen kann weiß ich inzwischen und sollte doch was dabei sei was mir absolut nicht gefällt, sage ich das schon und“ sie grinste über alle Backen „schimpfe deshalb garantiert nicht mir Dir!“
Ich lachte. „Aber Du hast doch vorhin gesagt Du…“
Sie unterbrach mich. „Ich habe auch gesagt ich kriege keinen Orgasmus und jetzt hast Du mir schon zwei Mal einen verpasst. Frauen haben ein eingebautes Vorrecht, schon von Geschlechts wegen!“
Ich sah sie fragend an. Sie fing an zu lachen. „Sie haben das Vorrecht ihre Meinung ändern zu dürfen. Bei Dir habe ich keine Bedenken, wenn auch bei jedem anderen Kerl zumindest jetzt noch. Aber Du machst mit Sicherheit nur das von dem Du meinst, dass es mir…“
Jetzt unterbrach ich sie, drückte ihr einen kurzen Schmatz auf den Mund. Nach einem unwillkürlichen Zurückzucken – immerhin war sie das nicht gewohnt und es kam überraschend – fasste sie meinen Kopf, zog mich und drückte mir ihrerseits einen auf, wartete bis sie meine Zunge spürte und öffnete ihren Mund. Küssen war für sie wohl noch Neuland, jedenfalls wartete sie ab was ich mit Lippen und Zunge veranstaltete, ahmte das dann nach, ließ sich aber bald auch eigene Varianten einfallen. Es entwickelte sich eine regelrechte Knutscherei, wurde zunehmend geiler. Sie war offenbar ein Naturtalent.
Finger in der Scheide war ja auch tabu, aber nach dem Freibrief vorhin? Einfach mal probieren dachte ich mir, ließ die streichelnde Hand immer weiter in Richtung Süden wandern, strich mit dem Zeige- und Ringfinger über die Schamlippen während der Mittelfinger nach und nach tiefer ging. Sie war – schon wieder oder immer noch? – klatschnass, wohl voll auf das konzentriert was das Küssen für Spaß brachte und bemerkte den frechen Finger zunächst gar nicht. Erst als der ganz tief in ihr war merkte sie kurz auf, zuckte zusammen, entspannte sich aber gleich wieder.
„Ja, auch das.“
Wir knutschten weiter während ich erst einen, dann zwei Finger in ihr bewegte. Erst ganz vorsichtig und langsam, nur rein und raus, dann suchte ich nach der bewussten rauen Stelle, fand den G-Punkt auch bald und dann war es vorbei mit Vorsicht! Der wurde nach Strich und Faden gelockt. Sie wurde sofort laut, stöhnte, drängte ihren Unterleib meiner Hand entgegen, umfasste mich an den Schultern. Mit küssen war da nichts mehr, wir hatten die Köpfe Wange an Wange liegen. Dann kam sie – und wie! An den Fingern spürte ich deutlich die Kontraktionen in ihrem Körper.
„Robert, Du machst Sachen mit mir, ich muss aufpassen, dass ich mich nicht in Dich verliebe!“
„Iris, Du bist eine sehr hübsche und liebe Frau, insbesondere jetzt, wo zumindest mir gegenüber keine Blockaden mehr bestehen. Aber in mich verlieben, das wäre gar nicht gut. Ich bin glücklich verheiratet, habe einen kleinen Sohn. Meine Frau hast Du ja bei den Spielabenden auch schon das eine oder andere Mal gesehen. Helena ist aus bestimmten Gründen mit meinen Clubbesuchen einverstanden, hat sie sogar gefördert. Aber das wird irgendwann zu Ende sein. Dann gibt es wieder Sex nur in der Ehe. Also verlieben – bitte nicht. Aber Freundschaft plus solange wie ich auch mit anderen Mädels hier unten aufs Zimmer gehe – das ginge. Ob es danach auch mit Freundschaft ohne plus weiterginge, das müssten wir sehen, kann ich jetzt nicht beurteilen. Einverstanden?“
„Ja. Eigentlich ist das ja unfair. Deine Frau ist doch auch eine ganz liebe. Ich weiß, es ist gemein, aber da wünsche ich mir diese Gründe mögen noch lange weiterbestehen. Aber jetzt nimm mich bitte in die Arme, kuschele mich noch ein wenig und dann sollten wir uns mal wieder vorne sehen lassen.“
Das „ein wenig kuscheln“ wurde natürlich begleitet von eher zärtlichen Küssen, streicheln auch in den erogenen Zonen, bis sie abbrach. „Wenn Du jetzt noch weiter machst will ich nochmal. Dabei kann ich eigentlich gar nicht mehr, brauche erst einmal eine längere Pause.“
Nach dem Duschen im Partyraum angekommen kümmerte ich mich darum verbrauchte Energien zu ersetzen – vom Buffet war nach wie vor genug da. Mit meinem Teller setzte ich mich auf eine Couch, neben der ein kleiner Beistelltisch stand, stellte den Teller ab und wurde überraschend von der Seite angesprochen. Heike war gerade dabei sich neben mich zu setzen, wollte gleich Besitzansprüche geltend machen. Nicht etwa eine nette, sondern eine Suggestivfrage: „Robert, wenn Du aufgegessen hast, wo wollen wir dann zuerst hin? In die Sauna, in den Pool oder gleich ins Zimmer?“
Also, diese Art Frage fand ich zum Kotzen! Aber allzu unfreundlich werden wollte ich auch nicht.
„Heike, auf diese Art Fragen reagiere ich generell ablehnend. Außerdem werden wir Männer heute nicht ausgesucht, sondern dies ist eine Veranstaltung für uns. WIR suchen aus, um es deutlich zu sagen.“
Sie unterbrach mich. „Schon, Du hast vorhin Iris gewählt. Aber die erste Frau – Andrea heißt sie, glaube ich –, die hat Dich ausgesucht bevor wir Dich fragen konnten.“
„Heike, das sah so aus und wäre wohl auch so gewesen, wenn Andrea nicht auch für mich ganz oben auf der Liste gestanden hätte.“
„Aber warum denn die beiden Frauen und warum nicht ich? Bin ich Dir nicht schön genug oder zu alt? Habe ich etwas an mir was Dich stört?“
Jetzt wurde es gefährlich, eine falsche Antwort konnte die Stimmung kippen lassen. Ihr den tatsächlichen Grund für die Ablehnung verraten wäre sicher verkehrt. Aber eine gute Ausrede hilft manchmal weiter…
„Nein, Heike, das trifft alles nicht zu. Du bist eine Frau im besten Alter, siehst sehr gut aus und hast eine tolle Figur, bist zudem, wenn ich danach gehe was ich gehört habe (wann gehört sagte ich natürlich nicht, ließ sie im Glauben, dass es nur das von heute wäre), im Bett eine Granate. Aber Du arbeitest nicht hier, bist auch kein Mann, der häufiger als Gast kommt. Aber ich bin als Gast des Öfteren hier und möchte mit den Mädels schönen Sex erleben. Was meinst Du wie enttäuscht die wären wenn ich anstatt mich möglichst vielen von ihnen zu widmen mit einer Frau abschiebe, die aller Voraussicht nach nur heute hier ist, danach nie wieder kommt. Ich hoffe, Du verstehst das.“
„Also, wenn Du das so sagst – verstehen kann ich das, auch wenn ich enttäuscht bin. Aber gut. Wenn nicht hier, dann eben woanders. Ich kann Dir meine Handynummer geben. Du rufst an wenn Du mich ficken willst und wir treffen uns irgendwo, egal wo. Wenn es bei Dir geht bei Dir. Bei mir geht es auch wenn ich das lange genug vorher meinem Mann sagen kann, damit er an dem Tag nicht zuhause ist, sich vielleicht selbst irgendwo vergnügt. Und wenn das alles nicht geht, dann gehen wir ins Hotel. Das Zimmer würde ich bezahlen. Du brauchst nur anzurufen. Ich will auch sowas erleben wie Andrea und Iris, das ganze Haus im Orgasmus zusammenbrüllen.“
Ich fühlte mich sowas von bestätigt! Die würde mir keine Ruhe lassen wenn ich solche Versuche nicht von vornherein abblocke. „Heike, das geht nicht! Ich liebe meine Frau. Mit ihr habe ich eine Absprache. Die Gründe dafür oder Details dazu werde ich Dir gewiss nicht nennen. Besuche im Club sind o.k. Diese Absprache schließt keine anderen Stellen ein (ein bisschen lügen musste hier gestattet sein). Würde ich mich mit Dir oder einer anderen Frau so treffen wie Du es vorgeschlagen hast wäre das Betrug an meiner Frau und das kommt nicht infrage!“
„Schade!“
Da hatte ich gut die Kurve gekriegt, dachte ich mir.
Wo Andrea gewesen war wusste ich nicht. Jedenfalls kam sie in den Raum, sah Iris an – und fing an zu lachen, kriegte sich nicht mehr ein. Sie äffte Iris nach: „So wie Du aussiehst bist Du richtig durchgeorgelt worden. Zu hören war auch wie Du die Tonleiter hoch und runtergesungen hast. Das hast Du doch vorhin zu mir gesagt. Was meinst Du wie Du gerade aussiehst?“
Iris gab klein bei. „Hast ja Recht. Aber woher sollte ich wissen, dass er der erste ist mit dem ich so etwas erleben konnte. Hab Dich lieb.“
Der erste Geburtstag unserer Kinder stand bevor. Helena nahm die Organisation in die Hand. Wir waren uns alle einig: es sollte bei Cordula und Dieter gefeiert werden. Jürgen, mein Bruder, und Luca, der Bruder von Lydia, wussten welchen Betrieb Dieter hatte, die beiden anderen Paten der Zwillinge von Dennis mit Sicherheit auch. Meinen beiden Neffen, Malte und Jens, erklärte Jürgen schon vor der Tauffeier in kindgerechten Worten, dass bei Dieter Frauen arbeiteten, die eigentlich genauso wie alle anderen seien, aber von manchen Leuten nicht so geachtet werden würden wie diese weil sie mit ihrem Körper Geld verdienen. Die Kinder hatten die Mädels ja auf der Feier auch kennen gelernt und waren auch von ihnen bespaßt worden, hatten also angenehme Erinnerungen an sie.
Die Einladungen waren rechtzeitig abgeschickt worden, die Zusagen trafen rasch ein. Es würde ein volles Haus werden. Wir drei Elternpaare, Katharina und Dennis, die beiden uns noch fremden Paten für die Zwillinge von Dieter, natürlich mit Partner oder Partnerin, Luca, die Neffen und einige der Frauen aus dem Club. Eingeladen waren alle, manche – die Fete sollte an einem Montag laufen – hatten aber was vor, andere fühlten sich nicht zugehörig, etliche wollten jedoch dabei sein. Wir würden auch Karin mitbringen, offiziell, damit wir jemand hatten der die Kinder betreut, tatsächlich, um sie wieder mal unter Leute zu bringen.
Dieter hatte dann tatsächlich ein volles Haus. Es waren knapp 30 Personen. Aber das war kein Problem, denn das Gebäude war groß genug. Ein paar Kuchen und Torten sollten beim Bäcker bestellt werden, aber die Mädels winkten ab. Sie wollten als Geburtstagsgeschenk für die Kleinen dafür sorgen und waren, nachdem Cordula und Dieter zugestimmt hatten, schon vier Tage vor der Feier in Hektik verfallen. Diverse Zutaten wurden gekauft, Chef und Chefin nicht verraten welche. Am den Tagen vor der Feier am Vormittag beide aus ihrer Küche verscheucht, dazu noch die kleine Küche neben dem Büro in Anspruch genommen. 9 Frauen waren da zugange und offenbar wusste jede was sie zu tun hatte! Das fertige Naschwerk wurde sowohl oben im Kühl- und Gefrierschrank als auch in dem riesigen Kühlschrank unten neben dem Partyraum untergebracht. Getränke mussten eben da raus. Machte nichts wenn es ausnahmsweise mal kein kühles Bier oder keine kalte Brause gab. An allen Tagen pünktlich um kurz vor eins waren sie jeweils fertig. Die Frauen hatten es ganz nebenbei noch geschafft ein gutes Mittagessen für alle auf den Tisch zu stellen. Der Laden wurde dann wie üblich um 14 Uhr geöffnet, lief die normale Zeit bis Feierabend war.
Gefeiert wurde am Montag wieder unten im Partyraum. Auf der Theke waren vier Torten und einiges Andere an Backwerk zu sehen. Dort musste ein „Tischlein deck Dich“ versteckt sein, denn immer wenn etwas zur Neige zu gehen drohte war schon Ersatz da.
Das kalte Buffet wurde am Abend aber auf Festzelttischen am Rand des Raums aufgebaut. Es war etwa ebenso umfangreich wie das am „Belohnungsabend“, obwohl wir jetzt viel mehr Leute waren. Dieter hatte aber richtig spekuliert: Die hatten sich bei Kaffee und Kuchen dermaßen die Bäuche vollgehauen, dass nun kaum noch etwas hinein passte.
Schon vor der Freigabe des Kuchenbuffets wies Dieter darauf hin, die Zimmer im Erdgeschoss und die Schlafräume der Frauen im Obergeschoss seien nicht zugänglich. Offen sei der Aufenthaltsbereich der Frauen oben wie auch der Sportbereich mit Tischfussball und Tischtennisplatte sowie der Spielecke – dort waren etliche Brettspiele untergebracht, die wir gern bei unseren Spielabenden nutzten. Die Wohnung sei zwar auch zugänglich, aber wenn jemand da rein wolle, bitte leise. Karin bringe gerade die Kleinen ins Bett. Vier Kinder in ihrem Ehebett, das müsse lustig aussehen, würde er sich nachher auch mal ansehen. Wenn die Kinder schlafen käme sie wieder nach unten. Überwacht würden die Kleinen durch ein Babyphon.
Unten könnten Sauna und Whirlpool genutzt werden. Wer da Interesse habe möge aber daran denken, dass er oder sie von anderen Gästen im Adams- bzw. Evakostüm gesehen werden könnte und sie hinterher die Sachen wieder tragen müssen die sie vorher anhatten. Handtücher seien dort in ausreichender Menge bereitgelegt.
Als die Stichworte Tischfussball und Tischtennisplatte fielen ging ein Ruck durch die Körper von Jens und Malte. Nachdem sie sich den Bauch vollgehauen hatten waren sie auch bald verschwunden, hatten sich bei ihrem Vater abgemeldet. Kurz danach kam eine der Frauen von oben, erzählte Dennis, dass die beiden nach Tischtennisschlägern und –bällen gefragt hätten. Sie wäre mit ihnen an den betreffenden Schrank gegangen und hätte gestaunt: beide spielten sich wie im Training lange Bälle zu, offenbar zum Warmmachen. Die standen ein, zwei Meter hinter der Platte und trafen dennoch genau das was sie treffen wollten. Unter den Damen waren ja auch einige die den Sport nicht nur vom Sehen kannten. Eine ging hoch, kam nach einer Viertelstunde ziemlich verschwitzt zurück.
„Das müsst Ihr Euch mal ansehen. Ich bin nun nicht die schlechteste Spielerin hier, aber der Jens hat mich von einer Ecke in die andere gejagt. Ich habe mich nur mühsam behaupten können. Als dann Malte – der ältere von beiden – übernahm hatte ich keine Chance mehr.
Eine willkommene Abwechslung. Ein paar andere Erwachsene gingen nach oben, sahen sich den Spaß an. Nach kurzer Zeit kam einer zurück, sprach Dieter an:
„Ich soll ausrichten, die Kleinen schlafen. Karin wollte eigentlich runterkommen, hat dann die Tischtennisspieler gehört und ist dort geblieben.“
Kurz danach kam ein Mann runter. „Das müsst Ihr gesehen haben! Malte hat wohl mitgekriegt, dass niemand gegen ihn ankommt und war natürlich stolz drauf, richtig obenauf. Karin stand in der Nähe der Platte. Malte bekam mit, dass sie gerade erst dazu gestoßen waren, wollte sie wohl necken und fragte „Und Du? Spielst Du auch Tischtennis oder machst Du Pingpong?“
Karin hatte sich das nicht bieten lassen, sagte ganz ruhig „ich habe schon lange nicht mehr an der Platte gestanden. Aber ein wenig Tischtennis werde ich wohl noch spielen können.“
„Dann versuche es doch einfach mal.“ meinte Malte.
