Clara 3/3 Der Geschmack von Rauch und Gehorsam (fm:Fetisch, 2930 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Misttueck | ||
| Veröffentlicht: Jul 21 2026 | Gesehen / Gelesen: 271 / 247 [91%] | Bewertung Teil: 9.50 (4 Stimmen) |
| Mistueck wird von einer mysteriösen Frau mit silbernem Haar in die Kunst der Unterwerfung eingeführt. Sie lehrt sie, dass wahre Hingabe darin besteht, nicht nur zu gehorchen, sondern aktiv zu bitten und Grenzen zu überschreiten. | ||

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zieht, die Wangen hohl, und das Glühen frisst sich durch das Papier wie eine langsame Verbrennung. Der Rauch steigt aus ihrem Mund und ihrer Nase, wickelt sich um ihr Kinn, sinkt auf mich herab, und ich atme ein, bevor ich darüber nachdenken kann.
Der Geschmack von fremdem Atem, von Tabak, von Wärme. Mein Körper reagiert, ein Schauer, der von meinem Nacken über meine Arme läuft, und ich spüre, wie sich meine Brustwarzen unter dem grauen Pullover anspannen.
Sie hält mir die Zigarette hin, die ungezündete, und ich nehme sie. Meine Finger sind klamm und dick, und die schmale Zigarette wirkt fast lächerlich zwischen ihnen, aber sie passt sich nicht an. Sie wartet.
Ich lege sie zwischen die Lippen, und die Frau mit dem silbernen Haar beugt sich vor. Ihr Feuerzeug schnippt, die Flamme springt, und ich sauge die Luft an, bis die Spitze glüht und beißt. Der Rauch kratzt meinen Hals hinab, trocken und heiß, und ich huste — ein kurzes, beschämendes Geräusch, das in der stillen Bar wie ein Hilferuf klingt.
Sie lacht. Es ist kein spöttisches Lachen. Es ist das Lachen einer Frau, die das schon tausendmal gesehen hat, und etwas daran lässt mich erröten, aber nicht vor Scham. Vor etwas anderem.
„Langsam", sagt sie und stellt sich neben mich an die Bar. Sie lehnt mit der Hüfte gegen den Tresen, und ich sehe, wie ihr Kleid dabei spannt, wie der Stoff sich über ihren Oberschenkel legt und die Kurve einer Strumpfhalter durchblitzt. „Zieh nicht so tief. Lass den Rauch auf der Zunge liegen, bevor du schluckst."
Ich versuche es. Der Rauch sammelt sich in meinem Mund, warm und dicht, und ich schmecke die Bitterkeit, aber auch etwas Süßliches, etwas, das an verbranntes Karamell erinnert. Ich atme aus, und der Rauch steigt zwischen uns auf wie ein Schleier.
Sie raucht schweigend, und ich rauche schweigend, und die Bar summt leise um uns herum. Das Cello ist verstummt, nur das Klirren von Gläsern und das gedämpfte Murmeln von Frauenstimmen. Ich sehe zur Nische, und die Jüngere kniet noch immer, den Blick auf die Frau mit dem silbernen Haar gerichtet, als wäre sie ein Ankerpunkt, der sie auf dem Boden hält.
„Sie wartet auf dich", sagt die Frau mit dem silbernen Haar, und ich verstehe, dass sie nicht von mir spricht, sondern von der Jüngeren. „Sie wartet immer. Sie weiß, dass ich wiederkomme."
Ich nicke, als würde ich verstehen, aber ich verstehe nicht. Noch nicht.
Die Frau dreht sich zu mir, und ihre Zigarette ruht zwischen zwei Fingern, der Rauch aufsteigend in einer geraden Linie, die sich erst im Luftzug krümmt. Sie betrachtet mich, und ich spüre, wie ihr Blick über mein Gesicht wandert — über die kurzen grauen Haare, die noch zerzaust sind, über die Spuren von Tränen auf meinen Wangen, über meine Lesebrille, die schief auf der Nase sitzt.
„Wie heißt du?"
„Mistueck."
„Mistueck." Sie kaut den Namen, als würde sie ihn proben, als würde sie sein Gewicht auf der Zunge tragen. „Ein Name, der zu dir passt. Etwas, das man ausspricht, wenn man es formen will."
