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Eine Ehe und das Ende (fm:Sonstige, 1482 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 09 2026 Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen)
Was macht Peter? Wie reagiert er auf Sabine und Joachim? Für NN: Das Handy von Claudia landete auf dem Bett im Schlafzimmer als sie sich umzog, sie war kurz im Bad, um ihre Handtücher wegzuräumen, da betrat Peter das Schlafzimmer.

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Kapitel 2: Claudia im Krankenhaus

Die Stunden der Nacht zogen sich für Claudia wie zähflüssiges Blei. Sie saß noch immer am Küchentisch, die Hände um die längst kalt gewordene Teetasse geklammert. Das Ticken der Wanduhr dröhnte in ihren Ohren wie ein ständiger, unbarmherziger Vorwurf.

Ihr ganzer Körper zitterte, innerlich war sie völlig zerrissen. Die quälende Frage nach dem „Warum“ kreiste unaufhörlich in ihrem Kopf. Warum hatte sie sich auf diese Sache eingelassen? Im Grunde mochte sie es nicht einmal. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, war der Sex mit Joachim bei weitem nicht so schön gewesen wie mit Peter.

Peter kannte sie, er liebte sie. Er nahm sie mal zärtlich, voller Hingabe, und dann wieder, wenn die Leidenschaft überkochte, auch gerne mal etwas härter – aber es war immer Liebe dabei gewesen, eine tiefe Verbundenheit. Bei Joachim war es einfach nur kaltes Ficken gewesen. Ohne jegliche Emotion, ohne Gefühl der Zugehörigkeit zu ihm oder Sabine.

Sie war bloß ein Objekt in deren Spiel gewesen. Sie verstand sich selbst nicht mehr; sie wusste nur, dass sie, sobald sie bei den beiden war und diesen verdammten Piccolo getrunken hatte, wie ausgewechselt war. Als ob der Alkohol einen Schalter umlegte und ihren Willen lähmte.

Gegen drei Uhr morgens ertönte schließlich das vertraute Geräusch des Schlüssels in der Wohnungstür. Claudia hielt den Atem an. Ihr Herz hämmerte so heftig gegen die Rippen, dass es ihr fast den Atem raubte.

Die Tür ging auf, und Peter trat ein. Doch er lief nicht auf sie zu, er tobte nicht. Er war vollkommen ruhig – eine emotionale Kälte ging von ihm aus, die Claudia noch viel mehr verängstigte als jeder Wutausbruch.

Er blieb im Flur stehen, blickte nicht einmal richtig in die Küche, sondern fragte sie mit einer Stimme, die so eiskalt und bar jeder Emotion war, dass es Claudia das Blut in den Adern gefrieren ließ:

„Und? Hast du dich heute Abend schon ficken lassen oder wolltest du noch hin?“ Bevor Claudia auch nur den Mund öffnen oder einen Ton herausbringen konnte, drehte er sich bereits um, ging wortlos an der Küche vorbei ins Schlafzimmer und schloss die Tür hinter sich.

Jedes einzelne dieser Worte traf Claudia wie ein tiefer, gezielter Messerstich mitten ins Herz. Der Schmerz war physisch spürbar. Es schnürte ihr die Kehle zu. Die Härte, mit der Peter ihr diese Frage entgegengeschleudert hatte, zog ihr sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Ihre Emotionen spielten augenblicklich total verrückt.

Panik stieg in ihr auf, eine bodenlose Angst, diesen Mann, der ihr ganzes Leben bedeutete, für immer verloren zu haben. Sie wollte zu ihm, sie musste ihm erklären, dass sie nicht dort war, dass sie den Kontakt abgebrochen hatte, dass sie ihn brauchte.

Sie stand hastig vom Küchentisch auf. Doch als sie den Flur betrat, um ins Schlafzimmer zu gehen, merkte sie plötzlich, wie ihr die Luft wegblieb. Sie versuchte tief einzuatmen, doch ihre Lungen schienen blockiert. Ein Gefühl von extremer Enge schnürte ihre Brust ein, Schwindel überrollte sie in einer gewaltigen Welle, und die Wände des Flurs begannen sich zu drehen. Claudia verlor völlig die Kontrolle über ihren Körper.

Ohne sich abfangen zu können, fiel sie wie ein gefällter Baum der Länge nach um und blieb regungslos auf dem harten Boden liegen. Beim Sturz knallte ihr Kopf ungebremst gegen die Kante der Flurkommode.

Im Schlafzimmer war Peter gerade dabei, wütend und verletzt seine Sachen zusammenzusuchen. Er hielt es in dieser Wohnung nicht aus. Er hatte wahllos eine Tasche gegriffen und angefangen, erst einmal genug Klamotten einzupacken, um die nächsten Tage irgendwo unterzukommen.

Die Bilder aus dem Video brannten immer noch wie Säure in seinem Kopf. Seine Worte im Flur waren hart gewesen, das wusste er, aber sein verletztes Ego und der unerträgliche Schmerz über den Verrat hatten ihn gesteuert.

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