„Sie ließ sich einen Schläger geben, prüfte den kurz wie er in der Hand liegt und wie stumpf die Beläge sind. Da war schon zu sehen, die wusste was sie tat! Dann trat sie an die Platte, warf den Ball auf den Tisch. Beide spielten sich ein bis der Junge Ernst machen wollte, aggressiver wurde. Sie aber stand auch weiterhin ruhig, brachte jeden Ball zurück und fing auf einmal an zu schnippeln. Erst war in den Bällen nur wenig Drall, dann immer mehr. Da bin ich runter. Ich habe den Eindruck, Dein Sohn – er sah Jürgen an, der interessiert zuhörte – hat keine Chance!“
„Das muss ich sehen!“
Eine ganze Meute Neugieriger ging nach oben, versammelte sich rund um die Tischtennisplatte. Malte war erkennbar total aus der Puste während Karin völlig unaufgeregt etwa einen Meter hinter dem Tisch stand. Für den Fachmann war sofort erkennbar: sie machte es gnädig. Wenn der Junge einen Ball zurück brachte kam der meist so hoch an, dass es für sie einfach gewesen wäre ihn zu schmettern und ihren Gegner laufen zu lassen. Der war fertig, sah seinen Vater und erkannte dessen Lächeln.
„Die spielt genauso fies wie Du! Spiel doch Du mal gegen sie!“
Jürgen nahm Maltes Schläger und den Ball, machte eine Angabe und fing ruhig an zu spielen. Das ging einige Minuten, sah bei beiden aus wie Training. Mittlerweile standen beide gut 2 Meter hinter der Platte und brachten die Bälle immer wieder dorthin wo sie landen sollten. Es sah richtig elegant aus. Beide wussten aber auch, dass ihnen kein Opfer, sondern ein Gegner gegenüber stand.
Karin fing den Ball auf als er mal wieder zu ihr kam.
„Einen Satz spielen?“
„Jürgen nickte, Karin warf ein – und jetzt ging es zur Sache. Das waren nicht mehr die langen eleganten Ballwechsel, jetzt war Tempo, richtig Tempo drin! Beide schenkten sich nichts, erzielten jeweils fast abwechselnd ihre Punkte. Kurz vor Ende des Satzes schien Karin einen Ball nicht mehr erreichen zu können. Jürgen grinste, konnte aber nicht sehen, dass sie ihn doch noch erwischte, mit einem Vorhandtopspin knapp über das Netz auf Jürgens Seite brachte. Dort sprang er sofort scharf zur Seite. Jürgen hatte den Ansatz zum Topspin nicht gesehen und schlug daneben. Auch der nächste Ballwechsel war heiß umkämpft. Einen erneuten Vorhandtopspin konnte er abwehren, brachte den Ball aber etwas zu hoch zurück. Den folgenden knallharten Schmetterball erwischte er auch, konnte aber nur schwach retournieren. Karin setzte zu einem erneuten Schmetterball an, Jürgen bereitete sich darauf vor und stand zu weit weg vom Netz als sie ihren Schläger nur ganz sanft auf den ihr entgegen fliegenden Ball richtete und den förmlich hinter dem Netz abtropfen ließ. Ende im Gelände!
Immerhin war beiden warm geworden. Sie hatten ihren Zuschauern ein hochklassiges Spiel geliefert, mit dem keiner gerechnet hatte.
Er sprach sie an. „Wo hast Du gespielt? Ich kenne Dich nicht obwohl ich eigentlich Männer und Frauen, die in unserem Bundesland auf diesem Niveau spielen, alle mal gesehen habe. Wahrscheinlich bist Du sogar deutlich besser als ich, denn wenn Du mich ohne Training so forderst und dann auch noch schlägst, was wird das erst wenn Du im Training bist?
„Es ist schon lange her, dass ich gespielt hab. Es war weit weg von hier im Norden. Ich war schon als Kind Talentsuchern aufgefallen, kam in einen Förderkader und habe auch für meinen Verein gespielt. Dann aber bekam mein Vater einen neuen Job, wir mussten umziehen und ich mit dem Tischtennis aufhören, denn die Schule war wichtiger und ich hatte Schwierigkeiten Anschluss im Lernstoff zu finden. Nach meinem Schulabschluss absolvierte ich eine Ausbildung zur Erzieherin, wollte mich auch wieder einem Verein anschließen, nur hat es mir bei denen, die ich mir angesehen habe, nicht gefallen.“
„Wenn Du einen Verein suchst – ich wüsste einen…“ Er lächelte. „Es sind zwar mit dem Auto fast zwei Stunden von hier bis zu uns, aber dafür sind es alles nette Leute.“
„Danke für den Vorschlag, aber ich hatte eine böse Zeit, muss erst mal wieder zurück finden und bin froh bei Helena und Robert untergekommen zu sein. Vielleicht später mal.“
„Gut, kann ich verstehen. Aber – entschuldige wenn ich Dir zu nahe trete – ich möchte Dich auch so näher kennen lernen. Können wir uns nachher zusammensetzen? Ich bin nach dem Match ziemlich verschwitzt und möchte mich jetzt ein wenig ausruhen, in die Sauna und danach in den Pool gehen. Anschließend könnten wir uns eine ruhige Ecke suchen und quatschen.“
„Ich bin hauptsächlich als Betreuerin für die Kleinen hier. Wenn ich da nicht gefordert bin können wir das gern machen. Aber duschen will ich jetzt auch erst einmal. Du hast mich ja auch ziemlich gescheucht und dass ich den Satz gewonnen habe sagt gar nichts, so knapp wie das war!“
Jürgen sah dann noch wie sie in den Erfrischungsraum für die Prostituierten ging, wie selbstverständlich und hier zuhause den Weg kannte und wählte. Er wunderte sich, sprach seinen Bruder an.
„Robert, sag mal, kannst Du mir etwas zu Karin erzählen? Ich finde sie sehr nett, sie gefällt mir nicht nur als Tischtennisspielerin. Eben ist sie in den Raum für die Frauen gegangen und verhielt sich so als wäre ihr der Weg vertraut. Sie sprach auch von einer schweren Zeit, die sie hinter sich habe. Hat sie mal hier gearbeitet, meinte sie das?“
„Ich kann Dir nur soviel erzählen, dass sie tatsächlich eine der Frauen hier war. Da macht sie auch kein Geheimnis draus. Die schwere Zeit aber war danach, als sie die Tätigkeit als Prostituierte hinter sich lassen, in ein normales Leben mit dem Mann wechseln wollte in den sie sich verliebt hatte und von dem sie danach auf schlimmste Weise enttäuscht wurde. Ob überhaupt und wem Details dazu bekannt gegeben werden – die Entscheidung überlasse ich ihr und bitte, sprich sie nicht darauf an. Wenn sie sich Dir gegenüber mal öffnen will wird sie von allein auf das Thema kommen.“
„Gut, mache ich so. Aber danke, dass Du mir wenigstens dieses gesagt hast! Aber jetzt will ich mal sehen was meine Jungs machen und bin dann in der Sauna.“
Unten waren sie nicht aufzufinden. Also gingen wir nach oben und hörten schon von weitem, dass jemand Tischtennis spielte. Dazwischen waren aber auch andere harte Geräusche zu hören. Als wir in den Raum eintraten stellten wir fest, dass sich zwei Frauen – beide kannte ich als gute Spielerin – am Tisch bewegten. Eine große Meute Männer stand aber am Tischfussball. Allesamt waren die wohl wieder zu Jungen geworden. Malte spielte gegen einen von ihnen, lag aktuell gerade knapp in Führung. Die anderen Kerle kommentierten jeden Treffer, jeden Fehlschuss in einer Art als wenn ihre bevorzugte Bundesligafußballmannschaft gerade den Spitzenreiter in Grund und Boden schoss und hatten einen Heidenspaß dabei.
Auf dem Weg nach unten kam mir Karin entgegen.
„Robert, kann ich Dich mal was fragen?“
„Natürlich.“
„Der Jürgen, was ist das für ein Mensch? So wie der auf seine Söhne eingeht und wie die mit ihm umgehen muss er ein richtig guter Vater sein, irgendwo auch gleichzeitig so etwas wie ein Freund für die Jungs. Was ist mit der Mutter der Kinder, was macht er beruflich?“
„Also eine Frau gibt es nicht mehr. Die wollte sich vor etlichen Jahren selbst verwirklichen, hat ihn und die Kinder verlassen. Ob er danach nochmal eine oder mehrere Beziehungen hatte weiß ich nicht. Wir haben uns nur selten gesehen weil er ziemlich weit weg wohnt. Beruflich ist er Beamter, hat sich schon in jungen Jahren als vielseitig talentiert gezeigt, wurde in verschiedensten Bereichen eingesetzt um den Mist zu reparieren den andere angerichtet hatten oder um wichtige Leute zu vertreten wenn die erkrankt waren. So hat er schnell Karriere gemacht, ist inzwischen ein höheres Tier in der dortigen Kreisverwaltung. Als unsere Eltern kurz nacheinander starben übernahm ich die Tischlerei und habe ihm seinen darauf entfallenden Erbanteil ausgezahlt. Das sonstige Erbe haben wir halbe - halbe aufgeteilt. Er hatte dadurch die Möglichkeit für sich und die Kinder ein schönes Einfamilienhaus in einem dörflichen Neubaugebiet zu bauen. Er ist vier Jahre älter als ich und hat schon in recht jungen Jahren mit dem Nachwuchsmachen angefangen. Daher sind seine Kinder auch deutlich älter als mein Sohn. Reicht das als Info?“
„Ja, erst einmal auf jeden Fall. Ich finde ihn nämlich richtig sympathisch.“
Die Feier zog sich hin bis bei einbrechender Dunkelheit die ersten Gäste zum Aufbruch drängten. Nach und nach leerte sich das Haus, die Kleinen waren auch schon länger wach und fingen etwas das Quengeln an. Wir verabschiedeten uns auch nachdem die Mädels angekündigt hatten sie würden sich am Morgen ums Aufräumen kümmern. Während der Heimfahrt saß Karin neben mir.
„Karin“ sprach in sie an, „ist Dir bei der Feier gar nichts aufgefallen?“
„Was soll mir aufgefallen sein? Klar, es war eine sehr schöne Feier, ich hatte auch viel Spaß und freute mich, dass ich sogar mal wieder Tischtennis spielen konnte und das sogar auf einem sehr hohen Niveau. Viele nette Leute konnte ich kennenlernen. Streit gab es keinen, alles war harmonisch, alle Leute verstanden sich gut miteinander und die Kurzen haben auch keine Probleme gemacht. Mir hat es sehr gut gefallen!“
„Dann ist Dir das Wichtigste noch gar nicht klar geworden!“
„Wie, was?“ Sie sah mich verwirrt an.
„Zum einen: es waren sehr viele Leute da. Du hast Dich unter ihnen völlig normal, ohne jegliche Vorbehalte, bewegt. Zum anderen: Unter den Erwachsenen waren viele, die Du nicht kanntest, darunter auch etliche Männer. Ich habe nicht ein einziges Mal gesehen, dass Du zurück gezuckt bist oder Dich reservierter verhalten hast als wie es normal ist. Karin, DU BIST WIEDER UNTER DEN LEBENDEN! Zumindest bin ich dieser Meinung.“
„Ich auch“ kam es von hinten. „Mir ist das auch aufgefallen und ich habe mich riesig darüber gefreut. Ich meine, es wäre gut wenn Du über das, was Du heute erlebt hast, mit Deiner Psychologin sprichst, sie fragst was sie davon hält. Aber wir beide, wir gratulieren Dir aus tiefstem Herzen!“
Karin blieb still. Als ich an einer Straßenkreuzung anhalten musste sah ich kurz zur Seite, erkannte Tränen in ihren Augen. Keine Frage – das waren Freudentränen!
Einige Tage später besuchten uns Lydia und Reiner mit ihrer Tochter. Die Kids bekamen ihr Fläschchen zur Kaffeezeit, wurden müde und schliefen bald danach ein, die drei Frauen setzten sich zu einer Rommerunde zusammen. Ich setzte mich Reiner im Büro zusammen, denn für das Gespräch mit dem Chef der Hotelkette hatten wir noch einige Hausaufgaben zu machen. Den Materialbedarf für die Möbel hatten wir beide unabhängig voneinander ausgerechnet und waren zu sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen. Sehr gut! Jetzt ging es darum den Arbeitszeitaufwand für jeden einzelnen Möbeltyp zu ermitteln und dann zu überlegen ob es wirtschaftlicher ist beide Firmen alle Typen fertigen zu lassen oder den Gesamtaufwand an Arbeitszeit so zu verteilen, dass die einzelnen Typen möglichst weitgehend durch jeweils eines der Unternehmen gefertigt werden könnten. Einkaufspreise und Liefermöglichkeit für die einzelnen Holzsorten mussten bei mehreren Anbietern erfragt werden. Wo konnten wir die Rohware lagern, wie und womit die Fertigprodukte ausliefern? Waren Transportverpackungen erforderlich, wenn ja – konnten die so eingekauft werden, dass sie wiederverwendbar waren? Dass für die Auslieferung fertig zusammengebauter Stücke mein kleiner Lkw nicht reichen würde war bald klar. Damit schied die Möglichkeit, die Möbel in zusammengebautem Zustand anzuliefern, aus. Dasselbe nochmal von vorn, aber jetzt darauf beschränkt in den Betrieben Bausätze zu fertigen, die in den Neubau zu bringen und dort durch eigenes Personal zu montieren. Dann würde auch mein Lkw reichen. Ein paar Stunden später waren wir weitgehend fertig, es lagen ein paar unterschiedliche Zahlen auf dem Tisch. Abhängig davon ob verschiedene, ggf. welche, Holzarten gewünscht wurden konnten wir sagen in welcher Größenordnung unser Angebot liegen könnte. Eingerechnet war natürlich auch eine nicht gerade kleinliche Position „Unvorhergesehenes“ und eine etwas größere Gewinnmarge als üblich, denn das würde auf Akkordarbeit hinauslaufen: rein rechnerisch mussten wir jede Woche rund 5,5 Zimmer sowie zusätzlich einiges für die anderen Räume fertig stellen. Das würde, wenn überhaupt, nur mit erheblichem Einsatz von Überstunden zu schaffen sein. Als wir die Zahl unter dem Strich sahen wurde uns doch etwas anders, wir rechneten beide nochmal nach und kamen erneut auf runde 320.000 € nur für die Gästezimmer. Dazu die Suiten, das Erdgeschoss, die Möbel für die Kellerräume – wir sprachen also über einen Auftrag in einer Größenordnung von insgesamt knapp einer halben Million Euro netto. Plus Umsatzsteuer, dann waren wir bei rund 600.000. Es würde im Gespräch sicher zu einem Preispoker kommen. Einsteigen würden wir dort mit 700.000. Anregen wollten wir auch, dass die Sachen etagenweise fertig gestellt werden sollten weil der Abschluss des gesamten Auftrags innerhalb der vorgegebenen 7 Monate nicht garantiert werden konnte und so schon eine Teilinbetriebnahme des Hauses abhängig von der Komplettierung der Ausstattung möglich wäre. Außerdem war klar, wir würden den kompletten Materialeinkauf gleich zu Anfang tätigen müssen um vom Mengenrabatt richtig profitieren zu können. Vorfinanzieren wäre für Beide grundsätzlich möglich gewesen, hätte aber die jeweiligen betrieblichen Reserven arg strapaziert. Wie es bei Reiner in dieser Hinsicht genau aussah war mir nicht bekannt. Ich hatte zwar noch anderes Vermögen in der Hinterhand, wollte das aber auch weiterhin streng vom Betrieb getrennt halten. Also würden wir Abschlagsrechnungen im Voraus fordern, die erste von 10 % bei Auftragserteilung und jeweils weitere 20 % bei 20, 40, 60 und 80% Auslieferungsstand. Bei 100 % gäbe es dann die Schlussrechnung. Ich bezweifelte zwar, dass wir uns mit diesen Einschränkungen und der Größenordnung unseres Angebots gegen konkurrierende Angebote durchsetzen würden, aber einen Versuch war es mir wert. Reiner war derselben Meinung.
Einige Tage später kam ich abends aus der Firma nach Haus; beide Frauen wollten mit dem Kleinen in die Stadt zu einer Shoppingtour und waren noch nicht zurück als ich ankam. Nicht viel später schloss jemand die Haustür auf, die Drei kamen ins Haus. Die Mädels waren außer Rand und Band, mussten viel Spaß gehabt haben. Zuerst wurde das Auto „entladen“, denn dieses Wort traf angesichts der Menge, die sie in ins Schlafzimmer sowie in die Zimmer von Karin und Udo schleppten, den Kern der Sache. Dass ich im Wohnzimmer saß bekamen sie erst gar nicht mit. Beide rumorten in der Küche rum, räumten wohl noch einige Einkäufe in die Schränke. Danach kam Helena mit Udo auf dem Arm zu mir. Er bekam sein Gutenachtküsschen, dann brachte sie ihn ins Bett, ging anschließend zu Karin in die Küche. Was sie weiter dort wollten wusste ich nicht, interessierte mich eigentlich auch nicht – bis ich durch die nicht ganz geschlossene Durchreiche zum Esszimmer meinen Namen hörte. Karin bat Helena mir auf keinen Fall etwas zu verraten. Ich war ja gar nicht neugierig, aber was das war, das hätte ich schon gern gewusst.