Ich weiß nicht, was ich darauf sagen soll, also sage ich nichts. Die Zigarette in meiner Hand glimmt, und ich ziehe wieder, diesmal langsamer, und der Rauch füllt meinen Mund, rinnt hinab, und ich lasse ihn entweichen.
Sie beugt sich näher. Ihr Mund ist an meinem Ohr, und ich spüre den warmen Hauch ihres Atems, der nach Rauch und Wein und etwas Dunklem schmeckt. Die Haare an meinem Nacken sträuben sich.
„Du hast der Barkeeperin bewiesen, dass du gehorchen kannst", flüstert sie, und ihre Stimme vibriert an meiner Haut. „Aber gehorchen ist das Minimum. Das ist das, was jede Frau hier kann. Das ist nicht genug."
Mein Herz schlägt schneller. Ich greife nach dem Weinglas, aber meine Hand zittert zu sehr, und ich lasse es bleiben.
„Was... was wäre genug?", frage ich, und meine Stimme bricht auf der letzten Silbe.
Sie zieht sich zurück, aber nur ein Stück. Ihr Gesicht ist noch so nah, dass ich die feinen Poren ihrer Haut sehen kann, die leichte Rötung an den Wangen, die Falte zwischen ihren Augenbrauen, die erscheint, wenn sie konzentriert ist. Sie nimmt mir die Zigarette aus der Hand, zieht, und bläst den Rauch über mein Gesicht, langsam, dicht, wie ein Vorhang, der sich über mich legt.
„Genug wäre, wenn du nicht nur gehorchst, sondern bittest. Wenn du nicht nur tust, was man dir sagt, sondern verlangst, dass man dir mehr sagt." Sie hält inne, und ihre Augen suchen meine. „Du hast ihre Stiefel geleckt. Gut. Aber hast du sie darum gebeten?"
Ich schüttele den Kopf.
„Hast du gewollt?"
Ich nicke, langsam, und das Geständnis brennt in meiner Brust wie die Zigarette in ihrer Hand.
„Dann sag es. Nächstes Mal sagst du es. Du sagst: ‚Darf ich?' Und wenn sie ja sagt, dankst du. Und wenn sie nein sagt, dankst du auch." Sie nimmt noch einen Zug, und die Glut frisst sich voran, das Papier schwarz werdend. „Das ist der Unterschied zwischen einer Frau, die kniet, weil sie dazu gezwungen wird, und einer, die kniet, weil sie es nicht anders will."
Ich spüre, wie sich mein Atem vertieft, wie sich meine Brust ausdehnt, und etwas in mir kippt, eine Platte, die sich verschiebt, und plötzlich sitzt alles anders. Die Scham von vorhin ist noch da, aber sie hat sich verwandelt, ist nicht mehr Brennen, sondern Wärme, die von meinem Bauch in meine Lenden sinkt, und ich spüre, wie sich Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln sammelt, langsam, ungebremst.
Die Frau mit dem silbernen Haar bemerkt es. Natürlich bemerkt sie es. Ihre Augen wandern über meinen Körper, über den grauen Pullover, der meine harten Brustwarzen verbirgt, über die schwarze Hose, die über meinen breiten Oberschenkeln spannt, und sie lächelt, als hätte sie alles gesehen, was sie sehen musste.
„Du wirst zurückkommen", sagt sie, und es ist keine Frage.
„Ja."
„Und wenn du zurückkommst, wirst du nicht an der Bar sitzen und zusehen." Sie drückt die Zigarette im Aschenbecher aus, der auf dem Tresen steht, und die Bewegung ist präzise, endgültig. „Du wirst zu ihr gehen. Zur Barkeeperin. Und du wirst sie fragen, was du tun kannst. Nicht warten, bis sie es dir sagt. Fragen."
Ich spüre, wie mein Mund trocken wird. „Und wenn sie mich abweist?"
Die Frau mit dem silbernen Haar lacht, leise, und der Klang ist wie der des Eiswürfels in meinem Wasserglas. „Sie wird dich nicht abweisen. Sie hat dich heute Abend auf die Knie gebracht. Das hat sie nicht mit jeder gemacht." Sie macht eine Pause. „Aber sie wird dich testen. Sie wird dich fragen, warum du kommst, was du willst, und du wirst es ihr sagen. Nicht stottern. Nicht flüstern. Sagen."
