Eine Praktikantin auf Abwegen (Teil 3) (fm:Das Erste Mal, 12826 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Mike1973 | ||
| Veröffentlicht: Jun 27 2026 | Gesehen / Gelesen: 267 / 209 [78%] | Bewertung Teil: 9.75 (4 Stimmen) |
| Sophie steht vor einer schweren Entscheidung. Unter den bisher gemachten Erfahrungen endgültig einen Schlussstrich ziehen und wieder in ihr altes solides Leben zurückkehren oder der Versuchung nachgeben. | ||
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Sophie stand noch immer nackt vor dem Spiegel in ihrem Zimmer. Das Handy lag auf der Kommode. Das Display war bereits erloschen, aber die Worte der Nachricht brannten sich weiter in ihren Kopf:
„Wir vermissen dich sehr… du wirst herzlich erwartet.“
Ihre Hände zitterten. Sie spürte, wie ihr Herz bis zum Hals schlug. Die letzten drei Tage zu Hause hatten sie nicht zur Ruhe kommen lassen. Jedes Mal, wenn sie Tim ansah, wenn sie mit ihrer Mutter sprach, wenn sie abends betete, kamen die Bilder zurück. Claudias Zunge. Der Geschmack von Herrn von Hagens Schwanz. Die Tränen, die ihr über das Gesicht gelaufen waren, während sie ihn zum ersten Mal in den Mund genommen hatte.
Sie hatte versucht, alles wegzuschieben. Hatte Tim geküsst. Hatte ihrer Mutter geholfen. Hatte in der Kirche gekniet und um Kraft gebeten. Aber die Lust und die Scham waren stärker geworden. Und jetzt diese Nachricht.
Sophie schloss die Augen. Eine Träne lief über ihre Wange.
Ich kann nicht. Ich darf nicht. Aber… ich will es auch. Ich will Claudia wiedersehen. Ich will, dass sie mich so ansieht wie in der Suite. Ohne zu verurteilen.
Mit zitternden Fingern tippte sie eine Antwort:
„Ich komme für ein verlängertes Wochenende. Nur um die Luft klar zu machen. Mehr nicht.“
Sie schickte die Nachricht, bevor sie es sich noch einmal überlegen konnte. Dann packte sie. Nur das Nötigste. Keine besonderen Sachen. Nur das, was eine brave junge Frau mitnehmen würde, die „die Luft klar machen“ will.
Der Zug fuhr am nächsten Morgen. Sophie saß am Fenster, die Stirn gegen die kalte Scheibe gepresst. Sie betete stumm. Sie weinte ein wenig. Und doch spürte sie, wie feucht sie unter dem Rock wurde, nur weil sie daran dachte, Claudia wiederzusehen.
Als sie am späten Nachmittag im Paradise View ankam, war ihr Herz ein einziger, schwerer Hammer. Herr Keller begrüßte sie persönlich.
„Sophie… schön, dass du zurück bist. Die von Hagens haben schon nach dir gefragt. Wir haben dir die kleine Privatsuite im oberen Trakt vorbereitet. Sehr diskret. Wie gewünscht.“
Sophie nickte nur. Das Wort „diskret“ ließ etwas in ihrem Bauch flattern.
Als sie die Tür zur Suite öffnete, standen die von Hagens bereits da. Nicht in der offenen Lounge. Nicht vor anderen Gästen. Hier. Nur sie drei.
Claudia trug einen langen, halbtransparenten Morgenmantel aus dunkler Seide, der sich weich um ihren Körper schmiegte. Herr von Hagen einen dunklen Bademantel. Die Suite war groß, mit einem riesigen Bett, gedämpftem warmem Licht, schweren Vorhängen und einem kleinen Wohnbereich mit Sofa und Sessel. Alles wirkte privat, geschützt, fast wie ein Zuhause.
„Sophie…“ Claudia lächelte warm und kam langsam auf sie zu. Ihre Stimme war ruhig, sanft, ohne jeden Druck. „Wir haben uns wirklich gefreut, als deine Nachricht kam. Wir dachten schon, du wärst für immer weg.“
Sophie stand da, den kleinen Koffer noch in der Hand. Sie konnte Claudia nicht richtig ansehen. „Ich… ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich bin noch Jungfrau. Ich habe Angst. Und ich habe Tim und meine Mutter zu Hause… ich habe schon gelogen, um herzukommen. Das fühlt sich falsch an.“
Claudia nickte verstehend. Sie nahm Sophie den Koffer ab und stellte ihn leise beiseite. Dann trat sie einen Schritt näher und strich ihr ganz sanft über die Wange, wie man ein ängstliches Kind berührt.
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