Als beide ins Wohnzimmer kamen verrieten sie sich durch nichts! Ich war am schmoren. Irgendwas hatten die vor und ich sollte da eine Rolle, wahrscheinlich eine Hauptrolle, spielen. ABER WAS?
Anhören „durfte“ ich mir einen detaillierten Bericht zu ihren Erlebnissen und Erfolgen während der Einkaufstour. Ein weibliches Wesen, genauer meine Frau, von einer Einkaufstour erzählen hören war anstrengend, aber die waren zu Zweit und schaukelten sich in ihren Schilderungen noch zusätzlich auf! Irgendwie muss ich wohl zunehmend leidend ausgesehen haben. Jedenfalls gab es nach sicher mehr als einer (gefühlten) Stunde ein Einsehen der Damen und sie fanden – endlich – ein Ende. Allerdings wollte Karin mich noch ärgern, fragte Helena kurz danach ob sie nicht doch noch mehr erzählen sollten. Ich sähe so wissbegierig aus! Das verlangte Rache! Ich stand auf, tat ganz unauffällig bis ich hinter dem Sessel war in dem sie saß. Helena sah das, wollte ansetzen und Karin warnen. Ich legte meinen Zeigefinger über meine Lippen, schaute sie böse an. Sie blieb leise.
Ich beugte mich über den Sessel, wusste noch von früher, dass Karin an den Körperseiten und unter den Achseln kitzlig war – und das nutzte ich aus! Nach einer Schrecksekunde sprang sie auf, wollte türmen gehen. Aber nicht bei mir! Ich stellte mich ihr in den Weg, fing sie auf und umklammerte sie mit dem linken Arm. Die rechte Hand war frei zum Kitzeln. Sie quiekte regelrecht.
„Hör auf!“
„Nee.“
„Hör auf. Ich kann nicht mehr!“
„Nee. Zauberwort?“
„Hör bitte auf. Biiittte!“
Na also. Ich nahm sie in beide Arme, wollte was sagen, doch sie kam mir zuvor. Für mich total überraschend hing sie mir am Hals, drückte mir ihre Lippen auf meine und ließ sofort die Zunge folgen. Ich bekam einen Zungenkuss von der allerleckersten Sorte, antwortete unwillkürlich auf dieselbe Art bis ich die Augen öffnete und Helena sah. Erschreckt löste ich mich von Karin, wollte mich bei meiner Frau entschuldigen, als diese mir ins noch gar nicht ausgesprochene Wort fiel.
„Sie hat mich gefragt, darf das und noch viel mehr, wenn Du magst.“
Ich muss ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben. Jedenfalls fingen beide Frauen an zu lachen.
„Als wir einkaufen waren hat Karin mich angesprochen ob sie Dich mal verführen darf. Nach Eurem Ausflug in den Harz fühlte sie sich so frei, war so glücklich, als sie uns geküsst hat. Ihr Kuss hat übrigens auch mir sehr gut gefallen. Als wir ihr nach der Geburtstagsfeier im Auto erzählten was wir beobachtet hatten hat sie das so bewegt, dass sie gar nichts dazu sagen konnte. In den Tagen danach kam bei ihr mehr und mehr der Wunsch auf auszuprobieren ob sie auch wieder mit einem Mann zusammen sein kann, im Bett meine ich. Dafür kommt aber kein anderer als mein Schatz infrage, denn Dich hat sie sowieso gern und weiß genau, dass Du sie auch magst und gewiss nichts tun wirst was ihr nicht gefällt.“
„Dann war das eben eine abgesprochene Sache um mich ins Bett zu kriegen? Und ich bin voll darauf reingefallen?“
Beide sagten kein Wort dazu, grinsten aber auf eine derart impertinente Weise, dass mir tatsächlich ein wenig der Kamm schwoll. So sehr reingelegt worden war ich schon lange nicht mehr, wenn auch die absehbare Rache sicher sehr erfreulich werden würde. Diese Weiber! Aber wartet!“
Ich drehte mich ganz zu Helena, ging die paar Schritte zu ihr, setzte mich zu ihr auf die Couch – und kitzelte nun sie durch! Die Folgen waren die gleichen wie bei Karin: zunächst verweigertes, dann nach dem Zauberwort gnädigerweise gewährtes Aufhören ebenso wie der folgende feuchte und lange Zungenkuss.
Ich stand auf. „Wenn Ihr mich so lieb bittet, dann gerne. Udo schläft, also…“
Ich wurde schon wieder unterbrochen. Karin stand blitzschnell vor Helena, beugte sich runter, drückte ihr einen auf – und Helena machte mit!
„Danke, danke! Ihr seid soooo lieb!“ ließ Karin hören, fasste mich an der Hand und wollte los zu ihrem Zimmer.
Jetzt kam ich endlich dazu etwas zu sagen. „Moooment! Nicht so schnell, Karin. Helena kommt mit!“
Erstaunte Aufmerksamkeit bei beiden. „Warum soll ich mit?“
„Weil Dir der Kuss mit Karin auch gefallen hat, wie nicht zu übersehen war. Und so werden wir sicher auch Wege finden Dich zu verwöhnen.“
Ob überredet oder überzeugt war mir egal. Jedenfalls kam sie mit. Karin führte uns in ihr Zimmer.
Ursprünglich war es ein Gästezimmer, als solches außer mit einem Doppelbett auch mit 2 Sesseln, 2 Stühlen und je einem Schrank und Tisch ausgestattet. Helena setzte sich in einen der Sessel während Karin und ich begannen uns ganz genüsslich zu entkleiden. Bei jeder passenden Gelegenheit wurde dabei geknutscht als wenn wir in einem Porno mitspielen würden. Als wir beide nackt waren gab es wohl eine Gedankenübertragung. Ohne uns abzusprechen gingen wir beide zu meinem Schatz, zogen sie aus dem Sessel, stellten sie auf die Füße und zogen nun sie aus. Ihren Protest nahmen wir zwar zur Kenntnis, aber mit dem Hinweis, es ginge nicht an, dass zwei nackig, eine aber angezogen sei, war der erledigt.
Ganz zuerst bekam Helena erst von mir, dann von Karin einen langen, lieben Kuss. Schon als ich sie im Arm hatte wurde mir in der Lendengegend ganz anders, als Karin und Helena knutschten wurde ich richtig geil. Karin erging es aber ebenso, denn sie schnappte sich meinen schon voll ausgefahrenen Schwanz, fragte meine Angetraute „und der ist heute meiner?“
Helena lächelte. „So haben wir es besprochen. Macht alles was Euch Spaß bringt. Wenn ich schon dabei sein soll, bleibe ich gern hier, denn ich weiß ja, dass Ihr beide Euch mögt und bevor Robert und ich ein Paar wurden oft miteinander in der Kiste gewesen seid, Robert Dich immer wieder zum Abheben gebracht hat. Ich habe noch nie zugesehen wie ein Paar fickt und es auch noch nie erlebt wenn eine andere Frau einen Orgasmus hat. Irgendwie freue ich mich darauf das zu erleben. Geht Ihr schon mal zur Dusche, zu dritt passen wir leider nicht rein. Aber ich bin dann fertig wenn Ihr schon angefangen habt, setze mich leise in den Sessel und spiele Mäuschen. Okay?“
Beide nickten wir. Ich nahm Karin an die Hand. Irgendwie konnte ich es jetzt auch nicht mehr erwarten mit ihr zu schlafen. Entsprechend kurz fiel die Zeit unter der Dusche aus. Zurück in Karins Zimmer kam uns Helena entgegen. Sie wünschte uns viel Spaß und verschwand im Bad. Karin zog mich kräftig in Richtung Bett. Ich blieb aber stehen, nahm sie in die Arme und küsste sie kurz.
„Karin, was auch immer jetzt passiert – wenn Dir etwas nicht gefällt, bitte sofort Bescheid sagen. Wir machen nur das was Dir Spaß macht. Und dafür nehmen wir uns alle Zeit, die wir brauchen. Gleich ins Bett muss doch nicht sein. Jetzt möchte ich Dich erst mal streicheln, küssen, knutschen, fingern, Brüste und Po kneten – alles was wir auch früher gemacht haben. Wollen wir?“
Eine akustische Antwort kam nicht, hatte ich auch nicht erwartet, denn mit Streicheln hatte ich schon angefangen, unmittelbar danach sie ebenfalls. Erst wurden nur Rücken und Po verwöhnt, dann stellten wir uns so hin, dass die Hände auch die Vorderseite erreichen konnten. Jetzt waren auch Brüste, Muschi und Glied erreichbar. Rasch schmiegte sie sich an mich und als ich mit der Hand die Vulva erreichte, die Schamlippen mit Zeige- und Ringfinger massierte und den Mittelfinger auf Tiefenerkundung schickte, ging ihr Atem schon schneller. Wegen eventuell ausbleibender Feuchtigkeit in ihrem Lustkanal brauchte ich mir auch keine Sorgen zu machen. Ebenso schaffte sie es mich mit sparsamen Handbewegungen steif zu halten ohne dass ich in Gefahr geriet zu bald die erste Ladung zu verlieren.
Karin konnte es offenbar nicht mehr erwarten, schob mich zum Bett. Ich freute mich, dass sie die Initiative ergriff, hätte allerdings nur kurze Zeit später sie in Richtung Lotterbett bewegt. Als ich vorher zum Nachtschrank gehen und mir eines der dort bereitgelegten Kondome holen wollte schüttelte Karin den Kopf.
„Du hast im Club nie nach Verkehr ohne Kondom gefragt, also nur beim Sex mit Helena drauf verzichtet. Für sie warst Du ihr Erster. Ich bin im Krankenhaus gründlich untersucht worden. Der Tripper, der dabei festgestellt wurde, ist schon lange ausgeheilt. Nach meiner Befreiung war ich mit keinem Mann im Bett, bin also auch gesund. Und Gefahr einer Schwangerschaft besteht auch nicht, denn als Helena wegen des Pillenrezepts zu ihrem Frauenarzt musste – Du weißt, wenn sie ihre Tage hat geht es ihr meist schlecht und die Pille verringert diese Beschwerden – hat sie mich mitgenommen, denn auch ich hatte Regelbeschwerden, nehme seither wieder die Pille. Ich habe Helena gefragt ob ich mit Dir ohne Kondom vögeln darf und sie hat zugestimmt. Aus ihrer Sicht wäre das o.k., aber die letzte Entscheidung müsstest Du treffen.“
Helena war inzwischen wieder im Zimmer. Ich sah hin zu ihr. Sie nickte mit dem Kopf, machte sogar einen Kussmund zu uns.
„Gut, Karin, dann ohne. Gefällt mir ohnehin besser. Im Club ist es für alle aus gutem Grund Pflicht, aber hier sind wir privat.
Als wir nebeneinander lagen kümmerte ich mich erst einmal um ihre Brüste, knetete die beiden etwas, zog mit dem Zeigefinger rundherum eine Spirale auf der einen hoch bis er die Brustwarze umkreiste, dann rüber auf die andere wo dasselbe Spielchen in umgekehrter Reihenfolge begann. Dann eine mit den Lippen geschnappt, die andere währenddessen mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig gezwirbelt, nach ein paar Minuten getauscht. Zwischendurch auch mal die Hand in Richtung Süden geschickt, wo sie im Lustzentrum erwartungsgemäß schon eine heftige Überschwemmung vorfand. Der Mund folgte der Hand, hielt sich etwas beim Bauchnabel auf und schickte dort die Zunge nach vorn, bis ich mich zur Scham orientierte. Dazu musste ich erst mal die seitliche Position gegen die zwischen ihren Beinen tauschen, legte mich so hin, dass ich mich bestmöglich um ihr Zentrum kümmern konnte. Geleckt werden gefiel ihr schon immer, wusste ich noch. Also wartete ich bis sie das Lied der zunehmenden Geilheit hören ließ, nahm erst einen, dann zwei Finger, schickte die in die Tiefe, wurde von einem nach Erlösung klingenden lauten Schrei erschreckt und am Kopf von ihren Oberschenkeln derart eingeklemmt, dass ich ihn nicht bewegen konnte.
Karin lag auf dem Rücken, ich krabbelte neben sie, umfasste auf meiner linken Seite liegend ihren Oberkörper unmittelbar unterhalb ihrer Brüste, küsste sie zärtlich.
„Was hast Du mit mir gemacht? So schnell bin ich noch nie gekommen, auch nicht bei Dir! Das war wunderschön. Aber warte, gleich bist Du dran!“
Kurze Zeit später kniete sie sich neben meine Hüfte, nahm den schlaff auf dem Bein liegenden Krieger in die Hand. Der ließ sich nicht lange bitten, schwoll an, aber noch bevor er seine normale Größe erreicht hatte verschwand er in ihrem Mund, wurde dort mit Lippen und Zunge bestens verwöhnt. Wunderschön, aber nicht ganz das was mir als zweite Runde vorschwebte. Also tippte ich mit dem Finger an ihre Hüfte. Sie erinnerte sich auch prompt an dieses Zeichen aus unserer Zeit im Club und legte sich verkehrt herum auf mich. Der 69er, immer noch meine Lieblingsstellung, konnte starten. Ob sie nun noch immer oder schon wieder Überschwemmung in der Scheide hatte war mir einerlei. Jedenfalls hatte sie, wie unübersehbar war, sehr viel Spaß. Ich aber auch, denn sie war eine begnadete Schwanzbläserin und hatte nichts verlernt. Sie legte es offenbar darauf an mich rasch zum Abschuss zu bringen. Den wollte ich mir aber für die nächste Runde aufheben und so bemühte ich mich sie immer wieder bis kurz vor einen Orgasmus zu treiben, dann kurz inne zu halten oder nur in strategisch weniger empfindlichen Bereichen weiter zu machen und dann wieder in die Vollen zu gehen. Das klappte gut, sogar so gut, dass sie zeitweise vergaß, dass sie mich ja auch verwöhnen wollte und wimmernd darum bat doch kommen zu dürfen. Ich hatte dann ein Einsehen, vor allem aber auch deshalb, weil es ansonsten nur noch wenige Sekunden mit ihrem Mund gebraucht hätte bis ich geschossen hätte.
Beide völlig aus der Puste lagen wir Kopf an Kopf auf dem Bett. Außer verhaltenen Küsschen und sich gegenseitig im Arm halten passierte da erst mal nichts. Nach angemessener Zeit fragte sie „weitermachen?“
Na klar. Jetzt wollte ich die gute alte Missionarsstellung probieren. Bisschen streicheln, Wasserstand mit dem Finger prüfen und den Krieger ins Zentrum führen, ging rasch von der Hand. Zwischenzeitlich sah ich auch mal zu Helena. Die saß auf dem Sessel mit weit vorgeschobenem Hintern, die Beine über die Lehnen gehängt, und spielt an ihrem Mäuschen „Rubbel die Katz!“ Schön zu wissen, dass sie doch dort wieder geil werden konnte.
Karin lag mit weit gespreizten Beinen unter mir, ich nahm sie mit langen Hüben. Erst reagierte sie kaum, als ich aber etwas schneller und energischer wurde waren ihr Atem und das eine oder andere oooh und aaaah auch wieder deutlicher zu hören. Während ich aber merkte, dass ich meinen Orgasmus nicht mehr lange würde zurückhalten können, kam Karin nach den beiden, die sie heute schon hinter sich hatte, nicht richtig auf Touren.
Helena wichste sich immer noch. Darauf konnte – oder wollte – ich jetzt aber keine Rücksicht nehmen.
„Helena, kannst Du helfen?“
„Wie helfen?“
„Ich möchte, dass Karin etwa gleichzeitig mit mir kommt. Aber das bisher war wohl etwas zu anstrengend. Kannst Du ihr den Kitzler streicheln und sie so zusätzlich anheizen?“
„GEIL!“ kam es laut von Karin. „Bitte, bitte, Helena!“
Helena kam aufs Bett, streichelte mit der Hand erst ein wenig die Vulva bevor sie einen Mittelfinger mit etwas Spucke nass machte und den erst mein Glied entlang fahren ließ, dann in Richtung Karins Clitoris führte und diese dann heftig bearbeitete. Streicheln, massieren, leichtes Kratzen auf deren Oberfläche – alles dabei. Sofort fing unser gemeinsames Betthäschen an zu stöhnen, dann zu schreien. Ich stöhnte auch, wurde richtig laut und in dem Moment als ich meine Ladung in Karin schoss fühlte ich wie mein Glied durch die Muskeln in ihrer Muschi durchgewalkt wurde.