Ich nicke, aber mein Hals ist eng, und ich weiß nicht, ob ich das kann.
Die Frau legt ihre Hand auf meinen Unterarm. Ihre Finger sind lang und kühl, und der Druck ist fest, aber nicht hart. Eine Berührung, die nicht fordert, sondern hält.
„Du hast Angst", sagt sie, und es ist keine Frage, sondern eine Feststellung. „Gut. Angst ist nicht dein Feind. Angst ist das Zeichen, dass du an einer Grenze stehst. Und Grenzen sind dazu da, überschritten zu werden."
Ich schlucke. Die Zigarette in meiner Hand ist fast heruntergebrannt, und ich ziehe noch einmal, den Rauch tief in die Lungen, bis er brennt, und lasse ihn entweichen. Der Geschmack von Tabak sitzt auf meiner Zunge, bitter und scharf, und ich weiß, dass ich ihn morgen noch schmecken werde.
Sie beugt sich wieder an mein Ohr, und diesmal legt sie ihre freie Hand auf meinen Oberschenkel, und der Druck ihrer Finger durch den Stoff ist wie ein Brandzeichen. Mein Muskel spannt sich unter ihrer Berührung an, und ich spüre, wie mein Becken sich nach vorne drückt, als würde mein Körper nach etwas suchen, das ich nicht benennen kann.
„Es gibt drei Dinge, die eine devote Frau beweisen müssen", flüstert sie, und ihre Stimme ist so leise, dass ich mich anstrengen muss, um jedes Wort zu hören. „Erstens: Sie muss zeigen, dass sie beobachtet. Nicht starrt, nicht glotzt — beobachtet. Mit dem Bewusstsein, dass alles, was sie sieht, sie lehrt."
Ich nicke, und ich spüre, wie meine Haut unter ihrer Hand heiß wird.
„Zweitens: Sie muss um Erlaubnis bitten, nicht um Bestätigung. Es gibt einen Unterschied. ‚Darf ich?' ist eine Frage, die sich der Dominanten unterordnet. ‚War das gut?' ist eine Frage, die sich selbst bestätigt. Du fragst nicht für dich. Du fragst für sie."
Ich atme aus, und mein Atem geht zittrig.
„Drittens..." Sie macht eine Pause, und ihre Hand auf meinem Oberschenkel bewegt sich einen Zentimeter nach oben, und der Druck bleibt, und ich spüre, wie sich mein Körper unter der Berührung aufrichtet, als würde sie an einer Schnur ziehen, die tief in mir verankert ist. „Drittens muss sie zeigen, dass sie bereit ist, mehr zu empfangen, als sie glaubt, tragen zu können."
Sie zieht sich zurück, und die Kälte, die ihre Hand hinterlässt, ist wie ein Abdruck. Ich schaue sie an, und sie schaut mich an, und ich sehe in ihren bernsteinfarbenen Augen etwas, das nicht nur Dominanz ist, sondern auch... Wärme. Eine Wärme, die nicht von Befehlen oder Strafen kommt, sondern von etwas, das tiefer liegt, etwas, das ich nicht erwartet habe.
„Du bist nicht wie die anderen hier", sagt sie. „Du kommst nicht für das Spiel. Du kommst, weil du etwas suchst, das du nicht benennen kannst." Sie macht eine Pause, und ihre Zigarette ist heruntergebrannt, und sie drückt sie im Aschenbecher aus. „Ich kenne das. Ich war auch einmal so."
Ich nicke, und etwas in mir weitet sich. Nicht die Erregung von vorhin, nicht das Brennen zwischen meinen Schenkeln, sondern etwas, das noch tiefer liegt, ein Gefühl, als würde jemand eine Tür aufschließen, die ich seit Jahren verschlossen halte.
„Ich habe sie gefunden", sagt die Frau mit dem silbernen Haar, und ihre Stimme ist weicher als zuvor. „Nicht hier. Nicht in einer Nacht. Aber ich habe sie gefunden, weil jemand mir gesagt hat, was ich dir jetzt sage: Sei mutiger. Nicht lauter. Mutiger."
Ich nicke, und ich spüre, wie meine Augen brennen, aber es sind nicht die Tränen von vorhin, nicht die Tränen der Scham und der Überwältigung. Es sind andere Tränen, und ich blinzle sie weg, bevor sie fallen können.