Beide waren wir aus der Puste, legten uns nebeneinander. Helena, die wieder zurück in ihren Sessel wollte, wurde einfach festgehalten.
„Wir brauchen jetzt eine Pause bevor wir zur letzten Runde starten, oder Robert? Fragte Karin.
„Genau. Und Du, Helena, gehörst dazu, bleibst solange schön bei uns und damit Du nicht türmen gehen kannst bleibst Du in der Mitte!“
Karin und ich brauchten Erholung, Helena nicht. Also wurde sie wechselweise von beiden geknutscht, gestreichelt, gefingert, bis sich die gewünschte Wirkung in Gestalt zunehmenden Stöhnens zeigte und schließlich in einem langgezogenen aaaaaah gipfelte. Wie lange wir danach im Bett lagen, uns einfach nur in den Armen hielten, weiß ich nicht.
Karin wollte offenbar wieder aktiv werden. Jedenfalls bat sie Helena mit ihr den Platz zu tauschen. Als die aufstehen und zur Couch wollte wurde sie aber gleich gebremst.
„Nein, leg Dich her bitte an den Rand. Dann kannst Du mit mir schmusen, wenn Robert mich von hinten fickt.“
Helena sagte nichts, tauschte mit ihrer Freundin die Plätze. Karin kniete sich auf die andere Seite vom Bett, hielt ihren Hintern hoch und meinte nur „los!“ Ich ließ mich nicht lange bitten, fühlte mit den Fingern vor und fand ausreichende Nässe. Den Steifen angesetzt und hinein ins Paradies, Vorspiel hatten wir schon genug und war jetzt nicht gefragt. Nach zwei Orgasmen, das war klar, würde ich lange bis zum Schuss brauchen. Wie schnell es bei Karin gehen würde? Keine Ahnung. Jedenfalls, das fühlte ich deutlich und war auch nicht zu überhören, hatte sie ebenso wie ich mächtig Spaß.
Nach einiger Zeit fasste sie mit ihrer rechten Hand an Helenas linke Seite, drückte ihre Hüfte in Richtung Bettmitte. „Komm doch rüber, leg Dich in die Mitte.“
Ob Helena klar war was Karin vorhatte wusste ich nicht. Ich hatte jedenfalls keine Ahnung. Karin dirigierte sie dann so, dass sie noch etwas höher rutschte und ziemlich genau in der Mitte des Betts lag. Eine Aufforderung an mich „geh mal kurz raus“. Ich, ziemlich überrascht, stoppte tatsächlich, zog mich aus ihr zurück. Sie krabbelte etwas zur Seite, öffnete Helenas bis dahin geschlossene Beine, kniete sich dazwischen.
„So, Robert, mach weiter und Helena, damit Du auch etwas davon hast wenn Du mir schon Deinen lieben Mann überlässt, wirst Du jetzt verwöhnt!“
Endlich kapierte ich, kniete mich hinter sie, setzte an und schob mich in sie, nahm den Takt wieder auf und vögelte sie mit Genuss. Sie dagegen senkte ihren Kopf über Helenas Scheide. Was sie dort genau veranstaltete konnte ich nicht sehen, mir aber gut vorstellen. Karins minimale Kopfbewegungen zeigten, dass sie richtig gut aktiv war. Helena war vorhin erkennbar feucht in der Körpermitte. Ob das angehalten hatte wusste ich natürlich nicht, aber selbst wenn sie sich beruhigt hatte als wir nebeneinander im Bett lagen – so wie Karin zur Sache ging und Helenas Reaktion – zuerst war sie total überrascht, hielt den Atem an, dann entspannte sie sich sichtbar, hielt sich eine Hand vor den Mund, die andere begann eine Brust zu kneten – sie musste dort schon wieder schön nass sein. Interessant war zu sehen wie Helenas Körper von Zeit zu Zeit mehr Spannung aufnahm, ihr Atem kürzer wurde und einzelne Stöhner zu hören waren, sich dann aber die Situation beruhigte. Das wiederholte sich mehrmals. Wohl nicht ganz zu Unrecht vermutete ich, dass sie von Karin immer wieder bis kurz vor einen Orgasmus gebracht wurde, eine kleine Pause zum Abkühlen erhielt und der Ablauf sich danach wiederholte.
Ich kümmerte mich vollem Einsatz um Karin, wurde immer schneller, fickte sie immer härter. Ich kam einfach nicht soweit, dass ich auch nur in die Nähe eines Orgasmus kam – die, die ich an diesem Tag schon hinter mir hatte, ließen grüßen. Mit trug sicher auch dazu bei, dass in Karin wohl die absolute Überschwemmung herrschte – ich fühlte kaum noch Reibung an meinem Freudenspender! Oberaffengeil war es dennoch. Sie allerdings näherte sich mit Riesenschritten dem kleinen Tod, hatte zwischenzeitlich Helena zum Dauerstöhnen gebracht und fing selbst damit an. Dann wurde sie richtig laut, vergaß offenbar Helena weiter zu verwöhnen. Die drückte ihr mit einer Hand auf den Hinterkopf – vergeblich. Karin hatte wohl alles um sich vergessen, war nur noch geil, nur noch Frau und fühlendes Wesen.
„Mach weiter, mach doch bitte weiter!“ kam es von meiner Frau.
Keine Antwort von Karin, die vielmehr anfing zu zittern und laut zu stöhnen. Dann kam sie – und wie! Erst fingen die Muskeln in ihrer Scheide an meinen Großen pulsierend zu kneten, dann war nur noch ein Schrei zu hören: „schööööön!“ Sekunden, vielleicht auch eine halbe oder gar eine ganze Minute später streckte sie sich aus, ich oder genauer mein Krieger stand im Freien.
„Robert, ich kann nicht mehr! Ich weiß nicht ob ich jemals einen so schönen Orgasmus gehabt habe. Danke! Aber jetzt kümmere Dich um Helena. Sie wartet drauf. Fick sie bis sie vor Wonne schreit.“
So ein Biest! Die hatte das doch mit Sicherheit geplant, ging es mir auf. Aber wie? ICH hatte doch Helena gebeten mitzukommen! Aber egal – eine so liebe Planung ließ ich mir gern gefallen.
„Danke, Karin.“
Unmittelbar nach dem Dankeschön kniete ich mich zwischen die Beine meiner Frau, setzte mein Glied an und drang in sie ein – das erste Mal nach über fünfzehn Monaten, dass es ihr erkennbar auch Spaß brachte! Gleichzeitig beugte ich mich über sie, küsste sie lange. Ich war glücklich.
„Helena, ich liebe Dich.“ Ich begann sie langsam zu ficken, jede einzelne Bewegung zu genießen.
„Ich Dich auch so sehr, Robert“ kam es zurück.
Sie umfasste mich mit beiden Armen um die Schultern, hielt mich fest. Mit ihren Beinen umschlang sie meine. Ich hatte dadurch nur wenig Bewegungsfreiheit, aber die reichte. Durch Karins Vorarbeit war Helena schon derart heiß, dass es nur kurze Zeit dauerte bis ich zum zweiten Mal innerhalb von vielleicht zehn oder fünfzehn Minuten erlebte wie mein Glied in meiner Partnerin durchgeknetet wurde. Ab und an hatte ich so etwas sowohl in Beziehungen als auch im Club schon früher einmal, aber da waren es nie verschiedene Frauen gewesen.
Wir genossen unser Zusammensein, machten ganz ruhig weiter, bis Helena von einem Moment auf den anderen kurzatmig wurde, zu stöhnen begann, im Gegensatz zu der Zeit vorher mir von unten entgegen stieß – ich sollte wohl schneller werden und härter stoßen. Konnte sie gern haben, zumal ich fühlte, dass auch ich bald feuern würde. Es entwickelte sich ein Nümmerchen mit einer Heftigkeit, wie sie wohl insbesondere in der Anfangszeit unserer Beziehung üblich war. Lange dauerte es nicht mehr bis wir beide fast zeitgleich kamen – erst sie, dann ich. Ein wenig auskuscheln, dann wurde ich ihr zu schwer. Sie sagte zwar nichts, ich bemerkte es aber, rollte mich von ihr runter, drehte mich zu Karin.
„Danke, Du Biest! Du hast das doch ganz genau geplant, oder?“
Sie sagte nichts, lächelte nur.
Ich drehte mich wieder zu Helena um, wollte sie in den Arm nehmen und mit ihr schmusen, als ich Tränen in ihren Augen sah, sie aber gleich wegküsste.
„Schatz, was ist denn? Habe ich, haben wir etwas falsch gemacht?“
„Nein, ich bin nur so glücklich. Ihr habt alles, aber auch wirklich alles, richtig gemacht. Ich könnte die ganze Welt umarmen.“
„Dann fang doch schon mal mit Karin und mir an“ gab ich zurück, drehte mich auf den Rücken, schob den einen Arm unter die Schultern von Karin, den anderen unter die von Helena und zog beide auf meinen Oberkörper.
„Danke, Ihr Zwei. Das war wunderschön mit den beiden schönsten Frauen hier im Haus.“
Aua, das hätte ich besser anders formulieren sollen, denn Sekunden nach dem Spruch wurden mir beide Ohren langgezogen!
„Karin“ ließ Helena sich hören, „ danke für alles. Ohne das was Du Dir ausgedacht hast, hätten Robert und ich heute sicher nicht endlich mal wieder miteinander geschlafen. Es war wunderschön und ich hoffe, dass es nach und nach auch wieder häufiger wird.“
Sie beugte sich zu Karin rüber, gab ihr einen Kuss, setzte nach einem kurzen Moment sogar für einen Augenblick ihre Zunge ein.
Karin blieb keine Antwort schuldig. „Helena, pass nur auf. Wenn Du das nochmal machst kann es sein, dass ich Dich mal vernasche!“
„Oder ich Dich“ gab es sofort contra.
Karin wurde ernst. „Helena, ich muss mich bei Dir bedanken, dass ich mit Robert ausprobieren durfte ob ich wieder mit einem Mann Sex haben kann. Es wäre kein anderer Kerl dafür infrage gekommen. Bei Robert wusste ich, es kann mir nichts passieren, er wird nichts tun was mir nicht gefällt und wenn etwas stören sollte hört er auf mich. Weißt Du, ich weiß, dass er mich mag und ich habe ihn sehr gern, aber keine Angst – Liebe ist das nicht, wenn auch nicht weit weg davon. Ich möchte es als Freundschaft plus plus bezeichnen. Ich weiß jetzt, dass ich mich auch wieder auf einen anderen Mann einlassen kann, nur eben auch, dass ich besser aufpassen muss, damit ich nicht wieder auf einen Verbrecher hereinfalle. Bis ich einen lieben Mann kennen lerne wird es aber sicher noch dauern und bis dahin, Helena, wäre ich froh wenn ich ab und zu mal mit Robert zusammen sein dürfte.“
„Karin, gern darfst Du das. Ich muss auch nicht immer dabei sein. Aber wenn es passt auch gern zu dritt.“
„Und ich werde gar nicht gefragt?“
„Nein! Du bist einer, wir sind zwei und damit die Mehrheit und die Mehrheit bestimmt!“
So wie wir lagen blieben wir im Bett, ich zwischen meinen beiden Schätzchen, und schliefen bald ein.
Anderntags mussten wir früh aufstehen. Einerseits sorgte Udo sowieso dafür, andererseits war es ein normaler Arbeitstag. Am Nachmittag erreichte mich ein Anruf meiner Frau. Karin war gerade im Büro als der einging, holte mich aus dem Betrieb.
„Robert, hier sind zwei Briefe vom Landgericht gekommen, einer an Dich, einer an Karin.“ Ist das was Schlimmes?“
„Nein, das wird für uns beide die Vorladung als Zeuge und Nebenkläger sein. Ich hatte mich ebenfalls als Nebenkläger wegen des Vorwurfs der Körperverletzung, als die sechs Typen Karin mit Gewalt aus dem Club holen wollten und ich bei der Schlägerei den einen oder anderen Treffer abbekam, gemeldet. Normalerweise wäre solch ein Vorwurf wegen Geringfügigkeit und hier insbesondere wegen Geringfügigkeit der dafür im Vergleich zu den anderen Vorwürfen zu erwartenden Strafe, eingestellt worden, aber ich hatte verlauten lassen, dass Karin psychisch nach wie vor gefährdet sei, einen Vertrauten an ihrer Seite brauche, und ein entsprechendes Attest ihrer Psychologin beigefügt. Heiner war ebenfalls als Nebenkläger anerkannt, die anderen Helfer hatten sich nicht entsprechend bemüht.
Es waren mehrere Verhandlungstage angesetzt. Beginn war aber erst in rund zwei Wochen.
Mittwoch war der Termin mit dem CEO der Hotelkette. Dieter und ich packten unsere Unterlagen zusammen, fuhren los und hatten dermaßen viel zeitlichen Spielraum eingeplant, dass wir so fahren konnten als wären wir mit meinem Lkw unterwegs, stellten fest, dass nur an einer Stelle ein Umweg gefahren werden musste, sich die Gesamtfahrzeit nur geringfügig verlängerte.
In der Firmenzentrale wurden wir sofort, nachdem wir uns an der Anmeldung vorgestellt hatten, in die Chefetage gebeten, dort von einem jüngeren Pärchen begrüßt. Die beiden waren etwa in demselben Alter wie wir, stellten sich mit demselben Nachnamen wie dem des CEO vor, waren also wohl sein Sohn und seine Schwiegertochter.
Die Besprechungsecke im Chefbüro mache einen überraschend gemütlichen Eindruck. Kein langer Tisch mit vielen Stühlen an den Seiten, sondern sechs Ledersessel um einen niedrigen Tisch, der auch gut als Wohnzimmertisch hätte fungieren können. Auf dem Tisch waren kleine Teller mit Naschwerk bereitgestellt, daneben lagen Taschenrechner, Blocks in A 5 und einige Kugelschreiber mit – natürlich – Werbung der Kette. Zu trinken wurden uns Kaffee, Tee, Cappuccino, verschiedene Fruchtsäfte und Brausesorten angeboten. Alles muss schon vorbereitet gewesen sein, denn die gewünschten Sachen wurden umgehend von einer Mitarbeiterin hereingetragen, die sich dann in den letzten freien Sessel setzte, offenbar Protokoll führen sollte. In deren Gefolge kam ein älterer Mann und ich traute meinen Augen nicht! Den Kerl kannte ich und der kannte mich, grinste wie ein Honigkuchenpferd!
„Herr Benz, Herr Sierau, erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben ein gut begründetes Angebot auszuarbeiten und damit derart offen umzugehen wie wir es noch nie erlebt haben (wir hatten der Firma eine Zusammenstellung unserer Ergebnisse und der Grundlagen unserer Kalkulation vorab zur Verfügung gestellt). Wir haben natürlich auch einige wenige andere Tischlereien angefragt, schon um Vergleichswerte zu bekommen, aber mal kamen Zahlen, die auch für einen Laien erkennbar jegliche Realitätsnähe vermissen ließen, mal wurde von, wie uns bekannt war, kleineren Firmen Lieferfähigkeit innerhalb des genannten Zeitraums zugesichert, mal wurde in den mitgeschickten Geschäftsbedingungen dem Auftragnehmer das Recht zu Preisnachforderungen ohne prüfbare Begründung eingeräumt. Fürchterlich, sage ich Ihnen. Außer dem Ihren ging lediglich ein Angebot ein, dass hinsichtlich Nachvollziehbarkeit in preislicher und zeitlicher Hinsicht Ihrem gleich kam. Es ist allerdings in Summe einige tausend Euro günstiger als Ihres, aber – hier möchte ich, weil Sie es mit Ihrer Kalkulation auch waren, mit offenen Karten spielen – erwarteten die im Gegensatz zu den von Ihnen genannten 10 % Vorfinanzierung 30 %. In ernsthaften Verhandlungen dürfte sich das aber noch auf eine angemessene Zahl drücken lassen. Für Sie spricht dabei, dass ich ein Musterstück von Ihnen, aber keines Ihrer Konkurrenz kenne. Wie stehen Sie dazu?“
„Herr Maysert, ein Musterstück haben wir doch gar nicht geliefert. Sie sehen mich etwas verwirrt. Beim Preis – um wie viel höher als die Konkurrenz liegen wir denn da?“
„Herr Sierau, vorausschicken muss ich, dass meine Kinder und auch das Personal in der Chefetage über unsere gemeinsamen Hobbys informiert sind. Dabei meine ich nicht die Oldtimer, sondern die Besuche im Club. Mir ist im Partyraum eine Kommode aufgefallen, ein ausgesucht schönes und sehr sorgfältig gearbeitetes Stück. Ich habe einige Frauen angesprochen ob sie wüssten wo die gekauft worden sei. Den Chef anzusprechen habe ich mich nicht getraut, wollte mich bedeckt halten, was mir ja auch nach Ihrem herrlich überraschten Gesichtsausdruck vorhin vollständig gelungen ist. Eines der Mädels sagte schließlich, dass Sie der Tischler seien der das Möbelstück gebaut hat. Das war an dem Tag als Sie dafür gesorgt haben, dass ein Mann, der Andrea misshandelt hatte, richtig Ärger bekam. So kannte ich nicht nur Ihre Arbeitsqualität, sondern auch Ihren Vornamen und konnte sie charakterlich einschätzen. Eine Internetsuche nach Tischlereibetrieben in 100 km Umkreis um den Club ergab zwar etliche Treffer, aber mit Ihrem Vornamen waren nur zwei dabei. Je einen Mitarbeiter mit einer Personenbeschreibung von Ihnen in beide Betriebe geschickt, und den, der den richtigen „Robert“ trifft, beauftragt ein kleineres für seinen Haushalt gerade passendes oder benötigtes Möbelstück zu erwerben und bingo, hatte ich mein zweites Musterstück. Soviel dazu. Was die preisliche Seite angeht: Sie liegen in der Summe rund 30.000 € über dem Konkurrenzangebrot. Allerdings ist bei diesem die Preisgleitklausel nicht so klar gefasst wie bei Ihnen, der Vorfinanzierungsbedarf ist höher und das Unternehmen ist nur wenig größer als eines Ihrer beiden. Wir haben uns mit Zahlen, die uns halbwegs realistisch erschienen, alles durchgerechnet. Danach könnte der Betrieb den Auftrag innerhalb der vorgegebenen Zeit abwickeln wenn ausschließlich dafür gearbeitet wird und zusätzlich zur normalen Arbeitszeit mindestens 25 % Überstunden über den doch recht langen Zeitraum geleistet werden. Ob das durchzuhalten wäre – keine Ahnung. Eine zeitliche Ausweichklausel ist auch in dem Angebot enthalten, nicht jedoch eine dermaßen klug überlegte Vorgehensweise wie bei Ihnen.“
„Was meinen Sie damit?“
„Sie haben im Gegenteil zur Konkurrenz angeboten, zuerst die Funktionsbereiche und anschließend die Etagen nach und nach zu möblieren, so dass zum angestrebten Termin zumindest eine Teilinbetriebnahme sichergestellt ist. Das zeigt, dass sich da jemand Gedanken gemacht hat und auf eine Idee gekommen ist, die eine Bauchlandung weitgehend ausschließt.
Ich erzähle das übrigens nur weil Ihr Angebot überzeugt hat und ich Sie im Club erlebt habe, von Ihrer Integrität überzeugt bin. Ihren Freund – entschuldigen Sie bitte, Herr Benz, dass ich das Wort meist an Herrn Sierau richte – kannte ich bislang nicht. Es gibt aber ein Sprichwort: Gleich und Gleich gesellt sich gern.“
„Das Sprichwort kenne ich auch und richte mich auch danach. Reiner ist tatsächlich einer meiner ältesten Freunde. Auch für uns ist eine solche Offenheit bei einer Angebotserstellung die absolute Ausnahme. Sie schien uns aber notwendig, weil wir doch erhebliche Einschränkungen eingebaut haben, mit der Forderung nach Vorfinanzierung eines Teilbetrages und der Preis- und Zeitgleitklausel uns auf dünnem Eis zu bewegen meinten und so Vertrauen schaffen wollten. Wir haben ein Angebot über insgesamt 700.000 € vorgelegt, sind dabei übrigens von Buchenholz ausgegangen weil wir das für die für Sie beste Wahl halten. Sofern Sie andere Holzsorten wünschen kann sich das preislich ändern. Wenn die 700.000 nun um 30.000 reduziert werden, sind es bei dieser Größenordnung gerade mal rund 4 %, also Peanuts. Wir haben aber eine Abrechnungsstaffelung im Angebot. Darin ist für die letzten 10 % eine Schlussrechnung vorgesehen. Was nicht explizit drin steht – damit ist eine Nachkalkulation gemeint. Wenn gegenüber dem Angebot nennenswerte Mittel eingespart werden konnten werden die zu einem angemessenen Teil als Ersparnis an Sie weitergegeben. Genauer festlegen können wir uns da nicht weil ein derartiger Auftrag für unsere Betriebe einmalig ist und vermutlich auch bleiben wird, wir also keinerlei Erfahrungen in dieser Hinsicht haben, aber die Gefahr einer finanziellen Schieflage für die Firmen auf jeden Fall vermeiden wollen.
„Gut, dann machen wir es so. Dass Sie ein Ehrenmann sind haben Sie schon unter Beweis gestellt. Herr Benz, nach Eingang des Angebots haben wir natürlich auch Erkundigungen über Sie bzw. Ihren Betrieb eingeholt. Auch diese waren bestens. Also“ er stand auf, wir auch, „Hand drauf!“
Die beiden Maysert junior hatten sich ebenso wie mein Freund im Gespräch zurück gehalten, schlugen nun aber gleichfalls mit ein. Nun aber meldete sich Reiner.
„Also, da hätte ich nie mit gerechnet! Ein Vertrag in dieser finanziellen Größenordnung ist sicher auch für Sie keine Kleinigkeit. Wir hatten so eine Dimension noch nie, haben erwartet, dass es ein ellenlanges Preispoker gibt, uns zwanzigseitige Geschäftsbedingungen vorgelegt werden, über die dann auch noch ewig verhandelt werden muss, und letztlich von beiden Seiten Fachanwälte eingeschaltet werden, die dann auch noch ihre Zeit brauchen und nicht gerade billig sind. Ein solches Geschäft per Handschlag abzuschließen – davon kann man doch heutzutage nur träumen! Danke für dieses Vertrauen!“
„Nun, so einfach „nur per Handschlag“ war es ja nun doch nicht. Vorausgegangen ist eine gründliche Recherche, der Zufall der gemeinsamen Hobbys mit unserem Vater und ein in jeder Hinsicht nachvollziehbares Angebot“ ließ der Junior hören. „Dazu der Eindruck, den meine Schwester und ich heute in unserem Gespräch gewonnen haben – es passte einfach alles. Für Vater stand schon lange fest, dass der Auftrag auch an Sie geht wenn wir keinen direkten Preisnachlass erzielen können. Und meine Schwester und mich haben Sie heute voll überzeugt.“
Die bestätigte. „Der schriftliche Auftrag liegt drüben auf dem Schreibtisch, wir müssen ihn nur noch unterschreiben.“ Alle Drei gingen rüber, unterschrieben die drei Ausführungen, baten uns dazu. Auch wir unterschrieben und erhielten jeder ein Exemplar.
Der Senior bat seine Mitarbeiterin vorn Bescheid zu sagen. Zu uns gewandt meinte er „darauf müssen wir anstoßen. Wir haben da etwas vorbereitet, selbstverständlich alkoholfrei, weil Sie ja noch fahren müssen. Ich hoffe doch, Sie haben genug Zeit, damit wir uns noch ein wenig zusammensetzen können.“
Wir hatten natürlich Zeit. Die Mitarbeiterin ging raus, eine andere kam mit einem Tablett voller Sektgläser und zwei Flaschen rein, stellte alles auf den Tisch. Während wir noch beim Smalltalk waren kam die andere Frau mit einem Blatt Papier in der Hand zurück, gab es dem Chef. Der las es durch, reichte es weiter an seine Kinder, die an uns. Es war ein Ergebnisprotokoll, das tatsächlich alle wesentlichen Aussagen so enthielt wie sie gefallen waren.
Der Chef fragte ob Einwände bestünden. Keiner hatte welche. Wir unterschrieben alle, sogar die Sekretärin als Protokollführerin. Von Reiner kam eine spitze Bemerkung. „Wenn ich damit nicht für Unfrieden sorgen würde – so eine fixe Mitarbeiterin würde ich doch glatt abzuwerben versuchen“ meinte er, verursachte damit bei Herrn Maysert ein Grinsen. „Geht nicht, ist meine, die rücke ich nicht raus!“
Sie schloss sich an. „Soviel können Sie mir gar nicht bieten, dass ich das, was ich hier habe, aufgebe.“ Zufriedenes Grinsen bei ihrem Chef…
Es entwickelte sich eine flotte Unterhaltung, in der sich herausstellte, dass auch die Sekretärin Oldtimerfan war, selbst ein Erdbeerkörbchen – ein VW Golf Cabrio, schön in erdbeerrot, wie es sich gehört – besaß. Herr Maysert besaß gleich vier Schätzchen: einen Maserati Indy, einen Viersitzer, einen Lamborghini Countach, von dem er ebenso wie ich von der aggressiven Formensprache fasziniert war, einen Lamborghini Miura, der mir ebensogut gefiel wie mein Espada, aber eben ein Zweisitzer war, und einen VW Passat der ersten Generation als Kombi, die von ihm, seinen ebenfalls oldtimerbegeisterten Kindern und seiner leider bereits verstorbenen Ehefrau gefahren wurden. Jetzt, wo sie nur noch zu dritt waren, musste bei entsprechenden Veranstaltungen oft eines der Autos zuhause bleiben. Als ich ihm erzählte, dass gerade unter Beteiligung der Polizei aus seinem und meinem Landkreis ein Oldtimertreffen auf dem stillgelegten Flugplatz fast in seiner Nachbarschaft vorbereitet würde war er hellauf begeistert und überlegte schon welches der Autos denn zuhause bleiben müsse – bis seine Sekretärin sich einschaltete „ich könnte doch den VW fahren. Meine Eltern hatten auch so einen und ich durfte den benutzen. Wir wollten das Auto auch behalten, doch kurz bevor er die 30 Jahre voll hatte mussten wir aufgeben. Der Rost hatte zuviel kaputt gemacht.
Allseits helle Begeisterung. Ich rief kurz bei Frau Berndt an, musste sie erst beruhigen – sie hatte Sorge es wäre wieder etwas passiert. Auf meine Frage, ob ich ihre dienstliche Rufnummer und Mailadresse an den am Oldietreffen interessierten Herrn Maysert weitergeben könne und die Erklärung um wen es sich dabei handelt, kam das o.k.
Es schien als wären wir durch, bis plötzlich die Tochter ihren Vater anstieß. „Papa, frage die beiden doch mal nach Anwälten. Vielleicht kennen die ja einen der für uns passt.“
„Stimmt, einen Versuch ist es wert. Meine Herren“, er wandte sich zunächst an Reiner, dann an mich, „können Sie mir einen Anwalt empfehlen, der unser Haus als rechtlicher Berater im Alltagsgeschäft unterstützen und bei Bedarf vor Gericht vertreten kann? Wir hatten viele Jahre eine Kanzlei beauftragt, die wirklich gute Arbeit leistete. Der Inhaber hat sich aber vor einigen Monaten zur Ruhe gesetzt, die Kanzlei wurde durch einen jungen Schnösel übernommen, der nur Mist macht. Einen Schadenersatzprozess gegen einen Einmietbetrüger haben wir verloren weil er Fristen versäumt hat, einen weiteren wegen Gewährleistungsansprüchen unseres Hotels hier im Ort werden wir voraussichtlich verlieren. Die Frist zur Klagebegründung läuft in wenigen Tagen ab und es gibt bis heute keine Absprache mit uns dazu. Wir brauchen dringend einen Juristen, der was kann und zuverlässig ist. Kennen Sie zufällig jemand, der für uns infrage kommt? Es kann sowohl eine bestehende Kanzlei sein als auch eine Einzelperson, die wir einstellen oder eine Mischform daraus. Ob Mann, Frau oder meinetwegen auch Divers ist unerheblich. Nur was taugen muss die Person. Könne Sie uns da einen Tipp geben?“
Reiner kannte niemand, der passen würde, Aber ich konnte sogar zwei Empfehlungen geben.
„Zufällig hätte ich sogar zwei Kandidaten für Sie. Der eine ist eine Anwaltskanzlei bei mir in der Nähe, die meine Frau vor Jahren in einer Schadenersatzsache und als Nebenklägerin in einer Strafsache vertreten hat und aktuell eine Freundin der Familie mit demselben Hintergrund vertritt. Der Anwalt hat jeweils hervorragende Arbeit geliefert, sich als absolut zuverlässig gezeigt. Nachteil bei ihm ist, dass er als Einzelperson tätig und stark ausgelastet ist. Zudem wird er vermutlich in nicht allzu langer Zeit in den Ruhestand gehen. Ob die Kanzlei dann einen Nachfolger bekommt weiß ich nicht.
Bei der anderen Idee handelt es sich um einen Sportfreund von mir. Er ist Volljurist, hat aber keine Kanzlei, sondern das Unternehmen seiner Ehefrau über viele Jahre mit gutem Erfolg geleitet – bis die ihn in Flagranti erwischte. Folge war die Trennung von Bett, Job und Haus. Bis vor kurzer Zeit wohnte er bei seinem Scheidungsgrund. Da war aber auch nicht mehr alles Friede, Freude, Eierkuchen, ein Ende vermutlich absehbar. Ernsthaft schien er sich nicht um einen neuen Job gekümmert zu haben, gleichfalls gab es keine Anzeichen für mich, dass er sich ernsthaft um eine eigene Wohnung bemühte. Insgesamt hielt ich ihn für einen Bruder Leichtfuß, wenn auch der sympathischen Art. Vor einiger Zeit ist aber etwas passiert, das diesen Eindruck nachhaltig verändert hat. Wir hatten zusammen mit sechs weiteren Sportfreunden Dieter und einer früher bei ihm tätigen Frau, die sich zu ihm geflüchtet hatte, aus der Patsche geholfen.“
Herr Maysert unterbrach uns. „Was für ein Sport ist das?“
„Wir sind Karateka, beide Schwarzgurt. Dieter hat als Dank für die Hilfe einen Abend im Club nur für die Helfer spendiert. Ilona kennen Sie doch auch. Jedenfalls hat es zwischen Heiner und Ilona offenbar gefunkt. Seither tritt er ganz anders auf, bemühte sich um eine Wohnung und um einen neuen Job. Wie weit er da ist weiß ich aber nicht. Jedenfalls ist er fast an jedem Tag, wenn sie frei hat, mit Ilona zusammen und hat Dieter gegenüber schon deutlich gemacht, dass sie bei ihm voraussichtlich aufhören wird sobald er in der Lage ist sie zu versorgen. Von dem leichtlebigen Macho, der er vorher war, ist, meine ich, nichts übrig geblieben. Seine Qualitäten als Jurist kann ich nicht einschätzen. Allerdings habe ich selbst ein paar Semester Jura studiert, kenne mich also etwas aus und muss sagen, dass alles, was ich von ihm zu Rechtsfragen gehört habe, für mich schlüssig war. Eine Kanzlei wird er nicht gründen wollen weil ihm die nötigen Mittel dazu fehlen, nehme ich an. Volljurist als Angestellter oder in diesem Rahmen als Kanzlei mit Zugriff auf Ressourcen Ihrer Kette – Personal, Büros, u.a. – könnte ich mir vorstellen.
Meine Idee wäre ihn als angestellten Juristen zu beschäftigen und soweit Leerlauf vorhanden ist, ihm auch Verwaltungstätigkeiten höher qualifizierter Art zu übertragen sowie die Kanzlei, von der ich eingangs sprach, mit der Prozessvertretung zu beauftragen, wenn Heiner das Problem nicht im Vorfeld zu Ihrer Zufriedenheit klären konnte. Übliche Probezeit für ihn, also ein halbes Jahr. Dann müsste eigentlich klar sein ob es so funktioniert wie gewünscht oder ob es nicht funktioniert. Vorteil für alle Beteiligten wäre auch, dass weder Heiner noch Ilona derzeit eine eigene Wohnung haben, somit also auch nicht wohnortgebunden sind und sich problemlos in der Nähe des Firmensitzes einmieten könnten.“
„Herr Sierau, wenn das klappt – dann haben Sie nicht nur einen gut bei uns!“
„Wollen wir mal sehen. Sie gestatten?“ Eine Antwort wartete ich nicht ab, suchte in den Kontakten Heiner und rief ihn an. Er nahm sofort ab.