Sie zieht eine weitere Zigarette aus der Schachtel, aber sie zündet sie nicht. Sie legt sie vor mich auf den Tresen, neben das Weinglas und das Wasserglas, und die schmale weiße Form liegt dort wie ein Versprechen.
„Für später", sagt sie.
Ich schaue zur Nische, und die Jüngere kniet noch immer, und ich frage mich, ob sie das alles gehört hat, ob sie unsere Worte getragen hat wie ich, ob ihre Knie auf dem Holzboden schmerzen wie meine.
Die Frau mit dem silbernen Haar bemerkt meinen Blick. „Sie gehört mir", sagt sie, und die Worte sind schlicht und endgültig wie ein Stempel. „Sie hat sich entschieden, und sie wird die Nacht hier verbringen. Aber du..." Sie dreht sich zu mir, und ihr Blick ist wieder scharf, fokussiert, wie eine Klinge, die auf einer Schleife gewetzt wurde. „Du gehst nach Hause. Du denkst nach. Und du kommst wieder."
„Wann?"
„Wenn du bereit bist. Nicht vorher. Nicht nachher." Sie richtet sich auf, und ihre Stöckelschuhe klacken auf dem Holzboden, als sie einen Schritt zurücktritt. „Und wenn du kommst, trägst du keine flachen Schuhe."
Ich blicke an meinen Füßen hinab, auf die bequemen, grauen Schuhe, die ich aus Bequemlichkeit gewählt habe, und erröte.
„Du kaufst dir Schuhe mit Absatz", sagt sie, und ihre Stimme ist nicht hart, aber unmissverständlich. „Nicht weil sie schön sind. Weil sie dich verändern. Weil du anders gehst, anders stehst, anders fühlst, wenn du auf Absätzen läufst. Und wenn du anders fühlst, bittest du anders. Und wenn du anders bittest, bekommst du anders."
Ich nicke, und das Nicken ist dieses Mal nicht zögerlich. Es ist ein Versprechen.
Die Frau mit dem silbernen Haar wendet sich ab, aber bevor sie geht, dreht sie sich noch einmal um. Ihr Mundwinkel hebt sich, und das Lächeln ist nicht das kühle, beiläufige von vorhin, sondern etwas, das Wärme trägt, die nicht von der Zigarette oder dem Wein kommt.
„Mistueck", sagt sie, und mein Name in ihrem Mund klingt wie etwas, das sie formt, wie Ton unter Händen, der weiß, was er werden will. „Du warst mutig heute Abend. Das war nicht nichts."
Dann geht sie, und die Absätze klacken auf dem Holzboden, und ich schaue ihr nach, wie sie durch die Bar schreitet, die Schultern zurück, das silberne Haar schwingend, und die Jüngere in der Nische hebt den Kopf, als sie sie kommen hört, und ihr Gesicht verändert sich, wird weich, offen, wie eine Blume, die sich der Sonne zuwendet.
Ich sitze an der Bar, die Zigarette vor mir, das Weinglas, das Wasserglas, und der Geschmack von Rauch auf meiner Zunge. Die Barkeeperin steht hinter dem Tresen, und ich spüre ihre Anwesenheit wie einen Druck in meinem Rücken, warm und beständig, und ich weiß, dass die Frau mit dem silbernen Haar recht hat.
Ich werde wiederkommen. Und wenn ich wiederkomme, werde ich nicht an der Bar sitzen und zusehen. Ich werde auf die Absätze treten, die ich noch kaufen werde, und ich werde zu ihr gehen, und ich werde fragen, und ich werde nicht flüstern.
Ich greife nach der Zigarette, wende sie zwischen meinen Fingern, und das Papier ist glatt und kühl, und ich lege sie in die Brusttasche meines Pullovers, nah am Herzen, wie ein Talisman, den ich tragen werde, bis ich zurückkehre.
Die Bar summt um mich herum, und das Licht ist warm und gedimmt, und ich sitze auf meinem Hocker, und meine Knie schmerzen, und mein Gesicht ist noch feucht, und zwischen meinen Beinen ist es warm und nass, und ich weiß, dass dieser Abend erst beginnt.
Aber nicht heute. Heute gehe ich nach Hause. Und ich denke nach. Und ich komme wieder.
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