„Hallo, Heiner, Robert hier. Ich stelle mal auf laut, sitze hier mit ein paar netten Leuten zusammen.“
„O.K., aber worum geht es?“
„Um deine und wohl auch Ilonas Zukunft. Suchst Du noch einen Job?“
„Ja.“
„Als Anwalt in einer eigenen Kanzlei, als angestellter Anwalt in einer bestehenden Kanzlei, als Chef oder zumindest in der Führungsspitze eines Unternehmens, als Firmenjurist oder im Staatsdienst?“
„Eigene Kanzlei kommt nicht infrage. Mir fehlt das Kapital dafür. In einer bestehenden Kanzlei angestellter Anwalt käme für den Übergang in Betracht. Aber da wird man erst mal für die undankbaren Sachen eingesetzt, mit denen man keinen Blumentopf gewinnen kann. Dafür habe ich nicht promoviert. Es hieße sicherstellen und weitersuchen. In der Führungsspitze eines Unternehmens käme auf das Unternehmen an. Da braucht man sicher ein gewisses Maß an Sachverstand. Das ginge also nicht ohne nennenswerte Einarbeitungszeit, bevor klar ist ob das zu mir passt. Staatsdienst, also Richter oder Staatsanwalt, wäre möglich. Aber das würde ich nur dann machen wenn es keine Alternative gibt, denn da ist mir die Überlastung des vorhandenen Personals bekannt. Ich würde sicher ebenso wie sie in der Arbeit untergehen. Amts- oder Abteilungsleiter in einer Verwaltungsbehörde setzt auch wieder ein gewisses Maß an Fachwissen voraus. Firmenjurist könnte ich mir vorstellen, hängt aber von den konkreten Zuständigkeiten und Kompetenzen ab, außerdem sind auch die Dotierung der Stelle und die Ausrichtung des Unternehmens von Interesse. Reicht das?“
„Ich wusste gar nicht, dass Du den Doktor hast. Umso besser. Aber weiter im Text. Hast Du inzwischen eine eigene Wohnung beziehungsweise bist Du an Deinen jetzigen Wohnort in irgendeiner Weise gebunden? Könntest Du kurzfristig umziehen?“
„Ich wohne noch bei meiner Exfreundin, habe keine Bindung an das Dorf. Ein Umzug wäre kurzfristig möglich, aber nicht so weit weg, dass ich meine jetzige Freundin nicht mehr regelmäßig sehen kann.“
„Heiner, wenn das klappt ist in Deiner neuen Bude nach erfolgreichem Ablauf der Probezeit aber eine dicke Fete fällig. Du weißt, dass Reiner und ich ein gemeinsames Angebot für die Ausstattung eines Hotelneubaus mit Möbeln abgegeben haben. Heute sitzen wir mit der Führung der Hotelkette zusammen. Wir haben den Auftrag. Im Nachgespräch kamen wir u.a. darauf, dass die Kette aufgrund Wechsels des bisherigen Anwalts in den Ruhestand einen verlässlichen Juristen entweder in einer anderen Kanzlei oder als angestellten Firmenjuristen sucht. Deine Chance! Ich reiche Dich mal weiter an den CEO, Herrn Maysert.“
Ihm gab ich mein Handy. Er sprach dann noch kurz mit Reiner, nannte ihm eine Durchwahl und eine Mailadresse für weitere Kontakte, beendete das Telefonat und gab mir mein Gerät zurück.
„Herr Sierau, nochmal: wenn das klappt fällt mir ein riesiger Stein vom Herzen. Das Telefonat hatten Sie ja so geführt, dass wir zu allen Fragen auch die Hintergründe mitbekamen und das kurze Gespräch, das ich eben mit Herrn Mauermann führte, war ebenfalls ausgesprochen erfreulich. Ich danke Ihnen!“
Reiner hatte sich den ganzen Tag weitgehend mit Wortbeiträgen zurück gehalten. Jetzt aber wurde er aktiv, richtete sich an unsere vier Gastgeber.
„Ich denke, das war heute ein Treffen, wie man selten eines erleben kann. Nicht nur, dass der Grund unseres Besuchs, der Vertrag über die Ausstattung Ihres neuen Hauses, allseits sehr zufrieden stellend abgeschlossen wurde, mehrere Beteiligte haben in Gestalt des Clubs und / oder Oldtimern gemeinsame Interessen entdeckt und bei dieser Gelegenheit eventuell sogar noch für einen Unbeteiligten eine neue berufliche und vielleicht sogar auch familiäre Perspektive eröffnet. Dazu kommt – und da kann ich auch für meinen Freund sprechen -, dass wir in Gestalt des Führungstrios in Ihrem Haus sehr nette Menschen kennen gelernt haben, zu denen wir rasch Vertrauen aufbauen konnten. Das Tüpfelchen auf dem i waren dann Sie (er blickte die Sekretärin an), die ich nur zu gern abgeworben hätte. Für uns wird es jetzt aber auch Zeit an die Heimfahrt zu denken. Wir bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft, werden in Kontakt bleiben, morgen schon die bereits reservierten Posten Holz abrufen und aus unseren Lagervorräten die ersten Stücke zusammenstellen. Vielen Dank für alles!“
Bevor Herr Maysert antworten konnte stand seine Mitarbeiterin auf. „Herr Benz, viiiielen Dank für diese Steilvorlage. Wenn ich mir das in Erinnerung rufe was vorhin gesagt wurde und was ich eben wieder hören durfte – ich glaube, ich muss mit meinem Chef mal wieder eine Gehaltsverhandlung führen…“
Sie hatte die Lacher auf ihrer Seite, staunte aber dann nicht schlecht als Herr Maysert diese Idee in seine Abschiedsworte aufnahm und anregte, sie könne sich beim nächsten Besuch der Gäste hier im Haus bei beiden gern mit einem selbstgebackenen Kuchen bedanken. Jetzt hatte er die Lacher auf seiner Seite, die junge Frau begann zu strahlen.
Wir fuhren heim. Nachdem ich Reiner abgesetzt hatte kam ich recht spät zuhause an. Udo schlief natürlich schon, Helena und Karin saßen im Wohnzimmer, schauten Glotze. Die wurde aber sofort ausgeschaltet als ich ins Zimmer kam, ich einem Kreuzverhör unterzogen was ich alles erlebt hatte. Zwar kein Wortprotokoll, aber doch alles recht ausführlich geschildert freuten sich die Frauen mit mir, Karin besonders als sie hörte, dass Heiner eine Chance für einen Neuanfang bekam und Ilona mit ihm an ihrer Seite in ein bürgerliches Leben würde zurückkehren können.
Gleich am nächsten Tag gaben wir in unseren Betrieben die Aufträge für die Detailzeichnungen an unsere Leute und stimmten mit dem Architekten des Hotelneubaus einen Termin ab. Wir wollten sehen welche Räume schon soweit hergerichtet waren, dass sie mit den für sie vorgesehenen Möbeln ausgestattet bzw. für die Lagerung der für andere Räume vorgesehenen Teile genutzt werden konnten. Angenehm überrascht waren wir, dass mehrere Räume im ersten Obergeschoss, das Erdgeschoss und der Keller bereits so gut wie fertig waren. Da konnten wir gleich in die Vollen gehen, die Teile, die ja zu einem erheblichen Teil Einzelanfertigungen waren, schon bauen und als komplettes Stück anliefern. Parallel wurden die Zeichnungen für die Serienfertigung hergestellt, das Holz für erste Musterstücke zugeschnitten, behandelt und montiert. Von diesen Teilen wurde je ein Stück in der Werkstatt von Reiner und von mir aufgestellt, die weiteren Teile im Keller des Neubaus abgestellt und dort jeweils eines bzw. zwei montiert. Der Zeitaufwand für Zuschnitt, Behandlung und Montage war merkbar geringer als kalkuliert. Super!
Mit dem Lieferanten hatten wir zwar einen Vertrag über die Gesamtmenge Buchenholz geschlossen, aber den Abruf der Ware in Teilmengen vereinbart. So konnten wir unser Lagerproblem lösen. Die erste Charge war schon unterwegs und sollte in Kürze bei uns eintreffen.
Plötzlich gab es ein Musterzimmer im ersten Obergeschoss. Als Reiner und ich sowieso im Haus waren kurzerhand Herrn Maysert sen. angerufen. Der muss zufällig in der Nähe gewesen sein. Jedenfalls war er 20 Minuten später da. Gesagt wurde ihm nicht um was es konkret ging, es würde eine Entscheidung von ihm gebraucht. Ihm muss klar gewesen sein, dass wir etwas vorbereitet hatten. Vorher hatten wir uns mit den Lieferanten der Vorhänge verständigt und der zog mit! Leuchten und Lampen waren bereits fertig und funktionierten. Das Zimmer war abgesehen von dem noch fehlenden Bettzeug – Matratzen, Wäsche – bezugsfertig wenn auf Fernseher und WLan verzichtet werden konnte.
Als der CEO in das Zimmer trat blieb er zunächst total überrascht stehen, sah sich alle Teile danach sehr genau an.
„DAS habe ich nicht erwartet! Genau so habe ich es mir vorgestellt. Aber welche Entscheidung brauchen Sie von mir?“
„Ganz einfach“ antwortete Reiner. Wir wollen wissen ob Änderungsbedarf besteht oder wir so weitermachen sollen. Das hier ist natürlich nur ein Musterzimmer. Wir wollten einfach wissen ob unsere Überlegungen hinsichtlich Zeitaufwand für den Zuschnitt der Teile, den Transport hierher und die Montage der Möbel realistisch sind, haben neben den Einzelanfertigungen auch ein paar Probezimmer zugeschnitten, hergebracht und durch unser Personal montieren lassen. Es hat alles geklappt wie wir es ausrechneten. Was sagen Sie dazu?“
„Natürlich machen Sie so weiter. Das ist richtig gut geworden. Aber da fällt mir etwas ein. Dienstort für Ihr Personal sind doch Ihre Betriebe. Wie lange brauchen die um von dort bis hierher zu kommen?“
„Je nachdem wo sie im Kreisgebiet wohnen. Zwischen ein und zwei Stunden.“
„Wenn ich das richtig sehe ist die Fahrzeit zwischen Dienstort und Hotel Arbeitszeit. Effektiv könnten sie als bei 8 Stunden täglicher Arbeitszeit nur 4 bis 6 davon produktiv arbeiten. Ist das richtig?“
„Ja. Das ist auch einer der Gründe weshalb wir die Fertigstellung aller Teile nicht innerhalb der 7 Monate garantieren können. Es wäre möglich gewesen einige Leute hier in einem Hotel oder einer Pension unterzubringen. Allerdings wären da erhebliche zusätzliche Kosten entstanden, die wir in unserem Angebot nicht einbeziehen konnten. So lagen wir ja preislich schon über der Konkurrenz. Dann wäre die Differenz noch erheblich größer gewesen.“
Der Alte überlegte kurz, dann sah er uns an. „Eine Idee, nur aus dem Bauch heraus. Sie sagten die Zuschnitte für die Möbel mehrerer weiterer Gästezimmer liegen montagefertig im Keller? Wie viel Zimmer könnten Sie damit ausstatten?“
„Etwa 4 oder 5. Wenn noch ein paar Stühle und Sessel nachgefertigt werden noch zwei oder drei weitere. Mehr ist erst einmal nicht möglich weil wir die Holzvorräte für die Herstellung der Möbel im Keller und im Erdgeschoss brauchen, das Material für Stühle und Sessel aus den Zuschnittresten für die großen Teile gewonnen wird.“
„Gut. Ich müsste es hinbekommen, dass für 6 Zimmer bei den vorgesehenen Lieferanten die noch fehlenden Sachen vorab abgefordert und von denen eingebaut werden können. Ich hätte dann außer dem Musterzimmer, das auch als solches bis zum Abschluss der Sache erhalten bleiben sollte, 6 Einzelzimmer zur Verfügung, die bei Bedarf sogar als Doppelzimmer genutzt werden könnten. Ihr Personal hätte also eine kostenlose Unterkunft. Im Ort gibt es einige gutbürgerliche Restaurants. Mit einem oder mehreren würde ich eine Vereinbarung treffen können, dass sie Ihr Personal mit Frühstück, Mittag- und Abendessen versorgen. Die Kosten würde ich übernehmen. Im Gegenzug haben diese Leute den kompletten Arbeitstag für die Möbelmontage zur Verfügung und würden so erheblich produktiver sein als wie bislang einkalkuliert. Ihre Meinung dazu?“
Reiner und ich sahen uns an. „Zeitgleitklausel?“ fragte er. Ich nickte.
„Im Vertrag steht sie drin und wir würden sie auch gern drin lassen, aber wir sehen da eine erhebliche Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter diesen Umständen die Zeitgleitklausel nicht gezogen werden braucht, vielleicht sogar eine vorfristige Fertigstellung möglich ist. Wir müssten allerdings in den Betrieben jeweils mehrere Leute finden, die Interesse haben. Bei mir käme da eigentlich nur einer in Betracht. Bei Dir, Reiner?“
„Nun, Lydia sicher nicht. Luca würde vermutlich begeistert mitmachen. Dann hätten wir auch gleich einen hier, der die Führung übernehmen kann. Von den beiden Lehrlingen bereitet sich einer auf die Prüfung vor. Der muss lernen, fällt dafür also aus. Der andere ist recht pfiffig, hat sich kürzlich von seiner Freundin getrennt. Da vermute ich auch Interesse.“
„Stimmt. An die Azubis habe ich nicht gedacht. Auch bei mir hat einer bald Prüfung. Der andere wohnt bei seinen Eltern und wäre sicher froh wenn er aus diesem überkontrollierten und überbehüteten Elternhaus mal ausbrechen kann. Wir hätten also zwei Gesellen und zwei Lehrlinge. Meine beiden würden von mir einen Transporter mitbekommen, Deine von Dir wohl ebenfalls. Dann sind sie in ihrer Freizeit auch nicht ortsgebunden, könnten sogar, wenn sie zwischendurch mal in den Betrieb kommen, fertige Zuschnitte mitnehmen.
Die paar noch fehlenden Tage bis zum Beginn der Hauptverhandlung gegen die sieben Verbrecher vergingen schnell. Im Landgericht war ich zu Beginn meines Studiums mal gewesen, hatte aber keine Erinnerung mehr daran. Verhandelt werden würde vor dem Schwurgericht am Landgericht, da schwerste Straftaten angeklagt waren und bei einem Schuldspruch Strafen von sicher weit mehr als vier Jahren Haft zu erwarten waren. Das Gericht befand sich in einem modernen Gebäude, war innen gut ausgeschildert. Komisch kamen Karin und ich uns vor als wir in einem Kontrollraum auf verbotene Gegenstände überprüft wurden, wussten aber auch, dass das leider notwendig war. Unser Anwalt – ich ließ mich praktischerweise von demselben Anwalt vertreten wie Karin – wartete schon auf uns. Ein paar Meter weiter standen Dieter und alle Mädels aus dem Club, die am Tag des Entführungsversuchs im Club gewesen waren. Alle schnatterten durcheinander. Der arme Dieter! Einige Meter entfernt standen fünf junge Frauen in Begleitung ihrer Anwälte, offenbar die Frauen, die aus der Halle befreit werden konnten. Für sie war wohl auffällig, dass Karin als einzige Frau außer ihnen von einem Mann in Robe begleitet wurde. Eine von ihnen löste sich aus der Gruppe, kam zu uns und fragte „bist Du die Frau die abgehauen ist?“
Karin nickte. „Ja“
„Danke!“
Sie lief zurück zu den anderen, berichtete offenbar kurz und die begannen alle zu winken, freuten sich sichtbar.
Die Strafsache wurde aufgerufen, die Leute traten ein. Der Richter stellte die ordnungsgemäße Ladung der zwischenzeitlich durch eine andere Tür hereingeführten Angeklagten sowie der Zeugen und Nebenkläger und deren vollständiges Erscheinen fest, eröffnete die Verhandlung. Dann bat er die Zeugen den Saal zu verlassen bis sie wieder aufgerufen werden würden. Zeugen, die auch Nebenkläger seien, dürften im Saal verbleiben. Nachdem Dieter und die Mädels, etliche Polizisten in Uniform und – wohl Kripobeamte – in Zivil sowie weitere Frauen und Männer in Alltagskleidung, in denen ich anhand aufgeschnappter Gesprächsfetzen Personal der Kreisverwaltung, des Finanzamtes und des Krankenhauses vermutete, den Raum verlassen hatte eröffnete der Vorsitzende Richter die Verhandlung und bat die Staatsanwältin um Verlesung der Anklage. Allen 7 wurde Entführung, Freiheitsberaubung, vielfache Vergewaltigung, Zwang zur Prostitution, vorsätzliche schwere Körperverletzung und anderes vorgeworfen, sechs von ihnen auch Mord, weil sie mindestens 5 Personen zur Verdeckung anderer Straftaten umgebracht hätten. Der 7. Mann – der, der bei der Razzia als einziger in der Halle angetroffen worden war – war nach Aussage mehrerer Zeuginnen erst dazu gestoßen als die vier Frauen schon tot waren. Eine Beteiligung an der Ermordung des Mannes, dessen Leiche ebenfalls im Moor vorgefunden wurde, konnte nicht bewiesen werden, zumal – die Identität war geklärt worden – er zweifelsfrei vor dem erstmaligen Auftauchen dieses Angeklagten als vermisst gemeldet wurde. Dieser 7. hatte dann auch ein Geständnis abgelegt und sich als Kronzeuge gemeldet, alles ausgepackt was er wusste und hoffte so wohl einer lebenslangen Strafe zu entgehen.
Es war später Nachmittag geworden als die Staatsanwältin mit dem Verlesen der Anklage durch war. Die wartenden Zeugen wurden herein gerufen und ihnen erklärt, dass sie nicht mehr alle jeden Tag benötigt werden würden. Am nächsten Verhandlungstag sei die Vernehmung der Nebenkläger vorgesehen, am darauffolgenden Montag die der Damen aus dem Club. Die anderen Zeugen hätten ihre Dienstorte jeweils in der Nähe und könnten somit kurzfristig zugezogen werden, wenn sie sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden erklären. Sie stimmten zu.
Als wir den Saal verlassen hatten stürmten Karins Leidensgenossinnen auf sie zu, herzten sie auf das heftigste. Als alle sechs drauf und dran waren sich in eine ausgedehnte Unterhaltung zu vertiefen bremste einer der Anwälte sie aus. „Meine Damen, ich verstehe sehr gut, dass Sie sich bei der Zeugin bedanken und sich mit ihr ausführlich unterhalten möchten. Aber bedenken Sie bitte, dass das auch leicht den Eindruck erwecken kann sie hätten Ihre Aussagen abgesprochen. Das aber wäre für den weiteren Fortgang des Prozesses gar nicht gut. Nach dem Prozess bzw. nachdem Sie als Zeugin entlassen sind, können Sie gern nach Heruzenslust miteinander reden, aber bitte nicht jetzt.“
Alle sechs schreckten zurück, sahen den Sprecher schuldbewusst an. Der hatte nun seinerseits ein etwas schlechtes Gewissen.
„Ich wollte sie nicht erschrecken und schon gar nicht schimpfen. Aber man weiß nie was kommt, was passieren kann, und da ist es gut, wenn man erkannte Stolpersteine von vornherein vermeidet.“
„Sie haben ja Recht“ meinte Karin. Mit uns sind da wohl die Pferde durchgegangen. Danke für den Hinweis. Ich denke, dass wir uns sobald das möglich ist mal zusammensetzen. Telefonnummern und Adressen sollten wir aber auch erst dann austauschen wenn das für den Fortgang des Prozesses gefahrlos möglich ist. Wir fahren jetzt heim!“
Wir verabschiedeten uns von unserem Anwalt, gingen zum Auto und fuhren los.
Die nächsten Arbeitstage fraß mich der Betrieb fast auf. Die Detailzeichnungen, die auf meine Firma entfielen, waren fertig, Kopien bereits an Reiner geschickt worden. Genauso hatte auch Reiner mit seinen Leuten die Hausaufgaben gemacht, die auf sie entfallenden Zeichnungen fertig gestellt und mir Kopien geschickt. In beiden Unternehmen entstanden gerade die Teile für den Empfangsbereich und die Schränke für die Büros. Schreibtische wollte das Hotel welche von der Stange kaufen, Aktenschränke, die Küchenecken und je Raum eine kleine Garderobe sollte jedoch eine Wand einnehmen und sich hinter der auf Maß gefertigten Täfelung verbergen. Schnell mussten wir feststellen, dass es sich für jedes Büro um eine Einzelanfertigung handelte, denn es waren weder die Wände exakt gerade noch die Räume genau gleich breit und an jeder Stelle gleich hoch. Wir hatten bei der Reinzeichnung unserer Möbel vorsichtshalber derartige Mängel berücksichtigt, Ausgleichslängen eingeplant und daher keine Probleme damit. Mayserts mussten wir natürlich dennoch darüber informieren, dass der Bauunternehmer zwar nicht unbedingt Pfusch geliefert hatte, aber doch für eine Arbeitsqualität verantwortlich war die nicht den Ansprüchen des Bauherrn genügte. Mayserts gaben Nachmessungen in allen Räumen in Auftrag. Die von uns festgestellten Mängel wiederholten sich überall. Wenn Heiner den Job antreten würde – hier hätte er wohl gleich den ersten Brocken auf dem Tisch!
Nach unserem schönen Erlebnis mit Karin hatte ich mich einige Mal abends im Bett Helena wieder mehr nähern wollen. Zwei Mal ließ sie es auch zu. Ich merkte aber, dass sie sich dabei nicht wohl fühlte und brach ab. Sie weinte. „Ich habe so gehofft ich würde nach unserer gemeinsamen Nacht wieder Lust haben mit Dir zu schlafen. Aber es geht einfach nicht. Ich habe so sehr Angst Dich zu verlieren.“
„Schatz, Liebe ist mehr als wie miteinander schlafen. Das habe ich mal gesagt und das meine ich auch heute noch. Außerdem sind da ja immer noch die Frauen im Club. Mehrere von ihnen liebe ich zwar nicht, habe sie aber doch recht gern und weiß, dass sie mich auch mögen, sogar auch außerhalb des Clublebens gern mit mir in die Kiste gehen würden. Und dann ist noch, jedenfalls jetzt noch, Karin da. Es kann sein, dass sie sich noch einmal ausprobieren möchte. Ich weiß, Du hättest nichts dagegen, wärst vielleicht sogar gern wieder dabei, und ich mag sie auch.“
„Wieso? Was meinst Du mit `jedenfalls jetzt noch´?“
„Ist Dir nicht aufgefallen wie oft sie nach Jürgen und seinen Jungs gefragt hat? Wollte sie nicht auch vor ein paar Tagen ein Auto haben um zu Jürgen zu fahren, sich seinen Tischtennisverein ansehen und mal wieder richtig spielen? Vor der Geburtstagsfeier haben wir sie doch immer mal wieder im Wohnzimmer vor sich hinträumend sitzen sehen. Sie hatte immer einen traurigen, melancholischen Gesichtsausdruck dabei. Danach hat sie auch immer mal wieder vor sich hingeträumt. Aber der Gesichtsausdruck war ganz anders, lächelnd. Ich glaube, da entwickelt sich was und hoffe, dass mein Bruder und die Neffen sie auch gern haben. Wenn das stimmt, werden wir uns bald eine neue Helferin für Udo und den Betrieb suchen müssen.“
„Du, mit dem Gesichtsausdruck, wenn sie vor sich hinträumt – jetzt, wo Du das sagst fällt es mir auch auf. Ich würde es Karin von Herzen gönnen wenn sie mit Jürgen und seinen Söhnen zusammenkommt. Aber wie bekommen wir dann eine Nachfolgerin für sie?“
„Ich habe da schon jemand im Auge. Du erinnerst Dich doch an die kleine Mitarbeiterin vom Cateringservice, die wegen Mutterschutz bei der Tauffeier nicht mehr arbeiten durfte und die wir deshalb als Gast eingeladen hatten? Die hat jetzt doch auch Nachwuchs, müsste noch im Mutterschutz sein oder die Elternzeit schon angetreten haben. Danach kann sie ihren Job in der Cateringfirma nicht wieder antreten. Außerdem war ihr bisheriges Einkommen sowieso nicht gerade üppig und das Elterngeld fällt noch niedriger aus. Ob es da gegebenenfalls ergänzende Sozialhilfe gibt weiß ich nicht. Aber auch dann hätte sie gerade genug zum Überleben für sich und das Kind, nicht mehr. Reserven könnte sie nicht erwirtschaften. Wenn wir sie als Haushaltshilfe einstellen, ihr eine kleine Wohnung hier in der Nähe besorgen, könnte sie morgens Udo und ihr Kind in die Krippe bzw. später in den Kindergarten bringen, Nachmittags wieder abholen, und sich in der Zwischenzeit um den Haushalt kümmern. Als Vergütung würde ich mich an einen Tarifvertrag für Haushaltshilfen anlehnen, wenn es sowas gibt, und nach erfolgreicher Probezeit eine kleine Schippe drauflegen. Gibt es keinen solchen Tarifvertrag würde ich mir einen für eine vergleichbare Tätigkeit suchen. Nachteil – oder vielleicht auch weiterer Vorteil für Dich – wäre, dass Du wieder alle Büroarbeit im Betrieb machen müsstest. Was meinst Du?“
„Robert, Du bist ein Schlitzohr! Für jedes Problem eine Lösung, bevor es überhaupt akut wird. Das ist eine tolle Idee. Es ist nur die Frage wie die Frau das sieht. Wie heißt die nochmal?“
„Marion Jäger.“
Karin kam ins Zimmer. „Entschuldigt, aber ich habe eben gezwungenermaßen mitgehört. Robert, Du hast Recht – ich habe mich in Jürgen und die Jungs verguckt und meine die haben mich auch gern. Ob ich nochmal mit Euch in die Kiste möchte weiß ich noch nicht. Einerseits war es wunderschön, andererseits wäre es auch schön wenn ich mir das für Jürgen aufhebe. Zu ihm ziehen kann ich aber erst wenn der Strafprozess und die Schadenersatzklagen abgeschlossen sind, weil ich kein Auto habe.“
„Karin, das Auto ist kein Problem. Du könntest zumindest für eine Übergangszeit eines von der Firma nehmen. Wir wollen Dich hier nicht rausschmeißen, sehen im Gegenteil aber Sinn darin, dass Du wieder glücklich wirst. Dazu gehört, dass Du mit einem Freund zusammen sein kannst, der Dich liebt und den Du liebst. Kümmere Dich also um einen Job in Jürgens Nähe wenn er Dich fragt ob Du zu ihm ziehen möchtest. Wenn ich richtig informiert bin ist doch ein Kindergarten nur ein paar hundert Meter von seinem Haus entfernt.“
„Jürgen hat mich schon gefragt und beim Kindergarten oder in der Krippe auf demselben Grundstück könnte ich sofort anfangen.“
„Wunderbar, Karin, aber ein paar Tage brauchen wir Dich noch. Helena, kannst Du mit Frau Jäger Kontakt aufnehmen, erst mal nur um sie zu besuchen. Am besten so, dass sie nichts mehr groß vorbereiten kann. Wenn Du dort bist schaust Du Dich unauffällig in den Räumen um in die Du kommst, also zumindest Wohnzimmer, Flur und Bad. Wenn die in Ordnung sind, kannst Du sie fragen ob sie Interesse hätte zu uns zu kommen. Eine preiswerte Wohnung dürfte sich hier im Ort problemlos finden lassen. Beim Umzug würden wir helfen und sie gern auch zusammen besuchen wenn sie noch Fragen hätte. Karin würde sicher noch bei uns bleiben (ich sah sie fragend an, sie nickte) bis sie umziehen und bei uns anfangen kann.
Die nächsten Verhandlungstermine beim Landgericht waren immer auf Montag und Mittwoch gelegt worden. Der Montag war gewählt worden weil Dieters Betrieb da Ruhetag hatte und die Vernehmung der dort beschäftigten Zeuginnen somit keinen Ausfalltag verursachen konnte. Den Frauen entging zwar ein gänzlich freier Tag, aber andererseits war für sie der Auftritt vor einem Gericht neu und spannend und Zeugengeld gab es auch noch.
Der zweite Verhandlungstag stand an. Wir – Karin und ich – trafen vor dem Saal auf Dieter und die Mädels aus dem Club. Andere Zeugen waren nicht geladen. Allerdings setzten uns Pressevertreter zu. Besonders aggressiv traten Reporter eines für derartiges Vorgehen bekannten Blattes auf, die sogar heimlich Fotos von uns machten. Karin hatte das bemerkt, sprach mich an. Unser Anwalt stand neben mir.
„Fotografieren ist hier streng verboten und für heimliche Fotos von Zeugen gilt das erst Recht. Sie beide bleiben ganz unauffällig hier, ich gehe mal kurz nach vorn.“
Er ging in Richtung Ausgang, kam keine fünf Minuten später zurück – mit vier Justizmitarbeitern im Schlepptau! Die ließen sich von Karin zeigen wer fotografiert hatte. Der Typ wurde kurzerhand in einen freien Raum gebeten und, als er nicht wollte, mit zunächst sanfter, dann mehr und mehr nachdrücklicher Gewalt hineingeschoben. Zwei seiner Teamkollegen folgten der Aufforderung freiwillig nachdem der Dritte – der als erster von ihnen „gebeten“ wurde – sich renitent zeigte und mittels Polizeigriff zur Raison gebracht werden musste. Das gab natürlich reichlich Aufsehen. Auch wenn der Raum offenbar eine gute Schalldämmung besaß war es doch zu hören, dass es dort wohl etwas heftiger zuging. Als die Tür wieder aufging und die acht Männer herauskamen war nicht zu übersehen, dass einen von ihnen – dem, der sich so extrem widerspenstig gezeigt hatte – ein wunderschönes Veilchen zierte.
Kurz danach wurde unser Verfahren aufgerufen. Wir traten ein, wurden vergattert. Anschließend bedankte sich der Vorsitzende Richter ausdrücklich bei Karin für ihre Aufmerksamkeit. Bei allen vier Personen seien bei der Durchsuchung getarnte Fotoapparate und Videokameras sowie kleine Diktiergeräte vorgefunden worden. Diese müssten jetzt in Anwesenheit der verantwortlichen Personen überprüft werden ob und gegebenenfalls was bereits aufgezeichnet wurde. Da das erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde könnten die betreffenden Herren…. leider… (er machte eine Kunstpause, lächelte) nicht als Zuschauer an der Verhandlung teilnehmen. Er gehe davon aus, dass er vor dem Ende des heutigen Termins ein Protokoll über die Feststellungen vorgelegt bekäme und dann zu entscheiden wäre ob die Geräte nur beschlagnahmt oder gleich eingezogen werden würden.
Dann ging es mit der Verhandlung weiter. Zunächst wurden die Angeklagten nach einer Stellungnahme zu den erhobenen Vorwürfen befragt. Für sechs der sieben Männer antworteten die Anwälte, bestritten sämtliche ihren Mandanten vorgeworfenen Straftaten. Die Frauen seien alle freiwillig bei ihnen gewesen, hätten das Gebäude jederzeit verlassen können, wollten das aber gar nicht. Im Gegenteil: sie hätten ausnahmslos BDSM-Praktiken zugestimmt, sich auch mit Gangbangs und gespielten Vergewaltigungen einverstanden erklärt. Diese Erklärungen seien sowohl gefilmt als auch schriftlich fixiert worden. Die Videokassetten und der Aktenordner mit den schriftlichen Zustimmungen befanden sich im Büro. Mit den im Moor gefundenen Leichen haben sie selbstverständlich nichts zu tun. Es würde aber der Gedanke nahe liegen, dass der siebte Angeklagte die 5 Toten auf dem Gewissen habe. Schließlich habe er die Ermittler zu der Stelle geführt wo sie vorgefunden wurden.
Für den siebten Angeklagten – Pierre Halser - wies der Verteidiger nur darauf hin, dass sein Mandant selbst Stellung nehmen würde. Der erzählte wie er von einem Bekannten – dem neben ihm sitzenden Angeklagten – angesprochen wurde, ob er Sex haben wolle. Er hätte da ein paar Frauen, die das anbieten. Er habe sich nichts dabei gedacht, war sogar sehr erfreut, weil er noch nie mit einer Frau zusammen gewesen wäre und wegen seiner Schüchternheit und fehlender materieller Möglichkeiten auch keine Möglichkeit sah eine Freundin für sich zu gewinnen. Dass er dafür auch etwas tun müsse sei für ihn selbstverständlich gewesen.
Ihm sei weiterhin erklärt worden, dass, wenn es so scheine als ob die Frau nicht einverstanden wäre, es sich um gespielte Verweigerung handele. Tatsächlich seien alle mit allem einverstanden, auch wenn es härtere Praktiken seien. Videokassetten oder Schriftstücke mit einem solchen Inhalt habe er aber nie gesehen.
Er habe jederzeit Zugang zu den sechs Frauen gehabt, aber nie eine verletzt oder ihr für ihn erkennbar – nach dem was er bis dahin über die Hintergründe wusste – Schmerzen zugefügt. Andere habe er in den etwa zwei Wochen nicht gesehen. Seine Aufgabe war es die Freier abzukassieren, für Essen und Trinken sowie Hygieneartikel für die Frauen zu sorgen, sich um etwa erkennbare Verletzungen zu kümmern. Nach kurzer Zeit sei ihm das aber alles zunehmend komisch vorgekommen, zumal einer der anderen Angeklagten – Ludwig – ihn mal mitgenommen und im Moor eine Stelle gezeigt habe wo man alles entsorgen könne. Er habe das zunächst als Aufforderung zur illegalen Müllentsorgung interpretiert. Richtig klar, dass er sich an schlimmsten Verbrechen beteiligt habe, war ihm erst geworden als die sechs anderen wegfuhren und ihn mit einer Waffe und dem Auftrag zurückließen die Frauen umzubringen und im Moor zu versenken, wenn sie – die Angeklagten – nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurück seien oder sich telefonisch gemeldet hätten. Er wollte aber die Frauen frei lassen wenn diese Frist abgelaufen war. Vorher habe er sich das nicht getraut weil er nicht wusste wann die Anderen zurückkommen und vielleicht die weglaufenden Frauen erkennen würden. Er habe auch gar nicht gewusst wie die Pistole zu entsichern sei, konnte also gar nicht schießen. Als die Frist fast abgelaufen war sei er sich sicher gewesen, dass die Männer aufgehalten wurden, wollte die Türen zu den Zellen aufschließen und die Frauen freilassen. In dem Moment hätte die Polizei aber das Gebäude gestürmt.
„Mir ist klar, dass ich zu gutgläubig, zu naiv war und mich an ganz schlimmen Verbrechen beteiligt habe. Es tut mir fürchterlich leid und ich möchte mich bei den Nebenklägerinnen dafür entschuldigen. Gern würde ich etwas als Schadenersatz und Schmerzensgeld anbieten, aber ich habe weder jetzt etwas das dafür eingesetzt werden könnte noch werde ich etwas dafür haben wenn ich nach einem Gefängnisaufenthalt wieder freikommen sollte.“
Schon zu Beginn seiner Aussage sah man es in den Augen schimmern, mit fortschreitender Zeit kamen mehr und mehr die Tränen und zum Schluss ganze Sturzbäche. Im Saal war es mäuschenleise bis der Anwalt sich meldete.
„Ich bin schon viele Jahre Strafverteidiger, hatte Mandanten, denen ebenso schwere Verbrechen vorgeworfen wurden. Es gab einige, denen ich geglaubt habe was sie zu ihrer Entlastung erzählten. Herrn Halser glaube ich jedes Wort, was er gesagt hat. Als mir das Mandat angetragen wurde habe ich schnell festgestellt, dass er völlig gebrochen war nachdem ihm klar geworden ist für welches Übel er mitverantwortlich war. Ich hielt ihn für suizidgefährdet, habe die Behandlung durch einen Psychotherapeuten angeregt und ihn auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht – er ist mir gegenüber ebenso offen gewesen wie in seinem Vortrag hier – ein Geständnis abzulegen und so zur Aufklärung und Ahndung der Verbrechen beizutragen. Auf die Kronzeugenregelung wurde er hingewiesen, ihm durch die vernehmenden Beamten eröffnet, dass sie seine Aussage mit einem entsprechenden Hinweis für das Gericht versehen werden. Das war ihm egal – er wollte unbedingt, dass diejenigen, die ihn mit in ihr und das Unglück der Frauen gezogen haben, bestraft werden.“
„Du Verräter! Ich bring´ Dich um!“ brüllte jemand laut in den Saal. Alle sahen in dessen Richtung, auch die Richter. Einer der Beisitzer reagierte. „Ludwig Meier, richtig? Herr Meier, falls es zu einer Verurteilung kommt und sowohl Sie als auch der Kronzeuge in Haft müssen wird aufgrund dieser Morddrohung sicher darauf geachtet werden, dass Sie nicht in derselben Haftanstalt einsitzen.“
Der Vorsitzende Richter bat nun nacheinander die Nebenklägerinnen in den Zeugenstand, ließ sie ihre Aussage machen. Karin war die erste, dann die anderen. Bei denen kamen Details ans Licht die noch viel schlimmer waren als das was mir bis dahin bekannt war und die auch zum Teil Karin überraschten. Die Anwälte der ersten sechs Angeklagten versuchten die Zeuginnen zu verunsichern, teils sogar zu nötigen ihre Aussagen während der polizeilichen Vernehmungen zu widerrufen. Als die erste Frau nach Karin in Tränen ausbrach und zu ihrem Anwalt flüchtete brach der Richter die Befragung ab, entzog dem verantwortlichen Verteidiger das Wort und rief ihn zur Ordnung. Die Anwälte der fünf anderen Haupttäter hielten sich daraufhin etwas zurück. Als letzter war der der Verteidiger von Pierre Halser dran. Der bemühte sich erkennbar die Zeugin zunächst psychisch etwas zu stabilisieren bevor er detaillierter auf die Tatbeiträge der einzelnen Männer einging. Dabei stellte sich heraus, dass Ludwig Meier der Rädelsführer und der Schlimmste und Brutalste von allen war, der Dicke einfach nur widerlich gewesen sei und die vier anderen Mitläufer waren, zwar auch Zwang ausübten, aber nicht nur darauf aus waren sie zu quälen. Der siebte Täter war eigentlich gar kein richtiger Täter. Genau genommen habe er sich zwar durch den ausgeübten Geschlechtsverkehr an den Vergewaltigungen beteiligt, aber nie Gewalt ausgeübt, sei auch immer höflich geblieben. In gleicher Weise hatte sich auch Karin geäußert. Diese Zeugin allerdings setzte noch einen drauf:
„Irgendwie mochte ich ihn sogar und wenn ich ihn auf andere Weise kennen gelernt hätte – es hätte etwas werden können. Schade!“
Pierre sah sie während ihrer Aussage gespannt, ein wenig lächelnd sogar, an. Nach ihrem letzten Satz schlug er die Hände vor die Augen, fing heftig an zu weinen. Nachdem er sich wieder gefangen hatte wischte er sich die Tränen ab, entschuldigte sich und sprach sie an.
„Genau das habe ich auch gedacht und bin deshalb immer wieder zu Dir gekommen. Nicht nur weil ich Dich gern habe, sondern auch deshalb, weil solange ich bei Dir war kein anderer kommen und Dich quälen würde.“
Diese Äußerung nahm ihm niemand übel. Ganz im Gegenteil: man sah, dass sich sowohl die Leute auf der Richterbank als auch die Staatsanwältin Notizen machten und dabei einen ausgesprochen entspannten Gesichtsausdruck zeigten.
Richter und Anklägerin befragten sie dann noch zu einigen Details. Auf Nachfrage der Staatsanwältin, ob sie die Zeugin Karin nochmal befragen dürfe, stimmten sowohl der Richter als auch Karin – die ja eigentlich schon als Zeugin entlassen war – zu. Die Juristin hatte nur eine Frage:
Wie oft pro Tag oder pro Woche forderten die einzelnen Angeklagten sexuelle Dienste von Ihnen ein und gab es Unterschiede in deren Verhalten, wenn ja welche?“
„Ich kann die Aussage der Zeugin eben im Wesentlichen bestätigen. Allerdings muss sie schon deutlich länger als ich gefangen gehalten worden sein, denn aus diesem Grund war er nur einmal bei mir. Danach habe ich ihn nur gesehen wenn er Einkäufe oder Essen brachte. Gewalt habe auch ich nicht von ihm erfahren und auch mir gegenüber war er stets freundlich. Man konnte sich sogar mit ihm unterhalten, hat erfahren was so an wichtigen Sachen in der Welt passierte. Solche Gespräche waren aber immer recht kurz und er hat mir auch einmal gestanden, dass die anderen darauf achten, dass er sich nicht zu lange mit einer der Frauen unterhält. Im Rahmen eines solchen Gesprächs hat er mir dann auch erzählt, dass er erst seit kurzer Zeit – wenige Tage - dabei wäre und außer mir noch fünf weitere Frauen im Haus wären. Ich war erst etwas über einer Woche da und wusste das vorher nicht. Mit dem heutigen Wissen muss ich übrigens auch daraus schließen, dass er an den bei den anderen Männern angeklagten Morden nicht beteiligt gewesen sein kann. Diese Männer kamen jeden oder fast jeden Tag. Gewalt übten alle aus. Ludwig zeichnete sich durch besondere Brutalität aus, der Dicke war nur widerlich, die anderen waren Mitläufer, die aber manchmal in ihrer Primitivität ihre Vorbilder zu übertreffen versuchten.“
Die anderen Nebenklägerinnen äußerten sich in vergleichbarer Weise, allerdings ohne dass es von ihnen eine derart offene Sympathieerklärung gegenüber einem der Angeklagten gab. Als letzter wurde ich gefragt wie sich die Ereignisse aus meiner Sicht entwickelt hatten. Auf die Frage war ich vorbereitet und konnte daher sofort loslegen.
„Bevor ich mit meiner Frau zusammen war bin ich regelmäßig Gast in dem Partyclub gewesen, in dem damals auch die Zeugin Frau Schulz tätig war. Nach mehreren gemeinsamen Zimmern, wie man das dort nennt, entwickelte sich eine über das Übliche hinaus gehende Sympathie füreinander. Mit den Besuchen hörte ich auf als sich die Beziehung mit meiner Frau entwickelte. Mir unbekannte Zeit später war der Angeklagte Ludwig Meier regelmäßig im Club, umwarb Frau Schulz. Sie verliebte sich in ihn, glaubte seinen Versprechungen und zog zu ihm. Das, was dann kam, ist Gegenstand dieses Prozesses. Das und die Ereignisse um ihre Flucht und die Anrufe beim Zeugen Dieter Hubbert habe ich von ihr und von meinem Freund erfahren. Der hatte den richtigen Riecher als er beobachtete wie einige Zeit nach dem ersten Anruf ein ominöses Fahrzeug auf den Hof kann und danach wieder wegfuhr, rief mich an ob ich helfen könne. Er wusste, dass ich hobbymäßig Kampfsport betreibe. Da er drei Personen im Wagen gesehen hatte erschien es ihm sinnvoll nach Möglichkeit mit mehreren weiteren Personen aus meinem Club als Verstärkung aufzutreten. Ich sprach einige an. Wir waren schließlich acht Mann, so dass ausreichende Präsenz auch für den Fall sichergestellt war, dass der eine oder andere im Bedarfsfall verhindert war. Als Karin tatsächlich anrief, von ihrer Flucht berichtete und bat am Bahnhof abgeholt zu werden rief Dieter mich an und fuhr sofort danach los. Ich setzte unsere Alarmkette in Gang und tatsächlich hatten auch alle Zeit. Wir kamen rechtzeitig vor Ort an. Unerwartet kamen aber nicht nur 3, sondern 6 Männer in zwei Limousinen, bewaffneten sich mit Schlagringen und Baseballschlägern und wollten die Herausgabe von Karin durchsetzen, kamen allerdings bei uns an die Falschen. Sie wurden ganz schön verdroschen. Einer von uns wurde allerdings verletzt, von einem Elektroschocker getroffen. Polizei wurde gerufen, kam ziemlich rasch mit mehreren Streifenwagen und einem Einsatzleitfahrzeug, nahm die Kerle mit. Anhand der Angaben von Karin konnte das Gebäude ermittelt werden, in dem sie gefangen gehalten wurde. Der Rest steht in den Akten.“
Sechs der Verteidiger versuchten auch mich zu verunsichern, warfen mir zudem schwere Körperverletzung an ihren Mandanten durch mich und meine, wie sie es nannten, Mittäter vor. Ich lächelte den Wortführer – es war der Anwalt von Ludwig – nur an und fragte „Wenn Sie mit einer Waffe angegriffen werden und hauen als Reaktion dem Angreifer ein paar aufs Maul oder woanders hin, dass der das Angreifen vergisst – wer ist dann Schuld? Ausweislich Ihrer Funktion hier haben Sie ein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen. Die Antwort sollte Ihnen daher nicht schwer fallen!“
Gelächter bei den Zuschauern.
Ich bekam aber Contra. „Die Frage war nicht was ich getan hätte, sondern dass Sie für Verletzungen meines Mandanten mitverantwortlich sind.“
„Eine Mitverantwortlichkeit für eine Verletzung Ihres Mandanten – darüber können wir gerne stundenlang weiter streiten. Aber das ist doch nicht die Frage. Hier geht es doch wohl darum wer strafbar gehandelt hat. Einer war Angreifer, einer handelte in Notwehr oder Nothilfe, je nach Betrachtungsweise. Wer war was? Können Sie das wirklich nicht zutreffend beantworten? Wenn ja, tun sie mir Leid! Zudem ist zu berücksichtigen, dass wir alle Karateka sind, die meisten von uns zudem den Schwarzen Gürtel tragen. Das was Ihre Mandanten abbekommen haben war harmlos gegenüber dem was ihnen hätte passieren können. Jedem von uns ist es problemlos möglich schwerste Verletzungen zu bewirken, darunter auch solche, die bleibende Schäden zur Folge haben oder gar dafür sorgen, dass der Gegner nie wieder aufsteht. Die Leute sollten sich glücklich schätzen, dass wir im Vorfeld abgesprochen hatten soweit wie möglich defensiv zu agieren.“
Der Vorsitzende Richter schloss die Verhandlung für diesen Tag, rief die draußen wartenden Zeugen herein und wies darauf hin, dass für den darauffolgenden Mittwoch die Vernehmung der Polizisten aus dieser und der Nachbarinspektion vorgesehen sei, die Nebenkläger zwar erscheinen können, aber nicht müssen, und die anderen Zeugen nicht kommen brauchen. Der Verhandlungstag am nächsten Montag fiele aus.
Vor der Rückfahrt wurde eine kurze Pause in einem Fastfoodrestaurant eingelegt, dann trennten wir uns vom Anwalt und fuhren heim.
Udo hatte sich prächtig entwickelt, war noch wach und freute sich als er vom Papa auf den Arm genommen wurde. Zu viert setzten wir uns ins Wohnzimmer, erzählten von unserem Tag im Gericht, Helena von ihrem Tag im Betrieb. Dort lief die Produktion der Möbelbausätze für das Hotel auf Hochtouren. Unser Sohn wurde nun langsam auch quengelig, nachtfein gemacht und ins Bett gebracht. Karin verabschiedete sich auf ihr Zimmer, Helena und ich schalteten die Glotze ein, zappten durch die Kanäle, fanden aber nichts was uns interessierte. In irgendeiner blöden Talkshow blieben wir kurz hängen, schalteten das Gerät aber aus und gingen auch ins Bett. Dort schmusten wir weiter miteinander bis mein Schatz meinte sie sei müde, sich auf den Rücken legte und die Augenschloss. Am Atmen war zu merken, dass sie rasch eingeschlafen war, drehte sich danach auf ihre linke Seite und rutschte rückwärts dicht an mich heran. Ich schlang meinen rechten Arm um sie, die Hand verblieb aber auf ihrem Bauch bis ich sie endlich mal wieder mehr fühlen wollte und sie nicht mehr auf, sondern unter dem Nachthemd streichelte, dabei immer höher kam und schließlich auf ihrer Brust landete. Sie war aber wieder aufgewacht und hielt meine Hand dort fest. „Bitte nicht weiter, bleib da, ja?“
Schade, dachte ich, war aber schon froh, dass die Hand nicht verscheucht worden war, schlief dann auch ein.
Dienstag früh rappelte der Wecker. Helena war wohl schon vorher wach geworden, in der Küche am werkeln. Ins Bad, dort ausgehfein gemacht und ab in die Küche, meinen Schatz von hinten in den Arm genommen. Ich wollte ihr einen Kuss geben und erschrak; sie sah total verheult aus!
„Was hast Du denn, warum hast Du geweint?“
„Robert, ich wünsche es mir so sehr, aber ich kann einfach nicht mit Dir schlafen, es geht nicht. Die Nacht mit Karin, die fand ich auch wunderschön, aber immer wenn ich mich im Bett auf Dich legen möchte wird alles in mir steif. Schatz, ich gebe Dich frei!“
Fortsetzung folgt.
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